Das Opernglas - Ausgabe 07-08/2013

Cecilia Bartoli gab bei den Salzburger Pfingstfestspielen ihr szenisches Rollendebüt als Norma, Joyce DiDonato und Juan Diego Flórez begeisterten in Londons »La donna del lago«, die Göttinger Händel-Festspiele zeigten mit »Siroe«, wie spannend Barockoper sein kann, Dessau präsentierte Massenets selten gespielte »Esclarmonde«, Mannheim und Karlsruhe widmeten sich dem polnischen Komponisten Mieczyslaw Weinberg, in München konnte man die Uraufführung einer neuen Oper von Friedrich Cerha erleben. Jubiläumsbeiträge zum Wagnerjahr gab es unter anderem in Rom mit »Rienzi« und Sofia mit der »Götterdämmerung«.
Die Interviewthemen: Anna Netrebko, die zügig ihre Repertoireerweiterung zunächst zu Verdi und dann zu den Veristen betreibt, Michael Volle der Sachs und Ambogio Maestri der Falstaff der Salzburger Festspiele, Ricarda Merbeth, die als Senta auf den Grünen Hügel nach Bayreuth zurückkehrt, Peter Stein der »Don Carlo« mit Jonas Kaufmann und Anja Harteros inszeniert, Christoph Eschenbach, der neue Dirigent für den Salzburger Mozart/da-Ponte-Zyklus und Dagmar Schellenberger, die von Harald Serafin die Leitung der Seefestspiele in Mörbisch übernimmt. Außerdem im Gespräch: Komponist Harrison Birtwistle und Jubilar Siegfried Köhler.

Nachfolgend erhalten Sie einen ersten Überblick über die wichtigsten Themen dieser Ausgabe. Eine ausführliche Liste aller Inhalte finden Sie im Inhaltsverzeichnis.

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INHALTSVERZEICHNIS

Inhaltsverzeichnis

Ausgabe 07-08/2013

Das komplette Inhaltsverzeichnis mit allen Themen

EDITORIAL
FESTSPIELE
  • SALZBURGER PFINGSTFESTSPIELE Norma
  • PFINGSTFESTSPIELE BADEN-BADEN Don Giovanni
  • RICHARD WAGNER FESTIVAL WELS Tannhäuser
  • INTERNATIONALE HÄNDEL-FESTSPIELE GÖTTINGEN Siroe, Re di Persia
  • KLANGVOKAL DORTMUND Ernani (Konzerthaus)
DAS INTERVIEW
  • ANNA NETREBKO
ANALYSE
IM GESPRÄCH
  • MICHAEL VOLLE
VERDI 2013
  • AMBROGIO MAESTRI
FESTSPIELSTAR
  • RICARDA MERBETH
AUFFÜHRUNGEN
  • LONDON La donna del lago (Royal Opera House)
  • DESSAU Esclarmonde
  • DRESDEN La Juive
  • ROM Rienzi
  • ZÜRICH Don Giovanni
  • LYON Capriccio
  • BERLIN Le Vin Herbé (Staatsoper im Schiller Theater)
    Das Geisterschiff (Konzerthaus)
NAMEN UND DATEN
NACHRUF
AKTUELL
IM BLICKPUNKT
  • PETER STEIN
NACHGEFRAGT
  • CHRISTOPH ESCHENBACH
AUFTAKT
  • DAGMAR SCHELLENBERGER
FOKUS
  • EVA MARTON
REPORT
  • POSEN / CARDIFF / ZWICKAU / LUZERN / MÜNCHEN / SCHWETZINGEN
RUNDBLICK
  • AUGSBURG Der Ring des Polykrates / Violanta
  • DETMOLD Tristan und Isolde
  • MAINZ La Gerusalemme liberata (Kleines Haus)
  • BRAUNSCHWEIG Salome
  • LÜBECK Thaïs
  • KIEL Schachnovelle
  • TRIER Die verkaufte Braut
  • NÜRNBERG Rusalka
  • KARLSRUHE Die Passagierin
  • FLENSBURG Don Quichotte
  • STRASBOURG Les Pêcheurs de Perles
  • MANNHEIM Der Idiot
  • SOFIA Götterdämmerung
  • MÜNCHEN Onkel Präsident (Prinzregententheater)
DAS PORTRÄT
  • HARRISON BIRTWISTLE
JUBILAR
  • SIEGFRIED KÖHLER
ERINNERT AN
  • ERNST KRAUS
  • VORSCHAU
    SPIELPLÄNE
    TV-TIPPS
    RARITÄTEN
    IMPRESSUM
    WAGNERIANA
    • DIE INTERESSANTESTEN NEUERSCHEINUNGEN
    CD-NEWS
    • SÄNGER-BOXEN
    DVD-NEWS
    • Claudio Monteverdi L’INCORONAZIONE DI POPPEA
    • Marc-Antoine Charpentier DAVID ET JONATHAS
    NEUE CDs
    • Richard Wagner DER RING DES NIBELUNGEN
    • Jules Massenet THÉRÈSE
    • Wolfgang Amadeus Mozart LA BETULIA LIBERATA
    • Carl Maria von Weber DER FREISCHÜTZ
    • Richard Wagner DAS LIEBESVERBOT
    • Amilcare Ponchielli LA GIOCONDA
    • Pasquale Anfossi LA FINTA GIARDINIERA
    • Gordon Getty PLUMP JACK
    • Michael Volle A PORTRAIT
    • Massimo Giordano AMORE E TORMENTO
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EDITORIAL

