AKTUELLES HEFT: Ausgabe 11/2018

Ganz große Oper: Die Pariser Nationaloper zeigte Meyerbeers »Les Huguenots« mit Sopranentdeckung Lisette Oropesa, die Wiener Staatsoper Berlioz‘ »Les Troyens« mit Joyce DiDonato und Brandon Jovanovich, das Theater an der Wien Rossinis »Guillaume Tell«. In Toronto kam die neue Oper »Hadrian« von Rufus Wainwright mit Thomas Hampson in der Titelpartie zur Uraufführung. Zum Saisonstart legten sich aber auch die anderen Opernhäuser ins Zeug: So wagte sich Darmstadt an Olivier Messiaens »Saint François d‘Assise«, Nürnberg stemmte Prokofjews »Krieg und Frieden«, London spielte komplette »Ring«-Zyklen, Wiesbaden »Die Meistersinger von Nürnberg«. An der New Yorker Met wurde die Saison mit einer spektakulären Inszenierung von »Samson et Dalila« eröffnet; Elīna Garanča und Roberto Alagna sangen die Hauptpartien. Königlich ging es in Stockholm zu bei der Verleihung des Birgit Nilsson Preises an Nina Stemme. Ausgezeichnete Sängerentdeckungen gab es bei den internationalen Gesangswettbewerben zu erleben.

Die Interviews: Cecilia Bartoli, die ein ungewöhnliches 30-jähriges Jubiläum feiert, die Sopranistin Marina Rebeka über bevorstehende Rollendebüts, der Komponist Johannes Maria Staud und sein Librettist Durs Grünbein, die eine hochpolitische Uraufführung an der Wiener Staatsoper vorbereiten, und der Regisseur Frederic Wake-Walker, der in Köln »Peter Grimes« inszeniert.

Nachfolgend finden Sie einen ersten Überblick über die wichtigsten Themen dieser Ausgabe. Eine ausführliche Liste bietet das Inhaltsverzeichnis.

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INHALTSVERZEICHNIS

INHALTSVERZEICHNIS

Ausgabe: 11/2018

Das Inhaltsverzeichnis mit allen Themen und Beiträgen
EDITORIAL
AUFFÜHRUNGEN
  • PARIS Les Huguenots (Opéra Bastille)
  • WIEN Les Troyens (Staatsoper) Guillaume Tell (Theater an der Wien)
  • LONDON Der Ring des Nibelungen (Royal Opera House)
  • BERLIN Die tote Stadt (Komische Oper)
  • ZÜRICH Die Gezeichneten
  • HANNOVER Tristan und Isolde
  • DARMSTADT Saint François d’Assise
  • TALLINN La Fanciulla del West
  • LINZ La damnation de Faust (Brucknerhaus)
  • WIESBADEN Die Meistersinger von Nürnberg
  • TORONTO Hadrian
  • DRESDEN Moses und Aron (Semperoper)
  • STUTTGART Lohengrin
  • NÜRNBERG Krieg und Frieden
  • HAMBURG Luisa Miller (Staatsoper)
DAS INTERVIEW
  • CECILIA BARTOLI
DAS PORTRÄT
  • MARINA REBEKA
IM GESPRÄCH
  • DURS GRÜNBEIN / JOHANNES MARIA STAUD
VORGESTELLT
  • FREDERIC WAKE-WALKER
IM BLICKPUNKT
  • GRAND THÉÂTRE DE GENÈVE
REPORT
  • NEW YORK / BRÜSSEL / GRAZ / DETMOLD / GIESSEN
NAMEN UND DATEN
SPECIAL
  • BIRGIT NILSSON PREIS 2018
NACHRUF
  • MONTSERRAT CABALLÉ / INGE BORKH
RUNDBLICK
  • MAGDEBURG Die Walküre
  • KLAGENFURT Rusalka
  • SAARBRÜCKEN La Traviata
  • CHEMNITZ Siegfried
  • NORDHAUSEN Die lustigen Weiber von Windsor
  • HAGEN Simon Boccanegra
  • GIESSEN Mala vita
  • MÜNSTER Madama Butterfly
  • FREIBURG Eugen Onegin
  • OLDENBURG Siegfried
  • REGENSBURG Nabucco
  • LINZ Tristan und Isolde
  • HEIDELBERG Rigoletto
  • ULM Das schlaue Füchslein
FOKUS
  • WETTBEWERBE
SPIELPLÄNE
RARITÄTEN
TV-TIPPS
IMPRESSUM
SPIELPLÄNCHEN
  • Musiktheatertipps für Kinder und Jugendliche
DVDs
  • Franz Lehár DAS LAND DES LÄCHELNS
  • Hector Berlioz BENVENUTO CELLINI
  • Alban Berg WOZZECK
  • Giuseppe Verdi ERNANI
  • Béla Bartók HERZOG BLAUBARTS BURG /
  • Francis Poulenc LA VOIX HUMAINE
CD-NEWS
  • Neue Aufnahmen von Jakub Józef Orliński, Roberto Alagna, Stuart Skelton, Marlis Petersen, Benjamin Bruns, Ian Bostridge u.a.
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EDITORIAL

