ePAPER - Ausgabe 07-08/2014

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Saisonfinale und Festspielbeginn: Joyce DiDonato riss als Maria Stuarda das Publikum in Berlin zu Jubelstürmen hin, José Cura begeisterte einmal mehr als Otello, diesmal in Köln. In München sorgten »Die Soldaten« für einen intensiven Opernabend, Bonn zeigte Massenets seltene »Thaïs«. In Stuttgart war man gespannt auf das Rollendebüt von Pumeza Matshikiza als Mimì, und an der Hamburgischen Staatsoper gab es nicht nur eine spannende Händel-Premiere, sondern auch eine vorzüglich besetzte Wiederaufnahme der »Arabella« von Richard Strauss, die eine erfreuliche Wiederbegegnung mit Cheryl Studer bot. Dazu erste Festspielberichte von den Händel-Festspielen in Göttingen und von der Münchener Biennale.

Die Interviewthemen: Bassbariton Günther Groissböck, der für ein unwiderstehliches Angebot aus Salzburg den Bayreuther Festspielen untreu werden musste, die hochdramatische Sopranistin Petra Lang, die im Genfer »Ring« erstmals alle drei Brünnhilden gesungen hat, Juan Diego Flórez, der ebenfalls neue Partien im Visier hat, die Sopranistin Hui He, die von Ausflügen ins Belcanto-Repertoire und ins deutsche Fach träumt, sowie Pablo Heras-Casado, Dirigent mit besonderer Affinität zu Alter ebenso wie zu Neuer Musik, der mit der »Zauberflöte« bei den Festspielen in Aix-en-Provence zu Gast ist.
Daneben Gespräche zu Jubiläen und Geburtstagen: Die große Mezzosopranistin Elena Obraztsova wird 75, die Partnerschaft zwischen den Salzburger Festspielen und Audi wird 20 und die Gluck-Festspiele sind rechtzeitig zum 300. Geburtstag des Komponisten wieder fit und auf Kurs.

Nachfolgend finden Sie einen ersten Überblick über die wichtigsten Themen dieser Ausgabe. Eine ausführliche Liste aller Inhalte bietet das Inhaltsverzeichnis.

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INHALTSVERZEICHNIS

INHALTSVERZEICHNIS

Ausgabe: 7-8/2014

Das komplette Inhaltsverzeichnis mit allen Themen
EDITORIAL
AUFFÜHRUNGEN
  • BERLIN Billy Budd (Deutsche Oper)
    Maria Stuarda (Deutsche Oper)
  • KÖLN Otello
  • STUTTGART La Bohème
  • DRESDEN Simon Boccanegra
  • HAMBURG Almira
  • Arabella
  • MÜNCHEN Die Soldaten (Nationaltheater)
  • BONN Thaïs
  • DORTMUND Rusalka (Konzerthaus)
  • AMSTERDAM Faust
FESTSPIELSTAR
  • GÜNTHER GROISSBÖCK
IM GESPRÄCH
  • PETRA LANG
DAS INTERVIEW
  • JUAN DIEGO FLÓREZ
FESTSPIELE
  • 1. INTERNATIONALES MUSIKFEST HAMBURG Königskinder / Faust (Laeiszhalle)
  • SCHWETZINGER FESTSPIELE Leucippo (Rokokotheater)
  • KLANGVOKAL DORTMUND I Capuleti e i Montecchi (Konzerthaus)
  • MÜNCHENER BIENNALE Vivier (Muffathalle)
  • HÄNDEL-FESTSPIELE GÖTTINGEN Faramondo / Musik zur Krönung Georgs I.
DAS PORTRÄT
  • HUI HE
IM BLICKPUNKT
  • PABLO HERAS-CASADO
NAMEN UND DATEN
NACHRUF
MELDUNGEN
SHAKESPEARE 2014
  • SENTA BERGER
REPORT
  • LONDON / AACHEN / AUGSBURG / MANNHEIM / BRAUNSCHWEIG
RUNDBLICK
  • MÜNCHEN Mandela Trilogy (Deutsches Theater)
  • SANKT GALLEN Die tote Stadt
  • HANNOVER Don Giovanni
  • BIELEFELD Médée
  • INNSBRUCK Tiefland
  • DARMSTADT Il Trittico
  • ERFURT Otello
  • REGENSBURG Vastation
HINTERGRUND
  • RUPERT STADLER
GLUCK 2014
  • AXEL BAISCH
HOMMAGE
  • ELENA OBRAZTSOVA
OPER IM KINO
VORSCHAU
SPIELPLÄNE
RARITÄTEN
TV-TIPPS
IMPRESSUM
LESERBRIEFE
CD SPECIAL
  • GLUCK 2014
DVDs
  • Giuseppe Verdi DON CARLO
  • Richard Strauss ELEKTRA
  • Giuseppe Verdi AIDA
  • Vincenzo Bellini LA SONNAMBULA
  • Peter Tschaikowsky EUGEN ONEGIN
  • Boris Blacher 200 000 TALER
  • Alfredo Catalani LA WALLY
NEUE CDs
  • Giuseppe Verdi GIOVANNA D’ARCO
  • Giovanni Simone Mayr GINEVRA DI SCOZIA
  • Richard Strauss ELEKTRA
  • Georg Friedrich Händel TAMERLANO
  • Georg Friedrich Händel SIROE, RE DI PERSIA
  • Giuseppe Verdi MACBETH
  • Béla Bartók HERZOG BLAUBARTS BURG
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EDITORIAL

