ePAPER Ausgabe 05/2013

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Anna Netrebko gab in Wien ihr mit großer Spannung erwartetes Rollendebüt als Tatjana, Christian Thielemann und Simon Rattle starteten jeweils ihre neuen Osterfestspiele, der eine in Salzburg, der andere in Baden-Baden. Erfurt brachte die Wiederbegegnung mit Ruggero Leoncavallos »I Medici«, Darmstadt Hector Berliozʼ monumentale »Les Troyens« und Lyon eine interessante Uraufführung nach einer Novelle von Victor Hugo. Deborah Voigt sang in Liège die Minnie in »La Fanciulla del West«, Amerikas neue Sopranhoffnung Angela Meade sorgte in Washington mit ihrem szenischen Rollendebüt als Norma für Jubelstürme. Und natürlich gab es passend zum Jubiläumsjahr „Wagner satt“, unter anderem mit vier Neuproduktionen von »Parsifal«…

Die Interviewthemen: Amanda Roocroft, die sich als Brittens Gloriana fulminant zurückgemeldet hat, Matthias Georg Kendlinger, der gerade an seiner ersten Oper schreibt, und Ernst Theis, der als scheidender Chefdirigent der Staatsoperette Dresden Bilanz zieht.

Nachfolgend erhalten Sie einen ersten Überblick über die wichtigsten Themen dieser Ausgabe. Eine ausführliche Liste aller Inhalte finden Sie im Inhaltsverzeichnis.

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INHALTSVERZEICHNIS

Inhaltsverzeichnis

Das komplette Inhaltsverzeichnis mit allen Themen

EDITORIAL
AUFFÜHRUNGEN
  • HAMBURG  Gloriana 
  • OSTERFESTSPIELE BADEN-BADEN  Die Zauberflöte 
  • MÜNCHEN  Hänsel und Gretel (Nationaltheater) 
  • WIEN  Eugen Onegin (Staatsoper) 
  • Fidelio  (Theater an der Wien) 
  • BRÜSSEL  Lucrezia Borgia 
  • LIÈGE  La Fanciulla del West 
  • LYON  Claude 
  • WASHINGTON  Norma 
DAS INTERVIEW
  • AMANDA ROOCROFT
DAS PORTRÄT
  • MATTHIAS GEORG KENDLINGER 
BILANZ
  • ERNST THEIS
NAMEN UND DATEN
WAGNER SPECIAL
  • OSTERFESTSPIELE SALZBURG  Parsifal 
  • KÖLN  Parsifal 
  • ESSEN  Parsifal 
  • ANTWERPEN  Parsifal 
  • BERLIN  Siegfried / Götterdämmerung (Philharmonie) 
  • DESSAU  Siegfried 
  • MANNHEIM  Götterdämmerung 
  • KREFELD  Rienzi 
  • HILDESHEIM  Der fliegende Holländer 
WAGNERHELDEN IN NOT
  • Wenn es einmal nicht so läuft, wie geplant
AKTUELL
NACHRUF
REPORT
  • New York / Düsseldorf / Berlin
RUNDBLICK
  • ERFURT  I Medici 
  • DARMSTADT  Les Troyens 
  • GERA  Lady Macbeth von Mzensk 
  • WIESBADEN  Ariadne auf Naxos 
  • BREMEN  Der Freischütz 
  • BIELEFELD  Eugen Onegin 
  • KAISERSLAUTERN  Wozzeck 
  • CHEMNITZ  Die Herzogin von Malfi 
  • DETMOLD  Il Trovatore 
  • SANKT GALLEN  La forza del destino 
IM BLICKPUNKT
  • BRITTEN-JAHR 2013
VORSCHAU
SPIELPLÄNE
TV-TIPPS
RARITÄTEN
IMPRESSUM
NEUE CDs
  • IAN BOSTRIDGE  Britten Songs 
  • ETERNA CUTS – ZURÜCK ZU VINYL 
  • ARNOLD BEZUYEN  Dichterliebe 
  • ALICE COOTE  Winterreise 
  • DMITRI HVOROSTOVSKY  In this moonlit night 
  • MARILYN HORNE  Liederabend 1992 
  • JOHN DOWLAND  Lute Songs 
  • ANTONIO SALIERI  Les Danaides 
  • FRANZ IGNAZ DANZI  Der Berggeist 
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EDITORIAL

