ePAPER Ausgabe 11/2020

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Unterschiedliche Herangehensweisen an Pandemie-bedingte Einschränkungen zeitigten ein überaus spannendes Opernprogramm an vielen Häusern im deutschsprachigen Raum. Die Deutsche Oper Berlin startete ihren neuen »Ring« in einer Regie von Stefan Herheim mit der »Walküre«, die Wiener Staatsoper nahm Peter Konwitschnys »Don Carlos«-Inszenierung wieder auf mit Jonas Kaufmann in der Titelpartie, Zürich wagte gar eine Premiere von »Boris Godunow« und daneben eine Neuinszenierung der »Csárdásfürstin« mit Annette Dasch als Sylva Varescu, und in Kassel gab es eine interessante Adaption von »La Traviata« unter dem Titel »Der letzte Traum«. Ganz anders in Brüssel: An La Monnaie entstand eine allein für das Online-Streaming produzierte Premiere: »Is this the end?«. In Frankfurt begeisterte Menottis »Medium«, hochaktuell zeigte sich Düsseldorf mit der Premiere von Viktor Ullmanns »Kaiser von Atlantis«, und ein neuer »Freischütz« in Innsbruck gelang in einer Inszenierung, wie man sie selten so überzeugend bei diesem Werk erleben kann.

Die Interviews: die Mezzosopranistin Elena Zhidkova, die besondere Berühmtheit durch ihre Bayreuther Venus erlangt hat, die junge Dirigentin Katharina Müllner und „Engelsstimme“ Philippe Jaroussky, der sein neues Album vorstellt, sowie der spanische Komponist und Dirigent Miguel A. Gómez-Martínez mit Impressionen von der iberischen Halbinsel.

Nachfolgend finden Sie einen ersten Überblick über die wichtigsten Themen dieser Ausgabe. Eine ausführliche Übersicht bietet das Inhaltsverzeichnis.

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INHALTSVERZEICHNIS

INHALTSVERZEICHNIS

Ausgabe: 11/2020

Das Inhaltsverzeichnis mit allen Themen und Beiträgen
EDITORIAL
AUFFÜHRUNGEN
  • BERLIN Die Walküre / Best of: La Gioconda (Deutsche Oper) Quartett (Staatsoper) Pierrot lunaire / Nicht ich / Rockaby (Komische Oper)
  • 12
  • WIEN Don Carlos (Staatsoper)
  • FRANKFURT The Medium
  • DRESDEN Madama Butterfly
  • DÜSSELDORF Der Kaiser von Atlantis
  • ZÜRICH Boris Godunow / Die Csárdásfürstin
  • ESSEN OrfeoIEuridice
  • BONN La Calisto
  • GENF La Cenerentola
DAS INTERVIEW
  • ELENA ZHIDKOVA
NAMEN UND DATEN
NACHGEFRAGT
  • MIGUEL A. GÓMEZ-MARTÍNEZ
OPER ONLINE
  • IS THIS THE END?
RUNDBLICK
  • WIESBADEN Lady Macbeth von Mzensk
  • KASSEL L’ultimo sogno – Der letzte Traum
  • HANNOVER Festkonzert / Trionfo. Vier letzte Nächte
  • MAGDEBURG Roméo et Juliette
  • FREIBURG Stabat Mater
  • INNSBRUCK Der Freischütz
  • HALLE Teseo
  • DETMOLD Das Land des Lächelns
  • MÜNSTER Le nozze di Figaro
  • SCHWERIN Triple Trouble
  • PASSAU Die Fledermaus
  • KIEL Die Gärtnerin aus Liebe
VORSCHAU
VORGESTELLT
  • KATHARINA MÜLLNER
SPIELPLÄNE
STREAMING-TIPPS
TV-TIPPS
IMPRESSUM
AUDIO / GESAMT
  • André-Ernest-Modeste Grétry RICHARD COEUR DE LION
  • Thomas Pigor u.a. DREI MÄNNER IM SCHNEE
  • Claudio Monteverdi ORFEO
  • Georg Friedrich Händel ALEXANDER’S FEAST
  • Stanislaw Moniuszko STRASZNY DWOR /DAS GESPENSTERSCHLOSS
  • Erich Wolfgang Korngold DIE TOTE STADT
IM GESPRÄCH
  • PHILIPPE JAROUSSKY
AUDIO / SOLO
  • Roberto Alagna LE CHANTEUR
  • Anna Prohaska BACH REDEMPTION
  • Christiane Karg ERINNERUNG
  • Marlis Petersen DIMENSIONEN – MENSCH UND LICHT
  • Viorica Cortez UNE VIE D’OPERA
  • Dorothee Mields HANDEL’S TEA TIME
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EDITORIAL

