AKTUELLES HEFT: Ausgabe 06/2016

Spannendes Musiktheater: Während in Zürich Verdis »Macbeth« mit Markus Brück und Tatiana Serjan als intensives Kammerspiel begeisterte, ließ in der starbesetzten »Tosca« an der Wiener Staatsoper Angela Gheorghiu ihren umjubelten Cavaradossi Jonas Kaufmann auf offener Bühne warten. Die Wiesbadener Maifestspiele punkteten mit Zimmermanns »Soldaten«, die Deutsche Oper am Rhein setzte sich für Rimski-Korsakows »Der goldene Hahn« ein, in Gelsenkirchen konnte man Ponchiellis viel zu selten aufgeführte »Gioconda« erleben. Rares auch in Genf und in Göteborg, wo Charles Gounods »Le médecin malgré lui« und Ambroise Thomasʼ »Hamlet« auf die Bühne gelangten.

Die Interviews: der aufstrebende polnische Countertenor Jakub Józef Orlinski, der derzeit mit Preisen überhäuft wird, Tamara Gura, die sich aktuell auf ihr »Carmen«-Debüt am Staatstheater Darmstadt freut, und Berthold Schneider, der im kommenden Herbst sein Amt als neuer Opernintendant der Wuppertaler Bühnen antritt.

Nachfolgend finden Sie einen ersten Überblick über die wichtigsten Themen dieser Ausgabe. Eine ausführliche Liste aller Inhalte bietet das Inhaltsverzeichnis.

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INHALTSVERZEICHNIS

Inhaltsverzeichnis

AUSGABE 6/2016

Das komplette Inhaltsverzeichnis mit allen Themen
EDITORIAL
AUFFÜHRUNGEN
  • INTERNATIONALE MAIFESTSPIELE WIESBADEN Die Soldaten
  • WIEN Tosca (Staatsoper) Turandot (Staatsoper) Capriccio (Theater an der Wien)
  • GÖTEBORG Hamlet
  • MONTE-CARLO Attila (Salle Garnier)
  • ZÜRICH Macbeth
  • STUTTGART Reigen
  • KAISERSLAUTERN Tristan und Isolde
  • LONDON The Dream of Gerontius (Barbican Hall)
  • GENF Le médecin malgré lui (Opéra des Nations)
  • VALENCIA Idomeneo
DAS INTERVIEW
  • JAKUB JÓZEF ORLINSKI
DAS PORTRÄT
  • TAMARA GURA
IM GESPRÄCH
  • BERTHOLD SCHNEIDER
NAMEN UND DATEN
RUNDBLICK
  • DÜSSELDORF Der goldene Hahn
  • LÜBECK I Capuleti e i Montecchi
  • HANNOVER Der Traumgörge
  • SOLOTHURN Alcina
  • BONN Madama Butterfly
  • ERFURT Macbeth
  • LANDSHUT Tristan und Isolde
  • GELSENKIRCHEN La Gioconda
  • KLAGENFURT I Capuleti e i Montecchi
  • DETMOLD Sogno d’un mattino di primavera
  • HEIDELBERG Der fliegende Holländer
  • AUGSBURG Lady Macbeth von Mzensk
VORSCHAU
SPIELPLÄNE
RARITÄTEN
TV-TIPPS
IMPRESSUM
NACHRUF
DAS SPIELPLÄNCHEN
  • MUSIKTHEATERTIPPS FÜR KINDER UND JUGENDLICHE
DVDs
  • Georg Friedrich Händel ALCINA
  • Georges Bizet CARMEN
  • Charles Gounod FAUST
NEUE CDs
  • Giacomo Meyerbeer DINORAH
  • Claude Debussy THE EDGAR ALLAN POE OPERAS
  • Francis Poulenc LA VOIX HUMAINE
  • Karl Goldmark DIE KÖNIGIN VON SABA
CD-NEWS
  • Neue Aufnahmen von Pumeza Matshikiza, Klaus Florian Vogt, Magdalena Kožená, Anne Schwanewilms u.a.
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EDITORIAL

