ePAPER Ausgabe 11/2015

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Volles Programm - nicht nur in Berlin: Die Deutsche Oper bot Meyerbeers großformatigen »Vasco da Gama« mit Roberto Alagna in der Titelpartie, die Staatsoper Wagners »Meistersinger«, die Komische Oper eine ungewohnte Fassung von »Hoffmanns Erzählungen«. In München gab Jonas Kaufmann sein szenisches Rollendebüt als Radames in »Aida«, an der Met debütierte Sonya Yoncheva zur Saisoneröffnung als Desdemona in einer Neuproduktion von Giuseppe Verdis »Otello« neben Aleksandrs Antonenko in der Titelpartie, in Göteborg erlebte eine neue Oper nach Hitchcocks berühmtem Thriller „Berüchtigt“ ihre Uraufführung, mit Nina Stemme in der Rolle der Agentin Alicia, die im Film von Ingrid Bergman dargestellt worden war. Die Wiener Staatsoper brachte einen neuen »Macbeth« heraus, das Brucknerfest in Linz bot ein unterhaltsames Gastspiel der Moskauer Kammeroper, Graz startete mit Franz Schrekers Oper »Der ferne Klang« in die erste Saison unter neuer Leitung, in Kiel begann mit dem »Rheingold« eine Neuinszenierung von Richard Wagners »Ring des Nibelungen«.

Die Interviews: Der deutsche Bariton Christoph Pohl im Gespräch über neue Rollen an seinem Stammhaus Dresden und das bevorstehende Debüt am Royal Opera House in London in einer extra für ihn geschrieben Partie, die aserbaidschanische Sopranistin Dinara Alieva, einer der Gaststars der diesjährigen großen Aids-Gala an der Deutschen Oper Berlin, der russische Bass Dimitry Ivashchenko, der nach dem großen Erfolg im Berliner »Hoffmann« entspannt seinem Met-Debüt in New York entgegensieht und der junge charismatische Dirigent Teodor Currentzis, der aktuell am Konzerthaus Dortmund Mozarts Da-Ponte-Opern dirigiert.

Nachfolgend finden Sie einen ersten Überblick über die wichtigsten Themen dieser Ausgabe. Eine ausführliche Liste aller Inhalte bietet das Inhaltsverzeichnis.

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INHALTSVERZEICHNIS

Inhaltsverzeichnis

AUSGABE 11/2015

Das komplette Inhaltsverzeichnis mit allen Themen
EDITORIAL
AUFFÜHRUNGEN
  • BERLIN Vasco da Gama (Deutsche Oper) Die Meistersinger von Nürnberg (Staatsoper im Schiller Theater) Les Contes d’Hoffmann (Komische Oper)
  • MÜNCHEN Aida (Nationaltheater)
  • NEW YORK Otello (Metropolitan Opera)
  • GÖTEBORG Notorious
  • WIEN Macbeth (Staatsoper)
  • DÜSSELDORF Arabella
  • GENT Tannhäuser
  • BRUCKNERFEST LINZ The Prodigal Son / Mavra (Posthof)
  • WIESBADEN Otello
  • GRAZ Der ferne Klang
  • VENEDIG Tosca (Teatro La Fenice)
  • ROM I Was Looking at the Ceiling and Then I Saw the Sky
DAS INTERVIEW
  • CHRISTOPH POHL
VORGESTELLT
  • DINARA ALIEVA
DAS PORTRÄT
  • DIMITRY IVASHCHENKO
IM GESPRÄCH
  • TEODOR CURRENTZIS
NAMEN UND DATEN
REPORT
  • FÜSSEN / AMSTERDAM / KONSTANZ
RUNDBLICK
  • KIEL Das Rheingold
  • MÖNCHENGLADBACH Un ballo in maschera
  • HANNOVER Rusalka
  • MÜNSTER Hoffmanns Erzählungen
  • OLDENBURG Manon Lescaut
  • KAISERSLAUTERN Herzog Blaubarts Burg / Der Zwerg
  • LÜNEBURG Fidelio
  • MAGDEBURG Un ballo in maschera
  • ESSEN The Greek Passion
  • HOF Wozzeck
  • COBURG Norma
  • GIESSEN Eugen Onegin
  • NORDHAUSEN Faust
WEGWEISER
LESERBRIEFE
VORSCHAU
SPIELPLÄNE
TV-TIPPS
RARITÄTEN
IMPRESSUM
IM BLICKPUNKT
  • IAN BOSTRIDGE
RUNDBLICK
  • Richard Wagner TANNHÄUSER
  • Franz Schubert FIERRABRAS
  • Jacques Offenbach LA BELLE HÉLÈNE
  • Gioachino Rossini AURELIANO IN PALMIRA
  • Thierry Escaich CLAUDE
CD-SPECIAL
  • GLENN GOULD REMASTERED
CD-NEWS
  • Solo-CDs von Valer Sabadus, Dorothea Röschmann, Evgeny Nikitin, Natalie Dessay u.a.
NEUE CDs
  • Richard Wagner DER FLIEGENDE HOLLÄNDER
  • Vincenzo Bellini I CAPULETI E I MONTECCHI
  • Arnold Schönberg GURRE-LIEDER
  • Peter Tschaikowsky JOLANTHE
  • Georg Friedrich Händel PARTENOPE
ERINENRT AN
  • RUDOLF SCHOCK
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EDITORIAL

