ePAPER Ausgabe 09/2015

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Starbesetzte Festspiel-Premieren: Jonas Kaufmann sang sowohl den Florestan im neuen »Fidelio« der Salzburger Festspiele - neben der Leonore von Adrianne Pieczonka - als auch den Don José in »Carmen« im antiken Theater in Orange. In Bayreuth präsentierte Festspielchefin Katharina Wagner ihre Sicht auf »Tristan und Isolde«. München zeigte neben Debussys »Pelléas et Mélisande« eine neue »Arabella« mit Anja Harteros und Thomas J. Mayer und auch Bregenz punktete mit einer Doppelpremiere. In Zürich begeisterte Joyce DiDonato als Roméo in Bellinis »I Capuleti et i Montecchi«, in Halle Max Emanuel Cencic als Alessandro in Händels gleichnamiger Oper, Matti Salminen war noch einmal als Boris Godunow in Savonlinna zu erleben. Tumultartige Publikumsproteste hingegeben gab es sowohl in London als auch in Aix-en-Provence.

Die Interviews: Roberto Alagna vor seinen großen Rollendebüts in Berlin und München sowie weiteren Herausforderungen, auch im deutschen Fach, Olga Peretyatko über ihre Karriere, große Pläne und ein aktuelles Rossini-Projekt, Paolo Bordogna, der mit Herz und Seele ein echter Buffo ist, sowie Mathias Husmann, dessen neue Oper »Verdi und die Dame mit Noten« im September in Hamburg uraufgeführt wird.

Nachfolgend finden Sie einen ersten Überblick über die wichtigsten Themen dieser Ausgabe. Eine ausführliche Liste aller Inhalte bietet das Inhaltsverzeichnis.

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INHALTSVERZEICHNIS

INHALTSVERZEICHNIS

Ausgabe: 9/2015

Das komplette Inhaltsverzeichnis mit allen Themen
EDITORIAL
FESTSPIELE
  • SALZBURGER FESTSPIELE Die Eroberung von Mexiko (Felsenreitschule)
    Fidelio (Großes Festspielhaus)
  • BAYREUTHER FESTSPIELE Tristan und Isolde
    Der Ring des Nibelungen
  • MÜNCHNER OPERNFESTSPIELE Pelléas et Mélisande
    (Prinzregententheater)
    Arabella (Nationaltheater)
  • BREGENZER FESTSPIELE Turandot (Seebühne)
    Les Contes d’Hoffmann (Festspielhaus)
  • CHORÉGIES D’ORANGE Carmen
  • FESTSPIELE ZÜRICH I Capuleti e i Montecchi
  • DRESDNER MUSIKFESTSPIELE A Quiet Place (Gläserne Manufaktur)
  • SAVONLINNA OPERA FESTIVAL Boris Godunow
  • FESTIVAL AIX-EN-PROVENCE Alcina
    Die Entführung aus dem Serail
DAS INTERVIEW
  • ROBERTO ALAGNA
IM GESPRÄCH
  • OLGA PERETYATKO
DAS PORTRÄT
  • PAOLO BORDOGNA
NAMEN UND DATEN
SAISON-FINALE
  • LONDON Guillaume Tell (Royal Opera House)
  • WIEN The Tempest (Staatsoper)
  • STOCKHOLM La Traviata
  • FLENSBURG Cardillac
  • FÜRTH Baruchs Schweigen
  • LYON Pelléas et Mélisande
  • POSEN Halka
IM BLICKPUNKT
  • DER HAUPTGEWINN
REPORT
  • ST. MARGARETHEN / BRAUNSCHWEIG / LUXEMBURG /
  • HANNOVER / BAD KISSINGEN / BERLIN
FESTSPIEL-RUNDBLICK
  • ST. GALLER FESTSPIELE I due Foscari
  • SEEFESTSPIELE MÖRBISCH Eine Nacht in Venedig
  • NDR KLASSIK OPEN AIR HANNOVER La Bohème
  • SCHLOSSFESTSPIELE SCHWERIN La Traviata
  • CARL ORFF FESTSPIELE ANDECHS Der Mond (Florian-Stadl)
  • MUSIKFESTSPIELE POTSDAM SANSSOUCI La púrpura de la rosa
  • BRESLAU Der fliegende Holländer
  • RICHARD-STRAUSS-FESTIVAL GARMISCH-PARTENKIRCHEN Orchesterkonzert Soile Isokoski (Alpspitzhalle)
  • THÜRINGER SCHLOSSFESTSPIELE SONDERSHAUSEN Carmen
  • HÄNDEL-FESTSPIELE HALLE Lucio Cornelio Silla (Oper Halle)
    Alessandro (Goethe Theater Bad
    Lauchstädt)
  • KLANGVOKAL DORTMUND Heldengesänge / Liederabend Simone
    Kermes
HINTERGRUND
  • MATHIAS HUSMANN
VORSCHAU
NACHRUF
SPIELPLÄNE
RARITÄTEN
TV-TIPPS
IMPRESSUM
NEUE CDs
  • Giuseppe Verdi AIDA
  • Peter Tschaikowsky PIQUE DAME
  • Berliner Philharmoniker & Nikolaus Harnoncourt SCHUBERT
  • Giuseppe Verdi SIMON BOCCANEGRA
  • Gioachino Rossini LA GAZZA LADRA
  • Étienne-Nicolas Méhul ADRIEN
  • Antonín Dvořák ALFRED
CD-NEWS
  • Solo-Alben von Joyce DiDonato, Mauro Peter u.a.
JUBILARE
  • José van Dam / Peter Schreier
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EDITORIAL

