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Das Opernglas – Ausgabe 05/2026 ePaper

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INHALTSVERZEICHNIS


AUSGABE 05/2026

Das komplette Inhaltsverzeichnis mit allen Themen Weiter

EDITORIAL

  • EDITORIAL

    Autorin: Y. Han · Ausgabe 05/2026||Der Sommer naht – und direkt liegt ein erster Hauch von Festspielglanz in der Luft. Baden-Baden – ohnehin stets ein verlässlicher Garant für Stimmglanz in seinem Opernangebot – hat im Rahmen der traditionellen Osterfestspiele mit einem prominent besetzten »Lohengrin« für Glücksmomente gesorgt, und im Rahmen von Zürichs neuem Barockfestival bewies Cecilia Bartoli, dass sie auch mit fast 60 Jahren noch nichts verlernt hat. Wir befinden uns in einer spannenden Übergangszeit, über die auch wir hier schon sinniert haben – einerseits eröffnen sich (und zwar in jeder Branche, die Berühmtheit verschafft) immer pluralistischere Räume, in denen man seine eigene Bubble händisch hegen und entertainen kann; andererseits stehen wir doch auch immer noch unter dem Einfluss früheren Starglanzes, vermischt mit damit einhergehender Nostalgie.%weiter%Das gilt gleichermaßen für Hollywood wie für Salzburg, könnte man etwas zugespitzt sagen; es hat schon seine Gründe, warum es heute so gut wie keine „Diven“ mehr gibt. Den global angebeteten Star auf der Spitze eines Star-Olymps gibt es in dieser Form einfach nicht mehr – und die, die sich das Erbe dieser schillernden Figuren von einst teilen, erreichen diesen alles überstrahlenden Glanz nicht mehr. Und doch: es sind es andererseits immer wieder „Namen“, auf die die Breite sich stürzt und von denen man sich ein Spektakel erhofft: so strömte kürzlich das Wiener Publikum in Scharen in eine »Carmen«, in der Piotr Beczala den Don José sang – und auch der Baden-Badener »Lohengrin« wird auch deswegen Erwartungen geschürt haben, weil man sicher sein konnte, dass der polnische Tenor und Rachel Willis-Sørensen „abliefern“ werden. Die „neuen“ Gesichter aber, so umjubelt und hochgehandelt sie auch sind, sind da vergleichsweise unterm Radar unterwegs und verfolgen scheinbar eine persönliche künstlerische Agenda, ohne währenddessen allzu offenkundig auf „Fame“ zu schielen; Paradebeispiele dafür sind all die Opernstars, die dank Exklusivverträgen bei einem Plattenlabel zwar eine erhöhte Sichtbarkeit bekommen, parallel dazu aber weiterhin bloß „ihrer Leidenschaft zu folgen“ scheinen. Man verwirklicht sich selbst, stellt explizit die Kunst über die eigene Person – „intrinsisches Wollen“ könnte auch hier das entscheidende Stichwort sein, so wie bei Tobias Kratzer, der nach einem halben Jahr Hamburg eine erfreuliche erste Bilanz ziehen kann und dank eben jener aus der Sache heraus kommenden Motivation auch keine Angst vor dem Scheitern hat. So oder so freut man sich, Entwicklungen und fortschreitende Biografien aus der Ferne zu verfolgen und zu begleiten, umso schöner und begrüßenswerter ist es, wenn auch junge Künstler ihre Chance bekommen und nicht ausschließlich auf die mutmaßliche Zugkraft eines bekannten Namens gesetzt wird. So unübersichtlich es heutzutage auch sein kann einen Überblick zu bewahren, wer aus welchen Gründen berühmt ist; in der Vielzahl an Bühnen, die man sich suchen kann, liegen auch neue Möglichkeiten, das Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen, hier und da vielleicht weniger von anderen abhängig zu sein, als das früher der Fall war. Wir freuen uns daher besonders, Ben Baur, den wir vor Jahren anlässlich seines Schritts vom Bühnenbildner zum Regisseur gesprochen haben, nun bei den diesjährigen St. Galler Festspielen mit einer »Aida« zu erleben – manche Wege kreuzen sich dann doch immer wieder, und komischerweise führen sie oft nach St. Gallen … Wir hoffen, dass Sie sich diesen frühlinghaften Herold der noch kommenden Festspiel-Power mit ebensolcher Freude wie wir zu Gemüte führen werden – er enthält wie schon zum Saisonbeginn ganz viel Wagner (in sehr unterschiedlichen Schattierungen), aber auch spannende Beispiele, wie aktuell so manches Opernsujet auch viele Jahre später noch sein kann, so zu erleben in Wiesbaden mit Braunfels’ »Die Vögel« wie auch in Hamburg mit »Frauenliebe und -sterben« … Eine inspirierende Lektüre wünscht Ihnen||Ihre Yeri Han