EDITORIAL

Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 7-8/2014

Auf geht es in den Festspielsommer 2014! Zwischen Bayreuth, München und Salzburg steigen Spannung und Vorfreude. Manch andere Festivals laufen bereits auf Hochtouren, sind gar schon über die Ziellinie, oder nehmen just jetzt so richtig Fahrt auf.
Ein fröhliches buntes Treiben zwischen Prestigebühne, Openair-Spektakel und Festspielscheune. Zuweilen weht dabei ein neuer, frischer Wind, sei es im Fränkischen bei den rechtzeitig zum großen, runden Geburtstag des Komponisten komplett neu aufgestellten Gluck-Festspielen in Nürnberg, oder an der Elbe bei der Premiere des neu installierten Musikfests Hamburg. Dort hat sich gleich im ersten Jahr die Oper einen besonderen Stellenwert erobert, und man darf gespannt sein, wie sich das hohe Niveau dieses Programms in den kommenden Jahren halten und noch weiter steigern lässt. Eine willkommene Bereicherung, die sich auf das kulturelle Leben der Hansestadt zweifellos auswirken wird und den Druck schon jetzt positiv erhöht, auch und vor allem an der Staatsoper. Derartige Begeisterungsstürme will man schließlich auch an der Dammtorstraße wieder häufiger hören.
Konkurrenz belebt das Geschäft, auch im eigenen Haus. Es ist immer wieder bemerkenswert, welch positiven Effekt hochkarätige Besetzungen auf ein ganzes Ensemble haben können, wenn sich Gesangsstars die Ehre geben oder der GMD selbstbewusst auch andere Pultgötter neben sich duldet. Niveau färbt immer ab und reißt mit, egal ob durch den international gefragten Gast oder die feste lokale Größe. Dabei spielt der Zeitfaktor eine ganz wesentliche Rolle: Die passende Partie zum richtigen Zeitpunkt ist ein Ideal, das gar nicht so leicht zu erreichen ist. Da ist vorausschauende Fachkompetenz im Besetzungsbüro ebenso gefragt wie die kluge Selbsteinschätzung des Künstlers.
Singen ist Millimeterarbeit, wie es Juan Diego Flórez so schön im aktuellen Interview formuliert. Nicht nur an den Stimmbädern: Eine erfolgreiche Gesangslaufbahn erfordert eine ganze Menge Kopfarbeit im Moment der Tonproduktion, in der Vorbereitung und eben auch im langfristigen Vorausplanen. Bei aller berechtigter Sorge um so manches in der Sonne des Ruhms viel zu schnell verglühende Talent, zeigen derzeit doch erfreulich viele Künstler, dass mit Bedacht angegangene Karrieren auch in unserer heutigen, immer neue Sensationen einfordernden Zeit mit ihren zum Teil irrwitzig weit in die Zukunft reichenden Verträgen durchaus langlebig sein können. Die Souveränität zum entschiedenen „Nein“ im Vorfeld gehört ebenso dazu wie ehrlicher Mut zur rechtzeitigen Absage, wenn sich die Stimme anders weiterentwickelt hat, als vor Jahren gedacht. So enttäuschend das im Einzelfall für die Fans sein kann, so groß ist doch der Gewinn für die Stimme.