Editorial

Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 6/2016

Wann beginnt eine Karriere? Und wie kommt sie so richtig, vor allem nachhaltig in Schwung? Ein Patentrezept für den entscheidenden Schub gibt es nicht, dafür ist die Welt des Musiktheaters – glücklicherweise – ein zu breites, vielgestaltiges, sich ständig veränderndes und immer weiter entwickelndes Feld, das schwer berechenbar ist. Überraschungen inklusive.
Einige Muster scheinen dennoch durch: In den Biografien vieler Sängerstars findet sich nicht selten einer jener besonderen Momente, der im Rückblick den entscheidenden Impuls gegeben hatte für die nachfolgende internationale Karriere. Dabei wird leicht einmal übersehen, dass der künstlerische Weg selbstredend weit früher begonnen hatte, mit konstanter, harter Arbeit über viele Jahre, dem einen oder anderen Umweg und so mancher herben Enttäuschung. Die Annalen der Oper sind voll von legendenumrankten, auch schon mal galant den einen oder anderen Karriereknick beschönigenden Ereignissen, sei es die rauschend gefeierte Premiere, ein wichtiges Rollen- oder Hausdebüt, das spektakuläre Einspringen… Auf das Timing kommt es fraglos an; bestens präpariert, versteht sich, sonst nützt die schönste Chance nichts. Aber auch der stete, eher langfristig wirkende Einfluss eines kreativ-konstruktiven Kontakts zu einer besonderen Künstlerpersönlichkeit – zur kollegialen Operndiva, zum väterlich fördernden Maestro, dem umsichtig fordernden Intendanten – kann von unschätzbarem Nutzen für einen jungen, aufstrebenden Künstler sein. Jakub Józef Orlinski, Titelkünstler dieser Ausgabe, dürfte sehr wahrscheinlich zu jenen Sängern gehören, bei denen vor allem die erfolgreiche Teilnahme an einem Wettbewerb die richtungsweisenden Weichen gestellt hat. In seinem Fall sind es derer gleich mehrere: Der polnische Countertenor hat über die vergangenen Monate eine ganze Reihe von vordersten Platzierungen bei internationalen Wettbewerben eingeheimst. Und doch will er trotz zunehmender Nachfrage seine Studien an der Juilliard School in New York, die er nach ersten erfolgreichen Engagements, vor allem in Deutschland (aktuell ist er an einem spannenden Othello-Projekt beteiligt, das an der Oper Leipzig im Juni und Juli noch zweimal zu erleben ist), bewusst noch angefügt hat, in Ruhe zu Ende bringen, bevor er all die verlockenden Angebote annimmt, die ihn jetzt erreichen. Eine durchaus kluge, vorbildliche Zurückhaltung, die er, wie wir aus zahlreichen anderen Gesprächen wissen, mit so manchem seiner hochtalentierten Kollegen, die derzeit so erfreulich zahlreich von den Hochschulen und aus den Opernstudios auf die Bühnen streben, teilt. Junge, vielversprechende Karrieren zu verfolgen und sie medial zu begleiten, ist eine der schönsten Komponenten, die unser Beruf zu bieten hat, und ich weiß, dass dies auch die meisten Operndirektoren, Kapellmeister und Künstleragenten so empfinden. Das kann im besten Fall ein jahrzehntelanges Vergnügen sein. Wir alle zusammen haben dabei auch eine besondere Verantwortung, die ernst zu nehmen mir in unserer Redaktionsarbeit immer ein großes Anliegen ist. „Das Opernglas“ ist ja stets sehr früh dabei, wenn es um die Entdeckung aufstrebender Talente geht. Es freut uns jedes Mal, wenn die vorgestellten Namen oft schon kurze Zeit später in den Besetzungslisten der großen Bühnen auftauchen. Am Ende aber entscheiden die Sänger selbst, wohin ihre Reise gehen wird – und Sie, liebe Leser, ob Sie diesen Weg mitgehen wollen. Und wenn wir Ihnen Monat für Monat aufs Neue das Spannendste, Relevanteste, mitunter Überraschendste aus der Welt der Oper zu einer interessanten, abwechslungsreichen Lektüre zusammenstellen, wird immer wieder deutlich, dass man Vorhersagen in der Regel ohnehin nicht treffen kann, weder für eine Karriere noch für den Verlauf einer abendlichen Vorstellung – das wissen Sie als erfahrene Operngänger selbst am besten. Und unsere Autoren können da wahrlich von den erstaunlichsten Dingen berichten, in dieser Ausgabe unter anderem von einem von seiner berühmten Kollegin auf offener Bühne allein gelassenen Startenor…
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INTERVIEWS

Das Interview: JAKUB JÓZEF ORLINSKI – Auf dem Sprung

Autor: Yeri Han· Ausgabe 6/2016

Der junge polnische Countertenor wird derzeit mit Preisen überhäuft, auch die Angebote summieren sich. Im Interview verrät er, warum er dennoch ein weiteres Jahr studieren möchte und wie gut seine zweite Leidenschaft zur Oper passt.
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Das Porträt: TAMARA GURA – Zeit für Carmen

