ePAPER Ausgabe 02/2020

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Die Höhepunkte: Mit Patrizia Ciofi und Dietrich Henschel lockte in Berlin die Deutsche Oper in die Uraufführung von Chaya Czernowins neuer Oper »Heart Chamber«, während die Komische Oper anlässlich ihrer Neuproduktion Verdis »La Traviata« ganz gegen die Tradition in italienischer Sprache aufführte. Die Oper Dortmund präsentierte mit Daniel Behle einen hervorragenden Lohengrin-Interpreten, in Zürich inszenierte Christof Loy Donizettis »Don Pasquale«, und in Bonn hatte man ein ungewöhnliches Konzept für das Doppelpack von »Cavalleria« und »Bajazzo«. Ein ganz großer Spaß wurde an der Wiener Volksoper Offenbachs »König Karotte« mit Mirko Roschkowski als Prinz Fridolin, während die Wiener Staatsoper im großen Haus einen Erfolg nicht nur für die „Kleinen“ mit der Uraufführung einer neuen Kinderoper feierte. An der Metropolitan Opera in New York staunte man über ein so gar nicht sperriges Klangbild von Alban Bergs »Wozzeck« und schwelgte beim hochkarätig besetzten »Rosenkavalier« unter der musikalischen Leitung von Sir Simon Rattle.

Die Interviews: Die dänisch-französische Sopranistin Elsa Dreisig ist im lyrischen Fach wie bei Alter Musik und zeitgenössischen Werken zu Hause und sieht sich zurzeit „Auf der Suche“, und für Regisseur David Pountney schließt sich im April mit der Premiere der »Götterdämmerung« das Großprojekt einer »Ring«-Inszenierung an der Lyric Opera von Chicago.

Nachfolgend finden Sie einen ersten Überblick über die wichtigsten Themen dieser Ausgabe. Eine ausführliche Liste bietet das Inhaltsverzeichnis.

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INHALTSVERZEICHNIS

INHALTSVERZEICHNIS

Ausgabe: 2/2020

Das Inhaltsverzeichnis mit allen Themen und Beiträgen
EDITORIAL
AUFFÜHRUNGEN
  • ROM Les vêpres siciliennes
  • GÖTEBORG Die Walküre
  • WIEN Halka (Theater an der Wien) Persinette (Staatsoper)
  • PRAG Galakonzert zur Wiedereröffnung der Staatsoper
  • GRAZ Königskinder
  • BERLIN Heart Chamber (Deutsche Oper)
  • ZÜRICH Don Pasquale
  • NEW YORK Wozzeck (Metropolitan Opera) Der Rosenkavalier (Metropolitan Opera)
  • MÜNCHEN Snow Queen (Nationaltheater)
  • ERFURT Das Märchen vom Zaren Saltan
  • TIROLER FESTSPIELE ERL WINTER Rusalka
  • NEAPEL Ermione
DAS INTERVIEW
  • ELSA DREISIG
IM GESPRÄCH
  • DAVID POUNTNEY
NAMEN UND DATEN
REPORT
  • BERLIN / RIGA / DÜSSELDORF
  • KARLSRUHE / INNSBRUCK
IM BLICKPUNKT
  • STANISŁAW MONIUSZKO
MELDUNGEN
RUNDBLICK
  • INNSBRUCK Il Trittico
  • WIEN König Karotte (Volksoper)
  • MANNHEIM Carmen
  • BONN Cavalleria rusticana / I Pagliacci
  • LAUSANNE La belle Hélène
  • GENF Les Indes galantes
  • DORTMUND Lohengrin
  • BERLIN La Traviata (Komische Oper)
  • DETMOLD Der Wildschütz
NACHRUF
IM FOKUS
  • Winter in Schwetzingen
VORSCHAU
SPIELPLÄNE
TV-TIPPS / OPER IM LIVE-STREAM
RARITÄTEN
IMPRESSUM
DAS SPIELPLÄNCHEN
  • Musiktheatertipps für Kinder und Jugendliche
AUDIO
  • Beethoven 2020
AUDIO / GESAMT
  • Charles-Hubert Gervais HYPERMNESTRE
  • Jean-Baptiste Lully PHAÉTON
  • Jean-Baptiste Lully ISIS
AUDIO / SOLO
  • Angela Gheorghiu PLAISIR D’AMOUR
  • Magdalena Kožená SOIRÉE MAGDALENA KOŽENÁ & FRIENDS
  • Stephanie Szanto THE HIGH HORSE
  • Kate Lindsey ARIANNA
  • Valentina Naforniţa ROMANCE
DIE KOLUMNE
  • IAN BOSTRIDGE
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EDITORIAL

