ePAPER Ausgabe 04/2019

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In München begeisterte Bo Skovhus in der anspruchsvollen Titelpartie von Ernst Kreneks »Karl V.«, an der Wiener Staatsoper wagte Olga Peretyatko als neue Lucia an der Seite von Juan Diego Flórez den Vergleich mit der Wiener Legende Edita Gruberova, an der Berliner Staatsoper ging nicht nur der von Julian Prégardien gesungene Tamino in der neuen »Zauberflöte« an Marionettenfäden in die Luft, bei den Karlsruher Händel-Festspielen rissen Franco Fagioli im Kostüm des Entertainers Liberace und sein Kollege Max Emanuel Cencic das Publikum geradezu von den Sitzen. Brigitte Fassbaender wurde in Kiel für ihre »Frau ohne Schatten«-Regie gefeiert, in Hamburg sorgte die »Nabucco«-Inszenierung des in Russland unter Hausarrest stehenden Kirill Serebrennikov für Aufsehen. Prominente Gäste hatte die Deutsche Oper Berlin mit Bryn Terfel als Boris Godunow und Ermonela Jaho als Magda in Puccinis »La Rondine«, die Wiener Staatsoper feierte auf dem Opernball Anna Netrebko und Yusif Eyvazov.

Die Interviews: Tenor Mirko Roschkowski, der bei den Wiesbadener Maifestspielen in gleich zwei Mozart-Premieren jeweils die Titelpartien singt, die amerikanische Dirigentin Marin Alsop, neue Chefdirigentin beim Radio-Symphonieorchester Wien, und die Kölner Intendantin Birgit Meyer, die sich für eine Renaissance der Werke von Walter Braunfels einsetzt.

Nachfolgend finden Sie einen ersten Überblick über die wichtigsten Themen dieser Ausgabe. Eine ausführliche Liste bietet das Inhaltsverzeichnis.

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INHALTSVERZEICHNIS

INHALTSVERZEICHNIS

Ausgabe: 4/2019

Das Inhaltsverzeichnis mit allen Themen und Beiträgen
EDITORIAL
AUFFÜHRUNGEN
  • WIEN Lucia di Lammermoor (Staatsoper) Elias (Theater an der Wien)
  • HAMBURG Nabucco Rigoletto
  • ESSEN Otello
  • BUDAPEST La Gioconda (Erkel Theater)
  • MÜNCHEN Karl V. (Nationaltheater)
  • MALMÖ Der fliegende Holländer
  • BERLIN Die Zauberflöte (Staatsoper)
  • BARI Simon Boccanegra
  • MADRID Idomeneo (Teatro Real)
  • HÄNDEL-FESTSPIELE KARLSRUHE Serse
  • KIEL Die Frau ohne Schatten
  • FRANKFURT Dalibor
  • DRESDEN Die verkaufte Braut (Semperoper)
DAS INTERVIEW
  • MIRKO ROSCHKOWSKI
IM GESPRÄCH
  • MARIN ALSOP
NAMEN UND DATEN
REPORT
  • HAMBURG / BERLIN
IM BLICKPUNKT
  • Die Opernbälle in Dresden und Wien
NACHRUF
RUNDBLICK
  • HILDESHEIM Die Prinzessin von Trapezunt
  • MAGDEBURG Vanessa
  • BIEL Madama Butterfly
  • FREIBURG Hulda
  • DORTMUND Turandot
  • BREMERHAVEN Die Herzogin von Chicago
  • DÜSSELDORF Schade, dass sie eine Hure war
  • AUGSBURG Werther
  • SANKT GALLEN Der unsterbliche Kaschtschei / Die Nachtigall
  • ALTENBURG Oedipe
  • HEIDELBERG Benjamin
  • MADRID El sueño de una noche de verano (Teatro de la Zarzuela)
  • KAISERSLAUTERN Jenufa
  • LÜNEBURG Der Rosenkavalier
NACHGEFRAGT
  • BIRGIT MEYER
VORSCHAU
SPIELPLÄNE
TV-TIPPS
RARITÄTEN
IMPRESSUM
SPIELPLÄNCHEN
  • Musiktheatertipps für Kinder und Jugendliche
NEUE CDs
  • PASSIONSMUSIKEN
CD-SPECIAL
  • BOXEN
  • 125 JAHRE MÜNCHNER PHILHARMONIKER
  • Rafael Kubelik COMPLETE RECORDINGS ON DEUTSCHE GRAMMOPHON
  • Cecilia Bartoli ROSSINI
  • Riccardo Chailly THE SYMPHONY EDITION
  • Leonard Bernstein THE REMASTERED EDITION / COMPLETE RECORDINGS ON DEUTSCHE GRAMMOPHON & DECCA
  • Marin Alsop LEONARD BERNSTEIN
  • THE ANNIVERSARY EDITION DG
CD-NEWS
  • Neue Alben von Philippe Jaroussky, Olga Bezsmertna, Núria Rial u.a.
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EDITORIAL

