ePAPER Ausgabe 11/2016

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In Konkurrenz zu der eigenen Theatergeschichte: Hamburg wagte sich an eine neue »Zauberflöte« und London gar an Bellinis legendenumwobenen Belcanto-Hit »Norma«. Gänzlich Neues zu einem sehr bekannten Thema präsentierte das Theater an der Wien mit einer starbesetzten »Hamlet«-Uraufführung, in Genf setzte Olivier Py Massenets »Manon« mit Patricia Petibon in der Titelpartie in Szene, Peter Konwitschny inszenierte »Boris Godunow« in Nürnberg. »Salome« wurde an ihrem Uraufführungsort, der Dresdner Semperoper, neuinszeniert, die Budapester Staatsoper eröffnete die neue Saison nicht allein mit einer neuen »Traviata«, sondern mit einem üppigen Beiprogramm für Jedermann: vor dem Opernhaus wurden zwei seltene Opern von Donizetti sowie Menottis »Telephone« aufgeführt.
Der renommierte Gesangswettbewerb DEBUT präsentierte in seinem Abschlusskonzert erneut vielversprechenden Sängernachwuchs ebenso wie der erst zum zweiten Mal ausgetragene Internationale Eva Marton Gesangswettbewerb.

Die Interviews:
Patrizia Ciofi, die im November in der Berliner Neuproduktion von Giacomo Meyerbeers »Les Huguenots« die Partie der Französischen Königin Marguerite de Valois singen wird, Speranza Scappucci, die den Sprung von der Korrepetitorin zur Dirigentin gewagt hat und in diesem Monat an der Wiener Staatsoper mit Rossinis »La Cenerentola« zu Gast ist, sowie der Hamburger Unternehmer Thomas Carstensen, der für Liebhaber des guten Klangs mit individuell konfigurierbaren Lautsprechern eine Marktlücke im HiFi-Bereich geschlossen hat.

Nachfolgend finden Sie einen ersten Überblick über die wichtigsten Themen dieser Ausgabe. Eine ausführliche Liste aller Inhalte bietet das Inhaltsverzeichnis.

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INHALTSVERZEICHNIS

INHALTSVERZEICHNIS

Ausgabe: 11/2016

Das komplette Inhaltsverzeichnis mit allen Themen
EDITORIAL
AUFFÜHRUNGEN
  • HAMBURG Die Zauberflöte
  • LONDON Norma (Royal Opera House)
  • GENF Manon
  • DRESDEN Salome
  • WIEN Hamlet (Theater an der Wien)
  • Axel an der Himmelstür (Volksoper)
  • BUDAPEST La Traviata (Staatsoper)
  • GRAZ Tristan und Isolde
  • TALLINN Der fliegende Holländer
  • LINZ Falstaff / Solaris
  • BASEL Die tote Stadt
  • BRÜSSEL Macbeth
  • BERLIN Tosca (Staatsoper im Schiller Theater)
    Così fan tutte (Deutsche Oper)
DAS INTERVIEW
  • PATRIZIA CIOFI
DAS PORTRÄT
  • SPERANZA SCAPPUCCI
WEGWEISER
  • EUROPÄISCHER GESANGSWETTBEWERB DEBUT
NAMEN UND DATEN
NACHRUF
IM BLICKPUNKT
  • GIACOMO MEYERBEER – LES HUGUENOTS
RUNDBLICK
  • OLDENBURG Macbeth
  • WUPPERTAL Les Contes d’Hoffmann
  • MÜNSTER Faust
  • DORTMUND Faust
  • FREIBURG Jérusalem
  • DETMOLD Die Meistersinger von Nürnberg
  • BREMEN Parsifal
  • BIELEFELD Don Carlo
  • KAISERSLAUTERN Attila
  • NÜRNBERG Boris Godunow
  • GIESSEN La Traviata
  • ANTWERPEN Več Makropulos
REPORT
  • BUDAPEST /PERALADA / FREIBERG / NORDHAUSEN
VORSCHAU
SPIELPLÄNE
RARITÄTEN
TV-TIPPS
IMPRESSUM
DAS SPIELPLÄNCHEN
  • MUSIKTHEATERTIPPS FÜR KINDER UND JUGENDLICHE
NACHGEFRAGT
  • THOMAS CARSTENSEN
CD-SPECIAL
  • LEGENDÄRE OPERNAUFNAHMEN „DE LUXE“
NEUE CDs
  • Otto Nicolai DIE HEIMKEHR DES VERBANNTEN
  • Wolfgang Amadeus Mozart LE NOZZE DI FIGARO
  • Carl Orff CARMINA BURANA
  • Giuseppe Verdi AIDA
  • Leonid Desjatnikov THE CHILDREN OF ROSENTHAL
  • Wolfgang Amadeus Mozart DON GIOVANNI
  • Ernst Krenek ORPHEUS UND EURYDIKE
  • Christina Pluhar ORFEO CHAMÁN
CD-NEWS
  • Neue Aufnahmen von Jonas Kaufmann, Joyce DiDonato, Franco Fagioli, Thomas Hampson, Regula Mühlemann u.a.
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EDITORIAL

