ePAPER Ausgabe 12/2017

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Primadonnenpower für Cileas »Adriana Lecouvreur«: An der Wiener Staatsoper begeisterte Anna Netrebko, in Palermo Angela Gheorghiu das Publikum in der Titelpartie. Im historischen Prager Ständetheater dirigierte Plácido Domingo »Don Giovanni« als Galavorstellung und gratulierte damit der Mozart-Oper auf den Tag genau zum 230. Geburtstag. In Athen wirkte Agnes Baltsa als Klytämnestra in der ersten Premiere im neuen Opernhaus mit, die Bayerische Staatsoper in München präsentierte eine Neuinszenierung von »Le Nozze di Figaro« mit Alex Esposito als Figaro und Christian Gerhaher als Grafen, Düsseldorf brachte mit Bo Skovhus und Camilla Nylund einen neuen »Wozzeck« auf die Bühne. Außerdem feierte das Münchner Gärtnerplatztheater seine festliche Wiedereröffnung.

Die Interviews: Die Berliner Mezzosopranistin Nadine Weissmann, Ludovic Tézier und Dirigent Marek Janowski.

Nachfolgend finden Sie einen ersten Überblick über die wichtigsten Themen dieser Ausgabe. Eine ausführliche Liste aller Inhalte bietet das Inhaltsverzeichnis.

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INHALTSVERZEICHNIS

INHALTSVERZEICHNIS

Ausgabe: 12/2017

Das komplette Inhaltsverzeichnis mit allen Themen
EDITORIAL
AUFFÜHRUNGEN
  • KARLSRUHE Götterdämmerung
  • MAILAND Der Freischütz (Teatro alla Scala)
  • PALERMO Adriana Lecouvreur
  • PRAG Don Giovanni (Ständetheater)
  • STUTTGART Hänsel und Gretel
  • DÜSSELDORF Wozzeck
  • BERLIN Pelléas et Mélisande (Komische Oper) L’invisible (Deutsche Oper)
  • GENF Fantasio (Opéra des Nations)
  • DRESDEN Götterdämmerung
  • MÜNCHEN Le Nozze di Figaro (Nationaltheater)
  • WIEN Wozzeck (Theater an der Wien) Die Räuber (Volksoper) Adriana Lecouvreur (Staatsoper)
DAS INTERVIEW
  • NADINE WEISSMANN
DAS PORTRÄT
  • LUDOVIC TÉZIER
IM GESPRACH
  • MAREK JANOWSKI
RUNDBLICK
  • WIEDERERÖFFNUNG AM GÄRTNERPLATZ
REPORT
  • LIÈGE / SALZBURG / BADEN / HAMBURG
FOKUS ATHEN
  • DAS NEUE DOMIZIL DER GRIECHISCHEN NATIONALOPER
NAMEN UND DATEN
RUNDBLICK
  • MANNHEIM Norma
  • ESSEN Die verkaufte Braut
  • NÜRNBERG Les Troyens
  • GIESSEN Ein Herbstmanöver
  • SCHWERIN Otello
  • LÜBECK Der ferne Klang
  • DORTMUND Arabella
  • WIESBADEN Schönerland
  • MAGDEBURG Aida
  • MÜNSTER Don Carlo. Ein Requiem
  • GELSENKIRCHEN Mathis der Maler
  • FREIBERG Die verkaufte Braut
  • BIELEFELD Otello
  • ST. GALLEN La Bohème
  • BONN Penthesilea
  • REGENSBURG Der fliegende Holländer
LESERBRIEFE
VORSCHAU
SPIELPLÄNE
RARITÄTEN
TV-TIPPS
IMPRESSUM
DAS SPIELPLÄNCHEN
  • MUSIKTHEATERTIPPS FÜR KINDER UND JUGENDLICHE
NACHRUF
MELDUNGEN
BÜCHER
CD-SPECIAL
  • MUSIK ZUM FEST
CD-NEWS
  • GABENTISCH DER STARS
  • Neue Solo-CDs von Angela Gheorghiu, Juan Diego Flórez, Pretty Yende, Marlis Petersen, Anna Netrebko, Thoma Hampson, Lena Belkina u.a.
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EDITORIAL