EDITORIAL

Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 11/2018

Sie ist wahrlich eine Marke, keine Frage. Cecilia Bartoli macht eine Karriere, wie sie mit keiner anderen vergleichbar ist, und hat es als eine der ganz wenigen Opernstars geschafft, auch über die reine Klassikschiene hinaus so bekannt zu werden, dass sich selbst mit dem exotischsten Randrepertoire, von Produzenten üblicherweise eher gemieden, bemerkenswerte Erfolge erzielen lassen. Und das seit nunmehr 30 Jahren: CD-Verkäufe und Streamingquoten, selbst die Saalauslastung entsprechend programmierter Tour-Konzerte erzielen immer wieder erstaunliche Werte dank der Prominenz einer Sängerin, die sich im heiß umkämpften Markt sehr früh, sehr klug eine Nische gesucht hat, in der sie sich mit bemerkenswert treffsicherer Selbsteinschätzung und höchstem Anspruch an sich selbst regelrecht vergräbt, um dann mit teilweise überraschenden musikhistorischen Entdeckungen aus den Archiven zu steigen und ihre Fans ein ums andere Mal mit Musik zu beglücken, die wir alle sonst vermutlich nie gehört hätten. Dass die Sängerin diese mit ihr schon fast sprichwörtlich verbundene Erwartungshaltung hin und wieder mit der einen oder anderen Opernpartie des Standardrepertoires unterläuft, macht als raffiniert getimter Überraschungsmoment einen Gutteil ihres Erfolges aus.
Eine derartige, im positiven Sinne eigensinnige Karriereplanung muss man sich erlauben können. Und drei Jahrzehnte bei ein und derselben produzierenden „Plattenfirma“ (Decca) sind beileibe keine Selbstverständlichkeit. Was nach außen wie eine große, konstante Erfolgsgeschichte wirkt, ist ein durchaus fragiles Konstrukt. Die „Marke-Bartoli“ findet entlang der Eckpfeiler einer Strategie statt; Interviews sind vorzugsweise zu den Veröffentlichungen ihrer Neueinspielungen zu terminieren, andere redaktionelle Ideen, die man bei einer so umtriebig aktiven Künstlerin, die „nebenbei“ auch Leiterin der Salzburger Pfingstfestspiele ist, durchaus haben kann, werden von ihrem Umfeld als weniger förderlich angesehen. Das mag auf den ersten Blick irritieren, wird aber verständlich(er) angesichts der generellen Schwierigkeiten, heute überhaupt noch neue Produkte in größerer Stückzahl auf dem internationalen Markt unter die Leute zu bringen. 
Wen wundert’s da, dass man eine so starke Außenwirkung, wie sie eine „Opernglas“-Titelstory nun einmal hat, am liebsten zielgerichtet genutzt wissen will: passgenau zum nächsten VÖ-Termin von den Neuheiten der jeweiligen Stars, mögen sie Cecilia, Anna oder Jonas heißen. Diese und alle anderen tollen, interessanten Künstler sind aber bei kritischen wie begeisterungsfähigen Opernbesuchern jederzeit ein Thema, das hören wir nicht zuletzt auch immer wieder von Ihnen, liebe Leser. Und großartige Leistungen auf den Bühnen „über das Jahr“ festigen den Ruf eines Sängers ohnehin weit stärker, dauerhafter als jede noch so inflationär lancierte PR. Die nachfolgenden Premierenberichte belegen es mehr als eindrucksvoll – einen wirklich nachhaltigen Erfolg beim Publikum sichern in der Regel vor allem zwei Dinge: Stimme und Persönlichkeit. 
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INTERVIEWS

Das Interview: CECILIA BARTOLI – Perlenhochzeit

Autor: Stefan Mauß · Ausgabe 11/2018

30 erfolgreiche Jahre: Cecilia Bartoli blickt zurück und nach vorn – fröhlich und hochmotiviert wie immer.
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Das Porträt: MARINA REBEKA – Große Pläne