EDITORIAL

Autor: Y. Han · Ausgabe 11/2020

Das Thema Corona will uns einfach nicht loslassen. Nachdem die Saison zwar vielfältig und -gesichtig, aber auch genauso vielversprechend gestartet war, scheinen die Schritte, mit denen man sich vorwärtsbewegt, unweigerlich wieder kleiner zu werden angesichts europaweit stark steigender Fallzahlen. So manches erscheint abermals unklar – das Schicksal der vielen ungenannten Freiberufler, die während der Theaterschließungen keine Auftrittsmöglichkeiten und dann aber auch keine Plattform hatten, sich überbrückend zu präsentieren; die Zukunfts-perspektive der Musiktheaterszene und ihrer Künstler für die kommenden Monate – wie lange können Theater sich den Jetzt-Zustand mit spärlich gefüllten Sälen leisten?
Und wird radikal abgespeckt werden, wie Philippe Jaroussky es düster in den Raum stellt? Nur noch große, verkaufsträchtige Namen, die möglichst viel Geld in die Kassen spülen, in bewährten Repertoireklassikern, mit denen man nichts falsch machen kann? Wir stehen an einem Punkt, an dem abermals ganz unterschiedliche Szenarien möglich scheinen – so wie sich schon jetzt sehr unterschiedliche Ansätze manifestieren zwischen den teilweise geradezu gegensätzlichen Polen Zürich/Wien/Berlin und den Häusern, die ihrem Publikum lieber Reduktionen anbieten. Die Zuschauerdankbarkeit scheint auch in dieser Hinsicht eine kritische Evolution zu durchlaufen. Denn so wie man im Lockdown die Kreativität und Emsigkeit der Online-Angebote auf sämtlichen Plattformen erst mit Begeisterung konsumiert hat, nur um dann mit Verstreichen der Wochen ihrer wieder überdrüssig zu werden vor Sehnsucht nach dem Live-Erlebnis, scheint nun auch nicht mehr jeder dieser so sehr herbeigesehnten Live-Abende den inneren Ansprüchen eines Opernliebhabers zu genügen: „Oper, wie sie mal war“ wird geradezu zum geflügelten Wort; man wünscht sie sich offenbar mit jedem Tag heftiger zurück und verliert darüber die Fähigkeit, das, was uns mit Mühe und Sorgfalt zurzeit geboten wird, voll zu goutieren. So mancher, der kulturangebotstechnisch noch „darben“ muss, schielt sicherlich neiderfüllt nach Berlin, Wien oder Zürich, wo man entweder bereits den Vor-Corona-Zustand erleben durfte oder ihm zumindest ganz, ganz nah gekommen ist, und fragt sich ungehalten: Wieso geht das nicht auch in „meinem“ Haus? Hätte man nicht das gleiche auf die Beine stellen können? Das ist verständlich und menschlich. Aber besser und richtiger wäre es vermutlich, noch ein wenig länger Geduld und Verständnis aufzubringen und sich für den Moment weiter auch über noch so kleine Besetzungen, merkwürdig anmutende Bühnenkonzepte und pragmatische Stückauswahlen zu freuen, in Rückbesinnung auf den gesellschaftlichen Konsens und den Geist von Zusammenhalt, der uns bereits durch den Frühling gesteuert hat. Es ist nun einmal, wie es ist. Und am besten kommt man durch Zeiten wie diese mit ein wenig Grundvertrauen, Optimismus und Zusammenhalt. Wir freuen uns, dass Sie, liebe Leser, uns weiter auf der Reise durch die tapfer durchhaltenden Musiktempel begleiten, und wünschen Ihnen in diesem Sinne eine spannende Lektüre.
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INTERVIEWS

Das Interview: ELENA ZHIDKOVA – Die Venus

Autor: U. Ehrensberger · Ausgabe 11/2020

Die aus St. Petersburg stammende Mezzosopranistin ist seit Jahren in Berlin zu Hause, wo auch ihre Karriere begann, und sie spricht perfekt Deutsch. Nicht die schlechtesten Voraussetzungen für die großen Wagnerpartien ihres Faches.
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Im Gespräch: PHILIPPE JAROUSSKY – Von der Vergänglichkeit

