ePAPER Ausgabe 02/2016

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Vokale Glanzlichter: An der Pariser Nationaloper setzten sich Jonas Kaufmann und Sophie Koch zusammen mit Bryn Terfel für Berlioz’ »La Damnation de Faust« ein, am Liceu in Barcelona gab Juan Diego Flórez neben Elena Mosucs Lucia sein umjubeltes Debüt als Edgardo, an der New Yorker Met begeisterten Diana Damrau und Mariusz Kwiecien in Bizets »Perlenfischer«. In Oslos neuer »Zauberflöte« landete Prinz Tamino auf einem fremden Planeten, San Francisco präsentierte wunderbar konventionelle »Meistersinger«, Hannover sorgte mit einem provokanten »Freischütz« für Kontroversen. Londons Königliche Oper brachte Pietro Mascagnis und Ruggero Leoncavallos berühmtes Verismo-Doppel auf die Bühne, in Wien feierten »Die Sache Makropulos« an der Staatsoper sowie »Peter Grimes« am Theater an der Wien Premiere, in Dresden erlebte das Publikum die europäische Erstaufführung von John Harbisons Oper »The Great Gatsby«. Sopran-Power gab es außerdem mit Sonya Yoncheva und Patrizia Ciofi als hinreißende Titelinterpretinnen von Verdis »La Traviata« an der Berliner Staatsoper im Schiller Theater und in Strasbourg.

Die Interviews: Nino Machaidze, die ihr Repertoire in atemberaubendem Tempo erweitert und im Februar die Desdemona in einer Neuproduktion von Rossinis »Otello« in Wien singen wird, Massimo Cavalletti über neue Rollen, sein Verdi-Repertoire und die Situation der Oper in Italien, sowie Michael Fichtenholz, Operndirektor am Badischen Staatstheater Karlsruhe und Leiter der dortigen Händel-Festspiele.

Nachfolgend finden Sie einen ersten Überblick über die wichtigsten Themen dieser Ausgabe. Eine ausführliche Liste aller Inhalte bietet das Inhaltsverzeichnis.

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INHALTSVERZEICHNIS

Inhaltsverzeichnis

AUSGABE 2/2016

Das komplette Inhaltsverzeichnis mit allen Themen
EDITORIAL
AUFFÜHRUNGEN
  • NEW YORK Les pêcheurs de perles (Metropolitan Opera)
  • PARIS La Damnation de Faust (Opéra Bastille)
  • LONDON Cavalleria rusticana / Pagliacci (Royal Opera House) Pelléas et Mélisande (Barbican Hall)
  • WIEN Vec Makropulos (Staatsoper) Peter Grimes (Theater an der Wien)
  • DRESDEN The Great Gatsby
  • BERLIN La Traviata (Staatsoper im Schiller Theater)
  • GENT Armida
  • OSLO Die Zauberflöte
  • STRASBOURG La Traviata
  • BRESLAU Madama Butterfly
  • BARCELONA Lucia di Lammermoor
  • SAN FRANCISCO Die Meistersinger von Nürnberg
DAS INTERVIEW
  • NINO MACHAIDZE
DAS PORTRÄT
  • MASSIMO CAVALLETTI
IM GESPRÄCH
  • MICHAEL FICHTENHOLZ
REPORT
  • BREMERHAVEN / BERLIN / BRAUNSCHWEIG
NAMEN UND DATEN
NACHRUF
RUNDBLICK
  • HANNOVER Der Freischütz
  • GRAZ Luisa Miller
  • DUISBURG Turandot
  • SCHWETZINGEN Didone abbandonata
  • DORTMUND La Traviata
  • MANNHEIM Tancredi
  • LYON Le Roi Carotte
  • BERGAMO MUSICA FESTIVAL Anna Bolena
VORSCHAU
SPIELPLÄNE
TV-TIPPS
RARITÄTEN
IMPRESSUM
DAS SPIELPLÄNCHEN
  • MUSIKTHEATERTIPPS FÜR KINDER UND JUGENDLICHE
LESERBRIEFE
DVDs
  • Carl Maria von Weber DER FREISCHÜTZ
  • Nikolai Rimski-Korsakow DIE ZARENBRAUT
  • Giuseppe Verdi FALSTAFF
  • Richard Strauss DER ROSENKAVALIER
  • Wolfgang Amadeus Mozart DON GIOVANNI
  • Mieczyslaw Weinberg THE PASSENGER
CD SPECIAL
  • BOXEN
NEUE CDs
  • Franz Schmidt DAS BUCH MIT SIEBEN SIEGELN
  • Antonio Vivaldi L’INCORONAZIONE DI DARIO
  • Jean-Philippe Rameau ZAÏS
  • Francesco Gasparini IL BAJAZET
CD-NEWS
  • Neuerscheinungen von Adrianne Pieczonka, Dmitri Hvorostovsky, Stephan Genz, Robert Holl u.a.
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EDITORIAL