DIE INTERVIEWS

  • IWONA SOBOTKA – Die Stimme wahrnehmen

    Die polnische Sopranistin Iwona Sobotka hat sich im Verlauf von zwanzig Jahren mit großem Bedacht eine Gesangskarriere aufgebaut, mit Geduld und ohne Ehrgeiz über die Stimme zu stellen. Heute steht sie an der Schnittstelle zwischen italienischem Spinto-Repertoire und der neu erschlossenen Welt von Wagner und Strauss – mit einem Salzburger Festspieldebüt an der Seite von Riccardo Muti und den Wiener Philharmonikern in diesem Sommer.||(Foto: Barczyk)
  • MARIA KOSOVITSA – Nachwuchshoffnung

    Die junge Sopranistin hat sich mit der Anna Bolena an der Griechischen Nationaloper eine weitere große Partie erarbeitet – nach ihrem Erfolg als Liù vergangenes Jahr der nächste bedeutende Schritt in der Karriere der griechischen Nachwuchshoffnung. Über erfüllte und noch wartende Träume sowie über den bedächtigen Aufbau einer Karriere sprach Kosovitsa zwischen den »Anna Bolena«-Proben mit Yeri Han.||(Foto: Antonoglou)
  • TOBIAS KRATZER||Intrinsisches Wollen

    Seit der laufenden Spielzeit ist Tobias Kratzer Intendant in Hamburg – und schon in den ersten Monaten dieser mit großer Spannung erwarteten Amtszeit wurde deutlich: es weht ein neuer Wind in der Hansestadt. Inzwischen hat das neue Team auch schon seine zweite Saison vorstellen können – nun zog Kratzer eine erste Halbjahresbilanz.||(Foto: Schreiber)

SPECIAL

  • 21. ST. GALLER FESTSPIELE||Der Gipfel des Erfolgs: Verdi und Aida

    Am 18. Juni eröffnen die 21. St. Galler Festspiele – die diesjährige große Opernproduktion wird ausnahmsweise keine Rarität, sondern mit »Aida« eines von Giuseppe Verdis großen Bühnenwerken sein. Ein Überblick über Werkgenese und legendäre Interpretinnen von Konrad Dryden.
  • AMBER MONROE||Aida aus Ohio

    Die amerikanische Sopranistin Amber Monroe singt in Verdis Oper die Titelrolle – und weiß unserem Mitarbeiter Dr. Thomas Baltensweiler viel über diese und ihren Weg nach Europa zu erzählen.||(Foto: Oldham)
  • BEN BAUR||Handwerk

    Seine Opernlaufbahn begann er als Bühnenbildner und Ausstatter – mit einer klaren Handschrift von hohem Wiedererkennungswert. Inzwischen inszeniert Ben Baur auch selbst erfolgreich und wird in diesem Sommer bei den St. Galler Festspielen die »Aida« interpretieren.||(Foto: Serkis)

PREMIEREN

  • OSTERFESTSPIELE BADEN-BADEN||Lohengrin

    28. März • Autor: Jörg-Michael Wienecke||„Wunderfähig“ bleiben, auch wenn die äußeren Umstände wenig Anlass dazu bieten – dazu sollte der Baden-Badener »Lohengrin« seine Zuschauer inspirieren. Wunderfähig stimmte spätestens die festspielwürdige Besetzung mit Piotr Beczala, der sich einmal mehr als Ausnahmetenor präsentierte, und die ihrerseits stets höchsten Musikgenuss garantierende Rachel Willis-Sørensen.||(Foto: Sigmund)
  • OSTERFESTSPIELE SALZBURG||Das Rheingold

    27. März • Felsenreitschule • Autor: Helmut Christian Mayer||Wie schon zur Gründungszeit der Osterfestspiele läutete man auch zur diesjährigen Ausgabe einen neuen »Ring«-Zyklus ein – der den Zuschauer mit überwältigenden Bilderfluten in eine postapokalyptische Welt entführte. Hier hat mindestens eine Katastrophe also schon vor Beginn der Teratologie stattgefunden. Auf welche sie nun zusteuert, wird sich in drei Jahren zeigen, wenn alle »Ring«-Kapitel enthüllt worden sind.||(Foto: Rittershaus)
  • DRESDEN||Parsifal

    22. März • Autorin: Melanie O‘Neill||Zahlreiche Besucher tummeln sich in einer Kathedrale: Touristen, eine Schülergruppe, aber auch eine Prostituierte und ein Drogenabhängiger. Einer der Schüler verliert sich schmökernd in einem ausliegenden Ritterbuch, dessen Geschichte zum Leben erwacht – und uns in die Welt des »Parsifal«, erlebt durch die Augen eines Jungen, entführt.||(Foto: Quast)
  • WIESBADEN||Die Vögel

