AKTUELLES HEFT: Ausgabe 10/2020

Saisonstart an der Wiener Staatsoper mit drei großen Opern in Starbesetzung von Asmik Grigorian bis Plácido Domingo. Festspiel-Ende in Verona mit Vittorio Grigolo und Sonya Yoncheva, und in Bayreuth startete im Markgräflichen Opernhaus furios ein neues Barockfestival. Weniger opulent fiel der Start an der Staatsoper Hamburg aus: statt der Premiere von »Boris Godunow« inszenierte Frank Castorf ein Pasticcio aus klein besetzten Musikstücken. Das Musikfest Weimar punktete mit einer Produktion von La Fura dels Baus, und bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik stellte die fulminante Aufführung von Paërs »Leonora« den nur ein Jahr später entstandenen »Fidelio« von Beethoven in den Schatten. In Wiesbaden lud man zu einer Doppelpremiere nach Beaumarchais: Rossinis »Barbier« und Mozarts »Figaro« mit zwei gegensätzlichen Regiekonzepten, was Abstandsregeln anbelangte. Nicht abhalten ließ sich Riccardo Muti davon, in Ravenna seine Opernakademie abzuhalten. Thema: Italianità.

Die Interviews: die Schweizer Sopranistin Regula Mühlemann, die ins neue Mozart-Ensemble an die Wiener Staatsoper geht, der chinesische Tenor Long Long, der auf seine ausschließlich in China erhaltene Ausbildung stolz ist, die Sopranistin Sonya Yoncheva, die ein Projekt zur Unterstützung von Künstlern in der Corona-Krise angestoßen hat und der junge Venezolanische Counter Samuel Mariño – eine besondere Stimme.

Nachfolgend finden Sie einen ersten Überblick über die wichtigsten Themen dieser Ausgabe. Eine ausführliche Übersicht bietet das Inhaltsverzeichnis.

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INHALTSVERZEICHNIS

INHALTSVERZEICHNIS

Ausgabe: 10/2020

Das Inhaltsverzeichnis mit allen Themen und Beiträgen
EDITORIAL
AUFFÜHRUNGEN
  • WIEN Elektra / Simon Boccanegra / Madama Butterfly (Staatsoper)
  • MÜNCHEN 7 Deaths of Maria Callas (Nationaltheater) Mignon (Cuvilliés-Theater)
  • HAMBURG molto agitato Märchen im Grand Hotel
  • SAARBRÜCKEN Il Trovatore
  • WUPPERTAL Die Zauberflöte
  • WIESBADEN Il barbiere di Siviglia / Le Nozze di Figaro
  • GELSENKIRCHEN Frau Luna
  • DORTMUND Die Entführung aus dem Serail
IM GESPRÄCH
  • REGULA MÜHLEMANN
VORGESTELLT
  • LONG LONG
DAS INTERVIEW
  • SONYA YONCHEVA
DIE BESONDERE STIMME
  • SAMUEL MARIÑO
EINE IKONE
  • RUTH BADER GINSBURG
NAMEN UND DATEN
IM BLICKPUNKT
  • OPER UND ITALIANITÀ – RICCARDO MUTI PROBT IN RAVENNA
FESTSPIELE
  • ARENA DI VERONA
    Plácido Domingo per l’Arena / Opera e Passione in Arena
  • BAYREUTH BAROQUE OPERA FESTIVAL
    Carlo il Calvo (Markgräfliches Opernhaus)
  • INNSBRUCKER FESTWOCHEN DER ALTEN MUSIK
    Leonora (Tiroler Landestheater)
    L’empio punito (Haus der Musik)
  • WEINVIERTLER FESTSPIELE
    Der fliegende Holländer / Tristan und Isolde (Amfiteatr Mikulov)
  • ROSSINI MINI FESTIVAL BAD WILDBAD L’isola disabitata
SPECIAL
  • Kunstfest Weimar
NACHRUFE
SPIELPLÄNE
STREAMING TIPPS / TV-TIPPS
IMPRESSUM
DVD / BLURAY
  • Giuseppe Verdi SIMON BOCCANEGRA
  • Thomas Larcher DAS JAGDGEWEHR
AUDIO / GESAMT
  • Giovanni Batista Bononcini POLIFEMO
  • Stanislav Moniuszko PARIA
  • Jules Massenet THAÏS
  • Luigi Dallapiccola IL PRIGIONIERO
  • Hans Werner Henze DER PRINZ VON HOMBURG
  • Georg Friedrich Händel RINALDO
AUDIO / SOLO
  • Margriet Buchberger WITCHES, QUEENS & HEROINES
  • Regula Mühlemann MOZART ARIAS II
  • Jonas Kaufmann SELIGE STUNDE
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EDITORIAL