Editorial

Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 2/2016

Przebudzenie – ein „Erwachen“ der Geister der Stadt zum Auftakt: Mitte Januar startete das polnische Wroclaw (Breslau) eindrucksvoll sein vielfältiges Jahresprogramm als Kulturhauptstadt 2016. Das allein schon städtebaulich einzigartige Juwel in Niederschlesien mit der so besonderen, wechselvollen Geschichte präsentiert sich von nun an einmal mehr als besonders vielseitig und kreativ – und dabei - geradezu demonstrativ weltoffen.
Hoffnungsvolle Zeichen aus Polen? Man darf gespannt sein, wie die enorme Strahlkraft dieses breitenwirksamen Langzeitevents in das derzeit unübersehbar gespaltene Land hinwirken wird. Ewa Michnik, die so engagierte, hochverdiente Leiterin des Breslauer Opernhauses, wird in der Kulturhauptstadt bedauerlicherweise nur noch bis zum Ende dieser Saison als quirlig aktive Chefin zu erleben sein. Wie sie uns unmittelbar nach der von ihr dirigierten »Butterfly«-Premiere (Bericht in dieser Ausgabe) erzählte, wird sie zum Sommer, mitten in diesem prestigeträchtigen Jahr, ihren Vertrag nach 21 Jahren auslaufen lassen. Ein herber Verlust für Breslau und die polnische Kulturszene, eine Vakanz zur Unzeit – und ein Signal, das nachdenklich stimmen sollte.
Wie reagiert die Kunst auf politische Veränderungen, auf aktuelle Missstände und gesellschaftsrelevante Themen? Wie positionieren sich die Theater, wie die Direktoren, die Künstler? Seit vielen Jahren ist die Frage der institutionellen wie persönlichen Stellungnahme nicht mehr von so enormer Bedeutung, ja Brisanz gewesen. Auch Alvis Hermanis hat sich positioniert. Der Regisseur zog eine Regiearbeit am Hamburger Thalia Theater zurück. Seine inzwischen viel zitierte Begründung, er wolle für dieses „refugee welcome center“, wie er es nennt, nicht zur Verfügung stehen, muss man als freie Meinungsäußerung akzeptieren, gutheißen kann man die Entscheidung schon aus dem Grund nicht, da doch die eigentliche Aufgabe von Kulturschaffenden, so diese sich kritisch einbringen wollen, in einer künstlerischen Auseinandersetzung mit den Themen unserer Zeit liegen sollte – auf der Bühne.
Diese Beiträge dürfen und sollen polarisieren, aufrütteln, die Gemüter erregen, zu Diskussionen anregen. Das macht eine lebendige Kunstform aus. Und ob Sie, liebe Leser, sich mit provokativen Lesarten einer Oper, wie sie jetzt aktuell in Hannover als »Freischütz«-Neudeutung für Aufregung sorgt, auseinandersetzen mögen, oder doch eine eher konventionelle Inszenierung dieser Oper, wie sie die Dresdner Semperoper im vergangenen Jahr präsentierte, bevorzugen, bleibt Ihrer persönlichen Präferenz überlassen. Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Über Qualität, Aussagekraft, Sinnhaftigkeit aber sehr wohl. In den entsprechenden Berichten (s. „Rundblick“ bzw. „DVDs“) wie auch in vielen weiteren Beiträgen dieser Ausgabe bietet Ihnen „Das Opernglas“ einmal mehr ausreichend Anregungen, sich umfassend zu informieren, unsere Urteile im besten Fall vor Ort selbst zu überprüfen und dann auf dieser Basis eine eigene, fundierte Meinung zu bilden.
Kulinarische Kostbarkeiten oder intellektuelle Herausforderungen: Die Bandbreite der Inszenierungsstile ist ebenso groß wie die individuelle Gestaltungskraft der Sänger und die schier endlose Repertoirevielfalt der Opernhäuser. All dies zusammengenommen macht das Musiktheater erst zu jenem faszinierenden Gesamtkunstwerk, das uns alle so begeistert. Und dass dieses Gesamtpaket vielerorts einfach „stimmt“, davon zeugen die guten Jahresbilanzen so mancher Theater, die mit berechtigtem Stolz erneut für die zurückliegenden Monate eine tolle Auslastungssteigerung vermelden können. Motivation und Herausforderung zugleich für das neue Jahr!
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INTERVIEWS