EDITORIAL

Autor: Y. Han · Ausgabe 2/2020

Um Ludwig van Beethoven kommt dieser Tage niemand herum – jährt sich Ende dieses Jahres am 17. Dezember doch sein 250. Geburtstag. Angesichts seines übersichtlichen Œuvres in Sachen Oper müssen Musiktheater-Schaffende dieser Tage jedoch kreativ sein, wenn es denn mehr als „nur“ ein »Fidelio« sein soll. So kann man ab Anfang Februar in Wien an der Staatsoper sowohl die Urfassung »Leonore« als auch im April dort dessen »Fidelio« erleben, während das Theater an der Wien in dieser Spielzeit neben einer Neuproduktion des »Fidelio« im März mit gleich zwei Uraufführungen zum Thema aufwartet: der »Egmont«-Uraufführung von Christian Jost im Februar und der Kammeroper »Genia« im März.
Große Jubiläen sind traditionell eine gute Gelegenheit nicht nur für Kulturbetriebe, den Blick weiter zu öffnen und von möglicherweise allzu bekannten Hörgewohnheiten abzuweichen. Auch der Abnehmer, der sonst Gefahr läuft, aus Bequemlichkeit oder Gewohnheit auf altbekannten Pfaden zu wandeln, kann und sollte immer wieder neu auf Entdeckungsreise gehen – Inspira-tion und Anregung warten an jeder Ecke, wenn man genau hinsieht. Auch ich erlebe das immer wieder und staune jedes Mal aufs Neue über den geradezu elektrisierenden seelischen Stimulus, den man bei einem neuen musikalischen Aha-Erlebnis verspüren kann. Ian Bostridge, der in dieser Ausgabe den ersten Beitrag seiner vierteiligen „Opernglas“-Kolumne zum Beethoven-Jahr vorstellt, brachte mich auf eine BBC-Kultursendung, die 1942 erstmals im BBC-Radio gesendet wurde, heute aber auch als Download sowie Podcast verfügbar ist: Auf „Desert Island Discs“ benennen wöchentlich prominente Gäste aus Politik, Kultur, Wissenschaft, Kino im Laufe eines Gesprächs acht Aufnahmen, die sie auf die berühmte „einsame Insel“ mitnehmen würden; am Ende müssen sie sich für eine einzige entscheiden. Die etwa halbstündigen Begegnungen mit Persönlichkeiten wie Jacqueline du Pré, Alfred Brendel, Joyce DiDonato oder Marin Alsop, um nur einige zu nennen, wecken Erinnerungen an faszinierende musikalische Momente, historische Interpretationen, erinnern einen vereinzelt aber auch zum eigenen Beschämen daran, dass die persönliche musikalische Bibliothek noch längst nicht vollständig ist und man ihr immer wieder neue Inhalte hinzufügen kann. Manchmal geschieht das in Form von erfrischenden Neubetrachtungen eines Werkes oder einer bestimmten Passage, häufig aber auch durch die Erkenntnis, dass man ein bestimmtes, einen schon nach -wenigen Tönen instinktiv und zutiefst bewegendes Beethoven-Quartett bisher noch gar nicht kannte, nun aber mit ihm vertraut werden möchte. Wie ist es mit Ihnen, liebe Leser? Haben auch Sie Ihre persönlichen „Acht“ für die einsame Insel?
„Augenöffner“ – wie ich sie in meinem Sprachgebrauch gern nenne – finden sich natürlich nicht nur im Konsum von klassischer Musik, aber angesichts der schier unermesslichen Weite dieses Pools ist die Wahrscheinlichkeit, in diesem sich stetig vergrößernden Ozean immer wieder über solche elektrisierenden Trouvaillen zu stolpern, gar nicht so gering. Man muss sich nur hineinwagen und – wie überall im Leben – in Bewegung bleiben. Und wer den fast schon elektrischen Schock kennt, der einen manchmal ganz unvermittelt schon direkt zu den ersten Tönen einer Ouvertüre durchfährt, vergisst diesen nie wieder. Er klingt in uns nach wie die Erinnerung an die ersten Schmetterlinge im Bauch, einen bestimmten Duft, einen bestimmten Geschmack. 
Mit diesen belebenden Gedanken möchte auch ich – so wie Ian Bostridge, der für uns ein wenig Frühling in Beethovens Lied-Schaffen ausgegraben hat – den Blick bereits in Richtung Frühjahr richten. Auch wenn dieser leider noch ein wenig hin ist. Er wird kommen!
Ihre Yeri Han
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INTERVIEWS

Das Interview: ELSA DREISIG – Auf der Suche!