Editorial

Autor: R. Tiedemann - Ausgabe 07-08/2013

Plötzlich ist Sommer. In diesem Jahr ließ er lange auf sich warten – und kam dann mit Wucht und Extremen. So turbulent wie beim Wetter ging es bei uns in der Redaktion noch nicht zu, doch ist die große Festspielausgabe, wie sie nun so üppig und prall gefüllt vor Ihnen liegt, in jedem Jahr aufs Neue eine faszinierend abwechslungsreiche Herausforderung.

Zugegeben, wir haben immer hoch gesteckte Ziele. Für den Sommer aber nimmt sich jeder von uns traditionell besonders viel vor, da ist zuweilen noch mehr Spontaneität und besonderer Einsatzwillen gefordert. Dass auch diese Festspielnummer wieder so umfangreich und informativ geworden ist, verdankt sich einer wunderbaren, ­nimmermüden Redaktion – und unseren einsatzfreudigen Autoren, die für Sie, liebe Leser, einmal mehr keine Mühen gescheut haben, um die besten, spannendsten Geschichten zu Saisonfinale und Festspielzeit zusammenzutragen.

Ihnen allen an dieser Stelle einmal ein großes, herzliches Dankeschön. So macht die Arbeit ­Spaß!

In der Parade hochkarätiger Gesprächspartner kreisen gleich alle vier großen Sängerinterviews um Giuseppe Verdi und Richard Wagner, die als Jubilare 2013 diesen Festspielsommer dominieren werden: Anna Netrebko und Ambrogio Maestri widmen sich dem Italiener, Ricarda Merbeth und Michael Volle dem Bayreuther Meister. Aufschlussreich, wie da im Detail auch über gesangsspezifische Fragen diskutiert wird. Und Regiealtmeister Peter Stein, der in Salzburg noch einmal Verdi inszeniert, nahm bei unserem Besuch auf seinem italienischen Landsitz in bekannter Manier wieder einmal kein Blatt vor den Mund... Insbesondere in Jubeljahren kann man Dinge entdecken, die sonst kaum oder gar nicht zu erleben sind. Wie klingt der »Holländer« auf Französisch in der Vertonung von Richard Wagners originaler Prosaskizze durch Pierre-Louis Dietsch? Die „Grand Opéra“ Wagners, »Rienzi«, sonst eher sporadisch aufgeführt, erlebt in diesem Jahr sogar eine regelrechte Renaissance; und bevor sich im Juli nun erstmals die Bayreuther Festspiele des Werkes in einer szenischen Neuproduktion annehmen, konnte man den „letzten Volkstribunen“ auch in Rom erleben, quasi am Originalschauplatz der Handlung. Der Anreiz, sich im Chor der Feiernden mit Besonderheiten Gehör zu verschaffen ist groß, die Ideen zum Teil spektakulär. Da wird das »Rheingold« im Wortsinn auf dem Rhein verschifft; oder kulminiert in Leipzig, dem Geburtsort des Komponisten, die Zusammenführung von Wagner und Apocalyptica zu einem großen, spartenübergreifenden Gesamtkunstwerk, an dem mit dem MDR-Sinfonierochester das älteste Radioorchester Deutschlands maßgeblich beteiligt ist. Selbstredend, dass sich gerade zum ohnehin nicht unterbelichteten Thema Wagner auch die Flut an Neuerscheinungen auf dem CD-, DVD- und Buchmarkt ins Epische weitet. Damit Sie hier den Überblick behalten, haben wir das Wesentliche kompakt zusammengefasst.