EDITORIAL

Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 9/2015

Dieser Sommer sollte spannend werden, das war lange vor dem Start der großen Festspiele klar gewesen. Doch wie (und wo) sich die Dinge, angereichert zuweilen durch ganz erstaunliche Zutaten, zu fast explosiven Gemischen verdichteten, überraschte dann doch und hatte eine ganz eigene Qualität.
Dampfkessel Musiktheater: Ab Mitte Juni stiegen, passend zu hochsommerlichen Extremwetterlagen mit all ihren sich immer wieder auftürmenden Gewitterfronten, die vielleicht auch Sie, liebe Leser, als Festspielbesucher manchenorts mal vor der Sonne, mal vor den Wolkenbrüchen flüchten ließen, die Temperaturen in bald latent brodelnden, bald eruptiv überkochenden Töpfen. Ein paar Beispiele, nicht chronologisch, eher der Dramatik folgend sortiert.
29. Juni / 3. Juli – Tumulte zum Auftakt. Sowohl in Londons altehrwürdigem Royal Opera House als auch im südfranzösischen Aix-en-Provence kochen die Emotionen hoch, sorgen empört protestierende Zuschauer für regelrecht tumultartige Zustände. Kulturelle Grabenkämpfe im Saal, beide mit Konsequenzen. Das sollte – vor Ort, aber auch darüber hinaus – zu weiterführenden Debatten anregen.
25. Juli – Ruhe am Hügel? Am sonst gern sturmumtosten Grünen Hügel geht die mit größter Spannung erwartete »Tristan«-Premiere der Festspielchefin bemerkenswert glatt über die Bühne. Dafür hatten die Bayreuther die kulturelle Fieberkurve schon im Vorfeld enorm nach oben schnellen lassen, Stichworte „Hügelverbot“ und „Isolden-Verschleiß“. Große Erregung, hoher Unterhaltungswert – aber auch hier so einiger Diskussionsbedarf.
28. Juli – Jonas wirft Blitze. Ausgerechnet inmitten der Endproben zum Salzburger »Fidelio« gerät der Tenor unvermittelt in ein kleines, aber vielsagendes CD/PR-Unwetter. Aufregung um neue Solo-Scheiben und alte Aufnahmen, dunkel dräuendes Donnergrollen zwischen dem früheren und dem aktuellen Plattenlabel des Stars, an dem jeder verdienen will – und sicher auch wird.
22. Juli – Unheil am Rhein. Das gewaltigste Kultur-Gewitter des Sommers geht weit ab von den Festspielzentren nieder. Wie aus heiterem Himmel, für manchen Beobachter gleichwohl nicht ganz so überraschend, entlädt es sich über dem einmal mehr gebeutelten Köln, das eben noch in froher Erwartung der Wiedereröffnung seines sanierten Opernhauses am Offenbachplatz entgegenfieberte. Die muss nun (mindestens) um eine Saison verschoben werden. Ein kulturpolitisches Desaster! Wie, wo und wann die geplanten Vorstellungen jetzt stattfinden können, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Staatenhaus, Lanxess-Arena, „Cats“-Zelt? Eine erstaunlich üppige Liste mit Alternativspielstätten macht die Runde. Wenig überraschend dagegen die zögerliche wie schmallippige Aufklärung der Verantwortlichkeiten, erschwert und verzerrt durch eine höchst komplexe Gemengelage, lokaltypische Befindlichkeiten und eine fast schon groteske Synchronizität der Ereignisse zwischen anstehender Vertragsverlängerung des Geschäftsführenden Direktors und der Neuwahl des Oberbürgermeisters im September.
9. Juli – Richtfest in Berlin. Das Prinzip Hoffnung hält so manches Projekt am Laufen. An der Staatsoper Unter den Linden, deren Sanierung ebenfalls bereits weit länger andauert und deutlich teurer wird als geplant, gibt es wieder einen Lichtblick. Man avisiert inzwischen sogar durchaus frohgemut den Herbst 2017 als Eröffnungstermin. Vielleicht läuft ja wirklich zumindest auf dieser Berliner Großbaustelle von nun an alles nach Plan. Das Schiller Theater als Interimsspielstätte sollte man sich aber besser dennoch etwas länger in Reserve halten. Was in diesem heißen Opernsommer sonst alles noch auf den nationalen und internationalen Bühnen passiert ist, haben wir auf den nachfolgenden Seiten für Sie zusammengetragen; erste Ausblicke auf die neue Saison gibt es natürlich auch. Spannende Lektüre garantiert!
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INTERVIEWS