Editorial

Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 11/2015

Ausgerechnet Berlin. Dass die Deutsche Oper, die Staatsoper und die Komische Oper gemeinsam an einem einzigen Wochenende in geballter Ladung ihre ersten Neuproduktionen der Saison präsentierten, mag etwas plakativ erschienen sein und das hauptstädtische Publikum reichlich gefordert haben. Es war aber auch ein starkes, selbstbewusstes – und international sehr aufmerksam, zuweilen neidvoll zur Kenntnis genommenes – Statement, mit dem in dieser Form vor gut zehn Jahren nun wirklich niemand hätte rechnen können.
Metropolen, die etwas auf sich halten, verweisen gern auf ihre Kultur. Ein breites, vielfältiges Programm soll Attraktion und Anreiz bieten für den Bewohner, den Touristen, den potenziellen Investor, die Wirtschaft und ihre gefragten Fachkräfte. Die pulsierende Hauptstadt an der Spree schien sich mit dieser Erkenntnis lange schwer zu tun. Doch die „arm aber sexy“-Zeiten sind vorbei. Und selbst hier, wo über die Jahre latent jedwede kulturelle Geldausgabe infrage gestellt wurde, war just die Oper als eine der prestigeträchtigsten und eben auch teuersten Kunstformen zwar permanent in der Diskussion – aber letztlich ausgesprochen widerstandsfähig. Musiktheater blieb und bleibt gefragt. Ein Blick auf die Relationen offenbart die ganze Bedeutung der heutigen Situation. National wie international gesehen gehört ein Opernhaus einfach dazu, doch so manche großartige Metropole wünscht sich noch immer sehnlichst wenigstens den einen Musentempel erst herbei. Und so entstehen sie nach wie vor, zuweilen an überraschenden Orten. Wie glücklich dürfen sich da eben jene ausgesprochen raren Opernzentren nennen, die gleich drei vollwertige Institutionen für Musiktheater zur Auswahl anzubieten haben – ganz abgesehen von den vielen kleineren, freien Ensembles, die in einem derart attraktiven, anregenden Umfeld in der Regel zusätzlich gedeihen und oftmals den besonderen Reiz eines solchen Metropol-Angebots ausmachen.
Berlin also hat’s, Wien ebenso. Beide Städte haben sich diesen Sonderstatus hart erkämpft, über die Jahrzehnte mit wechselnden Bemühungen und durchaus variierenden Erfolgen. Heute steht das Erreichte für sich. Es wird weiter mit Umsicht und Sachverstand gesichert, wohl auch nachdrücklich verteidigt und zuweilen erstritten werden müssen. Es bietet aber für den Moment auch einen sehr berechtigten Grund zu Freude und Stolz.
Das starke deutsch-österreichische Duett der Opernhauptstädte sagt einiges aus über das kulturelle Selbstverständnis dieser Länder. Dabei hatte dies vor einigen Jahren in beiden Städten noch ganz anders ausgesehen. Wiens neben Staats- und Volksoper drittes Opernhaus hat 2006 in dieser Form überhaupt erst seinen Betrieb aufgenommen. Angesichts des praktisch von Beginn an enorm starken Auftritts des Theaters an der Wien und seines heute so selbstverständlich die Donaumetropole bereichernden Angebots mag man kaum glauben, dass man dort in zwei Monaten erst das 10-Jährige feiert. Eine bemerkenswerte Entwicklung. In Berlin dagegen hatte das Operntrio über Jahrzehnte Tradition, wurde aber dennoch immer wieder, mal unterschwellig, mal unverhohlen, infrage gestellt. Was gab es da nicht alles für (Endzeit-) Szenarien! Daran darf man sich jetzt ruhig kurz einmal erinnern, wenn man auf den nachfolgenden Seiten dieser Ausgabe die Berichte zu den Berliner Premieren liest.
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INTERVIEWS