Doch bevor Sie sich ganz ins Jubiläumsdelirium fallen lassen: Auch abseits der rauschenden Festumzüge in Sachen „Wagner & Verdi 2013“ kann man großartiges Musiktheater erleben! Besonders erfreulich ist die nach wie vor ungebrochene Begeisterungsfähigkeit der Veranstalter – und des Publikums – für lohnende Raritäten. Erstaunlicherweise brauchte es nicht einmal eines runden Geburtstages, um die Attraktivität der Kompositionen von Jules Massenet nachhaltig ins Gedächtnis zu rufen – oder waren es doch Ehrungen zum verpassten 100. Todestag im vergangenen Jahr? Wie dem auch sei, man durfte sich aktuell über die Wiederbegegnung mit gleich drei seiner weniger bis praktisch nie gespielten Opern freuen, darunter die grandiose, vollkommen unterschätzte »Esclarmonde«. Auch von zwei Werken des fast vergessenen polnischen Komponisten Mieczyslaw Weinberg berichtet diese Ausgabe, ebenso von den Uraufführungen der neuen Opern von Friedrich Cerha und Cristóbal Halffter. Und apropos turbulenter Sommer: Da gab es ja auch noch den spektakulären „Rausschmiss“ eines prominenten Festspielchefs, den furiosen Auftritt eines bekannten Countertenors beim „Eurovision Song Contest“, die Ankündigung eines aktiven Sopranstars, sich ins Schauspielfach zurückzu­ziehen… Spannende Lektüre ist also garantiert!

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INTERVIEWS

Das Interview: ANNA NETREBKO - Vor neuen Herausforderungen

Autor: Dr. Andreas Laska · Ausgabe 7-8/2013

Große Pläne im Verdi-Jahr: Leonora in »Il Trovatore«, Lady Macbeth und als erstes wichtiges Rollendebüt Giovanna d’Arco bei den diesjährigen Salzburger Festspielen. Ein Gespräch über die anstehenden Verdi-Debüts.

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Im Gespräch: MICHAEL VOLLE – Der Gipfel des Erreichbaren

Autor: Ursula Ehrensberger · Ausgabe 7-8/2013

Italienischer Belcanto und Wagner ist für ihn kein Widerspruch. Aktuell freut sich Michael Volle auf seinen Sachs bei den Salzburger Festspielen und verrät nebenbei unerwartete Wünsche.

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Verdi 2013: AMBROGIO MAESTRI – Falstaff vom Dienst

Autor: Dr. Andreas Laska · Ausgabe 7-8/2013

Wie kein anderer Sänger prägt Ambrogio Maestri heute die Titelpartie in Giuseppe Verdis komödiantischem Spätwerk, aber Angst vor allzu viel Routine hat er noch keineswegs.

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Festspielstar: RICARDA MERBETH – Senta in Bayreuth

Autor: Söhnke Martens · Ausgabe 7-8/2013

Mit der Senta im Bayreuther »Holländer« kehrt Ricarda Merbeth im Sommer auf den Grünen Hügel zurück. Die Produktion, die zur diesjährigen Festspieleröffnung wiederaufgenommen wird, soll in diesem Sommer auch live in viele Kinos übertragen werden.

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Im Blickpunkt: PETER STEIN – Sinnvolle Geschichten erzählen

Autor: Wolgang Kutzschbach · Ausgabe 7-8/2013

Peter Stein inszeniert bei den Salzburger Festspielen Verdis »Don Carlo. Die „Verbindung zu einer Welt außerhalb des Theaters“ findet er auf seinem Landsitz in Umbrien. In italienischer Idylle sprach der Regisseur in bekannter Manier „Klartext“.

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Nachgefragt: CHRISTOPH ESCHENBACH – Mit Mozart nach Salzburg

Autor: Dr. Thomas Rauchenwald · Ausgabe 7-8/2013

Christoph Eschenbach ist der neue Dirigent des da Ponte-Zyklus‘ der Salzburger Festspiele, der in diesem Jahr mit Mozarts »Così fan tutte« beginnt.