Das Interview: ROBERTO ALAGNA – Zu allem bereit

Autor: Andreas Laska · Ausgabe 9/2015

Der Startenor sucht einmal mehr die Herausforderung. Ein Gespräch vor seinen großen Rollendebüts in Meyerbeers »Vasco da Gama« in Berlin und Hálevys »La Juive« in München.
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Im Gespräch: OLGA PERETYATKO – Erfolgreich und rundum glücklich

Autor: Andreas Laska · Ausgabe 9/2015

Sie singt ihre Wunschpartien an den schönsten Opernhäusern der Welt und hat ein glückliches Privatleben. Die Sopranistin über ihre Karriere, große Pläne – und das aktuelle Rossini-Projekt.
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Das Porträt: PAOLO BORDOGNA – Ein echter Buffo

Autor: Söhnke Martens · Ausgabe 9/2015

Eine Seltenheit: Der italienische Bariton Paolo Bordogna ist ein echter Buffo – mit Stimme und Humor.
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Hintergrund: MATHIAS HUSMANN – Neue Oper

Autor: Yeri Han · Ausgabe 9/2015

»Verdi und die Dame mit Noten« heißt die neue Oper von Mathias Husmann. Gemeint ist Giuseppina Strepponi, Giuseppe Verdis zweite Frau. Uraufführung ist im September in Hamburg.
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AUFFÜHRUNGEN

SALZBURGER FESTSPIELE Fidelio

4. August · Großes Festspielhaus · Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 9/2015

Ein ungewohntes Konzept und musikalische Höchstleitungen ließen Beethovens »Fidelio« zum Festspielereignis werden.
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BAYREUTHER FESTSPIELE Tristan und Isolde

25. Juli · Festspielhaus · Autor: J. Bartels · Ausgabe 9/2015

Mit Spannung erwartet und nicht ohne Getöse im Vorfeld aus der Taufe gehoben: Katharina Wagners erfolgreiche Inszenierung von »Tristan und Isolde« mit Bayreuths Musikdirektor Christian Thielemann am Pult.
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MÜNCHNER OPERNFESTSPIELE Arabella

6. Juli ∙ Nationaltheater · Autor: J.-M. Wienecke · Ausgabe 9/2015

Die Reihe berühmter Namen in Münchner Aufführungen von Richard Strauss' »Arabella« ist so lang wie respektabel. Die Tradition setzen in der Neuinszenierung von Andreas Dresen Anja Harteros und Thomas J. Mayer fort.
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BREGENZER FESTSPIELE Turandot