Autor: Dr. Thomas Baltensweiler · Ausgabe 6/2016

Die amerikanische Mezzosopranistin freut sich aktuell auf ihr »Carmen«-Debüt am Staatstheater Darmstadt. Nach lehrreichen Jahren im Ensemble blickt sie einer immer mehr an Fahrt aufnehmenden Karriere und neuen Wunschpartien entgegen.
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Im Gespräch: BERTHOLD SCHNEIDER – Neustart in Wuppertal

Autor: Dr. Andreas Laska· Ausgabe 6/2016

Im kommenden Herbst beginnt seine erste Spielzeit als Opernintendant der Wuppertaler Bühnen. Im ausführlichen Gespräch erläutert der zukünftige Leiter, der wieder fest auf ein hauseigenes Ensemble baut, seine Pläne.
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AUFFÜHRUNGEN

INTERNATIONALE MAIFESTSPIELE WIESBADEN Die Soldaten

30. April · Autor: L.-E. Gerth · Ausgabe 6/2016

Mit durchweg erfreulich gut besetzten Partien und einer überzeugenden orchestralen Leistung geriet die Eröffnungspremiere von Bernd Alois Zimmermanns »Die Soldaten« bei den diesjährigen Internationalen Maifestspiele zu einem großen Erfolg.
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WIEN Tosca

16. April · Staatsoper · Autor: U. Ehrensberger · Ausgabe 6/2016

Staraufgebot für Puccinis Operndrama: Die »Tosca« mit Angela Gheorghiu, Jonas Kaufmann und Bryn Terfel dürfte dem Publikum nicht nur wegen ihrer Qualitäten in Erinnerung bleiben, sondern auch wegen einer unerwarteten Unterbrechung. Neben dem Repertoireklassiker zeigte die Staatsoper im April auch eine Neuinszenierung von »Turandot«, während das Theater an der Wien seinen Richard-Strauss-Zyklus mit »Capriccio« fortsetzte.
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GÖTEBORG Hamlet

9. April · Autor: S. Martens · Ausgabe 6/2016

Die Welt feiert das Wirken von William Shakespeare. Anlässlich seines diesjährigen 400. Todestages († 3. Mai 1616) wollte es sich die Oper Göteborg nicht nehmen lassen, mit einer beachtlichen Neuinszenierung von Ambroise Thomas’ »Hamlet« in den Reigen der Gratulanten einzusteigen.
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ZÜRICH Macbeth

3. April · Autor: Th. Baltensweiler · Ausgabe 6/2016

Regisseur Barrie Kosky brachte Verdis düstere Oper in einer starken Neudeutung auf die Bühne. Tatiana Serjan und Markus Brück gaben das machthungrige Ehepaar, am Pult stand Teodor Currentzis.
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STUTTGART Reigen

24. April · Autor: J.-M. Wienecke · Ausgabe 6/2016

Philippe Boesmans 1993 in Brüssel uraufgeführte Oper »Reigen« erlebte in Stuttgart eine eindrucksvolle Neuinszenierung. Für Generalmusikdirektor Sylvain Cambreling schloss sich damit ein Kreis: Er hatte das Werk nach dem Bühnenstück von Arthur Schnitzler bereits bei der Uraufführung dirigiert.
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KAISERSLAUTERN Tristan und Isolde

9. April· Autor: J.-M. Wienecke · Ausgabe 6/2016

Exzellente Sängerbesetzungen vermochten gleich zwei »Tristan«-Premieren zu einem Erlebnis werden zu lassen: Jubel sowohl am Pfalztheater Kaiserslautern als auch am Theater Landshut.
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LONDON The Dream of Gerontius

24. März · Barbican Hall · Autor: M. Lehnert · Ausgabe 6/2016

Edward Elgars Oratorium für gemischten Chor, großes romantisches Orchester und drei Solisten gehört zu den erlesensten Kompositionen der gesamten Literatur. In London konnte das Publikum unter der musikalischen Leitung von Mark Elder eine Sternstunde nicht nur in der Aufführungsgeschichte des Werks erleben.
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GENF Le médecin malgré lui