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Auftakt: DAGMAR SCHELLENBERGER – Frischer Wind in Mörbisch

Autor: Karin Wolfsbauer · Ausgabe 7-8/2013

Die deutsche Kammersängerin übernimmt aus den Händen des legendären Harald Serafin als neue Intendantin die Seefestspiele Mörbisch und damit ein Publikum, das gewisse Erwartungen mitbringt.
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Das Porträt: HARRISON BIRTWISTLE – Eröffnung in Salzburg

Autor: Jürgen Gahre · Ausgabe 7-8/2013

Sir Harrison Birtwistle gehört zu den bekanntesten Komponisten Englands. Seine Oper »Gawain« eröffnet im Sommer den Opernreigen der Salzburger Festspiele. Ein Gespräch über aktuelle Projekte – und über Quellen der Inspiration.

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Jubilar: SIEGFRIED KÖHLER – Amüsante Anekdoten

Autor: Yeri Han · Ausgabe 7-8/2013

Am 30. Juli feiert Siegfried Köhler seinen 90. Geburtstag. Immer noch vermag er mit ansteckender Fröhlichkeit zu begeistern – und natürlich mit amüsanten Anekdoten.

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AUFFÜHRUNGEN

SALZBURGER PFINGSTFESTSPIELE Norma

17. Mai · Haus für Mozart · Autor: S. Mauß · Ausgabe 7-8/2013

Nachdem Cecilia Bartoli sich bereits 2010 konzertant an dieses Werk gewagt hatte, stand nun die erste szenische Realisierung an. Damit verbunden: Der Versuch, Bellinis Werk in einer revidierten Fassung mit ungewohnt leichten Stimmen zu besetzen.

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PFINGSTFESTSPIELE BADEN-BADEN Don Giovanni

17. Mai · Festspielhaus · Autor: J.-M. Wienecke · Ausgabe 7-8/2013

Noch einmal ganz die alte: Vor ihrer großen Repertoireerweiterung stellte Anna Netrebko noch einmal ihre Mozartkompetenz unter Beweis.

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LONDON La donna del lago

17. Mai · Royal Opera House · Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 7-8/2013

Für die Wiederbelebung dieser selten gespielten Oper war ein hochkarätiges Team verpflichtet worden, das hielt, was die Papierform versprach. Die Interpreten der drei Hauptpartien stachelten sich gar gegenseitig zu einem wahren Sängerfest an.

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DESSAU Esclarmonde

26. Mai · Anhaltisches Theater · Autor: J. Gahre · Ausgabe 7-8/2013

Das Anhaltische Theater hat die in Frankreich beliebte Oper von Jules Massenet in einer mustergültigen Inszenierung als deutsche Erstaufführung herausgebracht – 124 Jahre nach der Uraufführung!

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MANNHEIM Der Idiot

16. Mai · Nationaltheater · Autor: G. Schunk · Ausgabe 7-8/2013

Erst vor zwei Jahren hatte Mieczyslaw Weinbergs Oper »Die Passagierin« eine späte Entdeckung im Rahmen der Bregenzer Festspiele erfahren. Parallel zu einer Neuproduktion dieser Oper in Karlsruhe brachte das Nationaltheater Mannheim die posthume Uraufführung von Weinbergs »Idioten« heraus.

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STRASBOURG Les Pêcheurs de Perles

30. Mai · Opéra National du Rhin · Autor: M. Fiedler · Ausgabe 7-8/2013

Im Schatten seiner berühmten »Carmen« vergisst man oft, dass Georges Bizet bereits 12 Jahre früher ein wahres Opernjuwel auf die Bühne der Pariser Opéra Comique gebracht hatte.

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MÜNCHEN Onkel Präsident

1. Juni · Staatstheater am Gärtnerplatz im Prinzregententheater · Autor: J.-M Wienecke · Ausgabe 7-8/2013

In Koproduktion mit der Wiener Volksoper präsentierte das Staatstheater am Gärtnerplatz das seltene Ereignis der Uraufführung einer neuen Opera Buffa, für die es gelungen war, den mit 87 Jahren mittlerweile schon betagten Komponisten Friedrich Cerha zu gewinnen.