EDITORIAL

Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 12/2017

Glanz und Elend, Burleske und Drama, Komödie und Tragödie: Wie eng liegen die Extreme doch immer wieder beieinander – auf, vor und hinter der Bühne. Gerade das Musiktheater zieht ein Gutteil seiner Wirksamkeit aus diesem Spannungsfeld, von Librettisten clever erdacht, von Komponisten dankbar aufgegriffen und mit den raffiniertesten Mitteln genüsslich ausgekostet. Die ganze, große Gefühlspalette eben, die uns als Zuschauer so begeistert und zuweilen, ganz individuell, besonders intensiv trifft. Da hat sicher jeder von Ihnen, liebe Leser, seine eigenen Erfahrungen. In manchen Werken sind die emotionalen Fallhöhen so schwindelerregend, die musiktheatralischen Effekte so treffsicher gesetzt, dass sie auch nach x-fachem Hören und in jedweder Stimmung ihre Wirkung nicht verfehlen – erst recht, wenn in diesen Momenten, vorzugsweise live, eine außerordentliche künstlerische Leistung hinzutritt. Wie gern lassen wir uns dann von all dem, was da von der Bühne kommt, immer wieder neu bewegen, mitreißen, anregen zum Mitfühlen und Nachdenken.
Die Künstler legen dafür in jeder Vorstellung aufs Neue ihr ganzes Herzblut in die Darbietung und werden am Ende im besten Fall mit jener Anerkennung ausgiebig belohnt, die sie verdienen und die sie sich vermutlich insgeheim immer ersehnen – ohne ihrer je vorab gewiss sein zu können. Von all der harten Arbeit im Vorfeld und der nicht selten brutal unmittelbaren Rückkehr in den Alltag ganz zu schweigen. Viele Sänger berichten uns immer wieder, wie wenig glamourös ihr Leben doch eigentlich ist, wie entbehrungsreich der Weg, wie beschwerlich und zuweilen mit einiger Überwindung verbunden das Aufstehen und Weitermachen nach Rückschlägen. Und dennoch gibt es immer wieder viele junge, oft aufregend talentierte Sängerinnen und Sänger, die diesen Weg aller Mühen und Widrigkeiten zum Trotz voller Begeisterung gehen mögen. Unsere aktuelle Titelkünstlerin Nadine Weissmann bezeichnet ihren Beruf sogar als den „schönsten der Welt“. Die unbedingte Einsatzbereitschaft und vollkommene Hingabe, mit der all diese Künstler Abend für Abend das Gesamtkunstwerk Oper zum Leben erwecken, sind ein Geschenk, für das wir als Publikum nur dankbar sein können. Und ist es nicht auch ein großes Privileg, dass wir uns überhaupt mit einer so schönen, großartigen „Nebensache“ wie der Oper beschäftigen dürfen? Es ist wichtig, sich dieses Glücks bewusst zu sein und dabei gleichzeitig Bedeutung und Wirksamkeit dieser vielschichtigen Kunstform – kulturell, gesellschaftlich, politisch – wahrzunehmen und zu nutzen. Und sei es allein die rein emotionale Kraft des Gesangs. Joyce DiDonato hat daran gerade in einer engagierten, sehr berührenden Rede bei der ECHO-Verleihung erinnert, die nicht nur der Künstlerin selbst, sondern auch vielen Zuschauern im Saal Tränen der Ergriffenheit in die Augen steigen ließ. In der Tat: Wir müssen alle „noch lauter ansingen“ gegen all die Unbill einer immer weiter aus den Fugen geratenen Welt, mit noch mehr Ernsthaftigkeit Verantwortung wahrnehmen, noch stärker Einsatz zeigen für den Erhalt und die Förderung unserer Kultur.  In diesem Sinne wünsche ich Ihnen im Namen der gesamten Redaktion eine schöne, besinnliche Weihnachtszeit. Apropos Weihnachten: Unser gerade in diesen Tagen besonders beliebtes Geschenkabonnement ist, wenn Sie jetzt bestellen, in jedem Fall rechtzeitig da zum Fest!
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INTERVIEWS

Das Interview: NADINE WEISSMANN – Carmen, Erda, Amneris und Co.