EDITORIAL

Autor: Y. Han · Ausgabe 10/2020

Die Spielzeit ist eröffnet. Viele von uns haben mit Spannung und Vorfreude dessen geharrt, was die Opernhäuser hierzulande sich haben einfallen lassen, um den Spielbetrieb wieder aufnehmen zu können, und dank der großen Häuserdichte, die der deutschsprachige Raum aufweist, bietet sich aktuell ein recht interessanter Flächenvergleich, wie mit der Lage umgegangen und mit welchen Konzepten ihr begegnet wird. Die einen setzen vorrangig auf die Einhaltung von Abstandsregeln im Orchestergraben wie auf der Bühne, die anderen auf konsequentes Testen in hoher Frequenz, um volle Besetzungen und ein „normales“ Bühnengeschehen zu gewährleisten. Dabei sollte nicht in Vergessenheit geraten, dass zahlreiche, vorrangig kleinere Bühnen bisher „nur“ ihre modifizierten Programme bis Herbst veröffentlicht haben und mit der weiteren Gestaltung ihrer Spielpläne notgedrungen warten, bis die Lage ihnen die entsprechende Planungssicherheit gewährt. 
Was stets deutlich wird, ist der Mammut-Akt, den die Rückkehr zum Spielbetrieb bedeutet – das zeigt sich im Bemühen um die Sicherheit aller Beteiligten und natürlich auch der Zuschauer, die sich im Saal gut aufgehoben fühlen sollen; es wird deutlich in der Anspannung, die man der Szene nach wie vor anmerkt, aber auch in der Dankbarkeit und Freude, die ohne Worte im Anschluss an eine Aufführung zwischen Bühne und Auditorium hin- und herfließt. Es ist sicherlich eine berechtigte, aber zu einem gewissen Grad auch müßige Frage, was in dieser Zeit der optimale Weg ist, Musik auf die Bühne zu bringen – es gibt ihn schlicht und ergreifend nicht. „Operndestillate“, wie einer unserer Autoren es so treffend formuliert, verblassen zwar ohne Frage gegen die Pracht eines ungebremsten Strauss-Klangs, in dessen Genuss das Publikum der Wiener Staatsoper zur Saisoneröffnung kam, und es ist eine völlig legitime Entscheidung, wenn man Werke aus Prinzip nicht „um jeden Preis“ zur Aufführung bringen will und dafür gänzlich umdisponiert, weil man „Destillate“ nicht mit seiner künstlerischen Vision vereinbaren kann. Die wichtige Botschaft ist „Wir sind da. Es gibt uns nach wie vor“, wie Sonya Yoncheva es im großen Interview in dieser Ausgabe auf den Punkt bringt. 
Auch die anderen drei Porträts im Oktober sind ein interessanter Spiegel der Zeit – wir haben mit Titelkünstlerin Regula Mühlemann, dem jungen Countertenor Samuel Mariño und dem mit internationalen Preisen überhäuften chinesischen Tenor Long Long einen Fokus auf drei junge aufstrebende Sänger gelegt, die aus den unterschiedlichsten persönlichen Blickwinkeln (und Stimmlagen!) einerseits über ihren steil aufwärts führenden Karriereweg sprechen, andererseits aber auch zu den Rückschlägen und unverhofften Chancen der vergangenen Monate etwas zu sagen haben. 
Ich hoffe, dass diese Ausgabe auch Ihnen, liebe Leser, einen interessanten und vielseitigen Überblick über das aktuelle Bühnen- und Operngeschehen gibt – in Zeiten, in denen man sich das Herumreisen gründlicher als sonst überlegt, würde ich mich freuen, wenn „Das Opernglas“ Ihnen vielleicht sogar ein noch aufschlussreicherer Begleiter als in anderen Zeiten sein kann.
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INTERVIEWS