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MELDUNGEN / INFO

NAMEN UND DATEN

ANNETTE DASCH singt am 3. Juli die Elsa in »Lohengrin« bei den Münchner Opernfestspielen sowie bald darauf wieder bei den Bayreuther Festspielen (2., 5., 8., 11., 26.8.). Mit der »Tannhäuser«-Elisabeth nimmt sie eine weitere Wagnerpartie in ihr Repertoire auf, die sie erstmals im Herbst an der Frankfurter Oper präsentieren will (19., 24., 27.10. + 3., 9.11). Mit der Arabella an der Nederlandse Opera in Amsterdam ist für April 2014 ein weiteres großes Rollendebüt geplant.

FOKUS

EVA MARTON – GROSSE GALA ZUM 70.

Mit einer großen Operngala und einer Ausstellung im Opernhaus feierte Budapest den siebzigsten Geburtstag von Sopranstar Eva Marton. Das Opernglück perfekt machte dabei Jonas Kaufmann bei seinem Budapest-Debüt.

AKTUELL

OPERNSTARS BEIM EUROVISION SONG CONTEST

Erinnern sie sich noch an den „Opernglas“-Titelkünstler 10/2011? Der rumänische Countertenor Florin Cezar Ouatu ging nicht nur aus dem rumänischen Vorentscheid für den diesjährigen Eurovision Song Contest als Sieger hervor, sondern hatte sich in Malmö auch im Halbfinale souverän durchgesetzt. „Cezar“ wie er sich dort nannte, machte vor allem stimmlich in der großen Finalshow in seinem mit elektronischen Beats unterlegten Song „It's My Life“ gute Figur, diesmal in einer schwarzen Glitzerrobe als Graf Dracula gewandet. Seine Darbietung kam auch beim europäischen Publikum an – mit 65 Punkten ersang sich der Opern-Counter unter den 26 Finalisten einen achtbaren 13. Platz. Cezar war nicht der einzige Opernsänger, der in diesem Jahr einen Abstecher zum Eurovision Song Contests gewagt hat. Die Hamburger Sopranistin Mojca Erdmann war dabei allerdings nicht über den deutschen Vorentscheid hinausgekommen und verpasste ihr Ticket nach Malmö. An der Seite von drei Priestern war sie mit einem mittelalterlichen Kirchenlied in lateinischer Sprache an den Start gegangen: „Ave Maris Stella“ war mit modernen Pop-Beats unterlegt worden. Spaß an der Sache dürfte Erdmann dennoch gehabt haben, denn die katholischen Ordensbrüder seien unglaublich lustig gewesen, hätten viel Humor gezeigt und „gern auch mal ein Glas Wein“ getrunken, so die Sopranistin.

AKTUELL

HALLE UND DAS HOCHWASSER

Die Auswirkungen der Fluten des Hochwassers, das im Mai weite Teilen Bayerns, Sachsen und Sachsen-Anhalts Rekordschäden in Milliarden-Höhe angerichtet hat, haben auch die Händel-Festspiele in Halle in die Knie gezwungen: Im Zuge der angespannten Lage entschlossen sich Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff und Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand – „Wir können nicht feiern, wenn wir einen Katastrophenfall haben.“ –, das vom 6. bis 16. Juni stattfinde Festival komplett abzusagen. Während nun vielerorts mit dem Neuaufbau begonnen wird, ist die weitere Zukunft der Händel-Festspiele dadurch bedingt ungewiss: Karten- und Hotelzimmerstornierungen für mehrere zehntausend Besucher aus aller Welt sowie die ausstehenden Künstlergagen und Erstattungen aller bereits erworbenen Eintrittskarten stellen die Stiftung Händel-Haus gegenwärtig vor eine gravierende Belastungsprobe. Die Festspielleitung hofft darauf, dass von einzelnen Forderungen Abstand genommen wird, sowie auch auf Kulanz von Seiten der ebenfalls schwer betroffenen Hotels. Für die Zukunft der traditionsreichen Festspiele, die vor 91 Jahren erstmals ausgetragen worden waren, sind daher Spenden von Herzen willkommen. Eine Spendenbox im Händel-Haus und ein Spendenkonto stehen bereit: Stiftung Händel-Haus, Konto-Nr.: 38 031 92 94, BLZ: 800 537 62, Verwendungszweck: Spende Händel-Festspiele.