Das Interview: CHRISTOPH POHL – Eine Luxus-Situation

Autor: Tony Kliche · Ausgabe 11/2015

Der deutsche Bariton steht vor großen Aufgaben, nicht nur an seinem Stammhaus in Dresden. Aktuell steht sein Covent Garden-Debüt an – mit einer eigens für ihn geschriebenen Partie.
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Vorgestellt: DINARA ALIEVA – Die Diva aus Baku

Autor: Yeri Han · Ausgabe 11/2015

Eindrucksvolle Stimme, üppiges Repertoire. Die Sopranistin über Karriere und neue Partien.
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Das Porträt: DIMITRY IVASHCHENKO – Mut und Offenheit

Autor: Dr. Andreas Laska · Ausgabe 11/2015

Der russische Bass, zuletzt erfolgreich in Offenbachs »Les Contes d‘Hoffmann « in Berlin, spricht über musikalische Aufgeschlossenheit, eine prägende Gesangsstunde – und warum er sich entspannt auf sein Met-Debüt freuen kann.
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Im Gespräch: TEODOR CURRENTZIS – Kraft des Augenblicks

Autor: Sebastian Barnstorf · Ausgabe 11/2015

Faszinierende Spurensuche zwischen Mozart und Wagner: Der charismatische Dirigent im Gespräch.
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AUFFÜHRUNGEN

BERLIN Vasco da Gama

4. Oktober · Deutsche Oper Berlin · Autor: M. Lehnert · Ausgabe 11/2015

»Vasco da Gama« als erste eines szenischen Zyklus‘ von insgesamt drei der berühmtesten Opern Giacomo Meyerbeers war eine enorme Herausforderung für die Deutsche Oper Berlin. Ein großer Abend für die oft totgesagte Große Oper
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BERLIN Die Meistersinger von Nürnberg

3./4. Oktober · Staatsoper im Schiller Theater · Autor: U. Ehrensberger · Ausgabe 11/2015

Ungewöhnlich: Die traditionell am Tag der Deutschen Einheit stattfindende Eröffnungspremiere der Staatsoper war diesmal zweigeteilt: den 3. Aufzug der »Meistersinger«-Premiere gab es erst am Mittag des Folgetages.
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BERLIN Les Contes d‘Hoffmann

2. Oktober ∙ Komische Oper · Autor: U. Ehrensberger · Ausgabe 11/2015

Zum ersten Mal in der Aufführungsgeschichte der Oper war die Titelpartie – zumindest in den ersten beiden Akten – mit einem Bariton besetzt.
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MÜNCHEN Aida