Das Interview: NINO MACHAIDZE – Immer 100 Prozent

Autor: Dr. Thomas Baltensweiler · Ausgabe 2/2016

Die gefragte Sopranistin erweitert ihr Repertoire in atemberaubendem Tempo. Aktuell steht Rossinis Desdemona in einer Neuproduktion im Theater an der Wien an.
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Das Porträt: MASSIMO CAVALLETTI – Keine Schubladen!

Autor: Ursula Ehrensberger · Ausgabe 2/2016

Auf ein spezielles Fach festlegen lassen will sich der italienische Bariton, der zurzeit an der New Yorker Met in »Manon Lescaut« gastiert, nicht.
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Im Gespräch: MICHAEL FICHTENHOLZ – Eine große Herausforderung

Autor: Dr. Stefan Mauß · Ausgabe 2/2016

Der junge Russe ist seit der vorigen Saison Operndirektor am Badischen Staatstheater und Leiter der Händel-Festspiele in Karlsruhe.
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AUFFÜHRUNGEN

NEW YORK Les pêcheurs de perles

4. Januar · Metropolitan Opera · Autor: F. Plotkin · Ausgabe 2/2016

Ovationen, nicht nur für Diana Damrau: an der Met waren Bizets selten aufgeführte »Perlenfischer« in einer nahezu perfekten Neuinszenierung von Penny Woolcock zu erleben.
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PARIS La Damnation de Faust

8. Dezember · Opéra Bastille · Autor: S. Barnstorf · Ausgabe 2/2016

Starbesetzung auch in Paris, wo sich Jonas Kaufmann, Sophie Koch und Bryn Terfel für Berlioz‘ »La Damnation de Faust« in einer Neuproduktion von Alvis Hermanis einsetzten.
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BARCELONA Lucia di Lammermoor

4. Dezember ∙ Gran Teatre del Liceu · Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 2/2016

Triumphales Rollendebüt: Juan Diego Flórez brachte mit seinem ersten Edgardo das ausverkaufte Haus zum Toben.
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LONDON Cavalleria rusticana / Pagliacci

15. Dezember ∙ Royal Oper House · Autor: B. Barrett · Ausgabe 2/2016

Eine Produktion, die haargenau Herz und Seele beider Dramen traf: Neben Eva Maria Westbroek und Aleksandrs Antonenko begeisterte insbesondere Carmen Giannattasio mit ihrem Rollendebüt als Nedda. In der benachbarten Barbican Hall wurde indes eine halbszenische Aufführung von »Pelléas et Mélisande« mit Christian Gerhaher und Magdalena Kožená gegeben. Am Pult: Simon Rattle, Regie: Peter Sellars.
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WIEN Peter Grimes

12. Dezember · Theater an der Wien · Autor: T. Rauchenwald · Ausgabe 2/2016

Wiens neuer »Peter Grimes« geht ans „Eingemachte“. In Christof Loys Neuinszenierung der Britten-Oper sang Joseph Kaiser die Titelpartie, Cornelius Meister begeisterte am Pult des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien. Tags darauf feierte Janáčeks »Die Sache Makropulos« seine späte Erstaufführung an der Wiener Staatsoper, Regie führte Peter Stein.
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BERLIN La Traviata