22. Juli · Seebühne · Autor: M. Wilks · Ausgabe 9/2015

Der erwartete große Aufwand auf dem Bodensee: Terrakotta-Armee und chinesische Mauer waren nur zwei der sehenswerten Einfälle in Puccninis »Turandot, während im Festspielhaus Stefan Herheims gelungene Inszenierung von Offenbachs »Les Contes d‘Hoffmann« zu erleben war.
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FESTSPIELE ZÜRICH I Capuleti e i Montecchi

21. Juni · Opernhaus · Autor: Th. Baltensweiler · Ausgabe 9/2015

Eine gefeierte junge Einspringerin gab in der Rolle der Giulietta kurzfristig ihr Rollendebüt an der Seite von Joyce DiDonato in Bellinis »Capuleti«.
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SAVONLINNA OPERA FESTIVAL Boris Godunow

11. Juli ∙ Burghof · Autor: S. Barnstorf · Ausgabe 9/2015

Keine Spur von Rückzug: Matti Salminen, seit weit mehr als 40 Jahren auf den weltweiten Bühnen unterwegs, wurde in seiner finnischen Heimat als Boris Godunow frenetisch bejubelt.
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FESTIVAL AIX-EN-PROVENCE Die Entführung aus dem Serail

13. Juli ∙ Théâtre de l'Archevêché · Autor: J. Gahre · Ausgabe 9/2015

Gewalttätigkeiten in öder Sandwüste – Martin Kusejs eigenwillige Umsetzung von Mozarts Oper stieß im französischen Aix-en-Provence auf wenig Gegenliebe.
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ST. GALLER FESTSPIELE I due Foscari

19. Juni ∙ Klosterhof · Autor: Th. Baltensweiler · Ausgabe 9/2015

Ein Gondel-Anlegeplatz samt Wasserfläche im Klosterhof: Giuseppe Verdis venezianisches Dogen-Drama feierte in einer rundum gelungenen Produktion einen großen Erfolg.
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SEEFESTSPIELE MÖRBISCH Eine Nacht in Venedig

9. Juli · Seebühne · Autor: G. Helbig · Ausgabe 9/2015

Nur behutsame Aktualisierungen für ein traditionsbewusstes Publikum. Und Intendantin Dagmar Schellenberger persönlich gab das berühmte Schwipslied „Mir ist auf einmal so eigen zumute“ zum Besten.
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NDR KLASSIK OPEN AIR HANNOVER La Bohème

18. Juli · Maschpark · Autor: S. Mauß · Ausgabe 9/2015

Das „Wunder von Hannover“: 46000 Zuschauer in drei Tagen. Zum zweiten Mal ausgetragen erwies sich das diesjährige Open Air in Hannover erneut als Zuschauermagnet. Met-Chef Peter Gelb: „Das schaffen wir nicht mal bei uns im Central Park!“
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HÄNDEL-FESTSPIELE HALLE Alessandro

6. Juni ∙ Goethe-Theater Bad Lauchstädt · Autor: J. Gahre · Ausgabe 9/2015

Gegen den Strich gebürstet und doch keine Klamotte: Max Emanuel Cencic brillierte als Alexander der Große in der rasanten und an Situationskomik reichen Inszenierung von Choreografin Lucinda Childs.
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LONDON Guillaume Tell

29. Juni · Royal Opera House · Autor: M. Lehnert · Ausgabe 9/2015

Buh-Orkane während der Aufführung – für das gesittete Royal Opera House eine Premiere. Das Londoner Publikum wehrt sich zunehmend gegen das Regietheater-Programm von Intendant Kasper Holten.
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WIEN The Tempest

14. Juni · Staatsoper · Autor: T. Rauchenwald · Ausgabe 9/2015

Zeitgenössisches Musiktheater zum Saisonabschluss: Thomas Adès‘ Shakespeare-Oper mit Adrian Eröd als Prospereo hatte als Koproduktion mit der New Yorker Metropolitan Opera Premiere in Wien.
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MELDUNGEN / INFO