EDITORIAL

Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 11/2016

Das war schon ein ganz besonderer Moment: Ende September, an einem herbstlichen Montagmorgen im romantischen Taubertal, steht eine junge Sopranistin an einem Flügel und singt. Mozart, Beethoven, Bach. Es ist die erste Entscheidungsrunde beim diesjährigen Gesangswettbewerb DEBUT.
Als das „Quia respexit“ aus Johann Sebastian Bachs »Magnificat« erklingt, geraten die hier sonst vorherrschenden Gedanken an Wettstreit, Konkurrenz und kritisches Hören plötzlich für einen Moment in den Hintergrund, denn Worte und Töne dieses bekannten, typisch abendländisch-barocken Marien-Lobgesangs formt eine 26jährige Syrerin aus Damaskus, die erst seit dem vergangenen Jahr in Europa professionellen Gesangsunterricht nehmen konnte. Dass sie mit dieser sehr kurzen Ausbildungszeit gegen eine starke, jahrelang geschulte Konkurrenz derzeit noch kaum eine Chance haben würde, war zu ahnen; viel entscheidender für sie selbst ist die Tatsache, dass sie es überhaupt schon bis hierher geschafft hatte – auch in der sehr direkten Bedeutung des Wortes. Innehalten, Besinnung, Reflektion bei Publikum und Juroren.
In den ausgefüllten Tagen eines Gesangswettbewerbs kann man viele wunderbare Momente erleben, die neben der eigentlichen, hochspannenden Herausforderung eines frühen Aufspürens und gewissenhaften Förderns von vielversprechenden Talenten wesentliche Anreize auch für mich als Jury-Mitglied bieten: Die ansteckende, mitreißende Begeisterung so vieler junger Menschen für die Oper und das Lied. Eine ganz unmittelbare, zuweilen regelrecht sprühende Lust am Singen, wie man sie auch im arrivierten Opernbetrieb nicht alle Tage erlebt. Dazu erfüllende Begegnungen, oftmals in multikulturellem Dialog. Und eben die universale, über alle Länder- und Sprachbarrieren hinweg in gleicher Weise einende wie tröstende Kraft der Musik.
Erkenntnisreich in fachlicher Hinsicht sind Wettbewerbe ohnehin. Nicht selten bestätigen sie Tendenzen, die sich längst auf den Opernbühnen manifestiert haben. Auffällig, und das schon seit geraumer Zeit, ist die immer noch zunehmende Präsenz – und eben auch Qualität! – asiatischer Sängerinnen und Sänger. Beim Weikersheimer Wettbewerb ging sogar, im Sportjargon formuliert, der komplette Medaillensatz an Südkorea: Wenig überraschend hatten sich einige Teilnehmer als stimmtechnisch sehr solide ausgebildet vorgestellt, zudem aber auch interpretatorisch oberstes Niveau präsentiert. Eine Kompetenz, die man einstmals noch als relativ sichere Bank für europäische Teilnehmer ansehen konnte. Tempi passati! Das Klischee vom seelenlosen asiatischen Singautomaten ist längst obsolet; das können wir seit Jahren an fast allen Opernhäusern in etlichen schönen Vorstellungen immer wieder erleben.
Ein neuerlicher Nachweis von beachtlich hohem Vokal-Potenzial in fernöstlichen Landen heißt noch lange nicht, dass europäische Sänger zukünftig nicht mehr konkurrenzfähig sein werden. An herausragendem Talent mangelt es auch bei uns nicht, ganz im Gegenteil. Und stammen nicht sogar einige der derzeit erfolgreichsten Opernstars just aus Deutschland? Dennoch: Unsere Musikhochschulen müssen sich kritische Fragen gefallen lassen. Das Ausbildungssystem insbesondere in der Fachrichtung „Klassischer Gesang“ steht ja nicht erst seit heute in der Kritik. Gerade die hoffnungsvollsten, vielversprechendsten Nachwuchssänger, die wirklich intensiv und fokussiert an sich arbeiten wollen, haben beste Programme verdient.
Wie nach einer im Idealfall umfassenden, hochprofessionellen Gesangsausbildung eine Karriere verlaufen kann, hängt von einer Vielzahl unterschiedlicher Faktoren ab. Auch die Persönlichkeit eines Sängers spielt eine Rolle. Das umschreibt sehr anschaulich unsere wunderbare Titelkünstlerin Patrizia Ciofi, die mit ihrer langjährigen internationalen Karriere aufs Schönste beweist, dass Erfolg auch ohne großen Medienrummel möglich ist. Qualität setzt sich eben durch!
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INTERVIEWS