25. September · Nationaltheater · Autor: U. Ehrensberger · Ausgabe 11/2015

Das vierte Rollendebüt in diesem Jahr: Jonas Kaufmann sang an der Bayerischen Staatsoper zum ersten Mal die Partie des Radames.
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NEW YORK Otello

21. September · Metropolitan Opera · Autor: F. Plotkin · Ausgabe 11/2015

Eröffnungswoche an der Met: Neben einer Neuproduktion von Verdis »Otello« erlebte New York brillante Aufführungen von »Anna Bolena« mit Sondra Radvanovsky und »Il Trovatore« mit Anna Netrebko. Blumen und Jubel gab es insbesondere für Dmitry Hvorostovsky, bei dem im Sommer ein Hirntumor diagnostiziert worden war.
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GÖTEBORG Notorious

19. September ∙ Opernhaus · Autor: J. Gahre · Ausgabe 11/2015

Ein Hitchcock-Thriller als Opernvorlage. In Göteborg schlüpfte Nina Stemme in die Rolle von Geheimdienst-Agentin Alicia, die im Film ( „Berüchtigt“) von Ingrid Bergman gespielt worden war.
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BRUCKNERFEST LINZ The Prodigal Son / Mavra

27. September ∙ Posthof · Autor: W. Kutzschbach · Ausgabe 11/2015

Ein buntes und dichtes Programm mit bedeutenden Orchestern und Dirigenten bietet alljährlich das Brucknerfest in Linz. Immer wieder wird auch Kulturelles abseits des bekannten geboten. Diesmal dabei: Ein Gastspiel der Moskauer Kammeroper mit Brittens »Prodigal Son« und Strawinskys »Mavra«.
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GRAZ Der ferne Klang

26. September ∙ Opernhaus · Autor: T. Rauchenwald · Ausgabe 11/2015

Nora Schmid, neue Intendantin am Grazer Opernhaus, eröffnete ihre erste Saison mit einer Oper von Franz Schreker.
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VENEDIG Tosca

25. September · Teatro La Fenice · Autor: M. Lehnert · Ausgabe 11/2015

Das traditionsreiche „Fenice“ in der Touristenhochburg Venedig hat seinen Spielplan komplett auf die ausländischen Besucher abgestellt. Mario Malagnini sang den Cavaradossi in einer durchaus ungewöhnlichen »Tosca«-Inszenierung.
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KIEL Das Rheingold

26. September · Theater · Autor: S. Martens · Ausgabe 11/2015

20 Jahre hat das Publikum an der Kieler Förde auf einen neuen »Ring« warten müssen. Nun will ihn Intendant und Regisseur Daniel Karasek bis 2018 komplett haben.
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HANNOVER Rusalka

26. September ∙ Staatsoper · Autor: S. Mauß · Ausgabe 11/2015

Die Sensation des Abends fand einmal mehr vor der Bühne statt: Die junge Kapellmeisterin Anja Bihlmaier zeigte nach ihrem umjubelten »Werther« nun mit der »Rusalka«, dass sie zu den begabtesten Pulttalenten der jüngeren Generation gehört.
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OLDENBURG Manon Lescaut

26. September · Staatstheater · Autor: M. Wilks · Ausgabe 11/2015

Fast den Status einer Rarität genießt in den Theatern der Metropolregion Nordwest Giacomo Puccinis so effektvolle Oper »Manon Lescaut«, der sich das Staatstheater Oldenburg zur Spielzeiteröffnung annahm.
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ESSEN The Greek Passion

26. September · Aalto-Musiktheater · Autor: M. Lode-Gerke · Ausgabe 11/2015

Die Geschichte ist aktueller, als man es sich bei der Spielplan-Konzeption vorgestellt haben mag: Ein Flüchtlingsstrom und die Reaktionen der Dorfbewohner. In Essen erlebte man eine insgesamt gelunge Inszenierung dieses selten gespielten Werkes von Bohuslav Martinu.
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MELDUNGEN / INFO