EDITORIAL

Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 4/2019

Ein neuer Raum für die Kultur: digital, vielfältig, fachkundig kuratiert und jederzeit abrufbar. Das klang vielversprechend. Seit Mitte Februar ist „ZDFkultur“ als Bestandteil der Mediathek des Mainzer Senders online. Bestehende Angebote werden von nun an hier gebündelt, eigens produzierte neue Formate eingebunden. Ein virtueller Treffpunkt soll es sein, der auch hochkarätige Partner zusammenführt; von Beginn an dabei: 35 Kulturinstitute, Museen, Theater und Opernhäuser aus allen 16 Bundesländern. Praktisch zeitgleich gingen bei der ARD-Tochter BR-KLASSIK die „klassik shorts“ auf YouTube an den Start; hier sollen in kurzen, dreiminütigen Videos über Infos, Grafiken und sogenannte „Fun Facts“ große symphonische Werke vorgestellt werden. Ein weiteres interessantes Angebot für den Kulturfan hier, lockere Heranführung an potenziell Interessierte dort – so weit, so lobenswert!
Und doch bleibt beides eine Nische.
Die Öffentlich Rechtlichen tun sich schwer, wenn es um das Einbinden kultureller Angebote geht. Mit den neuen Projekten umschifft man einmal mehr findig und virtuos die eigentliche Aufgabe: eine ebenso ansprechende wie anspruchsvolle, dabei breit aufgestellte Erfüllung des verfassungsrechtlich vorgegebenen Bildungsauftrags. Obgleich die technischen Möglichkeiten heute besser sind denn je und Aufnahme- wie Übertragungsoptionen in vielen Theatern längst zur Verfügung stehen, sind Schauspiel, Oper und klassisches Konzert nach wie vor wenig präsent im deutschen Fernsehen. Neujahrskonzert und Opernball einmal ausgenommen, finden selbst Topereignisse mit breitenwirksamen Titeln und großem Staraufgebot nur selten einen Sendeplatz im Hauptprogramm, schon gar nicht zur Primetime. Stattdessen fokussiert man weiterhin auf die bewährten Quotenbringer, überlässt die Live-Schaltungen dem Sport (und selbst dies ausgesprochen einseitig). Dem Klassikfan bleiben selektive Einzelmomente, ansonsten tendiert die Programmierung zum Lückenfüllerdasein: Die Ausstrahlungszeiten interessanter TV-Sendungen aktuell im April reichen von 6:05 Uhr in der Früh an einem Dienstag bis hin zu werktags nach Mitternacht. Nur zu Ostern schafft es einmal eine zwei Jahre alte Aufzeichnung von den Salzburger Pfingstfestspielen ins Samstagabendprogramm. Bei den frei zugänglichen Privaten gibt es Kulturprogramme zumeist gar nicht. Wertschätzung sieht anders aus.
Ganz abgesehen von der auch gesellschaftlichen Verantwortung: Wie viel Potenzial bleibt hier ungenutzt! Dass gerade das Musiktheater – die erfolgreichen Kinoübertragungen aus New York oder London beweisen es nachdrücklich – ein unübersehbares Potenzial hat, das man auch breitenwirksam im TV nutzen kann, ist nichts Neues. Auf Arte – der deutsch-französische Nischensender freute sich 2018 über einen weiteren kleinen Zugewinn am Marktanteil auf nunmehr 1,1 Prozent – gibt es nicht umsonst seit dieser Saison eine Opern-Offensive. Auf den Bühnen findet sich in der Tat alles. Weltbekannte Stars in einem breitenwirksamen, hochemotionalen Liebesdrama, ein Polit-Thriller mit brisanter, tagesaktueller Thematik, eine anspruchsvolle Rarität als ästhetisches Gesamtkunstwerk, beliebte Klassiker und hochmoderne, innovative Überraschungen, unterhaltsame Shows und knallbunte Revuen… Die Summierung unserer Berichte in dieser April-Ausgabe könnte man durchaus auch als TV-Programmschema lesen. Die beiden großen deutschen Muttersender, die wir alle durch Beitragspflicht mitfinanzieren, schauen derweil weiterhin penetrant auf die Quote, nicht selten auf Kosten von Qualität selbst im Erprobten und Bewährten. Nur ein Krimi, eine Rätselrunde, eine Kochshow pro Woche weniger, und schon wäre kostbare Sendezeit frei für ein wenig Kultur. Und wenn es nur wenige Minuten sein dürfen: Warum nicht zumindest eines der neuen Kurzformate wie Moritz Eggerts schrägen Schnellsprech-Opernführer („für Ungeduldige“) als unterhaltsame Einsprengsel ins Hauptprogramm nehmen?
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INTERVIEWS