Editorial

Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 5/2013

Oper ist immer für Überraschungen gut. Kein Wunder bei einer so lebendigen Kunstform, die ihren ganz eigenen Reiz insbesondere aus dem direkten Liveerlebnis zieht - und dem Gelingen der vom Publikum besonders geliebten, von den Künstlern zuweilen gefürchteten Höhepunkte. Wie gelingt der Spitzenton, die Koloratur, die hochdramatische Attacke? Die Abendform des Sängers entscheidet über einen großen - oder den ganz großen Moment. So wie man ihn gerade in Hamburg erleben konnte.

Die Wiederbegegnung mit Amanda Roocroft als Gloriana ist eine der positivsten Überraschungen der vergangenen Wochen. Im exklusiven "Opernglas"-Interview berichtet die Sängerin, die vor einigen Jahren schon ans Aufhören gedacht hatte, auch von den Schattenseiten des eigenen Ruhms. Ihre Karriere zeigt, dass es im Musiktheaterbetrieb durchaus möglich ist, den vermeintlich vorgezeichneten Weg zu verlassen, einen eigenen zu wählen - und am Ende doch dort anzulangen, wo man schon nicht mehr hinzukommen glaubte. Ehrliche Worte, die durch ihre Offenheit bewegen. Und eine positive Lebenseinstellung, die Mut macht: Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere.
Zuweilen öffnen sich gleich zwei Türen: Als es 2011 bei den Salzburger Osterfestspielen spektakulär krachte und das seit ihrer Gründung bestehende Bündnis mit den Berliner Philharmonikern zerbrach, munkelte mancher schon vom Ende der Festspielkultur an sich. Nun, knapp zwei Jahre später, läutete Christian Thielemann mit seiner Dresdner Staatskapelle an der Salzach eine neue Oster-Ära ein, und eröffnete parallel dazu Simon Rattle ein Pendant an der Oos, als neues Domizil der Berliner. Aus eins mach zwei. Die künstlerischen Ergebnisse dieser beiden Neustarts können Sie, liebe Leser, in dieser Ausgabe nacherleben; ebenso in ausführlichen Berichten die vielen weiteren Premieren mit wichtigen Wiederentdeckungen, interessanten Regiekonzepten, aufregenden Rollendebüts.
Mitunter kündete aber auch der berüchtigte "rote Zettel" am Eingang des Opernhauses oder ein freundlicher Herr vor dem Vorhang die Notwendigkeit einer Umbesetzung an, deren Gründe durchaus vielfältiger Natur sein konnten. So etwas gehört zum Livecharakter einer jeden ausübenden Kunst dazu und muss nicht zwingend in einer Enttäuschung enden; im Gegenteil sind schon viele Sänger gerade durch ein erfolgreiches Einspringen berühmt geworden. Die große Absagewelle, insbesondere, aber nicht nur, bei den (Helden-) Tenören, sollte dennoch nachdenklich stimmen, denn nicht alles wird da auf den allzu langen Winter geschoben werden können, wird der eine oder andere Terminkalender vielleicht doch zu üppig oder zu schwer bestückt gewesen sein. "Weißt du, wie das wird?" Auch und vor allem im Jubiläumsjahr, erst recht im Wagner-Wonne-Monat Mai, der ja am 22. den eigentlichen 200. Geburtstag des Komponisten bereithält, sollte ein kurzes Innehalten möglich sein.
Wenn in diesen Wochen die Opern- und Konzerthäuser nach und nach ihre Vorschauen auf die kommende Saison präsentieren, steigt die Vorfreude. Was zeigt das Theater vor Ort, wo spielt man meine Lieblingsoper, welche Künstler singen? Da werden schnell Termine gemacht, Pläne geschmiedet, nicht selten Flüge und Hotels gleich mitgebucht. Die Reiselust der Opernfans ist ein nicht zu unterschätzender, wirtschaftlich relevanter Faktor, von dem - um noch einmal den Bogen zurückzuschlagen - bald auch Hamburg noch einmal vermehrt profitieren dürfte. Es ist die zweite positive Überraschung in der Hansestadt, dass hier gerade eine neue Serie konzertanter Opernaufführungen ins Leben gerufen wird, die zudem einem ungeahnten, viele schöne Optionen eröffnenden Schulterschluss entspringt. - Aber lesen und stöbern Sie selbst in dieser abwechslungsreichen Mai-Ausgabe!