Autor: Y. Han · Ausgabe 2/2020

Ein Gespräch mit der vielseitigen dänisch-französischen Sopranistin über die Poesie von Liedern, die Suche nach dem Klang und über ihren nächsten Karriereschritt.
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Im Gespräch: DAVID POUNTNEY – Der neue Ring in Chicago

Autor: Y. Han · Ausgabe 2/2020

Sir David Pountneys 2016 begonnener »Ring des Nibelungen« an der Lyric Opera von Chicago steht mit der »Götterdämmerung« im April vor der Vollendung. Ein Gespräch mit dem Regisseur über das noch ausstehende Kapitel und über künstlerische Herzensangelegenheiten.
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AUFFÜHRUNGEN

ROM Les vêpres siciliennes

10. Dezember ∙ Teatro Costanzi ∙ Autor: W. Kutzschbach · Ausgabe 2/2020

An der römischen Oper gab Daniele Gatti seinen Einstand als neuer Musikdirektor des Hauses gleich mit einer „großen Oper“ und leitete dabei ein Orchester in Höchstform.
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GÖTEBORG Die Walküre

1. Dezember · Opernhaus · Autor: B. Barrett · Ausgabe 2/2020

Unter der musikalischen Leitung von Evan Rogister entsteht an der Oper Göteborg derzeit ein kompletter »Ring«, dessen ambitioniertes Regiekonzept das Thema Nachhaltigkeit und Recycling in den Mittelpunkt stellt.
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WIEN Halka

15. Dezember ∙ Theater an der Wien · Autor: Th. Rauchenwald · Ausgabe 2/2020

Die Tenorpartie in Moniuszkos »Halka« hatte sich der Star-Tenor Piotr Beczala ausdrücklich gewünscht. Die Realisierung übernahm Regisseur Mariusz Treliński, der diese Produktion auch am Warschauer Teatr Wielki herausbringen wird.
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WIEN König Karotte

11. Dezember ∙ Volksoper · Autor: Th. Rauchenwald · Ausgabe 2/2020

Märchenhaftes Zaubertheater in Verbindung mit komischer Oper – diese Zutaten hatten nicht nur Komponist Jacques Offenbach zu einem seiner größten Erfolge verholfen, auch die Volksoper landete damit einen Hit.
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BERLIN Heart Chamber

15. November · Deutsche Oper ∙ Autor: U. Ehrensberger · Ausgabe 2/2020

Patrizia Ciofi und Dietrich Henschel, tolle Sänger, die wenig zu singen hatten, lockten in diese Uraufführung an der Deutschen Oper. Am Ende viel Beifall für die beeindruckenden Leistungen aller Mitwirkenden.
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BERLIN La Traviata

1. Dezember · Komische Oper ∙ Autor: J. Gahre · Ausgabe 2/2020

Die junge Regisseurin Nicola Raab wollte den „Mythos Traviata“ auf die Bühne bringen und machte aus der Edelkurtisane eine Figur der Gegenwart. Neu für die Komische Oper: Gesungen wurde »La Traviata« hier erstmals auf Italienisch.
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ZÜRICH Don Pasquale

8. Dezember ∙ Opernhaus ∙ Autor: Th. Baltensweiler · Ausgabe 2/2020

Die Sängerriege setzte sich nicht aus Belcanto-Spezialisten zusammen, aber in der Inszenierung von Christof Loy saß bei der eingeschworenen Truppe jede Geste und jeder Blick.
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NEW YORK Wozzeck / Der Rosenkavalier

20. / 27. Dezember · Metropolitan Opera House ∙ Autor: F. Plotkin / J. Bartels · Ausgabe 2/2020

Die Salzburger Erfolgsproduktion des »Wozzeck« fand auch an der Met begeisterte Aufnahme. Ein starkes Rollendebüt lieferte Peter Mattei in der Titelpartie. Groß besetzt auch die Wiederaufnahme des »Rosenkavaliers« von 2017. Diesmal sangen Camilla Nylund, Magdalena Kožená und Golda Schultz das Damentrio.