IM BLICKPUNKT

Eine glückliche Gewinnerin: Christa Hofmann hatte zu Beginn dieses Jahres den Hauptpreis des großen „Opernglas“-Preisausschreibens gewonnen. Am 31. Juli ging es für die begeisterte Operngängerin nach Bayreuth zu den Richard-Wagner-Festspielen für eine Vorstellung von »Der fliegende Holländer«. Herausgeber Michael Lehnert begrüßte sie zunächst in Herrmann’s Posthotel in Wirsberg, wo die Preisträgerin für zwei Nächte einchecken konnte. Sterne-Koch Alexander Herrmann ließ es sich auch nicht nehmen, beide persönlich willkommen zu heißen; er und sein Team wollten sie schließlich im Anschluss an die Aufführung in der von ihm betriebenen „Walhall-Lounge“ oberhalb des Festspielhauses auch kulinarisch verwöhnen. Christa Hofmann zeigte sich am Ende sowohl von der Aufführung als auch der aufmerksamen, harmonischen Rundumbetreuung restlos begeistert: „Ein einmaliges Erlebnis!“

NAMEN UND DATEN

ALEXANDER VINOGRADOV, jüngst in der Neuproduktion von »Guillaume Tell« in London erfolgreich, singt aktuell im September den Philipp II. in »Don Carlo« am Teatro Colón in Buenos Aires, bevor er im Oktober/November an das Londoner Royal Opera House als Escamillo in »Carmen« zurückkehrt. Am Aalto-Musiktheater in Essen wird der junge russische Bass den Méphistophélès in einer Neuproduktion des »Faust« singen, an der Hamburgischen Staatsoper den Grafen Walter in »Luisa Miller«. Ausführliche Termine des Künstlers sowie Infos und Daten von Olga Peretyatko, Christian Gerhaher, Anne Sofie von Otter, Maria José Siri, Nikolay Borchev und vielen anderen.

REPORT

HYPNOTISCH

Wer die diesjährige »Tosca«-Premiere bei den Opernfestspielen im Römersteinbruch von St. Margarethen erleben wollte, musste besonders tapfer sein: Nach einer tagelangen Hitzewelle hatten schwere Unwetter für eine unter Wasser gesetzte Bühne und einen um eine Stunde nach hinten verschobenen Premierenstart gesorgt. Die Premierengäste ließen sich nicht die gute Stimmung verderben und wurden für ihr optimistisches Durchhaltevermögen mit einer Produktion belohnt, die in ihrer bildgewaltigen Opulenz schier begeisterte. Der geschichtsträchtige Steinbruch selbst, der für zahlreiche Prachtbauten der berühmten Wiener Ringstraße das Baumaterial geliefert hat, hatte in Robert Dornhelms Inszenierung allerdings in den Hintergrund zu treten. Stattdessen bestimmten eine 25 Meter hohe Engelsstatue, deren Federkleid die Bühne wie eine Schale einrahmt (Bühnenbild: Amra Bergmann) und großflächige Projektionen, auf der sich hypnotisch wirkende Impressionen von Originalschauplätzen und Nahaufnahmen der Darsteller abwechseln, das Geschehen. Trotz dieser optischen Reizflutung gingen die Solisten um Sopranistin Martina Serafin in der Titelpartie nicht unter, sondern konnten mit Bühnenpräsenz vokalen Leistungen punkten. Wer diese außerordentliche »Tosca« verpasst hat, für den gibt es schon jetzt Abhilfe für daheim: Die Produktion liegt bereits auf DVD vor und kann über die Seite www.arenaria.at bestellt werden. (YH)

VORSCHAU

Vor 50 Jahren wurde in Amsterdam die heutige Nationaloper unter dem Namen „Dutch Opera Foundation“ gegründet. Anlässlich dieses Jubiläums präsentiert Intendant Pierre Audi, der das Haus seit 1988 leitet, zahlreiche Highlights und besondere Programmpunkte. Einer davon wird gegen Ende der Saison ein von Jaap van Zweden geleitetes großes Jubiläumskonzert mit Eva-Maria Westbroek sein. Neben dem ausführlichen Plan für die Saison 2015/2016 der Niederländer auch das Programm weiterer Häuser wie der Staatsoper Stuttgart, des Opernhauses in Dortmund sowie jetzt schon das der Bayreuther Festspiele 2016 mit fast allen Besetzungen der Festspielaufführungen im kommenden Jahr.