Das Interview: PATRIZIA CIOFI – Im Gleichgewicht

Autor: Dr. Andreas Laska· Ausgabe 11/2016

Eine Weltkarriere ohne großen Medienrummel. Dass das möglich ist, beweist Patrizia Ciofi mit ihrem konstanten Erfolg – seit bald 30 Jahren. Aktuell ist sie in Berlin zu erleben, einmal mehr mit Meyerbeer.
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Das Porträt: SPERANZA SCAPPUCCI – Ein großer Traum

Autor: Wolfgang Kutzschbach · Ausgabe 11/2016

Nach 15 Jahren Korrepetition hat Speranza Scappucci eine Karriere als Dirigentin gestartet. Im November dirigiert sie als erste Italienerin an der Wiener Staatsoper.
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Nachgefragt: THOMAS CARSTENSEN – Die Sehnsucht nach mehr

Autor: Yeri Han · Ausgabe 11/2016

Das Hamburger Unternehmen InKlang hat mit individuell konfigurierbaren Lautsprechern eine erstaunliche Marktlücke im HiFi-Bereich entdeckt. Firmengründer Thomas Carstensen verspricht Genuss für das Ohr – und für das Auge.
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AUFFÜHRUNGEN

HAMBURG Die Zauberflöte

23. September · Autor: M. Wilks · Ausgabe 11/2016

Vorhänge mit Tausenden von LED-Leuchten prägten das Konzept von Jette Steckel, mit dem die Hamburgische Staatsoper ihre erste Neuinszenierung der »Zauberflöte« nach über 30 Jahren präsentierte.
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LONDON Norma

1. Oktober ·Royal Opera House · Autor: M. Lehnert · Ausgabe 11/2016

Nach der Absage von Anna Netrebko waren Augen und Ohren auf den „Ersatz“ gerichtet: Sonya Yoncheva gab ihre erste Norma in der spektakulären Ausstattung von Alex Ollés Neuinszenierung.
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DRESDEN Salome

24. September · Autor: S. Mauß · Ausgabe 11/2016

Riesenteddybär und Nussknacker: Für die neue »Salome« am historischen Uraufführungsort in Dresden hatte sich das Inszenierungsteam eine Kinderwelt ausgedacht.
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WIEN Hamlet