Im Gespräch: REGULA MÜHLEMANN – Angekommen

Autor: Th. Baltensweiler · Ausgabe 10/2020

Die Schweizer Sopranistin legt ein zweites Mozart-Recital vor und wird Mitglied des wiederbelebten Mozart-Ensembles der Wiener Staatsoper. Reichlich Stoff für ein Gespräch.
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Vorgestellt: LONG LONG – Der „Abräumer“

Autor: S. Mauß · Ausgabe 10/2020

Der chinesische Tenor ist Gewinner zahlloser renommierter Gesangswettbewerbe, und ihm gelang der Sprung direkt aus China auf die Bühne eines der größten Opernhäuser der Welt, der Bayerischen Staatsoper. Aktuell probt er für seine erste „nach Corona“-Premiere in Hannover.
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Das Interview: SONYA YONCHEVA – Wir müssen vereint bleiben

Autor: Y. Han · Ausgabe 10/2020

Manch ein Sänger mit berühmtem Namen ist so privilegiert, dass er schon wieder Gelegenheit hatte, vor größerem Publikum aufzutreten. Sony Yoncheva gehört dazu. Gerade deshalb hat sie an der Seite der Firma Rolex ein Programm zur Unterstützung ihrer Kollegen angestoßen.
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Die besondere Stimme: SAMUEL MARIÑO – Ich bin ein Glücklicher

Autor: M. Schabel · Ausgabe 10/2020

Mit Charme und einer fantastischen Sopranstimme verzaubert Samuel Mariño aus Venezuela die Menschen. Eine große Karriere scheint sich anzubahnen.
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AUFFÜHRUNGEN

WIEN Madama Butterfly / Elektra / Simon Boccanegra

8.-10. September ∙ Staatsoper ∙ Autor: Th. Rauchenwald · Ausgabe 10/2020

Start in die neue Saison und eine neue Intendant mit älteren Erfolgsproduktionen: In der »Madama Butterfly« - von der Met - sang Asmik Grigorian die Titelpartie, die Harry-Kupfer-Inszenierung von »Elektra« (1989) wurde auf die Staatsopernbühne zurückgeholt, und Plácido Domingo sang noch einmal den Simon Boccanegra in der Inszenierung von Peter Stein.
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MÜNCHEN 7 Deaths of Maria Callas

3. September · Nationaltheater · Autor: M. Schabel · Ausgabe 10/2020

Performance-Künstlerin Marina Abramović stirbt sieben Mal einen Diven-Tod. Ein Opernerlebnis? Am selben Abend im Cuvilliés-Theater wieder zu entdecken: »Mignon« von Ambroise Thomas in einer Studioproduktion der Staatsoper.
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HAMBURG molto agitato

5. September ∙ Staatsoper · Autor: Y. Han · Ausgabe 10/2020

Statt »Boris Godunow« inszenierte Frank Castorf eine eigenwillige Musikauswahl, die der tiefen Sehnsucht nach Live-Oper nach Monaten der Stille nur bedingt gerecht wurde. Ein trotzdem in die Zeit passendes Event?
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ARENA DI VERONA Opera e passione

29. August ∙ Arena · Autor: J. Bartels · Ausgabe 10/2020

Große Leidenschaft zum Schluss: Am letzten Abend einer außergewöhnlichen Saison durfte ein weit im Arena-Rund verteiltes Publikum in Emotionen baden, wenn Vittorio Grigolo und Sonya Yoncheva unter anderem mitreißende Duett-Szenen aus »Romeo et Juliette« und »Manon« interpretierten.
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BAYREUTH BAROQUE OPERA FESTIVAL Carlo il Calvo