Alle Sängerinterviews dieser Ausgabe kreisen letztendlich um diese grundlegenden Themen des Opernalltags. Sie handeln aber auch von Träumen, den erfüllten wie (noch) unerfüllten, und von den Wegen, die selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Sei es durch die bewusste Hinwendung zu einer neuen Herausforderung, die gerade bei gefragten Sängern auch immer eine Entscheidung gegen ein anderes tolles Angebot ist, sei es durch das Ausharren in einem anderen Fach, um letztendlich doch jene Partien singen zu können, für die die Stimme an sich immer schon gemacht schien – oder einfach durch geschicktes Lancieren der eigenen Traumpartien an prominenter Stelle: im „Opernglas“-Interview. Hui He, die viel gefragte Verdi-Spezialistin, brachte zu unserem Gespräch gleich eine ganze Wunschliste mit…
Die Breitenwirkung insbesondere unserer alljährlichen großen Festspielausgabe ist noch einmal um ein Vielfaches erhöht; das spüren wir Jahr für Jahr aufs Neue, in der Regel schon weit im Vorfeld. Jeder will irgendwie dabei sein. Wenn das kein Ansporn ist! Und so haben wir uns einmal mehr für Sie, liebe Leser, ganz besonders ins Zeug gelegt. Auf den nachfolgenden Seiten finden Sie erneut eine geballte Themenfülle, die durch die vielen Ankündigungen der Pläne von Opernhäusern und Konzertveranstaltern noch zusätzlichen Informationsgehalt gewinnt und schon jetzt viel Lust aufs Pläneschmieden macht. In Kombination mit den wie immer sehr ausführlichen Premierenberichten, den exklusiven Interviews und dem bunten Medienteil darf ich Ihnen eine spannende, höchst abwechslungsreiche Lektüre versprechen. Viel Spaß dabei, einen schönen Sommer – und natürlich eine Menge aufregender Festspielerlebnisse!
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INTERVIEWS

Festspielstar: GÜNTHER GROISSBÖCK – echt & authentisch

Autor: Söhnke Martens · Ausgabe 7-8/2014

München und Salzburg. Gleich zwei Festspielpremieren. Der angesagte Bassbariton über seinen ersten Ochs, über Bayreuth und Belcanto. Und über sportiven Stressabbau.
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Im Gespräch: PETRA LANG – Komplettes Brünnhilden-Trio

Autor: Sebastian Barnstorf · Ausgabe 7-8/2014

Die Sängerin, die viele Jahre als Mezzo unterwegs war, über ihren langen, aber erfolgreichen Weg zum dramatischen Sopran.
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Das Interview: JUAN DIEGO FLÓREZ – Bilder in Klang verwandeln

Autor: Ursula Ehrensberger · Ausgabe 7-8/2014

Vorsichtig, aber bestimmt erweitert Juan Diego Flórez sein Repertoire. Ein Gespräch über „Singen als Millimeterarbeit.“
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Das Porträt: HUI HE – Verdi-Sopran

Autor: Dr. Andreas Laska · Ausgabe 7-8/2014

Sie ist eine der gefragtesten Verdi-Soprane unserer Zeit. Bei den Festspielen in Verona ist sie in diesem Jahr gleich in zwei Produktionen im Einsatz. Hui He über große Arenen, große Emotionen – und große Träume.
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Im Blickpunkt: PABLO HERAS-CASADO – Brücken bauen