14. September ·Theater an der Wien ∙ Autor: W. Kutzschbach · Ausgabe 11/2016

Dass trotz Schwächen die Welturaufführung der »Hamlet«-Oper von Anno Schreier zu einer spannenden und heftig akklamierten Saisoneröffnung geriet, lag an der szenischen und gesanglichen Umsetzung: Andrè Schuen sang die Titelpartie, Marlis Petersen die Gertrud. Auch Bo Skovhus und Jochen Kowalski waren mit von der Partie.
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BERLIN Tosca

18. September · Staatsoper im Schiller Theater ∙ Autor: U.Ehrensberger · Ausgabe 11/2016

Angela Gheorghiu gastierte in der neuen »Tosca«-Produktion der Berliner Staatsoper, brachte einfach ihre eigene Interpretation im Gepäck mit - und das bekam der Aufführung ganz ausgezeichnet. An der Deutschen Oper begann die neue Spielzeit, wie die alte geendet hatte: mit einer Neuproduktion einer Mozart-Oper aus der Hand eines jungen Schauspielregisseurs. Robert Borgmann inszenierte »Così fan tutte«; wieder stand GMD Donald Runnicles am Pult.
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KIEL Les Huguenots

24. September · Autor: S. Martens · Ausgabe 11/2016

Noch vor der Premiere am 13. November in Berlin mit Juan Diego Flórez und Patrizia Ciofi kamen Meyerbeers »Hugenotten« an zwei weiteren deutschen Bühnen zur Premiere: In Kiel wurde die auf knapp 3 Stunden zusammengestrichene Geschichte vor dem Hintergrund der Bartholomäusnacht von 1572 in historischen Bildern dicht an der eigentlichen Handlung erzählt.
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WÜRZBURG Les Huguenots

2. Oktober · Autor: L.-E. Gerth · Ausgabe 11/2016

In Würzburg wurde im Gegensatz zur Kieler Produktion die Handlung aus dem historischen Rahmen herausgelöst, Regie führte der Japanische Regisseur Tomo Sugao.
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DETMOLD Die Meistersinger von Nürnberg

18. September · Autor: J. Gahre · Ausgabe 11/2016

Erich Wächter hatte aus dem Detmolder Orchester in acht Wagner-Einstudierungen einen Klangkörper geformt, dem man die anspruchsvollen »Meistersinger« anvertrauen konnte. Lutz Rademacher, GMD in Detmold seit der Spielzeit 2013/14, bewies in dieser Neuproduktion, dass er daran anknüpfen kann.
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BREMEN Parsifal

11. September · Autor: M. Wilks · Ausgabe 11/2016

Das Theater Bremen ist stolz darauf, dass es zum Saisonauftakt Wagners »Parsifal« komplett aus dem eigenen Ensemble besetzen konnte. Seit 40 Jahren hat es weder Wagners Spätwerk noch den »Ring« an der Weser zu sehen gegeben.
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NÜRNBERG Boris Godunow

1. Oktober · Autor: B. Gruhl · Ausgabe 11/2016

Tausche Krone gegen Strohhut – Peter Konwitschny, inzwischen 71 Jahre alt, inszenierte Mussorgskys »Boris Godunow« in Nürnberg ganz wie ein „junger Wilder“.
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MELDUNGEN / INFO