Autor: Ursula Ehrensberger · Ausgabe 12/2017

Eindrucksvolle Stimme, starke Persönlichkeit: Fünf Jahre lang, von 2013 bis 2017, war die Berliner Mezzosopranistin die umjubelte Erda in Frank Castorfs »Ring«-Inszenierung bei den Bayreuther Festspielen. Aber nicht nur ihre Wagner-Auftritte hinterlassen regelmäßig bleibenden Eindruck.
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Das Porträt: LUDOVIC TÉZIER – Nicht nur Verdi

Autor: Thomas Baltensweiler · Ausgabe 12/2017

Sein Erfolg ist Resultat intensiver Arbeit. Inzwischen hat der französische Bariton im italienischen Fach fast alle wichtigen Partien gesungen – sogar die Baritonfassung von Massenets »Werther« findet sich in seinem Repertoire. Jetzt plant er seinen ersten Auftritt als Amfortas in Wagners »Parsifal«.
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Im Gespräch: MAREK JANOWSKI – Leitmotiv Klangbalance

Autor: Ralf Tiedemann · Ausgabe 12/2017

Seine Maßstäbe setzenden »Ring«-Dirigate haben eine ganze Generation geprägt. Im ausführlichen Interview spricht der nach wie vor äußerst aktive Dirigent über Wagner-Interpretation, Klangbalance, Raumakustiken – und über eine neue Chefposition.
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AUFFÜHRUNGEN

KARLSRUHE Götterdämmerung

15. Oktober · Autor: J.-M. Wienecke · Ausgabe 12/2017

Der „Ring der Vielfalt“ hat ein gutes Ende gefunden – in gleich doppelter Hinsicht, denn als letzter der vier Regisseure, die Wagners Tetralogie in Karlsruhe interpretieren durften, war nun Tobias Kratzer an der Reihe und wendete die »Götterdämmerung« in einer Art zurückspulendem „Was wäre wenn“ zu einem Happy End.
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PALERMO Adriana Lecouvreur

17. Oktober · Autor: U. Ehrensberger · Ausgabe 12/2017

Mit der durch Liebe und Intrigen ins Unglück gestürzten Diva Adriana Lecouvreur hatte Angela Gheorghiu sich für ihr spätes, aber heftig umjubeltes Debüt am Teatro Massimo in Palermo eine ihrer Paraderollen ausgesucht: ein schillerndes Rollenporträt sowie singulär musikalisches Ereignis.
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PRAG Don Giovanni

29. Oktober · Ständetheater · Autor: U. Ehrensberger · Ausgabe 12/2017

An die Uraufführung vor genau 230 Jahren am Prager Ständetheater erinnerte niemand geringerer als Plácido Domingo, hier allerdings nicht auf, sondern vor der Bühne im Orchestergraben, von wo er seine handverlesene Solistenriege, die gleich vier Operalia-Preisträger versammelte, aufmerksam und lebhaft durch den Abend führte.
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STUTTGART Hänsel und Gretel

22. Oktober · Autor: J.-M. Wienecke · Ausgabe 12/2017

Großer Erfolg unter widrigsten Bedingungen: Nachdem Regisseur Alexander Serebrennikov in seiner russischen Heimat unter Hausarrest gestellt worden war, entschied man sich, seine zu dem Zeitpunkt noch in der Frühphase befindliche „Parabel über Hoffnung und Not“ als halbszenische Inszenierung zu zeigen, untermalt von in Afrika entstandenem Filmmaterial, wo der Regisseur sein Konzept erarbeiten wollte.
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BERLIN L‘invisible

8. Oktober · Deutsche Oper · Autor: T. Kliche · Ausgabe 12/2017

Zu einer triumphalen Uraufführung ist Aribert Reimanns Auftragswerk für die Deutsche Oper Berlin gelangt. Im Zentrum der auf drei kurzen Theaterstücken Maurice Maeterlincks basierenden und in eine hoch anspruchsvolle Partitur gegossenen „Trilogie lyrique“ steht der Tod. Das bekannteste Werk Maeterlincks, Debussys »Pelléas et Mélisande«, war derweil an der Komischen Oper zu sehen, in einer Neuinszenierung durch Intendant und Chefregisseur Barrie Kosky.
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GENF Fantasio

4. November · Opéra des Nations · Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 12/2017

Jacques Offenbachs »Fantasio« drängt zurück auf die Bühnen. Getragen von einer großartigen Ensembleleistung ist die Oper um den Studenten im Narrenkostüm nun in Genf in einer hinreißenden, mit viel Charme und Witz in Szene gesetzten Produktion auf die Bühne gekommen.
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MÜNCHEN Le Nozze di Figaro