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INTERVIEWS

Das Interview: AMANDA ROOCROFT - Glorious!

Autor: Yeri Han · Ausgabe 5/2013

Hamburg schwärmt in Superlativen von dieser „Gloriana“. Ein exklusives Gespräch mit der Sopranistin – auch über die schweren Seiten des eigenen Ruhms.

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Im Gespräch: MATTHIAS GEORG KENDLINGER - Vielseitige Karriere

Autor: Yeri Han · Ausgabe 5/2013

Der erfolgreiche Dirigent und Orchesterleiter ist auch als Komponist aktiv. Aktuell arbeitet er an seiner ersten Oper.

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Das Porträt: ERNST THEIS – Bilanz an der Elbe

Autor: Yeri Han · Ausgabe 5/2013

Der scheidende Chefdirigent der Staatsoperette Dresden resümiert erfolgreiche zehn Jahre im Dienst der vermeintlich leichten Muse.

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AUFFÜHRUNGEN

HAMBURG Gloriana

24. März · Staatsoper · Autor: M. Lehnert · Ausgabe 5/2013

Jede Opern-Intendanz hat über die Jahre ihre zentrale „Tat“ in Sachen Neuproduktionen von überregionaler Bedeutung. Mit Benjamin Brittens »Gloriana« ist dies nun auch Simone Young an der Hamburgischen Staatsoper, spät zwar, aber dafür umso überzeugender, gelungen.

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SALZBURG Parsifal

1. April· Großes Festspielhaus · Autor: M. Fiedler · Ausgabe 5/2013

Ostern ist »Parsifal«-Zeit. Es war nicht verwunderlich, dass Christian Thielemann im Wagner-Jahr 2013 das „Bühnenweihfestspiel“ wählte, um seine ersten Salzburger Osterfestspiele zu eröffnen, zumal es eben jenes Werk ist, mit dem er Anfang der 1980er-Jahre noch selbst Festspielgründer Herbert von Karajan in Salzburg hatte assistieren dürfen.

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BADEN-BADEN Die Zauberflöte

23. März · Festspielhaus · Autor: J.-M. Wienecke · Ausgabe 5/2013

„Willkommen zu Hause“ plakatierten die Osterfestspiele als noble Reverenz an die „Berliner“, die man nach dem spektakulären Abgang in Salzburg ab diesem Frühjahr für ein ähnlich konzipiertes Festival in Baden-Baden gewonnen hatte. Zum Auftakt dirigierte Simon Rattle ausgerechnet eine der populärsten Opern des Salzburger Meisters: Mozarts »Zauberflöte«.

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WIEN Eugen Onegin

12. April · Staatsoper · Autor: T. Baltensweiler · Ausgabe 5/2013

Es war eines der begehrtesten Events der Spielzeit an der Wiener Staatsoper, schon Monate im Voraus waren die Aufführungen ausverkauft – kein Wunder, war doch das Rollendebüt von Anna Netrebko in der lyrischen Sopranpartie des russischen Repertoires schlechthin angekündigt: als Tatjana in »Eugen Onegin«.

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LYON Claude

27. März · Opéra · Autor: W. Kutzschbach · Ausgabe 5/2013

In kaum einer anderen Millionenstadt steht das Opernhaus derart im Mittelpunkt wie in Lyon. Höhepunkt des diesjährigen Festivals war eine Uraufführung, basierend auf der Novelle „Claude Gueux“ von Victor Hugo.