Autor: A. Laska · Ausgabe 11/2020

Im November erscheint sein neues Soloalbum. Unter dem Titel „La vanità del Mondo“ enthält es Arien aus italienischen Oratorien des frühen 18. Jahrhunderts. Fünf Nummern sind Weltersteinspielungen. Eine Tournee mit dem Programm soll folgen.
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Vorgestellt: KATHARINA MÜLLNER – Einfach verständlich

Autor: C. Behn · Ausgabe 11/2020

Mit fünf Jahren begann sie ihre musikalische Ausbildung am Klavier. Violine und weitere Instrumente folgten. Schließlich studierte Katharina Müllner Dirigieren in ihrer Heimatstadt Wien und ist seit der Spielzeit 2020/21 als freischaffende Dirigentin tätig.
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Nachgefragt: MIGUEL A. GÓMEZ-MARTÍNEZ – Arbeit mit Sicherheitsabstand

Autor: M. Lehnert · Ausgabe 12/2020

Mit Beethovens „Ode an die Freude“ fand zur Eröffnung des Granada-Festivals am 10. Juli das erste Konzert nach dem Lockdown im von der Pandemie schwer getroffenen Spanien statt. Der Komponist und Dirigent Miguel A. Gómez-Martínez dirigierte die weit gefächert platzierten Chor- und Orchestermassen und spricht darüber, wie und womit er in den Monaten der Krise beschäftigt ist.
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AUFFÜHRUNGEN

BERLIN Die Walküre

27. September ∙ Deutsche Oper ∙ Autor: J. Bartels · Ausgabe 11/2020

Einhelliges Buh - Dank eines Sponsors hatte die Deutsche Oper Berlin realisieren können, was andernorts für lange Zeit undenkbar scheint: die Premiere einer Wagner-Oper mit großen Stimmen – inklusive der dafür notwendigen umfangreichen Corona-Testreihen für alle Beteiligten. Man pilgerte geradezu in die Deutsche Oper – um dann von wie aus der Zeit gefallenem Regietheater-Müll enttäuscht zu werden.
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WIEN Don Carlos

27. September · Staatsoper · Autor: Th. Rauchenwald · Ausgabe 11/2020

Auch 16 Jahre nach der Wiener Premiere von Peter Konwitschnys »Don Carlos«-Inszenierung hadert das dortige Publikum noch immer mit der Inszenierung des sonst nie gespielten Balletts – nicht aber mit Tenorliebling Jonas Kaufmann in der Titelrolle.
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DÜSSELDORF Der Kaiser von Atlantis

19. September ∙ Deutsche Oper am Rhein · Autor: M. Lode-Gerke · Ausgabe 11/2020

Keine Inszenierung und kein Werk, bei dem man sich genüsslich zurücklegen kann, aber: Das Thema ist hochaktuell. Demagogen gibt es noch immer auf der ganzen Welt. Die Inszenierung nimmt deutlich Bezug auf die Entstehung des Werkes 1943 im Lager Theresienstadt.
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FRANKFURT The Medium

13. September ∙ Opernhaus · Autor: L.-E. Gerth · Ausgabe 11/2020

Ersatz für die geplante Premiere von Ligetis »Le Grand Macabre«: Giancarlo Menottis 60-minütige Kurzoper »The Medium«, 2019 im Bockenheimer Depot zu erleben, wurde für die große Bühne adaptiert und zu einem künstlerisch überzeugenden Saisonstart.
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ZÜRICH Boris Godunow

20. September ∙ Opernhaus ∙ Autor: Th. Baltensweiler · Ausgabe 11/2020

Zur Saisoneröffnung war ausgerechnet »Boris Godunow« geplant, ein Werk mit großem Orchester und ebensolchem Chor, und auch von der Entscheidung, eine umfangreiche Version unter Ergänzung des Polenaktes und der Szene auf der Waldlichtung bei Kromy aufzuführen, wollte Regisseur Barrie Kosky nicht abrücken. Doch das Glück lachte dem Tüchtigen.
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WIESBADEN Lady Macbeth von Mzensk

2. Oktober · Staatstheater · Autor: L.-E. Gerth · Ausgabe 11/2020

Erst gab es Gerangel um zugelassene Zuschauerzahlen, dann die Erkrankung eines Mitarbeiters. Die Wiesbadener Premiere der »Lady Macbeth von Mzensk« mit Cornelia Beskow in der fordernden Titelpartie konnte stattfinden, doch schon die zweite Vorstellung fiel wieder aus.
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INNSBRUCK Der Freischütz