Das Interview: MIRKO ROSCHKOWSKI – Gute Stimmung

Autor: M. Wilks · Ausgabe 4/2019

Positive Gedanken und eine sehr bewusste Rollenwahl: Ein Gespräch mit dem Tenor Mirko Roschkowski vor der doppelten Mozart-Premiere bei den Maifestspielen in Wiesbaden.
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Im Gespräch: MARIN ALSOP – Neue Welten

Autor: A. Laska · Ausgabe 4/2019

Anfang April wird sie als neue Chefdirigentin des Radio-Sinfonieorchesters Wien ihr Programm vorstellen. Im Gespräch zeigt sich Marin Alsop einmal mehr als reflektierte, hochengagierte Künstlerin.
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Nachgefragt: BIRGIT MEYER – Einsatz für Walter Braunfels

Autor: Y. Han · Ausgabe 4/2019

Die Intendantin Birgit Meyer setzt sich seit Jahren für eine Renaissance der Werke von Walter Braunfels ein. Ein Gespräch anlässlich der Wiederaufnahme von dessen »Jeanne d‘Arc« an der Oper Köln.
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AUFFÜHRUNGEN

WIEN Lucia di Lammrmoor

9. Februar ∙ Staatsoper ∙ Autor: U. Ehrensberger · Ausgabe 4/2019

Wer ist in Wien nicht schon alles als Lucia auf der Bühne gestanden! In der Neuproduktion von Laurent Pelly war es nun die Debütantin Olga Peretyatko, die in große Fußstapfen trat. Am Theater an der Wien gab es derweil eine szenische Einrichtung von Felix Mendelssohn-Bartholdys Oratorium »Elias« durch Calixto Bieito mit Christian Gerhaher.
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HAMBURG Nabucco

10. März · Staatsoper · Autor: M. Wilks · Ausgabe 4/2019

Flüchtlingspolitik statt Opernhandlung: Die Staatsoper Hamburg setzte bei der Neuinszenierung durch den in Moskau unter Hausarrest stehenden Regisseur Kirill Serebrennikov auf Medienwirksamkeit.
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MÜNCHEN Karl V.

10. Februar ∙ Nationaltheater · Autor: J.-M. Wienecke · Ausgabe 4/2019

Geschichtliche Parallelen zur Gegenwart wurden auch in Ernst Kreneks Oper über einen der bedeutendsten Habsburger Kaiser herausgestellt und von der Akrobatikgruppe La Fura dels Baus illustriert.
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BERLIN Die Zauberflöte

17. Februar · Staatsoper ∙ Autor: U. Ehrensberger · Ausgabe 4/2019

Echte Sänger als Marionetten? Die Berliner Staatsoper wagte diese eigenwillige Variante für die aktuell vierte »Zauberflöten«-Version in der Hauptstadt.
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BUDAPEST La Gioconda

22. Februar ∙ Erkel Theater ∙ Autor: M. Lehnert · Ausgabe 4/2019

Die Ungarische Staatsoper präsentierte Ponchiellis an die Grand Opéra angelehntes großformatiges Werk als Plattform für das nationale Stimmtalent: Insbesondere das Rollendebüt der Titelinterpretin Eszter Sümegi imponierte.
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BARI Simon Boccanegra