NACHRUF

BRUNO BARTOLETTI ist am 10. Juni 2013, einen Tag vor seinem siebenundachtzigsten Geburtstag, in Florenz, dessen Einwohner er sein ganzes Leben lang war, nach mehrwöchigem Krankenhausaufenthalt verstorben. Er war einer der letzten italienischen Maestri, die sich fast ausschließlich der Oper verschrieben hatten. In Sesto Fiorentino geboren, spielte er nach seinem Flötenstudium am Konservatorium von Florenz im Orchester des Theaters, bis er im Jahr 1949 zum stellvertretenden Chefdirigenten ernannt wurde. Es folgten rasch internationale Gastspiele; und im Jahr 1956 begann seine langjährige Verbindung mit der Lyric Opera of Chicago, an die ihn die legendäre Carol Fox in ihrer Eigenschaft als General Manager engagiert hatte und wo er 1964 zunächst mit Pino Donati gemeinsam künstlerischer Direktor wurde, bis er schließlich von 1975 bis 1999 als alleiniger künstlerischer Direktor wirkte, zuletzt unter Ardis Krainik.

Wie kaum ein anderer musikalischer Chef achtete Bartoletti darauf, dass neben ihm Gastdirigenten engagiert wurden, die das Orchester auf andere Arten forderten, was unter anderem wesentlich zur immer größer anwachsenden und stabilen künstlerischen Potenz des Hauses beigetragen hatte. Wer diese goldenen Zeiten der Lyric Opera miterleben konnte, wusste sehr schnell, welch unschätzbare kenntnisreiche und unprätentiöse Arbeit sich hinter der weitsichtigen künstlerischen Leitung verbarg. Für Charlene Zimmermann, erste Klarinettistin des Lyric Opera Orchesters, steht fest: „Ich kann gar nicht sagen, in wie vielen musikalischen Details er uns unterwiesen hat hinsichtlich des Klanges und der Feinheiten, nahezu allem in der Musik. Maestro Bartoletti hatte eine große Anzahl der Orchestermitglieder engagiert. Ich habe das Gefühl, dass seine Engagements das Vermächtnis des Lyric Orchestras sind“.

Oft wollte es zu seiner Zeit scheinen, als stünde der musikalische Chef des Hauses eher im Hintergrund; konnte man ihn dann aber selbst am Pult erleben, entwickelten seine Aufführungen im italienischen Repertoire eine zwingende Kraft und Intensität, die niemals übertrieb. Sein ausgeprägt feines Gespür für die richtige Dosierung dokumentierte sich auch in zahlreichen slawischen Opern, im russischen und französischen Repertoire. In seiner Karriere hat er Uraufführungen von Werken von Luciano Berio, Luigi Dallapiccola, Paul Dessau, Krzysztof Penderecki, Alberto Ginastera und Ildebrando Pizzetti dirigiert. Und auch bei Bartók, Britten oder Berg zeigten sich seine Dirigate in Chicago immer wieder von einer eloquenten Beredtheit, mit der er jeder Vorstellung einen eigenen und im gesamten Business kaum vergleichbaren Interpretationsstempel aufdrückte. Die Kompetenz, die bei aller Zurückhaltung erkennbar wurde, ja gerade durch sie deutlich zu werden schien, war faszinierend und ist in gewisser Weise bis heute einzigartig.

Über viele Jahre leitete Bartoletti zudem den Maggio Musicale Fiorentino und von 1965 bis 1973 auch die römische Oper. Gastspiele führten ihn als Dirigent unter anderem nach London, Buenos Aires, Salzburg, New York, Genf und Paris, seine Diskographie vor allem der Gesamtaufnahmen von Puccinis Opern ist beeindruckend und bleibt Vermächtnis. Die Republik Italien ehrte ihn mit ihrem Großkreuz, der höchsten Auszeichnung, die das Parlament verleihen kann.

ERINNERT AN

DIE COSIMA ÄRA

Auf 12 CDs werden unter dem Titel „The Cosima Era“ Sänger ins Bewusstsein zurückgerufen, die in der Zeit zwischen 1876 bis 1906 den Wagnergesang geprägt haben und zum Teil einen Eindruck vermitteln von dem ganz besonderen Stil, den die „hohe Frau“ in Bayreuth zu jener Zeit besonders geschätzt hatte. Die insgesamt 305 Aufnahmen von 93 Sängern dieser längst vergangenen Epoche sind einzigartige Tondokumente von zum Teil deklamierenden, aber auch „singenden“ Stimmen zweier unterschiedlicher Stilrichtungen. Weniger dem „Cosima-Stil“ sondern mit technisch weitestgehend ausgeglichener Interpretation und strahlendem Tenorglanz kommt dabei heutigen Hörgewohnheiten vor allem der Tenor Ernst Kraus am nächsten, der zudem optisch einem Heldenideal entsprach. Den Parsifal allerdings hatte er in Bayreuth nicht singen dürfen: Dafür hatte ihn Cosima Wagner für „nicht würdig genug“ gehalten.