Autor: Yeri Han · Ausgabe 7-8/2014

Mit Leidenschaft und Disziplin: Ein Dirigent zwischen Alter Musik und Moderne.
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Shakespeare 2014: SENTA BERGER – Eine große Inspiration

Autor: Söhnke Martens · Ausgabe 7-8/2014

Ihr erfolgreiches Programm „With Shakespeare in Love“ steht im Sommer beim Rheingau Musikfestival auf dem Programm, gefolgt von weiteren Auftritten u.a. in Salzburg, Linz, Frankfurt, Wiesbaden….
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Hintergrund: RUPERT STADLER – Kreatives Miteinander

Autor: Ralf Tiedemann · Ausgabe 7-8/2014

20 Jahre Partnerschaft mit den Salzburger Festspielen. Ein Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden der Audi AG.
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Gluck 2014: AXEL BAISCH – Jonglieren mit acht Bällen

Autor: Yeri Han · Ausgabe 7-8/2014

Rechtzeitig zum großen Jubiläum starten die Internationalen Gluck Opern Festspiele mit neuer Struktur und neuen Ideen.
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Hommage: ELENA OBRAZTSOVA – Freude & Dankbarkeit

Autor: Dr. Sergej Saizew · Ausgabe 7-8/2014

Die legendäre Mezzosopranistin feiert ihren 75. Geburtstag.
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AUFFÜHRUNGEN

BERLIN Maria Stuarda

7. Juni · Deutsche Oper · Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 7-8/2014

Ein großer Abend und zweimal volles Haus: Joyce DiDonato präsentierte jetzt auch an der Deutschen Oper Berlin ihre neue Paraderolle der Maria Stuarda in Gaetano Donizettis gleichnamiger Oper.
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KÖLN Otello

18. Mai · Oper am Dom · Autor: M. Lode-Gerke · Ausgabe 7-8/2014

Otello im Shakespeare-Jahr: Im Ausweichquartier der Kölner Oper sang José Cura die Titelpartie in Giuseppe Verdis Vertonung dieses berühmten Stoffes.
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STUTTGART La Bohème

30. Mai · Staatsoper · Autor: Y. Han · Ausgabe 7-8/2014

Hohe Erwartungen gab es an das Rollendebüt von Pumeza Matshikiza als Mimì. Die Stuttgarter Oper hatte in ihrer jüngsten Premiere aber noch weitere musikalische Überraschungen parat.
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HAMBURG Almira

25. Mai ∙ Staatsoper · Autor: Y. Han · Ausgabe 7-8/2014

Händels erste Oper und die einzige überlieferte aus dessen Hamburger Zeit kehrte mit einer Neuinszenierung der Staatsoper in die Hansestadt zurück. Eine Koproduktion mit den Innsbrucker Festwochen, bei denen diese »Almira« im August zu erleben sein wird.
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MÜNCHEN Die Soldaten

25. Mai ∙ Nationaltheater · Autor: J.-M. Wienecke · Ausgabe 7-8/2014

Einst vom Aufwand her als unspielbar abgetan, gelten Bernd Alois Zimmermanns »Soldaten« längst als Schlüsselwerk der Moderne, das nun auch an der Bayerischen Staatsoper in einer aufwändigen Produktion wieder für Begeisterung sorgte.
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BONN Thaïs

18. Mai ∙ Theater · Autor: M. Lehnert · Ausgabe 7-8/2014

Für Bonns musikalischen Opernchef Stefan Blunier ist Massenets Partitur Herzensangelegenheit. Nicht nur deshalb gelang ihm mit dem fabelhaft disponierten Beethoven-Orchester eine große Premiere.
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DRESDEN Simon Boccanegra