    27. März • Autor: Marc Fiedler||Walter Braunfels’ »Vögel« sind aktuell wie nie – da liegt es nahe, die atemberaubend schön komponierte Oper als Komplott gegen die Demokratie (Donald-Trump-Verschnitt inklusive) zu erzählen, so wie jetzt in Wiesbaden geschehen. Grotesk sind hier nicht die Vögel, sondern die Menschen – und so wie in der Realität bringen sie auch hier nichts als Verderben.||(Foto: Aurin)
  • STRASSBURG||Le Roi d'Ys

    17. März • Autor: Marc Fiedler||Nach der französischen Erstaufführung von Korngolds »Wunder der Heliane« stand in Strasbourg wieder eine absolute Rarität auf dem Programm: Lalos an den Atlantis-Untergang erinnerndes Drama um die ebenfalls von Meeresfluten verschlungene Stadt Ys – allerdings durchmischt mit einer gehörigen Portion Eifersucht und Intrigen.||(Foto: Beck)
  • ZÜRICH||Giulio Cesare in Egitto

    11. März • Autor: Dr. Thomas Baltensweiler||Die Oper Zürich hat jetzt ebenfalls ein Barockfestival – das jedes Jahr auch für Ausgrabungen sorgen soll, so das Ziel. Platz für Populäres war aber ebenfalls: als eine Art Vorpremiere wurde »Giulio Cesare« gezeigt, in einer Besetzung, die mit Cecilia Bartoli, Carlo Vistoli und Max Emanuel Cencic die Crème de la Crème der Barockszene aufbot.||(Foto: Rittershaus)
  • BERLIN||L'Italiana in Algeri

    8. März • Autorin: Ursula Ehrensberger||Belcanto und mexikanisches Wrestling – kann das gehen? Und ob! Zumindest in der Neuinszenierung von Rolando Villazón, die jetzt an der Deutschen Oper Berlin zu sehen war und in der sogar waschechte Wrestler einen gefeierten Aufritt bekamen. So viel und oft gelacht hat man wohl selten in einem Opernsaal.||(Foto: Walkenhorst)
  • HAMBURG||Frauenliebe und -sterben

    12. März • Autor: Söhnke Martens||Die nächsten Premieren der Kratzer-Spielzeit standen an – neben einer Kinderoper in der Opera stabile kam nun das bereits in Oslo gezeigte Triptychon „Frauenliebe und -sterben“ zu seiner Hamburger Premiere – zu einem Zeitpunkt, an dem Gewalt gegen Frauen wieder zu trauriger Aktualität gelangt ist.||(Foto: M. Baus)
  • WUPPERTAL||Götterdämmerung

    22. März • Historische Stadthalle • Autor: Thomas Molke||Das Wuppertaler Großprojekt – eigener »Ring« – ist fertig geschmiedet. Und auch die »Götterdämmerung« verwandelte die Historische Stadthalle auch ohne Bühnenbild wieder in eine atmosphärische Zauberkugel, die das Publikum klanggewaltig und stimmungsvoll in die Welt des »Rings« versetzte. Als Brünnhilde gab sich bei diesem Finale keine geringere als Catherine Foster die Ehre.||(Foto: Dietrich)

NAMEN UND DATEN

  • SONDRA RADVANOVSKY

    SONDRA RADVANOVSKY ist hocherfreut, der Lyric Opera of Chicago künftig als Künstlerische Beraterin zur Seite stehen zu dürfen. In der für sie neuen Rolle wird die Sängerin in den kommenden fünf Spielzeiten Nachwuchstalente fördern sowie die Bindung zwischen Opernhaus und Publikum vertiefen. In einem Vorort von Chicago geboren, derzeit in der Nähe der Metropole wohnend und generell ein gern gesehener Gast am Haus, besteht zwischen ihr sowie der Lyric eine tief verwurzelte, künstlerisch Verbindung.||(Foto: Mazza)
  • KONSTANTIN KRIMMEL

     KONSTANTIN KRIMMEL ist einer der diesjährigen Preisträger des von den Osterfestspielen Salzburg vergebenen Herbert-von-Karajan-Preises. Der Bariton, der dieses Jahr in Haydns Oratorium »Die Schöpfung« erstmals bei den Osterfestspielen zu Gast war, teilt sich den seit 2017 verliehenen und mit insgesamt 50.000 Euro dotierten Preis mit dem chinesischen Bassbariton Le Bu und der US-amerikanischen Mezzosopranistin Jasmin White. Beide wirkten in der aktuellen »Rheingold«-Inszenierung mit. Die Auszeichnung wird an KünstlerInnen vergeben, deren herausragende Leistungen weltweite Anerkennung gefunden haben. Dabei sollen auch junge Talente gefördert werden.||(Foto: Schied)