WEGWEISER

GESANGSWETTBEWERB DEBUT

Ein Tenor, ein Counter und vier Soprane hatten die Vorrunde mit den zum Wettbewerb zugelassenen 47 Teilnehmern (aus über 230 Bewerbungen) sowie das anschließende Semifinale des Gesangswettbewerbes DEBUT mit den 19 bis dahin besten Kandidaten erfolgreich überstanden und lieferten sich Ende September in einem großen Galakonzert in der Wandelhalle Bad Mergentheims einen teilweise hochklassigen Wettstreit der Vokalkünste, den letztlich die Sopranistin Jihyun Lee für sich entscheiden konnte. Sie überzeugte die hochkarätig besetzte Jury, zu der neben dem langjährigen Vorsitzenden, Kammersänger Prof. Harald Stamm, Kiels Generalmusikdirektor Georg Fritzsch, die inzwischen als Dozentin für Gesang tätige Kammersängerin Prof. Christiane Iven, der ehemalige Dresdner Opernintendant Prof. Gerd Uecker sowie auch „Opernglas“-Chefredakteur Ralf Tiedemann angehörten, mit sehr souveräner Stimmkontrolle und kluger Gestaltung in den so unterschiedlichen Arien der Fiordiligi („Come scoglio“) aus Mozarts »Così fan tutte« und der Micaëla aus Bizets »Carmen« („Je dis que rien ne m’épouvante“). Die Südkoreanerin, die zwei Tage zuvor schon den mit 3500 Euro dotierten Liedpreis errungen hatte, durfte sich somit auch über die „Goldene Viktoria“ und das damit verbundene Preisgeld von 10.000 Euro freuen.

VORSCHAU

Endes des Monats wird die Spielzeit am Opernhaus von Rom mit der Premiere von »Tristan und Isolde« eröffnet. Die Titelpartien singen Andreas Schager und Rachel Nicholls.
Im Frühjahr 2017 nimmt die griechische Nationaloper den Probebetrieb im neuen Athener Opernhaus auf, die Dresdner Musikfestspiele präsentieren u.a. Bryn Terfel mit einem Liederabend und Miriam Clark als Leonore in einer konzertanten Aufführung der Urfassung von Beethovens »Fidelio«.

REPORT

II. INTERNATIONALER EVA MARTON GESANGSWETTBEWERB

Plácido Domingos „Operalia“ ist sicher um einiges umfangreicher angelegt als mit 100 Teilnehmern – das Alter ist auf 18 bis 32 Jahren bei Frauen und 18 bis 35 Jahren bei Männern begrenzt – und einem Preisgeld von 45.000 Euro dotiert der Eva Marton Gesangswettbewerb in Budapest, der in diesem Jahr zum zweiten Mal ausgetragen wurde, doch hier wie dort überrascht immer wieder die hohe Qualität der jungen Stimmen. Eine Spezialität dieses Wettbewerbes ist der geforderte Vortrag eines Liedes von Franz Liszt neben zwei Opernarien in den Vorrunden. Gewinner des diesjährigen Wettbewerbs wurde der 30-jährige Weißrusse Alexander Roslavets, der mit kraftvollem, kernigem Bass eindrucksvoll Silvas Arie mit Cabaletta aus Giuseppe Verdis »Ernani« in den Saal schmetterte. Unterstützt wurden die zehn Preisträger durch das Orchester der Budapester Staatsoper unter dem stark auf die Wünsche der Sänger eingehenden Dirigenten Balázs Kocsar. Das Foto zeigt Eva Marton mit Jury-Mitglied Miguel Levin.

NAMEN UND DATEN

LUCIA ALIBERTI startet 2017 eine kleine Tournee mit vier ausgesuchten Galakonzerten in Konstanz (4.3.), Hamm (7.3.) Hamburg (9.3. und Magdeburg (11.3.). Weitere Infos und Termine von Leo Nucci, Julia Novikova, Samuel Ramey, Luca Pisaroni, Chen Reiss u.a.