8. März · Opéra de Nations· Autor: M. Fiedler · Ausgabe 6/2016

Das Genfer Opernhaus wird zweieinhalb Jahre lang renoviert. Gespielt wird nun in einer der Comédie française abgekauften Interimsspielstätte im UNO-Quartier, wo das Publikum mit Charles Gounods Frühwerk »Le médecin malgré lui« Bekanntschaft machen konnte.
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VALENCIA Idomeneo

24. April · Autor: S. Barnstorf · Ausgabe 6/2016

Valencias neuer Intendant Davide Livermore persönlich hat Mozarts große Oper frisch und modern neu in Szene gesetzt.
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DÜSSELDORF Der goldene Hahn

27. April · Autor: H. Walter · Ausgabe 6/2016

Ein grotesker Deal zwischen einem Astrologen, einem mächtigen König und einer liebeskundigen Orientalin, der mit den unberechenbaren Manövern eines goldenen Hahns kollidiert: In Düsseldorf fand man starke Bilder für Nikolai Rimski-Korsakows satirische Oper.
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MELDUNGEN / INFO

NAMEN UND DATEN

KARAN ARMSTRONG und RENÉ KOLLO sind unter die Schauspieler gegangen. Zusammen mit ihren Sängerkollegen Ute Walther und Victor von Halem spielen beide am Berliner Renaissance-Theater das Theaterstück „Quartetto“ von Ronald Harwood. Darin verbringen einstmals umjubelte, alternde Stars ihren Lebensabend in einer Seniorenresidenz für betagte Künstler, pflegen ihre liebenswürdigen Marotten und schwelgen in Erinnerungen an glanzvolle Karrieren. Die Geschichte gipfelt in einem gemeinsamen Auftritt anlässlich der jährlichen Geburtstagsgala zu Ehren Giuseppe Verdis. Das Stück, das Dustin Hoffmann 2012 unter anderem mit Maggie Smith,Tom Courtenay und Gwyneth Jones verfilmt hat, feiert am 22. Juni 2016 in Berlin Premiere, Folgevorstellungen am 24., 25., 26., 28.6. Weitere Infos und Auftrittsdaten von Jonas Kaufmann, Sonya Yoncheva, Joseph Calleja, Zubin Mehta, Marina Rebeka, George Gagnidze, Luca Pisaroni und vielen mehr.

VORSCHAU

Moderne Oper in Hamburg: Peter Eötvös dirigiert in der kommenden Spielzeit die szenische Uraufführung seines Einakters »Senza Sangue«. Eröffnet wird die Staatsopern-Saison mit Mozarts populärer »Zauberflöte« in der Regie von Jette Steckel, außerdem gibt es eine neue »Lulu« mit Barbara Hanniga in der Titelpartie. Das detaillierte Programm sowie Ausblicke auf die Saison 2016/17 der Deutschen Oper am Rhein, der Staatsoper Hannover, der Opera Vlaanderen, der Wexford Festival Opera u.a.

CDs

NEUE CDs

»Dinorah ou Le Pardon de Ploërmel« ist eine der letzten und reifsten Opern Giacomo Meyerbeers. In einer großartigen musikalischen Neubefragung, u.a. mit Enrique Mazzola als Dirigent und Patrizia Ciofi als Titelheldin, hatte sie im Herbst 2014 als Auftakt eines Meyerbeer-Zyklus der Deutschen Oper Berlin eine sensationelle konzertante Aufführung erlebt. Neu auf CD ist auch der Mitschnitt von Karl Goldmarks »Die Königin von Saba« aus dem Theater Freiburg.

CD-NEWS

Mit einem Arienalbum präsentiert sich Pumeza Matshikiza in bester stimmlicher Verfassung und überrascht zudem mit einem selten derart schön und inbrünstig gesungenen „La Paloma“. Weitere CD-Neuheiten gibt es von Magdalena Kožená, Anne Schwanewilms, Sophie Karthäuser, Maya Boog u.a. Valentina Farcas, Klaus Florian Vogt und Michael Volle haben Orchesterlieder von Walter Braunfels aufgenommen, Frederica von Stade ist mit den kompletten Columbia Recital-Alben auf 18 CDs vertreten.

DVDs

DVDs

Katie Mitchells 2015 für das Festival in Aix-en-Provence erarbeitete Produktion von Händels »Alcina« mit Patricia Petibon, Philippe Jaroussky und Anna Prohaska gibt es nun auch für den heimischen Genuss. Ebenfalls neu auf DVD: Christine Rice und Bryan Hymel in »Carmen« aus dem Royal Opera House in London sowie Gounods »Faust« mit Charles Castronovo, Irina Lungu und Ildar Abdrazakov aus Turin.