Autor: Thomas Baltensweiler · Ausgabe 11/2018

Die Sopranistin steuert auf spannende Rollendebüts zu und hat gerade eine neue CD mit Ausschnitten aus Belcanto-Opern veröffentlicht.
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Im Gespräch: DURS GRÜNBEIN / JOHANNES MARIA STAUD – Reise in das Herz Europas

Autor: Yeri Han · Ausgabe 11/2018

Im Dezember zeigt die Wiener Staatsoper die Uraufführung der Oper »Die Weiden«, in der Komponist Johannes Maria Staud und Librettist Durs Grünbein deutlich Bezug nehmen zum Rechtsruck in Europa. Ein Gespräch über Entstehungsprozess und Hintergründe dieser überaus politischen Oper.
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Vorgestellt: FREDERIC WAKE-WALKER – Oper als Dialog

Autor: Y. Han · Ausgabe 11/2018

Vor der Kölner Premiere von »Peter Grimes« ein Gespräch mit dem jungen britischen Regisseur.
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AUFFÜHRUNGEN

PARIS Les Huguenots

28. September ∙ Opéra Bastille ∙ Autor: M. Lehnert · Ausgabe 11/2018

Große Oper in stylischem Gewand. Die Pariser Oper zeigte erstmals seit 1936 Meyerbeers »Hugenotten«, eine Oper, die bis dahin immerhin 1118 Vorstellungen am Haus ihrer Uraufführung erlebt hatte. Stimmliches Hightlight: der Auftritt von Lisette Oropesa als Marguerite de Valois.
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WIEN Les Troyens

14. Oktober · Staatsoper · Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 11/2018

Enthusiastisch gefeiert wurde Joyce DiDonato als Dido in der »Troyens«-Premiere der Wiener Staatsoper. Nur einen Tag davor hatte eine andere Grand Opéra im benachbarten Theater an der Wien Premiere: Rossinis »Guillaume Tell« mit John Osborn als Arnold.
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LONDON Der Ring des Nibelungen

24. September – 1. Oktober · Royal Opera House · Autor: M. Lehnert · Ausgabe 11/2018

Regelmäßig ein Anziehungspunkt für internationale Gäste: zyklische Aufführungen von Wagners »Ring«. In London kehrte die bildreiche Inszenierung von Keith Warner noch einmal auf die Bühne zurück, hochkarätig besetzt mit Nina Stemme, Stefan Vinke und John Lundgren.
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DARMSTADT Saint François d‘Assise

9. September ∙ Staatstheater ∙ Autor: J.-M.Wienecke · Ausgabe 11/2018

Musik aus der Inspiration tiefster Frömmigkeit: Olivier Messiaens Oper über den Heiligen Franz von Assisi war bei der Uraufführung 1983 noch auf Kritik gestoßen und zählt heute zu den richtungsweisenden Schöpfungen auf der Opernbühne. Ein gewaltiger Erfolg auch jetzt wieder zur Saisoneröffnung in Darmstadt.
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TALLINN La Fanciulla del West

21. September ∙ Nationaloper · Autor: T. Kliche · Ausgabe 11/2018

Als herausragender Interpret der Partie des Dick Johnson kennt José Cura diese Oper bestens. Nun hat er sie an der Oper von Tallinn nicht nur als Regisseur einstudiert, sondern gleichzeitig Bühnenbild und Beleuchtung gestaltet - und das Werk auch selbst dirigiert.
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BRUCKNERFEST LINZ La damnation de Faust

20. September · Brucknerhaus ∙ Autor: S. Barnstorf · Ausgabe 11/2018

Anton Bruckner war einst extra nach Wien gereist, um Berlioz‘ »Faust«-Version zu erleben. Das Linzer Brucknerfest zeigte jetzt eine konzertante Version unter dem für die „historische Aufführungspraxis“ bekannten Dirigenten François-Xavier Roth.
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TORONTO Hadrian

13. Oktober · Four Seasons Centre ∙ Autor: M. Lehnert · Ausgabe 11/2018

Echte Liebe ist mehr wert als alle Politik und Religion. Dieses Anliegen hat der kanadisch/amerikanische Songwriter, Sänger und Komponist Rufus Wainwright in seine großformatige Oper über den römischen Kaiser Hadrian gegossen, die in Toronto mit prominenter Sängerbesetzung uraufgeführt wurde.
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DRESDEN Moses und Aron