2. Oktober ∙ Landestheater · Autor: W. Kutzschbach · Ausgabe 11/2020

Großartig inszenierter »Freischütz« in Innsbruck. Wesentlich zum Erfolg trug die vom Intendanten und Regisseur Johannes Reitmeier gewählte Fassung von Hector Berlioz mit den Rezitativen anstelle der gesprochenen Dialoge bei. Carl Maria von Webers Oper gewann dadurch an dramatischem Fluss und Kompaktheit.
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SPECIALS / INFO

OPER ONLINE

»Is this the end?« Die Brüsseler Oper stellte zur Eröffnung ihrer aktuellen Saison den ersten Teil der geplanten Trilogie »Is this the end?« des belgischen Komponisten Jean-Luc Fafchamps vor, die insgesamt über drei Spielzeiten angelegt werden soll. Das mehrteilig konzipierte Musiktheaterprojekt thematisiert Zwischenzustände des Bewusstseins: nahendes Lebensende, drohender Tod und Verklärung. Der aktuellen Situation geschuldet, wurde die Uraufführung des ersten Teils ohne Anwesenheit des Publikums online als Live-Stream übertragen.

NAMEN UND DATEN

Cecilia Bartoli hat ihren Vertrag als künstlerische Leiterin der Salzburger Pfingstfestspiele bis 2026 verlängert. Auch auf der Bühne wird man sie in diesem Rahmen erleben können. In der szenischen Umsetzung des Händel-Oratoriums »Il trionfo del tempo e del disinganno«, als Sesto in »La clemenza di Tito« und als Hirten in »Tosca« neben Jonas Kaufmann als Cavaradossi.

WETTBEWERBE

Tianyi Lu hat den 9. Internationalen Dirigentenwettbewerb Sir Georg Solti in Frankfurt am Main gewonnen. Die 1990 in Shanghai geborene und in Neuseeland aufgewachsene Lu ist unter anderem „Female Conductor in Residence“ der Welsh National Opera in Cardiff. Weitere glückliche Preisträger gab es auch beim diesjährigen DEBUT-Wettbewerb und beim Internationalen Wettbewerb für Liedkunst der Stuttgarter Hugo-Wolf-Akademie.

VORSCHAU

Die Metropolitan Opera hat wegen der anhaltenden Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie die gesamte Saison 2020/21 abgesagt und wird ihren Spielbetrieb voraussichtlich erst im September 2021 wieder aufnehmen. Die schmerzhafte Entscheidung erfolgte in Absprache mit Gesundheitsexperten, die das Lincoln Center beraten. Es soll erst wieder gespielt werden, wenn sowohl ein Impfstoff verbreitet ist als auch das Tragen von Masken und das Einhalten von Abstandsregeln keine medizinische Voraussetzung mehr sind.
Es wurden zeitgleich jedoch bereits die Pläne für die Saison 2021/22 angekündigt, die mit der Premiere von Terence Blanchards »Fire Shut Up in My Bones« eröffnet werden soll, der ersten Oper eines afroamerikanischen Komponisten, die an der Metropolitan Opera aufgeführt wird.

AUDIO

AUDIO / GESAMT

Vor der französischen Revolution war André-Ernest-Modeste Grétry mit seinen Opern über große heroische Themen mit großartigen Theatereffekten einer der erfolgreichsten Komponisten Frankreichs. Seine Oper über Richard Löwenherz, »Richard Coeur de Lion« liegt in einer Neueinspielung vor. Ein Musical nach Erich Kästners „Drei Männer im Schnee“ hatte 2019 am Münchner Gärtnerplatz Theater Premiere, und die Einspielungen von Moniuszko-Opern wird mit einer glänzend besetzten Aufnahme von »Das Gespensterschloss« fortgesetzt.

AUDIO / SOLO

Ein „Familienprojekt“ wurde das neue Album von Roberto Alagna: „Le Chanteur“. Marlis Petersen hat ihren „Dimensionen“ ein 4. Album hinzugefügt und alle zusammen in einer Box veröffentlicht. Technik macht’s möglich: Christiane Karg lässt sich für ihre Aufnahme des Sopransolos der 4. Mahler im Rahmen ihres Mahler-Albums vom Komponisten höchstselbst begleiten.