30. Mai · Staatsoper · Autor: U. Ehrensberger · Ausgabe 7-8/2014

Christian Thielemann ist es offensichtlich ernst mit der italienischen Oper. Nicht nur Wagner und Strauss – auch dem düsteren Spätwerk Giuseppe Verdis drückt er seinen persönlichen Stempel auf.
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MÜNCHEN Mandela Trilogy

8. Juni ∙ Deutsches Theater · Autor: Y. Han · Ausgabe 7-8/2014

Mit einer Mischung aus Leichtfüßigkeit, Lebensfreude und Kontemplation würdigt die »Mandela Trilogy« das Leben einer Legende. Die Cape Town Opera brachte das 2010 zur Fußballweltmeisterschaft in Südafrika uraufgeführte Werk in München zur Deutschlandpremiere.
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MUSIKFEST HAMBURG Faust

15. Juni ∙ Laeiszhalle · Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 7-8/2014

Im Mai lief als jüngstes kulturelles Flaggschiff der Hansestadt das 1. Internationale Musikfest Hamburg vom Stapel und legte einen furiosen Start hin: 35.000 Zuschauer besuchten die rund 50 Konzerte. Umjubelter Abschluss war ein konzertanter »Faust« mit Sonya Yoncheva, Charles Castronovo und Erwin Schrott in den Hauptpartien.
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HÄNDEL-FESTSPIELE GÖTTINGEN Faramondo – Musik zur Krönung Georgs I.

31. Mai ∙ Deutsches Theater · Autor: J. Gahre · Ausgabe 7-8/2014

Die Royals in England feiern – und die Niedersachsen auch. Am 20. Oktober dieses Jahres ist es genau 300 Jahre her, dass ein Deutscher aus Hannover zum britischen König gekrönt wurde: Georg I. Nur kurz zuvor war auch Georg Friedrich Händel den Weg von Hannover nach London gegangen. In Göttingen erinnerten die Händel-Festspiele an diese „Herrschaftszeiten!“
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MELDUNGEN / INFO

NAMEN UND DATEN

BRYAN HYMEL wird Exklusivkünstler bei Warner Classics. Die Veröffentlichung seines Debütalbums ist für Frühjahr 2015 angekündigt. Es soll Arien des französischen Opernrepertoires enthalten. Derzeit gibt der Tenor ein weiteres Rollendebüt, diesmal als Arnold in Rossinis »Guillaume Tell« im Rahmen der Münchner Opernfestspielpremiere. Im Herbst übernimmt er am Londoner Southbank Centre den Polyeucte in einer konzertanten Vorstellung von Donizettis kaum gespielter Oper »Les Martyrs« (4.11.). Weitere Termine und Projekte des Startenors sowie Pläne von Peter Seiffert, Jonas Kaufmann, Elina Garanca, Anna Netrebko, Nina Stemme, Joseph Calleja und anderen mehr.

REPORT

PUCCINI IN PINK!

Jonathan Kent hatte sich für seine neue »Manon Lescaut«-Inszenierung am Royal Opera House in London für ein sehr modernes Setting entschieden, das vor allem die eher schäbigen Seiten von Sex sowie die Folgen eines zu genusssüchtigen Lebensstils zeigte, und dafür zahlreiche Buhs geerntet. Im zweiten Akt öffnete sich auf der Drehbühne ein Raum, der einem prächtigen goldenen Käfig glich und in dem Manon als eine Art Pamela-Anderson-Double mit grell-blonder Perücke und einem pinkfarbenen, recht freizügigen Kleid Des Grieux, Geronte und eine ganze Reihe kahlköpfiger älterer Männer sexuell erregte und mit sehr expliziten Flirtereien „entertainte“. Jonas Kaufmann war als Des Grieux herausragend, seine Stimme voller Farbe, Leidenschaft und mitreißender Kraft. Die lettische Sopranistin Kristine Opolais war ihm eine ebenbürtige Manon, wodurch vokal wie optisch ein ideales Paar zu erleben war. (BB)