29. September · Semperoper ∙ Autor: U. Ehrensberger · Ausgabe 11/2018

Schlicht, kühl und fast gänzlich gewaltfrei setzte Calixto Bieito Arnold Schönbergs einzige Oper um. Der neue Semperopern-Intendant Peter Theiler konnte mit diesem Auftakt zufrieden sein.
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STUTTGART Lohengrin

29. September · Staatsoper ∙ Autor: J.-M. Wienecke · Ausgabe 11/2018

Sollte das gesangliche Niveau dieser ersten Produktion der neuen Leitung der für die Zukunft angestrebte Standard werden, darf man schon jetzt zum neuen Geist an der Stuttgarter Staatsoper gratulieren. Nicht nur Okka von der Damerau mit ihrem unglaublich starken Potenzial als Ortrud überzeugte.
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NÜRNBERG Krieg und Frieden

30. September · Staatstheater ∙ Autor: U. Ehrensberger · Ausgabe 11/2018

Mehr als vierzig Rollen gibt es in Prokofjews Oper zu besetzen. Alle Mitwirkenden durften sich beim Schlussapplaus über die Begeisterung des Publikums freuen, die beim Erscheinen der neuen Generalmusikdirektorin Joanna Mallwitz ihren Höhepunkt fand.
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MELDUNGEN / INFO

IM BLICKPUNKT

Grand Théâtre de Genève

Noch wird fleißig gearbeitet im prachtvollen Genfer Opernhaus. Für den 12. Februar 2019 ist dann die feierliche Wiedereröffnung mit Wagners »Ring« geplant. Vorfreude und ein bisschen Wehmut schwingt dabei mit in unserem Bericht über die letzten Renovierungsarbeiten am Genfer Vorzeigetheater und eine gelungene »Carmen«-Premiere im Ausweichquartier mit seiner hervorragenden Akustik.

REPORT

Met-Spektakel

Zur Saisoneröffnung brachte die Metropolitan Opera in New York eine spektakuläre Neuproduktion von Camille Saint-Saëns‘ »Samson et Dalila« heraus, die an die Zeiten der berühmten großen „Met-Signature-Produktionen“ von Franco Zeffirelli erinnerte. Die Kostüme in allem arabischen Prunk wirkten dabei in keinem Moment kitschig oder verstaubt, die Bühnenbilder verbanden intelligent passend orientalisch anmutende Stilelemente mit modernem Design, und die große goldene, bespiel- und betanzbare Dragon-Statue im dritten Akt wurde zu Recht mit begeistertem Applaus begrüßt. Gute alte Met-Zeiten? Regie (Darko Tresnjak) und Dirigat (Mark Elder) ließen fast zur Nebensache werden, dass die Solisten zwar berühmt, aber nicht überzeugend waren.

NAMEN UND DATEN

ASMIK GRIGORIAN, die in diesem Sommer eine fulminante Salome bei den Salzburger Festspielen geboten hatte, ist aktuell an der Frankfurter Oper zu Gast, wo sie in einer Neuproduktion von »Iolanta« die Titelpartie singt. Die Premierenserie endet am 1. Dezember. An der Mailänder Scala wird sie im Mai/Juni 2019 die Marietta in einer Neuproduktion der »Toten Stadt« übernehmen. Neben dem Terminkalender der litauischen Sopranistin ausführliche Termine und Infos von Klaus Florian Vogt, Andreas Bauer, Stefan Vinke, Nino Machaidze u.a.

SPECIAL

Birgit Nilsson Preis 2018

Hohe Auszeichnung aus königlicher Hand: Die schwedische Sopranistin Nina Stemme erhielt den Birgit Nilsson Preis 2018 im Rahmen einer feierlichen Gala in Stockholm. Die 1918 geboren Nilsson wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden – ein würdiger Anlass, im „Nilsson-Jahr“ eine weitere schwedische „Hochdramatische“ zu ehren. Der mit einer Million US-Dollar dotierte Preis wurde zum vierten Mal vergeben.