26. Oktober · Nationaltheater · Autor: A. Meixner · Ausgabe 12/2017

Im wahrsten Sinne über den Kopf wächst dem Grafen die Situation in Christoph Loys Münchner Neudeutung, denn der Regisseur lässt in einer sehr organischen und gut skizzierten Regie die Räumlichkeiten von Szene zu Szene immer größer werden. Als die Kontrolle verlierender Hausherr brilliert Christian Gerhaher mit noblem Gesang, in der Titelpartie begeisterte nicht minder der fabelhaft aufspielende Alex Esposito.
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WIEN Adriana Lecouvreur

9. November · Staatsoper · Autor: T. Rauchenwald · Ausgabe: 12/2017

Wie von einem anderen Stern präsentierte sich Anna Netrebko in David McVicars detailverliebt historisierender Produktion um die titelgebende Starschauspielerin, der die Sopranistin ihren perfekt auf dem Atem geführten Legatogesang, erlesene Spitzentöne und eine glutvoll lodernde Mittellage angedeihen ließ. In der österreichischen Hauptstadt standen zudem Neuproduktionen von Alban Bergs »Wozzek« im Theater an der Wien und Verdis »Die Räuber« an der Volksoper auf dem Programm.
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ATHEN Elektra

15. Oktober ·Nationaloper · Autor: S. Barnstorf · Ausgabe 12/2017

Die Griechische Nationaloper hat ihr neues Domizil bezogen. Den Einzug in ihre neue künstlerische Heimat feierte sie mit der Neuinszenierung eines urgriechischen Sagenstoffs aus der Feder des selbsternannten „griechischen Germanen“ Richard Strauss‘. Agnes Baltsa war noch einmal als Klytämnestra zu erleben.
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MÜNCHEN Wiedereröffnung / Die lustige Witwe

4./ 19.Oktober · Gärtnerplatztheater · Autor: J.-M. Wienecke · Ausgabe: 10/2017

Nach fünf langen Spielzeiten in Interimsspielstätten konnte das Ensemble des Gärtnerplatztheaters nun endlich in sein runderneuertes Stammhaus zurückkehren. Gefeiert wurde dies mit einer bunt zusammengesetzten Gala, dicht gefolgt von der ersten Premiere der Saison: »Die lustige Witwe«.
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MELDUNGEN / INFO

NAMEN UND DATEN

CHRISTIANE KARG freut sich auf ihre ersten Auftritte im Dezember an der Metropolitan Opera in New York. Ihren Einstand am Lincoln Center gibt die Sopranistin mit der Susanna in »Le Nozze di Figaro«: 6., 9., 12., 15., 19. und 23. Dezember 2017. Zu Beginn des neuen Jahres führen sie zwei Liederabende in das Konzerthaus Wien (9.1.2018) und nach Leeds (26.1.). Jeweils unter dem Dirigat von Semyon Bychkov wirkt sie in Mahlers 4. Sinfonie im Leipziger Gewandhaus (18., 19., 21.1.) und in Mahlers 2. Sinfonie im Londoner Barbican Centre (4.2.) mit. Weitere Infos und Termine von Edita Gruberova, Christoph Eschenbach, Lena Belkina, Daniel Behle, Lorenzo Viotti u.a.

REPORT

NORMA-DEBÜT

Mitte Oktober hat Patrizia Ciofi an der Opéra de Wallonie in Liège ihr mit Spannung erwartetes Debüt als Norma gegeben. Ihr ist mit einem wunderbar gesungenen „Casta Diva“, aber vor allem mit perlenden Koloraturen und einer mit Aplomb sitzenden Höhe auf Anhieb eine intensive Verkörperung der Priesterin gelungen. Durch Ciofis Stimmfarbe entstanden besondere Effekte im Zusammenklang mit der ebenfalls über eine warm-dunkle Farbe verfügenden Josè Maria Lo Monace als Adalgisa, aber auch im Vergleich zu dem durchschlagskräftigen Tenor von Gregory Kunde als Pollione.