REPORT

GEFEIERTES »RING«-GASTSPIEL
Ein Gastspiel der besonderen Art konnte Anfang September das Publikum im Festspielhaus Füssen erleben. Das Theater und Veranstaltungshaus, in dem ansonsten eher Musical-Vorstellungen über die Bühne gehen, war für kurze Zeit künstlerische Heimat der Bulgarischen Nationaloper Sofia, die ihre Inszenierung von Wagners »Der Ring des Nibelungen« präsentierte. Die von Sofias Opernintendant Plamen Kartaloff und dem Bühnenbildner Nikolay Panayotov in bunt-fantastischen Bilderwelten erzählte Tetralogie überzeugt mit Multimedia-Projektionen, Science-Fiction-Look und dynamisch bewegten geometrischen Symbolen. Besetzt war das Gastspiel ausschließlich mit bulgarischen Solisten, von denen einzelne auch in der Premierenserie 2010-2013 auf der Bühne gestanden hatten. Überzeugen konnte Martin Iliev als klangschöner Siegmund, ebenso wie Tsvetana Bandalovska als Sieglinde. Neu dabei war die mit Wortdeutlichkeit und Gefühl punktende Yordanka Derilova als Brünnhilde unter der Stabführung von Erich Wächter. Das Publikum feierte das gelungene Gastspiel mit Begeisterung.

WEGWEISER

GESANGSWETTBEWERBE
Mittlerweile zum vierzehnten Mal wurden in diesem Jahr im spanischen Saragossa die Sieger des Internationalen Gesangswettbewerbs Montserrat Caballé gekürt. Der Sieg ging am Ende an einen 24-jährigen Tenor aus Südafrika: Levy Sekgapane, erst im Juli in Amsterdam siegreich aus dem Belvedere-Gesangswettbewerb hervorgegangen. Zu den bedeutendsten Gesangswettbewerben der italienischen Oper gehört auch der von Hans-Joachim Frey geleitete „Competizione dell’Opera“, Finalort war zum dritten Mal Linz. Südkorea dominierte mit fünf Finalisten das Feld, es gewann schließlich der 30-jährige südkoreanische Bariton Jaegyeong Jo mit der Arie des Gérard aus Giordanos »Andrea Chénier«. 2016 soll Moskau Austragungsort der Finalrunde vom Competizione dell’Opera werden.

NAMEN UND DATEN

ANDRÈ SCHUEN ist aktuell in zwei Mozart-Opern im Konzerthaus Dortmund zu hören: Unter der musikalischen Leitung von Teodor Currentzis singt er den Guglielmo in »Così fan tutte« und den Don Giovanni. Im Theater an der Wien ist er als Graf in einer Neuinszenierung von »Capriccio« vorgesehen. Weitere Termine des Künstlers sowie Infos und Termine von Anna Netrebko, Francesco Meli, Nino Machaidze, und vielen anderen.

VORSCHAU

Katharina Thalbach inszeniert in Genf Brittens »A Midsummer Night’s Dream«, Tochter Anna übernimmt die Sprechrolle des Puck. In Sevilla feiert das Teatro de la Maestranza 25-jähriges Jubiläum; zu diesem Anlass dirigiert der künstlerische Leiter Pedro Halffter am 30. April ein Gala-Konzert und steht unter anderem auch am Pult für eine Neuproduktion von Verdis »Otello«. An der Oper von Rom dirigiert Stefan Soltesz die römische Erstaufführung von Hans Werner Henzes »Die Bassariden«.