VORSCHAU

  • DIANA DAMRAU

    KÖLN · Nach umfassender Sanierung wird die Oper Köln am 19. und 20. September 2026 mit einem Eröffnungsfest endlich wiedereröffnet. An den beiden Tagen können die Besucher und Besucherinnen sich die sanierten Räume der Oper anschauen und es wird die neue Bühne der Kinderoper unter dem kleinen Offenbachplatz eröffnet. Am 24. September steht dann das große Gala-Konzert zur Neueröffnung auf dem Spielplan. Die Sparten Oper und Schauspiel präsentieren auf der Opernbühne gemeinsam ein Programm für Bürgerinnen und Bürger sowie Ehrengäste. Neben den Opern- und Schauspielensembles spielen das Gürzenich-Orchester unter der Leitung seines Generalmusikdirektors Andrés Orozco-Estrada, als Gast singt die Sopranistin Diana Damrau.||(Foto: Chen)
  • HAMBURG

    HAMBURG · Die Hamburgische Staatsoper unter dem Führungsquintett Tobias Kratzer, Lloyd Riggins, Nicolas Hartmann, Dr. Matthias Schloderer sowie Omer Meir Wellber hat ihre neue Spielzeit 2026/27 vorgestellt. Mit großer italienischer Oper geht es am 12. September 2026 los. In der Inszenierung von Intendant Tobias Kratzer feiert Verdis »Macbeth« Premiere. Das Titelpaar wird gesungen von Nino Machaidze sowie in alternierender Besetzung mit Kartal Karagedik und Simon Keenlyside. Nach Henry Purcells »Dido and Aeneas« unter der musikalischen Leitung von Tohar Gil und in einer »Live Animation Cinema“-Version der Medienkünstler „sputnic“ sowie dem Doppelabend mit Strawinskys Ballett »Petruschka« und Ravels Oper »L’Enfant et les Sortilèges« vom Künstler:innenkollektiv 1927 feiert mit Humperdincks spätromanischer Oper »Dornröschen« eine selten zu erlebende Oper Premiere. Ein weiterer Höhepunkt der kommenden Saison: ein prominent besetzter »Guillaume Tell« unter der Leitung von Susanna Mälkki und in der Regie von Tobias Kratzer mit Lawrence Brownlee als Arnold Melchtal, Lisette Oropesa als Mathilde und Jacques Imbrailo in der Titelpartie.||(Foto: Kretschmer)

AUDIO / SOLO

  • SAMUEL HASSELHORN - Hoffnung

    2028 jährt sich der Todestag von Franz Schubert zum zweihundertsten Mal. Anlass genug für die Plattenfirmen, die Werke dieses großen Komponisten mit Neuaufnahmen zur Diskussion zu stellen. Natürlich gibt es bereits eine kaum noch übersehbare Vielzahl von vorzüglichen Einspielungen, die das Genie des mit 31 Jahren gestorbenen Komponisten in hellstem Licht erscheinen lassen, gerade auch im Bereich des Liedes: Man denke nur an so große Namen wie Dietrich Fischer-Dieskau, Hermann Prey oder Elisabeth Schwarzkopf – um nur einige der älteren Interpreten zu nennen. Aber auch die jetzt aktive Generation von Sängern hat viel zu bieten. Der 1995 in Göttingen geborene Bariton Samuel Hasselhorn ist zweifellos einer der besten aktuellen deutschen Liedinterpreten – neben Konstantin Krimmel und Benjamin Appl. Auf seiner neuen, im Rahmen der Reihe „Schubert 200“ erschienenen CD widmet er sich zusammen mit dem Pianisten Ammiel Bushakevitz der Lieder, die vor zweihundert Jahren komponiert wurden.
  • LISE DAVIDSEN - Live at the Met

    Die üppige Stimme von Lise Davidsen büßt in keinem Register ihr Volumen ein, kein Wunder, dass sie beherzt jede noch so (hoch-)dramatische Partie auf der Bühne angeht. Jüngstes Beispiel ist die fulminante Isolde in Barcelona und an der Met. Dort im New Yorker Lincoln Center hatte sie im Jahr 2023 bereits in einem Solo-Recital auf der Bühne gestanden, puristisch begleitet von James Baillieu am Flügel und um so genauer intonierend und mit einem Publikumsschlager nach dem anderen souverän durch die populären Arien und Lieder segelnd. Das machte Eindruck, und das vielfältige Programm, das auf dieser CD mit dem Gebet der Floria Tosca eröffnet wird, lässt die Herzen der Stimmliebhaber höherschlagen.