27. Februar · Teatro Petruzzelli ∙ Autor: U. Ehrensberger · Ausgabe 4/2019

Die Oper im süditalienischen Bari ist im Aufwind und versucht mit Erfolg an glanzvolle Zeiten anzuknüpfen. In einer eindrucksvollen Szenerie versammelte sie nun hervorragende Sänger um den Titelinterpreten Luca Salsi, den Simon Boccanegra der diesjährigen Salzburger Festspiele.
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MADRID Idomeneo

19. Februar · Teatro Real ∙ Autor: S. Barnstorf · Ausgabe 4/2019

Flüchtlinge, die übers Meer kommen und Syrien als Kriegsschauplatz – auch Robert Carsen konnte dem aktuellen Thema nicht widerstehen, das sich bei »Idomeneo« als Hintergrund anbot. Eric Cutler sang den Titelhelden.
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KIEL Die Frau ohne Schatten

9. März · Opernhaus ∙ Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 4/2019

Weiterentwicklung des Konzepts einer Strauss-Kennerin: Brigitte Fassbaender inszenierte die Neuproduktion, die zugleich Höhepunkt der Zusammenarbeit des Orchesters mit seinem nach 16 erfolgreichen Jahren scheidenden Chefdirigenten Georg Fritzsch darstellte.
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HÄNDEL-FESTSPIELE KARLSRUHE Serse

15. Februar · Badisches Staatstheater ∙ Autor: J.-M. Wienecke · Ausgabe 4/2019

Countertenor Franco Fagioli als Titelheld „Liberace“ in einer Inszenierung seines Counter-Kollegen Max Emanuel Cencic, der ebenfalls mitwirkte. Ein unwiderstehlicher Spaß nicht nur für alle Beteiligten, wie sich herausstellen sollte.
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DRESDEN Die verkaufte Braut

8. März · Semperoper ∙ Autor: S. Barnstorf · Ausgabe 4/2019

Nun auch in Dresden: Pavol Breslik übernahm abermals die Partie des Hans in der Smetana-Oper, diesmal in einer recht „schrägen“ Inszenierung.
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ESSEN Otello

12. März · Aalto Theater · Autor: M. Lode-Gerke · Ausgabe 4/2019

Einen Raum, der „die Eifersucht irrlichtern“ lässt, hatte das Regieteam versprochen. Die Essener Philharmoniker boten die überzeugende Grundlage für eine Aufführung mit Gaston Rivero in der Titelpartie.
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DÜSSELDORF Schade, dass sie eine Hure war

16. Februar · Deutsche Oper am Rhein · Autor: A. Laska · Ausgabe 4/2019

Eines wird schnell klar: Die Musik dieser Uraufführung des Komponisten Anno Schreier taugt nicht zum „Abonnentenschreck“, ist konsequent tonal, gar melodiös. Moderne Oper als publikumsfreundliches Unterhaltungstheater?
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MELDUNGEN / INFO

IM BLICKPUNKT

Die Opernbälle in Dresden und Wien

Was war das in diesem Jahr für ein regelrechter Wettstreit zwischen den „Opernbällen“! Den Anfang machte Dresden mit dem inzwischen institutionalisierten SemperOpernball, wo es Anfang Februar mit Albert II. von Monaco nicht nur fürstlich zugegangen war, sondern auch künstlerisch hochkarätig geht es seit Jahren bei den künstlerischen Gaststars zu: So bezauberten an der Elbe Nino Machaidze und ein berührender Auftritt von José Carreras. Begeisterungsstürme gab es aber auch an der Donau beim berühmtesten aller Bälle weltweit, dem Wiener Opernball, für Anna Netrebko und Yusif Eyvazov.

NAMEN UND DATEN

ANETT FRITSCH, als Ilia gefeiert im Madrider »Idomeneo«, wird im Mai die Micaëla in »Carmen« an der Pariser Bastille-Oper singen. Weitere Termine der Künstlerin und Termine und Infos von Peter Seiffert, Stephen Gould, Barrie Kosky, José Cura, Riccardo Massi, Lise Davidsen und vielen anderen.

REPORT

Prominente Gäste in Berlin

Modest Mussorgskys musikalisches Volksdrama »Boris Godunow« ist an der Deutschen Oper in Starbesetzung zu erleben gewesen. In der Ur-Fassung aus dem Jahr 1869, seit zwei Jahren fester Bestandteil des Repertoires der Deutschen Oper Berlin – die Koproduktion mit dem Royal Opera House Covent Garden hatte 2016 in London Premiere –, brillierte jetzt Bryn Terfel in der überaus anspruchsvollen Titelpartie.
Und Diskussionen über die immer noch gern angezweifelten Qualitäten von Puccinis »La Rondine« erübrigen sich, wenn das als lyrische Komödie untertitelte Werk so hinreißend präsentiert wird wie jetzt, ebenfalls an der DOB, mit Ermonela Jaho und Charles Castronovo, die in der vier Jahre alten Inszenierung von Rolando Villazón für eine Sternstunde im Repertoire sorgten.