CDs

GLENN GOULD REMASTERED

Er gilt bis heute, über dreißig Jahre nach seinem viel zu frühen Tod im Jahre 1982 mit gerade einmal fünfzig Jahren unverändert als einer der eigenwilligsten, umstrittensten, aber auch meistbewunderten Künstler des 20. Jahrhunderts: Glenn Gould. Zahlreiche Aufnahmen des Pianisten gelten nach wie vor als Meilensteine, auch und gerade weil die Interpretationen vielfach umstritten waren. Alle offiziellen, von ihm selbst genehmigten Aufnahmen wurden jetzt von SONY für eine neue Gesamtedition aufwändig restauriert und in einer sehr hochwertigen Box zusammengefügt, die nicht weniger als 79 CDs (plus zwei Bonus-CDs) umfasst. Die Mühe hat sich offenkundig gelohnt.

IM BLICKPUNKT : IAN BOSTRIDGE

Ian Bostridge, nach wie vor einer der weltweit gefragtesten Liedsänger, hat sich auch und vor allem als Schubert-Interpret einen Namen gemacht. So verwundert es wenig, dass Bostridge inzwischen selbst ein Buch geschrieben hat, in dem er seine Gedanken und Rechercheergebnisse zu den 24 Teilen der »Winterreise« zusammenfasst. Einen generellen Überblick über den künstlerischen Werdegang und das Kernrepertoire des Tenors, liefert eine neue sieben CDs umfassende Box „Autograph“ bei Warner Classics.

RUDOLF SCHOCK

Am 4. September dieses Jahres wäre er 100 Jahre alt geworden: der unvergessene Rudolf Schock, dessen Fangemeinde nach wie vor groß bleibt. Er war einer der vielseitigsten Opernsänger seiner Zeit, beherrschte Partien des lyrischen italienischen, französischen und slawischen Fachs ebenso wie die jugendlichen Heldenpartien, war zudem ein äußerst beliebter Operettenstar. Das Label Documents hat zwei Geburtstagseditionen veröffentlicht, die komplette Mozart- und Wagner-Opern mit Rudolf Schock in kompakten 10-CD-Boxen vereinen.

Richard Wagner DER FLIEGENDE HOLLÄNDER

DG Eloquence 4807199, 2 CDs ∙ Autor: M. Lehnert ∙ Ausgabe 11/2015

Ein Musterbeispiel an wortdeutlichem und unforciertem Wagnergesang bietet die Wiederveröffentlichung einer »Holländer«-Einspielung unter Ferenc Fricsay bei der Deutschen Grammophon, eine interessante Variante von Bellinis »Capuleti« mit klein besetztem Orchester (37 Musiker) bietet ein Mitschnitt aus dem italienischen Rieti mit Vivica Genaux als Romeo. In Köln wurde der Abschied von Markus Stenz als Gürzenich-Kapellmeister mit einer Aufnahme der »Gurre-Lieder« dokumentiert.

SOLO-CDs

Dorothea Röschmann hat sich mit ihrer neuen Mozart-CD Großes vorgenommen und porträtiert in sieben Arien so unterschiedliche Charaktere wie Elettra und Ilia (»Idomeneo«), »Figaro«-Gräfin, Donna Elvira und Vitellia. Valer Sabadus hat sich die Musik des venezianischen Komponisten Antonio Caldera ausgesucht, Evgenyi Nikitin ein Wagner-Album eingespielt. Dazu neue Aufnahmen von Natalie Dessay, Soile Isokoski, u.a.

DVDs

Richard Wagner TANNHÄUSER

OPUS ARTE OA 177D, 2 DVDs ∙ Autor: M. Wilks ∙ Ausgabe 11/2015

Der Bayreuther »Tannhäuser« in der Inszenierung von Sebastian Baumgarten ist nun auch auf DVD erhältlich – mit Elisabeths Tod in der Biogasanlage eine der umstrittensten Aufführungen der vergangenen Jahre. Camilla Nylund und Torsten Kerl singen unter der Leitung von Axel Kober. Aus Hamburg stammt der Mitschnitt von Offenbachs »La Belle Hélène« mit Jennifer Larmore und aus Pesaro ein mit guten Stimmen punktender Mitschnitt von Rossinis »Aureliano in Palmira«. Es singen Michael Spyres, Jessica Pratt und Lena Belkina.