VORSCHAU

Anja Kampe gibt unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim an der Berliner Staatsoper ihr Rollendebüt als Tosca in einer Neuinszenierung, Plácido Domingo seines als Macbeth am gleichen Haus in der Wiederaufnahme einer Inszenierung von Peter Mussbach. Christiane Kohl wird in der neuen Saison am Dortmunder Opernhaus als Marschallin im »Rosenkavalier« zu erleben sein, an der Düsseldorfer Oper nennt der Premierenplan eine Neuproduktion von Giuseppe Verdis »Aida«, während die Oper Leipzig unter der musikalischen Leitung von Ulf Schirmer den »Ring« mit »Siegfried« fortsetzt und für Mai 2015 sechs Wagner-Opern kompakt im Rahmen von Wagner-Festtagen ankündigt.

MELDUNGEN

MET SAGT KINOÜBERTRAGUNG AB

Die New Yorker Metropolitan Opera hat eine ursprünglich geplante und bereits angekündigte weltweite Kino-Liveübertragung der Oper »The Death of Klinghoffer« von John Adams am 15. November wieder abgesagt. Laut einer offiziellen Erklärung wird das Opernhaus nach Einwänden der Anti-Defamation League – einer US-amerikanischen Organisation, die die Diffamierung von Juden bekämpft und in diesem Fall die beiden Töchter von Leon Klinghoffer vertritt – von einer Übertragung des Stücks in mehr als 60 Länder absehen. In einer Zeit des steigenden Antisemitismus, vor allen in Europa, hält die Anti-Defamation League eine solche für unangebracht, wie Met-Intendant Peter Gelb erklärte. Er selbst sei hingegen davon überzeugt, dass die Oper Adams keinesfalls antisemitisch sei. »The Death of Klinghoffer«, 1991 in Brüssel uraufgeführt, handelt von den Umständen des Todes Leon Klinghoffers, eines an den Rollstuhl gefesselten jüdischen Passagiers, der 1985 auf dem entführten Kreuzfahrtschiff „Achille Lauro“ von Palästinensern aufgrund seiner Staatsbürgerschaft und seines Glaubens unter den über 500 Passagieren ausgesucht und ermordet wurde. Die Inszenierung an der Met wird eine Übernahme von der English National Opera in London sein, wo sie bereits 2012 erfolgreich Premiere hatte.

NACHRUF

Berislav Klobučar

ist am 13. Juni 2014 im 90. Lebensjahr in einem Wiener Krankenhaus verstorben. Der Wiener Staatsoper war er als Dirigent vier Jahrzehnte lang eng verbunden gewesen und hatte bis zu einer letzten »Turandot«-Aufführung am 28. Juni 1993 in vierzig Jahren insgesamt 1.133 Vorstellungen von 53 verschiedenen Opern dirigiert, darunter »Tosca« (96 mal), »Don Carlo« (72 mal), »La Bohème« und »Madama Butterfly« (51 mal), »Die Zauberflöte«, »Salome« und »Il Trovatore«, aber auch immer wieder die Opern Richard Wagners. Mit dem »Ring des Nibelungen« debütierte er 1964 bei den Bayreuther Festspielen und leitete bis 1969 dort auch »Tannhäuser«, »Lohengrin«, »Tristan und Isolde« und »Die Meistersinger von Nürnberg«. Klobučar galt stets als umsichtiger Sängerbegleiter mit profundem Wissen und wurde von Birgit Nilsson als Lieblingsdirigent bezeichnet. Bis ins hohe Alter besuchte er in Wien Aufführungen in der Staatsoper. Am 28. August 1924 in Zagreb geboren, hatte er an der dortigen Musikakademie sowie bei Lovro von Matacic und Clemens Krauss studiert und war nach ersten Jahren als junger Kapellmeister am Nationaltheater in Zagreb von 1960 bis 1971 Generalmusikdirektor an Grazer Opernhaus und von 1972 bis 1981 an der Königlichen Oper Stockholm sowie anschließend von 1982 bis 1988 Musikdirektor der Oper und des Philharmonischen Orchesters von Nizza, hat aber auch an der New Yorker Metropolitan Opera dirigiert (Debüt 1968). 1992 war Klobučar mit der Ehrenmitgliedschaft der Wiener Staatsoper und 2010 von der Republik Österreich mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen ausgezeichnet worden.