NACHRUF

NEVILLE MARRINER, Dirigent, Violinist und Gründer der Academy of St. Martin in the Fields, ist am 2. Oktober 2016 im Alter von 92 Jahren verstorben. 1958 hatte er Musiker des LSO dazu animiert, ein neues Kammerorchester zu gründen: die Geburtsstunde der Academy of St. Martin in the Fields, benannt nach der Barockkirche am Trafalgar Square, in der die neu entstandene Formation nach den Abendgottesdiensten Konzerte geben durfte. Nach schwierigen Anfangsjahren machte eine Einspielung von Vivaldis »Vier Jahreszeiten« (1970) das Kammerorchester international bekannt. Ein noch größeres Publikum erreichte das Ensemble, als es 1984 unter Marriners Leitung die Filmmusik zu Milos Formans Oscar-prämiertem Film „Amadeus“ einspielte. Im Laufe der Jahrzehnte brachten das Orchester und sein Gründer es zu einer Vielzahl von Aufnahmen – mit über 600 Einspielungen, die an die 2000 verschiedene Werke abdecken (die dichteste auf Tonträger dokumentierte Kollaboration zwischen Dirigent und Orchester überhaupt). Für seine musikalischen Verdienste wurde Marriner 1985 von Queen Elizabeth II. zum Ritter geschlagen. Bis zuletzt bei bester Gesundheit, starb Marriner nur drei Tage nach seinem letzten Konzert friedlich im Schlaf.

NACHRUF

BARBARA KISSELER ist am 7. Oktober 2016 nach sehr schwerer Krankheit verstorben im Amt als Kultursenatorin im Senat der Stadt Hamburg. Seit ihrem Amtsantritt am 23. März 2011 zählte sie zu den wichtigsten Stützen von Bürgermeister Olaf Scholz. Zuvor war die am 8. September 1949 in Asperden bei Kleve als viertältestes von zehn Kindern geborene studierte Germanistin, Pädagogin und Medienwissenschaftlerin nach Stationen beim Deutschlandfunk und dem Westdeutschen Rundfunk im Kulturdezernat der Stadt Bonn (1978 bis 1981) und anschließend als Kulturamtsleiterin von 1982 bis 1986 in Hilden und 1986 bis 1993 in Düsseldorf tätig gewesen. Von 2006 bis 2011 leitete Kisseler die Berliner Senatskanzlei, bevor sie dem Ruf an die Elbe folgte. Zu ihrer wichtigsten „Baustelle“ im wahrsten Sinne des Wortes wurde die bis dahin chaotische Bauphase der Elbphilharmonie. Deren Eröffnung erleben zu wollen, hatte sie bereits zu Beginn ihrer Hamburger Tätigkeit als erklärten Wunsch geäußert. Nun hat ihre Kraft dafür nicht mehr gereicht, wohl aber für eine komplette Neuordnung und zielgerichtete, effektive Ausrichtung und Koordination der letzten großen Bauphase. Im Sommer 2015 war Kisseler als erste Frau an die Spitze des Deutschen Bühnenvereins gewählt worden. In Hamburg gilt sie bereits heute allgemein als eine der besten und beliebtesten Besetzungen, die ihre Behörde je gekannt hat.

CDs

NEUE CDs

Prominent besetzte Neueinspielungen von Repertoireklassikern: eine neue »Aida« mit Andrea Bocelli als Radames dirigiert von Zubin Mehta, Mozarts »Figaro« unter der musikalischen Leitung von Yannick Nézet Seguin, u.a. mit Sonya Yoncheva, Thomas Hampson und Rolando Villazón und Mozarts »Don Giovanni« unter Leitung von Teodor Currentzis. Interessante Rarität: Otto Nicolais Oper »Die Heimkehr des Verbannten«, eine Aufnahme aus dem Opernhaus Chemnitz.

CD-NEWS

TENORALE AUSFLÜGE

Seemannslieder mit eigenen Texten von Daniel Behle, italienische Canzoni gesungen von Jonas Kaufmann – vorgestellt werden vier sehr verschiedene Tenöre, die den Hörer in höchst unterschiedliche musikalische Welten entführen.

CD-SPECIAL

OPERA „DE LUXE“

Klassische Operngesamtaufnahmen der LP-Ära in luxuriöser Aufmachung: Sie wurden nicht nur technisch aufpoliert, sondern werden mit bis zu 200-seitigen Booklets präsentiert, Reproduktionen der originalen LP-Beihefte mit ihren vielen historischen Fotos aus den Aufnahmesitzungen. Sir Thomas Beechams »Carmen« mit Victoria de Los Angeles gehört ebenso dazu wie »Tosca« mit Maria Callas oder die »Zauberflöte« unter Otto Klemperer.