NACHRUF

Die ganze Opernwelt trägt Trauer um die am 6. Oktober in ihrer Heimatstadt Barcelona von Alter von 85 Jahren verstorbene Montserrat Caballé, Spaniens ganzer Sopranstolz des letzten halben Jahrhunderts. Trauer um die große katalanische Sopranistin, die nicht zuletzt aufgrund ihrer persönlichen Aura und Erscheinung so beliebt und umjubelt war.
Montserrat Caballé war am 12. April 1933 in Barcelona geboren worden. Schon als Siebenjährige sang sie Bachkantaten, 1942 begann sie am Liceu in Barcelona bei Eugenia Kemeny zu studieren. 1956 hatte sie ihr erstes Engagement, am Stadttheater Basel, sang die Mimì in »La Bohème«. 1959 folgte das Stadttheater Bremen, danach sprach sie fließend Deutsch, was zur großen Gemeinde gerade ihrer deutschen Fans beitrug. Im Jahr 1965 gelang ihr als kurzfristige Einspringerin als Lucrezia Borgia in der New Yorker Carnegie Hall und mit ihrem Debüt als Marguerite in Gounods »Faust« an der New Yorker Met der internationale Durchbruch.
Über lange Jahre fungierte ihr Bruder Carlos als ihr Manager und hatte auch nach ihrem Rückzug von den großen Partien auf der Opernbühne auf Anhieb mit viel Erfolg und Assistenz seiner Tochter Isabella den „Montserrat Caballé Gesangswettbewerb“ für mehr als eine Dekade zur international wichtigen Einrichtung werden lassen. Das Besondere dabei: die Caballé arbeitete auch nach dem Wettbewerb noch mit den Preisträger(inne)n, blieb in ihrer unkomplizierten Art nahbar, dabei auch stets ein ausgesprochener Familienmensch. Verheiratet war Caballé seit 1964 mit dem Tenor Barnabé Marti, lebte in ihrem Landhaus bei Barcelona und trug stets Sorge dafür, dass jeder genug zu essen bekam, wird kolportiert, vor allem Gemüse. Vielleicht ein Erbe aus der Kindheit: Caballés Eltern hatten in bescheidenen Verhältnissen gelebt, im spanischen Bürgerkrieg hatte die Familie Hunger gelitten, die kleine Montserrat musste als Näherin arbeiten.
Nachdem Caballé 2012 einen Schlaganfall erlitten hatte, war es zuletzt still um sie geworden.
Unter ihren zahlreichen CD-Aufnahmen, Solo-Alben, Zarzuelas, Duetten, Liedern und Arien ragen neben sehr viel bereits gut gelungenem zwei Opern-Gesamteinspielungen besonders heraus: Ein fünfaktiger »Don Carlo« in italienischer Sprache mit Plácido Domingo unter Carlo Maria Giulini und die »Salome« unter Erich Leinsdorf. Sie stecken gleichsam eine Bandbreite ab, die die außergewöhnliche Stimme mit ihrer bronzenen Farbe, der sprichwörtlichen Pianokultur und Legatokunst hatte und haben sie in ihrer besten Disposition eingefangen.
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FOKUS

Ausgezeichnet!

Vielversprechende Talente und große Stars: Bei den internationalen Gesangswettbewerben wetteiferten die begabtesten jungen Sängerinnen und Sänger derart einsatzfreudig und professionell um die begehrten Trophäen, dass die teilweise sehr prominent besetzten Jurys einige erstaunliche Darbietungen zu hören bekamen. Eindrücke aus Bad Mergentheim, München, Budapest und Istanbul.

DVDs

DVDs

Operetten-Schmankerl für daheim: Piotr Beczala singt den Prinzen Sou-Chong in Franz Lehárs »Das Land des Lächelns«, ein Mitschnitt aus dem Opernhaus Zürich. Unterhaltsam auch die viel gelobte Inszenierung von Hector Berlioz‘ »Benvenuto Cellini« durch Terry Gilliam, aufgezeichnet für DVD in Amsterdam und mit John Osborn in der Titelpartie.

CD-NEWS

CD-NEWS

Das Potenzial früh erkannt: Schon im Juni 2016 gab es die erste „Opernglas“-Titelstory, im Herbst 2018 folgte bereits das zweite Interview mit ihm, jetzt stellt Jakub Józef Orliński sein erstes Solo-Album vor: „Anima Sacra“ bestätigt auf eindrucksvolle Weise die Spitzenklasse des polnischen Countertenors. Roberto Alagna und seine Ehefrau Aleksandra Kurzak versuchen sich an Liebesduetten von Puccini, der Heldentenor Stuart Skelton präsentiert Wagner, Marlis Petersen setzt ihre philosophisch-esoterische Entdeckungstour mit dem Album „Anderswelt“ fort, und Jörg Widmanns »Arche«, sein großes zur Eröffnung der Hamburger Elbphilharmonie 2017 komponiertes Oratorium, ist endlich auf CD erhältlich.