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ERFURT I Medici

16.März · Opernhaus · Autor: K.G.v. Karais· Ausgabe 5/2013

Ruggero Leoncavallos »I Medici« hätten einst der erste Teil einer an Richard Wagners »Ring des Nibelungen« orientierten Tetralogie werden sollen. Über Jahrzehnte hat sich keine Bühne mehr an dieses Werk getraut – bis zu dieser Neuproduktion am Theater Erfurt.

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MELDUNGEN / INFO

NAMEN UND DATEN

NINA STEMME, die gerade erst in Stockholm mit großem Erfolg als Turandot debütiert hat, erarbeitet sich mit Strauss‘ Elektra bereits die nächste große Partie. Termin für dieses Debüt an der Wiener Staatsoper ist Ende März 2014. Weitere Termine der Künstlerin sowie ausführliche Auftrittskalender u.a. von Joseph Calleja, Daniela Fally, Bryan Hymel, Mariusz Kwiecien, Linda Watson, Eva-Maria Westbroek.

AKTUELL

OPER FÜR HAMBURG

In der kommenden Saison wird es in der Hamburger Laeiszhalle so viele konzertante Opernaufführungen geben wie lange nicht mehr. In einem seltenen Schulterschluss der großen Institutionen der Hansestadt veranstalten die „Elbphilharmonie Konzerte“ gemeinsam mit den Philharmonikern, den Symphonikern und dem NDR-Sinfonieorchester eine fünfteilige Konzert-Reihe, die komplett im Abonnement angeboten wird. Mit darunter sind so hochkarätige Veranstaltungen wie ein mit den Baden-Badener Pfingstfestspielen koproduzierter »Faust« mit Anna Netrebko als Marguerite. An ihrer Seite sind Charles Castronovo in der Titelpartie und Erwin Schrott als Méphistophélès angekündigt; Thomas Hengelbrock steht am Pult seines NDR-Sinfonieorchesters (15.6.2014). Nachdem Anna Netrebko und Erwin Schrott die Laeiszhalle im Januar 2013 mit einem Konzertabend zum Toben gebracht hatten (Foto), wird dieser »Faust« der erste Auftritt des prominenten Opernehepaares in einer kompletten Oper in Hamburg sein.

REPORT

WAGNER-HELDEN IN NOT

Oper als Live-Kunstform muss immer wieder unvorhergesehene Ereignisse verkraften, wenn auch selten in solcher Häufung wie in den vergangenen Wochen. Als kurz vor Beginn der »Siegfried«-Vorstellung am 4. April im Berliner Schillertheater ein Herr aus dem Direktionsbüro vor den Vorhang trat, ging ein Stöhnen durch die Menge. Welcher Sänger würde sich diesmal als indisponiert ansagen lassen oder gar ganz absagen müssen? Was dann tatsächlich angekündigt wurde, war ungewöhnlich…

NACHRUF

COLIN DAVIS

Colin Davis gehörte zu den ganz großen stillen Stardirigenten, aus dessen Konzerten, Opernaufführungen und CD-Einspielungen Liebe und Leidenschaft für die interpretierte Musik stets unmittelbar wirkten. Er war der Grandseigneur der britischen Dirigierkunst; die musikalische Kompetenz seines Dirigierens stand stets außer Frage.