CDs

WAGNERIANA

DIE INTERESSANTESTEN NEUERSCHEINUNGEN

Die 200.Wiederkehr des Geburtstages von Richard Wagner ist für viele Produzenten Anlass und Inspiration zugleich, sich mit jeder einzelnen Facette von dessen Schaffen auseinanderzusetzen. Entsprechend groß und vielfältig ist Zahl und Art von Veröffentlichungen unterschiedlichster Art zum Thema, von einer DVD-Dokumentation des Wagnernachfahren Yves Pasquier über die Aufenthaltsorte und Inspirationsquellen des Komponisten bis zum Wagner-Quiz im Taschenformat. Ein Wegweiser in „wogender Wagner-Flut“.

SÄNGER-BOXEN

Schon seit einiger Zeit bringt EMI immer wieder Sampler unter dem Motto „The Great EMI Recordings“ in großen CD-Boxen und guter Klangqualität heraus. Von geradezu epischem Umfang ist eine Box mit 20 CDs der britischen Altistin und Mezzosopranistin Janet Baker, die am 21. August ihren 80. Geburtstag feiert. Auf internationalen Bühnen vor allem als Bach- und Händelinterpretin gefeiert, hatte Baker ihre Opernauftritte stets konsequent auf die britischen Inseln beschränkt, wo sie fast jährlich bei den Festivals von Glyndebourne und Edinburg aufgetreten war. Die CDs zeigen die Sängerin daher auch von ihrer bekanntesten Seite: dem barocken Fach und dem französischen und deutschen Kunstlied.

Richard Wagner DER RING DES NIBELUNGEN

DEUTSCHE GRAMMOPHON 028947915607, 14 CDs + 2 DVDs ∙ Autor: B. Kempen ∙ Ausgabe 7-8/2013

Das Gastspiel war nur kurz, doch es hatte es in sich: Im November 2011 dirigierte Christian Thielemann einen Zyklus von Wagners »Ring« an der Wiener Staatsoper. Die vier Abende wurden vom ORF live mitgeschnitten und liegen nun in einer überarbeiteten Fassung bei der Deutschen Grammophon zum Nacherleben vor.

Carl Maria von Weber DER FREISCHÜTZ

LSO LIVE 0726, 2 SACDs ∙ Autor: M. Lehnert ∙ Ausgabe 7-8/2013

Diese Aufnahme ist ein Vermächtnis geworden. Der im April verstorbene Sir Colin Davis hatte am 20. April 2012, ein Jahr vor seinem Tod, Webers »Freischütz« in der Londoner Barbican Hall konzertant aufgeführt.

Richard Wagner DAS LIEBESVERBOT

OEHMS CLASSICS 942, 3 CDs ∙ Autor: M. Wilks ∙ Ausgabe 7-8/2013

Richard Wagners Komödie »Das Liebesverbot« ist eine Keimzelle für die zentralen Themen, die sich leitmotivartig durch sein Schaffen ziehen. Aber selbst wenn dieses Frühwerk stellenweise »Lohengrin« und »Tannhäuser« vorwegnimmt, würde ein unvoreingenommener Hörer es wohl eher einer französischen Variante der Spieloper eines Albert Lortzing zuordnen. Eine CD-Einspielung mit den Kräften der Oper Frankfurt.

Massimo Giordano AMORE E TORMENTO

BMG 53800781, 1 CD ∙ Autor: A Laska ∙ Ausgabe 7-8/2013

Das erste Soloalbum des Tenors bietet mit knapp 50 Minuten einen kleinen, aber bunten Strauß aus Verdi-, Puccini- und Verismo-Arien, wobei auf tenorale Strahlemann-Nummern wie „Nessun dorma“ oder „La donna è mobile“ bewusst verzichtet wurde. Zugleich stellen die ausgewählten Arien überwiegend eine Vorschau auf künftige Rollendebüts des Sängers dar (s. auch Titelinterview in „Das Opernglas“ 6/2013).