MÜNCHEN Snow Queen

21. Dezember · Nationaltheater ∙ Autor: J.-M. Wienecke · Ausgabe 2/2020

Hans Christian Andersens am schwersten zugängliches Märchen formte der Komponist Hans Abrahamsen zu einer ausgesprochen minimalistischen Oper. Nach der Dänischen Uraufführung fand sie – nunmehr auf Englisch - ihren Weg an die Bayerische Staatsoper, erstmals mit Barbara Hannigan, für die sie eigentlich komponiert worden war.
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BONN Cavalleria rusticana / I Pagliacci

5. Dezember · Opernhaus ∙ Autor: A. Lasca · Ausgabe 2/2020

Ein ungewöhnlich düsteres Konzept mit Totenmasken überall. Und nicht nur das: Tonios Prolog aus »I Pagliacci« wurde in Bonn der »Cavalleria« vorangestellt.
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DORTMUND Lohengrin

30. November · Opernhaus ∙ Autor: M. Lode-Gerke · Ausgabe 2/2020

Ein eindrucksvolles Rollendebüt von Daniel Behle in der Titelpartie, aber ein mysteriöser Federball in Elsas Suppe. Zumindest musikalisch schien aber alles zu stimmen.
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SPECIALS / INFO

IM BLICKPUNKT

STANISLAW MONIUSZKO – Dem Gipfel so nah

In Polen kennt ihn jeder, im Ausland noch viel zu wenige: Stanislaw Moniuszko war mehr als ein Nationalkomponist. Seine traditionelle Vereinnahmung durch Machthaber unterschiedlicher Richtungen ist wahrscheinlich ein Hauptgrund dafür, dass sich sein Ruhm nach wie vor auf das Gebiet der drei osteuropäischen Länder Polen, Weißrussland und Litauen beschränkt. Nicht nur eine lesenswerte neue Biografie des Komponisten, dessen 200. Geburtstag im vergangenen Jahr gefeiert wurde, soll das jetzt ändern.

IM FOKUS

WINTER IN SCHWETZINGEN – Alte Bekannte in unbekanntem Gewand

Wem ist heute noch die »Alceste« von Georg Caspar Schürmann ein Begriff? Erhalten ist eine für Hamburg eingerichtete Fassung der 1719 uraufgeführten Oper, die ungekürzt mit zahlreichen italienischen Einlagearien aus Opern anderer Komponisten dem Publikum rund 6 Stunden kurzweilige Unterhaltung bot und in der vor 200 Jahren die Stars der Gänsemarktoper brillieren konnten. Im bezaubernden Rokoko-Theater des Schwetzinger Schlosses spielte man nun eine mit viel Geschick und Geschmack vorgenommene Strichfassung mit gut 2 Stunden Dauer.

NAMEN UND DATEN

Chen Reiss singt im Februar die Marzelline in Beethovens »Leonore« an der Wiener Staatsoper und im April/Mai am gleichen Haus auch in der späteren Fassung derselben Oper, in »Fidelio«. In der kommenden Spielzeit gibt die Sängerin an der Oper von Rom ihr Rollendebüt als Anne in Stravinskys »Rake’s Progress«. Weitere Termine der Sopranistin sowie Infos und Termine Klaus Florian Vogt, Christine Goerke, Simone Young, Marianne Crebassa, Francesco Meli und vielen anderen mehr.

NACHRUF

Geschockt reagierten Freunde, Mitarbeiter und Leitung der Bayreuther Festspiele ebenso wie viele Medienschaffende auf den Tod von Peter Emmerich. Er war am 11. Dezember 2019 nicht zur Arbeit im Festspielhaus erschienen, sondern im Alter von nur 61 Jahren in der Nacht verstorben und in seiner Wohnung aufgefunden worden. Nach seiner Verpflichtung durch Wolfgang Wagner noch zu Zeiten des geteilten Deutschlands und einer von den staatlichen Stellen der damaligen DDR gebilligten Übersiedlung (zunächst mit einer auf einige Jahre befristeten Genehmigung) von Dresden nach Bayreuth wirkte Emmerich mehr als 30 Jahre lang als wissenschaftlicher Berater, zentrale intellektuelle Instanz und Redakteur der Programmhefte und in seiner wohl brillantesten Funktion als Pressesprecher im engsten Leitungsteam der Festspiele.
„Gerade auch in heiklen Situationen verstand er es stets, den richtige Tonfall und die angemessenen Worte zu finden, ohne seine überragende Bildung und Belesenheit zu Markte tragen zu müssen. Immer mit Freundlichkeit und Humor, aber wenn es sein musste auch mit überzeugendem Nachdruck hat er die Bayreuther Festspiele nach außen vertreten und alle, die ihn kannten, spüren lassen, dass die Seele dieses Unternehmens jene conditio humana war und ist, aus denen auch die Werke Richard Wagners leben“. Treffendere Worte als diese in der offiziellen Mitteilung der Festspiele, lassen sich kaum finden. Es war eine Wertschätzung von allen Seiten, möchte man ergänzen und feststellen, dass eine Trauer selten so vielfältig nicht nur geteilt wird, sondern Emmerichs stets weises Agieren beispielgebend in Erinnerung bleiben wird, wie nur bei sehr wenigen Persönlichkeiten.
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REPORT