Von 1971 bis 1986 war er als Nachfolger von Georg Solti als musikalischer Direktor am Royal Opera House in London tätig, wo man sich gerade im Zusammenhang mit der letztjährigen Premiere von »Les Troyens« an seinen Einsatz für Hector Berlioz erinnerte. Es war Davis, der sich in seiner ganzen Laufbahn immer wieder für das Schaffen des französischen Komponisten eingesetzt hat und die Oper nicht nur am Royal Opera House komplett herausbrachte, sondern auch für das Label Philips mit Jon Vickers als Aeneas und Josephine Veasey als Didon sowie der schwedischen hochdramatischen Sopranistin Berit Lindholm im Rahmen eines ganzen Berlioz-Zyklus’ eingespielt hat und dem Werk auf diese Weise zu einer regelrechten Renaissance verhalf. Aber auch als Dirigent gediegener Mozart-Produktionen, als Verfechter der Werke Jean Sibelius’ und mit seinem Engagement für zeitgenössische britische Musik wird Davis in Erinnerung bleiben. Neben dem Wagner-Repertoire an Covent Garden konnte er 1977 und 1978 mit »Tannhäuser« auch bei den Bayreuther Festspielen seine hohe Dosierungskunst demonstrieren, die bei einem romantischen Klangbild vollkommen unverkrampft jegliches falsche Pathos vermeiden konnte, ohne dabei langweilig zu werden. Eine Aufzeichnung dieser Götz Friedrich-Inszenierung mit Gwyneth Jones und Spas Wenkoff ist heute noch als DVD erhältlich. Sie war zur damaligen Zeit eine der ersten großen Videoverfilmungen der Bayreuther Festspiele. Davis’ beispielhaft hochentwickelte Klangregie, sein agogischer Aufbausinn und die hohe musikalische Kompetenz sind in Referenzaufnahmen von Webers »Freischütz« und Wagners »Lohengrin« eindrucksvoll nachzuerleben. Im Jahr 2008 war er noch einmal an das Londoner Opernhaus für eine Premiere von »Hänsel und Gretel« zurückgekehrt (OG 2/2009), und stand auch im vergangenen Jahr noch am Pult seines einstigen Stammhauses, vorwiegend mit Opern von Mozart, mit dessen Werken Davis ebenfalls immer wieder Maßstäbe setzte. 1959 hatte er erstmals das London Symphony Orchestra dirigiert, dem er bis zu seinem Tod in enger Freundschaft verbunden blieb. Im Jahr 1980 war ihm von der britischen Königin Elizabeth II. der Titel „Sir“ verliehen worden, 2009 folgte mit der „Queen’s Medal for Music“ eine der höchsten Auszeichnungen für Musiker. Auch zu Deutschland hatte der am 25. September 1927 im britischen Weybridge geborene Dirigent einen engen Bezug. In München erinnert man sich gern an die neun Jahre von 1983 bis 1992, in denen Davis Chefdirigent des Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks war. Ebenso in Dresden, wo er der Sächsischen Staatskapelle nach einem ersten Gastdirigat 1981 in einer langjährigen, musikalisch fruchtbaren Beziehung verbunden blieb. 1990 wurde ihm als erste Persönlichkeit überhaupt in der Geschichte der Staatskapelle der Titel eines Ehrendirigenten verliehen. Im Mai 2012 hatte Davis bei einem Konzert in der Semperoper einen Schwächeanfall erlitten. Im Januar 2013 zwang ihn sein Gesundheitszustand, sämtliche Konzerte bis Saisonende abzusagen. Nun ist Colin Davis am 14. April 2013 im Alter von 85 Jahren in London verstorben.

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CDs

Ian Bostridge BRITTEN SONGS

EMI 509994334302 7, 1 CD ∙ Autor: J. Gahre ∙ Ausgabe 5/2013

Benjamin Britten ist nicht nur der Erneuerer der Oper in England, sondern auch ein bedeutender Liedkomponist. Und Ian Bostridge ist der wohl bedeutendste Britten-Interpret unserer Tage. Auf seiner neuen CD interpretiert er fünf stilistisch sehr unterschiedliche Zyklen in drei verschiedenen Sprachen.

Alice Coote DIE WINTERREISE

WIGMORE HALL LIVE 0057, 1 CD ∙ Autor: Y. Han ∙ Ausgabe 5/2013

Die Mehrheit der Einspielungen von Franz Schuberts »Winterreise« stammt unangefochten von männlichen Stimmen. Nur eine Handvoll bietet Interpretationen aus weiblicher Perspektive. Im vergangenen Jahr hat sich Alice Coote diesen Traum erfüllt, ein Mitschnitt des Konzerts in der Londoner Wigmore Hall ist jetzt auf CD verfügbar.