NACHRUF

JON VICKERS, einer der gefragtesten Heldentenöre der 1960er- und 1970er-Jahre ist im Alter von 88 Jahren verstorben. Vickers war vor allem bekannt für seine Interpretationen des Siegmund, Tristan, Parsifal, Énée, Otello, Samson, Peter Grimes und Don José. Geboren am 29. Oktober 1926 im kanadischen St. Albert als sechstes von acht Kindern, wurde er nach mehreren kleinen Tätigkeiten ermutigt, ernsthaft Gesang zu betreiben, und erhielt 1950 ein Stipendium für das Royal Conservatory in Toronto. Seine internationale Karriere nahm ihren Anfang, als er 1956 am Royal Opera House Covent Garden so wie wenig später in Bayreuth debütierte, wo er 1958 den Siegmund in »Die Walküre« sang, eine Partie, die zu einer seiner Paraderollen werden sollte und ihn noch im selben Jahr auch an die Mailänder Scala führte. Bis in die 1980er-Jahre blieb er dem Royal Opera House, wo er unter anderem als Énée, Radames, Don Carlos, Canio, Tristan und Samson große Erfolge feierte, eng verbunden, ebenso wie der Metropolitan Opera New York, an der er anschließend an sein Debüt als Canio im Jahr 1960 im Laufe eines Vierteljahrhunderts in insgesamt 22 Spielzeiten auftrat. Eine fruchtbare Zusammenarbeit verband ihn auch mit Herbert von Karajan, unter dessen Leitung er regelmäßig Gast bei den Salzburger Festspielen war.

LUDMILLA DVORAKOVA ist zusammen mit ihrer 87-jährigen Schwester und ihrem Hund am 30. Juli 2015 in ihrem Haus in Prag bei einem Brand ums Leben gekommen. Die tschechische Sopranistin hatte noch am 11. Juli ihren 92. Geburtstag feiern können und Freunden am Telefon gesagt, wie sehr sie sich auf die Übertragung des diesjährigen Bayreuther »Tristans« im Fernsehen freue. Neben ihrer ausführlichen Gastiertätigkeit (Wiener Staatsoper von 1956 bis 1984 und Brünnhilde in Pariser »Ring«-Aufführungen in den Jahren 1967 und 1971) zählte sie zu den wichtigsten Stützen des Ensembles an der Deutschen Staatsoper Unter den Linden und war Trägerin des Staatspreises der DDR. Von Franz Konwitschny nach einem »Fidelio«-Gastspiel als Octavian im »Rosenkavalier« an das Haus engagiert, stieg sie nach dem Bau der Berliner Mauer ins hochdramatische Fach ein. Legendär ihre Isolde und attraktive Färberin in Harry Kupfers Ost-Berliner Inszenierung der »Die Frau ohne Schatten«. 1965 debütierte sie bei den Bayreuther Festspielen als Gutrune und Venus und sang in den Jahren bis 1971 auch die Brünnhilde in der »Walküre« (1966 und 1967) sowie im »Siegfried« (1967), die Ortrud (1968 und 1971) und auch die Kundry (1969).

CDs

Giuseppe Verdi AIDA

WARNER CLASSICS 0825646106639, 3 CDs ∙ Autor: S. Martens ∙ Ausgabe 9/2015

Inzwischen eine Seltenheit: Studioeinspielungen von Operngesamtaufnahmen. Warner schickt eine »Aida« „für das neue Jahrtausend“ ins Rennen. Die CD erscheint am 2. Oktober. Wir haben schon reingehört; Als Solisten begeistern Jonas Kaufmann und Anja Harteros sowie Antonio Pappano am Pult.

Peter Tschaikowsky PIQUE DAME

BR KLASSIK 900129, 3 CDs ∙ Autor: Th. Baltensweiler ∙ Ausgabe 9/2015

Spitzenorchester pflegen zunehmend ihr eigenes CD-Label. Der Bayerische Rundfunk legt als neueste Einspielung eine Gesamtaufnahme von »Pique Dame« unter Chefdirigent Mariss Jansons vor.

SOLOALBEN

Italienisches und Amerikanisches – ein Recital für Neugierige und Grenzgänger: „Joyce & Tony“ ist ein Mitschnitt des gemeinsamen Konzertes von Joyce DiDonato und Antonio Pappano in der Londoner Wigmore Hall im September 2014. Ebenfalls neu: Schubert-Lieder in der Interpretation der jugendfrischen Tenorstimme von Mauro Peter.

JUBILARE AUF CD: José van Dam & Peter Schreier

Akustische Kostbarkeiten: CD-Boxen als Geburtstagsgrüße an die Jubilare José van Dam und Peter Schreier.