NACHRUF

Der langjährige Generalmusikdirektor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Siegfried Köhler ist im hohen Alter von 94 Jahren verstorben. Er galt im Laufe seiner langen musikalischen Laufbahn vor allem als Spezialist für die Opern Richard Strauss’ und Richard Wagners, setzte sich aber auch für Raritäten und zeitgenössische Werke ein und betätigte sich selbst auch als Komponist. Der am 30. Juli 1923 in Freiburg geborene Köhler begann seine Karriere zunächst als Harfenist, Schlagzeuger und Korrepetitor an den Städtischen Bühnen Freiburg, ehe er 1941 nach Heilbronn ging. Da er zum Kriegsdienst eingezogen wurde, setzte er seine Laufbahn erst nach Kriegsende in Freiburg fort, wurde Erster Kapellmeister und nahm in den 1950er-Jahren Engagements an der Deutschen Oper am Rhein und anschließend in Köln an, wo er 1962 als stellvertretender Generalmusikdirektor interimistisch das Haus führte. Als Generalmusikdirektor wirkte er ab 1964 am Saarländischen Staatstheater, ehe er zwischen 1974 und 1988 in gleicher Position nach Wiesbaden ans Hessische Staatstheater wechselte, dem er fortan bis an sein Lebensende eng verbunden bleiben sollte. Auch nach seiner Pensionierung blieb er aktiv: So nahm er 1992 den Posten des Königlichen Hofkapellmeisters an der Stockholmer Oper an und behielt ihn bis 2005. Darüber hinaus blieb er ein reger Opernbesucher, reiste auch in fortgeschrittenem Alter noch regelmäßig zu den Bayreuther Festspielen, war neben Gwyneth Jones und Astrid Varnay Ehrenmitglied des Richard-Wagner-Verbandes Saarland und gab dem „Opernglas“ anlässlich seines 90. Geburtstags noch ein Interview (OG 7-8/2013). Für seine musikalischen Verdienste ist er unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse ausgezeichnet worden. Köhler war mit seiner Jugendliebe, der Sopranistin Rosemarie Lenz, verheiratet, die er nur um knapp ein Jahr überlebt hat. Er starb am 12. September 2017 in Wiesbaden.

VORSCHAU

Fünf neue Opernproduktionen hat Salzburgs Festspielintendant Markus Hinterhäuser für 2018 programmiert. Den Anfang macht »Die Zauberflöte«, inszeniert von Lydia Steier im Bühnenbild von Katharina Schlipf. Constantinos Carydis leitet die Wiener Philharmoniker, der Besetzungszettel nennt Albina Shagimuratova als Königin der Nacht, Christiane Karg als Pamina, Mauro Peter als Tamino, Adam Plachetka als Papageno und Matthias Goerne als Sarastro. Bei den Internationalen Händel-Festspielen Karlsruhe 2018 bringt der Künstlerische Direktor Michael Fichtenholz eine Neuproduktion der Händel-Oper »Alcina« heraus. Für die Inszenierung hat er den jungen, aus Los Angeles stammenden James Darrah verpflichtet, der mit dieser Arbeit sein Deutschland-Debüt gibt. Unter der musikalischen Leitung von Andreas Spering sind Layla Claire in der Titelpartie und David Hansen als Ruggiero zu erleben.

BÜCHER

BÜCHER

Die Arbeit mit Wolfgang Amadeus Mozarts Opern »Die Hochzeit des Figaro«, »Don Giovanni« und »Così fan tutte« mit den Libretti des Italieners Lorenzo Da Ponte hat den Dirigenten Omer Meir Wellber zu einem Buch inspiriert, in dem er sich ein Treffen der beiden Künstler vorstellt. Weitere Publikationen in der Bücherrubrik zu Claudio Monteverdi, Benjamin Britten, den Wiener Philharmonikern, Finnlands Dirigenten u. a.

CDs

CD-NEWS

Gabentisch der Stars: Passgenau zum Fest eine Entscheidungshilfe im bunten Strauß der interessantesten neuen Solo-Alben von Angela Gheorghiu, Juan Diego Flórez, Pretty Yende, Marlis Petersen, Thomas Hampson, Sabine Devieilhe, Marianne Crebassa u.v.m. Außerdem hat ein mit Anna Netrebko und ihrem Mann Yusif Eyvazov (Foto) befreundeter Komponist, Igor Krutoy, dem Paar achtzehn Songs und drei Duette geschrieben, die mit schwulstigen Melodien, viel Wohlklang und Harmonie das Liebesglück der beiden beschwören sollen. In einer Extrarubrik: eine bunte Auswahl besinnlicher Musik zur bevorstehenden Weihnachtszeit.