5. September ∙ Markgräfliches Opernhaus ∙ Autor: M. Schabel · Ausgabe 10/2020

Furioser Start des neuen Barock-Festivals in Bayreuth. Max Emanuel Cencic als Lottario und Franco Fagioli als sein Sohn gaben sich neben anderen Stars der Szene ein Stelldichein in dieser unterhaltsamen Oper von Nicola Antonio Porpora.
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INNSBRUCKER FESTWOCHEN DER ALTEN MUSIK Leonora

9. August · Tiroler Landestheater · Autor: W. Kutzschbach · Ausgabe 10/2020

Obwohl das 1804 in Dresden uraufgeführte Werk von Ferdinando Paër nicht in die Kernkompetenz der „Alten Musik“ fällt, zum Beethoven-Jahr kam dem Intendanten Alessandro De Marchi diese nur ein Jahr vor Ludwig van Beethovens »Fidelio« entstandene Oper gerade recht.
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WEINVIERTLER FESTSPIELE Der fliegende Holländer / Tristan und Isolde

14. /15. August ∙ Amfiteatr Mikulov (Nikolsburg) · Autor: S. Burianek · Ausgabe 10/2020

Gelungen changierende Bilder des Künstlers Siegwulf Turek prägten die Optik der Wagner-Aufführungen im tschechischen Mikulov. Martina Serafin überzeugte als Isolde bei der ersten Ausgabe dieser „Weinviertler Festspiele“, die auch sonst bekannte Namen versammeln konnte.
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SPECIALS / INFO

OPER UND ITALIANITÀ – RICCARDO MUTI PROBT IN RAVENNA

Keine Absage - selbst wenn das bedeutet, dass die versprengten Orchestermitglieder ganz am Ende der riesigen Bühne weit verteilt sitzen, um die Abstandsregeln einzuhalten. So wie in den fünf vorangegangenen Jahren bestellte Riccardo Muti seine Italienische Opernakademie zu einem zweiwöchigen Workshop ein in Ravennas Teatro Alighieri.

KUNSTFEST WEIMAR - NEUE FORMATE GEWAGT

Sieben Kurzopern von jeweils 10 Minuten Länge, »Wegwerfopern« über die Stadt verteilt etwa oder ein Projekt der Theatergruppe „Novoflot“, die mit modernsten Mitteln eine satirisch-kabarettistische Opernform produziert, aber auch die grandiose Bauernkantate von Johann Sebastian Bach als bildgewaltige Tanzpantomime mit Flamencogesang von der Theatergruppe »La Fura dels Baus« in Szene gesetzt.

NAMEN UND DATEN

Olga Peretyatko singt die Leïla in den »Perlenfischern« an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin ab dem 15. Oktober. Ebenfalls an der Lindenoper folgt für sie ab 15. Januar 2021 die Elettra in »Idomeneo«. Weitere Termine und Infos zu Ludovic Tézier, Christian Gerhaher, Carlos Álvarez, Jonas Kaufmann, Piotr Beczala und vielen anderen mehr.

DVD / BLURAY

FESTSPIELE LIVE

Politisches Familiendrama von den Salzburger Festspielen 2019: »Simon Boccanegra« mit Luca Salsi, Marina Rebeka und Charles Castronovo und eine Uraufführung von den Bregenzer Festspielen 2018: Thomas Larchers Oper »Das Jagdgewehr«.

AUDIO

AUDIO / GESAMT

Faszinierend geraten: eine neue Aufnahme von Jules Massenets »Thaïs« mit Erin Wall in der Titelpartie. Von Georg Friedrich Händel gibt es einen neuen »Rinaldo«, ebenso eine Neueinspielung des »Polifemo« von Giovanni Battista Bononcini, der einst die Gunst der Gattin von Friedrich dem Großen in Berlin genoss. Eine Live-Aufnahme von 2019 aus Warschau ist »Paria«, eine Oper von Stanislav Moniuszko.

AUDIO / SOLO

Schöne Stimmen - Neue Aufnahmen von Jonas Kaufmann, Margriet Buchberger und Regula Mühlemann.