Gould in Riga

Für eine einzige Aufführung in dieser Saison kehrte im Dezember die erst zwei Jahre alte »Tannhäuser«-Inszenierung von Vilppu Kiljunen mit ihrer großen roten Rose als zentralem optischen Moment auf den Spielplan der Lettischen Nationaloper zurück, da man als Gaststar Stephen Gould für die Titelpartie hatte gewinnen können. Martinš Ozolinš, Musikdirektor des Hauses seit 2013, forderte dem Orchester sein volles Potenzial ab, um der Klanggewalt wie auch der Erotik in der Partitur gerecht zu werden. Eine Aufführung, die die historische Verbindung des Komponisten mit der Stadt wie die traditionelle Stellung der Werke Richard Wagners an der Lettischen Nationaloper eindrucksvoll unterstrich.

VORSCHAU

Christina Scheppelmann hat in Seattle ihr erstes „eigenes“ Programm vorgestellt. Den Auftakt macht das Verismo-Doppel »Cavalleria rusticana« / »Pagliacci« in einer Inszenierung von Guy Montavon. Die Innsbrucker Festwochen eröffnen mit einer szenischen Erstaufführung, für die Mariame Clément verantwortlich zeichnet, und das Linzer Brucknerfest präsentiert als Dirigenten seines Abschlusskonzertes Christoph von Dohnányi. Weiter Pläne aus München und vom New National Theatre in Tokyo.

MELDUNGEN

Ballsaison

Am 7. Februar ist es wieder soweit: Dann laden die Dresdner Semperoper und Ballchef Professor Hans-Joachim Frey zu einem der Höhepunkte jeden Winters: dem SemperOpernball, der bei seiner bereits 15. Austragung das Motto „Märchenhaft rauschend – Dresden jubiliert“ tragen soll. In der von Roland Kaiser und an seiner Seite erstmals Judith Rakers moderierten Eröffnungsgala (auch live im MDR zu erleben) geben sich als Gaststars der junge Geigenvirtuose Pavel Milyukov und Tenor Yusif Eyvazov die Ehre. Besonders freuen dürfte sich das Publikum im Saal wie an den heimischen Bildschirmen aber auch auf einen zu Berühmtheit gelangten Titel aus der deutschen Erfolgsserie „Babylon Berlin“, deren Signature-Song „Zu Asche, zu Staub“ von Severija Janušauskaite höchstpersönlich beim SemperOpernball performt werden wird.

AUDIO

BEETHOVEN 2020

Der 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens jährt sich zwar erst im Dezember 2020, aber schon zum Ende des Jahres 2019 war auf dem Tonträger- und Streamingmarkt bereits alles veröffentlicht, was zur lückenlosen Konsumierbarkeit der Musik dieses Komponistengenies beitragen kann. Neben einigen (im wahrsten Wortsinn) höchst gewichtigen Boxen mit vielen unverzichtbaren Aufnahmen des in seiner Gesamtheit üppig bestückten Katalogs von Beethoven-Aufnahmen finden sich auch neue Projekte, die von der ungebrochenen Interpretationslust der ambitioniertesten Künstler unserer Tage zeugen. Dazu eine Kolumne von Ian Bostridge: Über den Frühling.

AUDIO / GESAMT

Französische Barockoper

Die große Französische Revolution von 1789 hat nicht nur das Ancien Régime hinweggefegt, sondern auch kulturell eine tiefe Zäsur hinterlassen. Viele Werke, die im 18. Jahrhundert verehrt und geliebt wurden, verschwanden plötzlich in der Versenkung, und zwar so gründlich, dass sie vollkommen vergessen wurden.

AUDIO /SOLO

Von Freunden und Romanzen

Angela Gheorghiu präsentiert ein kurzweiliges Liedprogramm unter dem Titel „Plaisir d’amour“ und Magdalena Kožená hat sich für ungewöhnliche Instrumentalbegleitungen entschieden. Die Schweizer Mezzosopranistin und Komponistin Stephanie Szanto vergleicht die Ausbildung klassischer Musiker mit der Dressur eines Dressurpferdes. Doch was mag passieren, wenn hochdressierte Pferde durchbrennen? Hits der 780-und 90 Jahre erfahren eine ganz neue Interpretation. Eine kräftige Sopranstimme demonstriert Valentina Naforniţa.