NACHRUF

Rafael Frühbeck de Burgos

Erst Anfang Juni war er aus gesundheitlichen Gründen vom Posten des Chefdirigenten beim Dänischen Nationalorchester zurückgetreten – nun ist Rafael Frühbeck de Burgos im Alter von 80 Jahren seinem Krebsleiden am 11. Juni in Pamplona erlegen. Am 15. September 1933 als Sohn deutscher Einwanderer im spanischen Burgos geboren, wirkte er im Laufe seiner langen Karriere nach einem Studium in München und ersten Stationen in Bilbao, Madrid und Wien, deren Symphoniker er Anfang der 1990er-Jahre als Chefdirigent leitete, überwiegend in Deutschland: 1966 bis 1971 in Düsseldorf, wo er Chef der Symphoniker war, 1994 bis 2000 in Berlin als Künstlerischer Leiter beim Rundfunksinfonieorchester, sowie 1992 bis 1997 als Generalmusikdirektor der Deutschen Oper Berlin. Von 2004 an war er sechs Jahre lang Chefdirigent und Künstlerischer Leiter der Dresdner Philharmonie. Obwohl sich sein Gesundheitszustand schon im Frühjahr erheblich zu verschlechtern begonnen hatte, stand er weiter auf dem Podium. Ein Konzert am 12. April mit dem Berliner Rundfunksinfonieorchester konnte er nicht mehr leiten.

DVDs

Peter Tschaikowsky EUGEN ONEGIN

DGG 0735114, 2 DVDs ∙ Autor: M. Wilks ∙ Ausgabe 7-8/2014

Nur ein halbes Jahr nach der Premiere ist er nun auf DVD erhältlich: der umjubelte neue New Yorker »Eugen Onegin« mit Anna Netrebko als fulminante Tatjana.

Richard Strauss ELEKTRA

BEL AIR CLASSICS BAC 110, 1 DVD ∙ Autor: M. Wilks ∙ Ausgabe 7-8/2014

Kein gewöhnlicher Mitschnitt einer Theateraufführung, sondern ein Opernfilm mit dem Live-Ereignis im Mittelpunkt: Die DVD-Fassung von Patrice Chéreaus letzter Operninszenierung von 2013 aus Aix-en-Provence mit Evelyn Herlitzius, Adrianne Pieczonka und Waltraud Meier in den Hauptpartien.

CDs

CD SPECIAL

Christoph Willibald Gluck – DIE GROSSEN OPERN

Eine Edition der Decca würdigt auf angemessene Weise einen der größten Musikdramatiker und bietet zum Jubiläum auch jenen Opernfreunden, die sich an diesen ehrfurchtgebietenden Klassiker bisher vielleicht nicht herangetraut haben, die Gelegenheit, eventuell Versäumtes auf lustvolle Weise nachzuholen.

Giuseppe Verdi MACBETH

CHANDOS 3180, 2 CDs ∙ Autor: Th. Baltensweiler ∙ Ausgabe 7-8/2014

Nicht nur für Engländer ist dieser neue »Macbeth« in englischer Sprache von Interesse: Die Besetzung der Titelrolle mit Simon Keenlyside, der als Macbeth aktuell auch bei den Münchner Opernfestspielen zu erleben ist, stellt für alle Opernfreunde einen nicht geringen Anreiz dar.

Giuseppe Verdi GIOVANNA D’ARCO

DGG 479 2712, 2 CDs ∙ Autor: Th. Baltensweiler ∙ Ausgabe 7-8/2014

Im vergangenen Jahr hatte Anna Netrebko mit Verdis »Giovanna d’Arco« eine neue Tür in Richtung dramatisches Repertoire aufgestoßen. An ihrer Seite: Plácido Domingo in einer weiteren Bariton-Partie. Der Live-Mitschnitt von den Salzburger Festspielen nun auf CD.