NACHRUF

„Anders als dumme Riesen üb’ ich des Ringes Kraft: dann zittre der Helden heiliger Hüter! Walhalls Höhen stürm’ ich mit Hellas Heer: der Welt walte dann ich“ – Wer diese Zeilen von Ekkehard Wlaschiha als Alberich in einer Aufführung des »Siegfried« seinem Gegenspieler, dem als Wanderer getarnten umherirrenden Wotan, mit der ganzen überhaupt nur vorstellbaren Autorität, zu der menschliche Gesangskunst fähig ist, entgegengesungen (nicht „geschleudert“!) hören durfte, hatte verstanden, wer der eigentliche Gewinner in Richard Wagners kompletter Tetralogie ist, und mehr noch, wie unverrückbar sicher sich dieser Charakter seiner Sache im Drama sein durfte. Wlaschihas stimmliche Autorität war keine Kraftmeierei, sondern mit höchster Kunst artikuliert, technisch ausgefeilt und vor allem immer mit Legato gesungen. Der Hans Sachs war eigentlich die Lieblingspartie des am 28. Mai 1938 in Pirna, Sachsen, geborenen Bassbaritons, der nun im Alter von 80 Jahren in Bayreuth, wo er seit langem lebte, am 20. Februar 2019 verstorben ist. Die Richard-Wagner-Festspiele hatten ihn im zweiten Abschnitt einer langen Karriere geprägt ebenso wie er über 15 Sommer hinweg nicht wegzudenken war vom Grünen Hügel.
Der ehemalige Intendant der lettischen Nationaloper Andrejs Žagars ist tot. Er starb am 26. Februar 2019 mit nur sechzig Jahren nach schwerer Krankheit. Geboren am 16. Oktober 1958 im russischen Tschernogorsk, studierte er am Staatlichen Konservatorium Lettlands Theater- und Filmschauspiel und trat in den folgenden Jahren am Rigaer Daile-Theater sowie in lettischen und russischen Filmproduktionen auf. 1996 bis 2013 wirkte er als Intendant der lettischen Nationaloper. Als Opernregisseur war er darüber hinaus auch im europäischen Ausland zu Gast. 2014 gründete Žagars eine Stiftung für Kulturförderung und wurde 2017 in den Stadtrat von Riga gewählt.
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VORSCHAU

2020 wird es einen kompletten neuen »Ring« an der Pariser Bastille-Oper geben: Calixto Bieito wird ihn in Szene setzen, Chefdirigent Philippe Jordan die musikalische Leitung übernehmen. An der Metropolitan Opera in New York beginnt die Saison 2019/20 mit »Porgy and Bess«, und Lisette Oropesa und Vittorio Grigolo singen gemeinsam in einer Wiederaufnahme von »La Traviata«, während im Zentrum der neuen Saison an der Dresdner Semperoper eindeutig der neue »Don Carlo« unter Christian Thielemann mit dem Rollendebüt von Anna Netrebko als Elisabetta steht. Die Bayerische Staatsoper in München kündigt derweil im Rahmen ihrer Spielzeitpräsentation das Rollendebüt Netrebkos als Turandot an.

NEUE CDs

Sie türmen sich wieder: Die großen bis größtmöglichen Sondereditions-Boxen, herausgegeben zumeist anlässlich besonderer Jubiläen & Geburtstage, wie dem von Leonard Bernstein. Aber auch die Münchner Philharmoniker feiern ihr 125-jähriges Jubiläum, die Deutsche Grammophon ihren 120. Geburtstag. Dazu Boxen mit den Opernaufnahmen und Sinfonien eingespielt von Rafael Kubelik, allen symphonischen Aufnahmen von Riccardo Chailly, oder gar dem kompletten Rossini der Cecilia Bartoli in Bild und Ton. Platzsparender:
neue Solo-Alben von Philippe Jaroussky, Olga Bezsmertna, Núria Rial, der Offenbach von Jodie Devos oder Rares von Debussy und Martinů.
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