19. Dezember · Staatsoper im Schiller Theater · Autor: U. Ehrensberger · Ausgabe 2/2016

Mit Sonya Yoncheva als Violetta hatte die Staatsoper einen echten Trumpf parat. Daniel Barenboim dirigierte seine Staatskapelle souverän und las dabei den Sängern jeden Wunsch von den Augen ab.
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OSLO Die Zauberflöte

28. November · Opernhaus · Autor: G. Helbig · Ausgabe 2/2016

Tamino als ein moderner Prinz rast mit einem Raumschiff durch ein Sonnensystem mit zwei Sonnen – Isis und Osiris: Auftakt einer sensationell kurzweiligen, aber dennoch tiefgründigen »Zauberflöte« an der Norwegischen Nationaloper.
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HANNOVER Der Freischütz

12. Dezember ∙ Staatsoper · Autor: S. Mauß · Ausgabe 2/2016

Zum Teil drastische Bilder in einer kontrovers diskutierten Premiere: Der neue »Freischütz« in Hannover polarisiert. Selbst die am Pult wirkende Generalmusikdirektorin bezog Stellung.
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MANNHEIM Tancredi

4. Dezember ∙ Nationaltheater · Autor: C. Fischer · Ausgabe 2/2016

In seiner letzten, mit Raritäten gespickten Saison bot Mannheims scheidender Opernintendant Klaus-Peter Kehr auch einen vor allem musikalisch beglückenden »Tancredi« von Rossini auf.
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LYON Le Roi Carotte

12. Dezember ∙ Opéra · Autor: W. Kutzschbach · Ausgabe 2/2016

Jacques Offenbachs aus dem Jahr 1872 stammendes sechsstündiges Werk »Le Roi Carotte« ist in Lyon durch Laurent Pelly geschickt gekürzt und überaus abwechslungsreich auf die Bühne gebracht worden.
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MELDUNGEN / INFO

REPORT

FUNKENSPRÜHEND

Was so alles an Potenzial in einem gut geführten Stadttheater steckt! Das konnte am Silvesterabend in Bremerhaven bestaunt werden. In Cole Porters »Anything Goes« wird gesteppt, geblödelt (Dialoge in deutscher Sprache), einschmeichelnd (auf Englisch) gesungen, unter der Leitung von Ido Arad peppig musiziert und eine bunte Revueshow (Regie: Nico Rabenald) präsentiert, die nicht nur der norddeutschen Theaterlandschaft alle Ehre macht. Ein homogenes Ensemble sorgte vor ausverkauftem Haus einmal mehr seit der Premiere am 19. September für Begeisterung. In der Hauptpartie der Reno Sweeney wurde Dorothea Maria Müller begeistert gefeiert. Der Kassenschlager des Hauses ist am 26. und 28. Februar bereits ausverkauft, steht aber am 26. März, 29. April und 17. Juni nochmals auf dem Spielplan.

NAMEN UND DATEN

CARMEN GIANNATTASIO ist aktuell als Norma an der Bayerischen Staatsoper in München und kurz darauf als Nedda in »Pagliacci« neben dem Canio von José Cura an der Deutschen Oper Berlin zu hören. Weitere Termine der Künstlerin sowie Infos und Auftrittsdaten von Anna Netrebko und ihrem neuen Ehemann Yusif Eyvazov, Javier Camarena, Joyce DiDonato, Albert Pesendorfer, Gustavo Dudamel, Chris Lysack, Adrian Sâmpetrean, Katerina Tretyakova und vielen mehr.

NACHRUF

Seine Forderung Ende der 1960er-Jahre, „sämtliche Opernhäuser in die Luft zu sprengen“, war niemals wörtlich gemeint, wie er später korrigierte. Der am 26. März 1925 geborene Pierre Boulez wollte in Wahrheit damit auf die streng konservativen überkommenen Traditionen im Musiktheater dieser Zeit hinweisen. Dem Wunsch seines Vaters, Mathematik zu studieren, hatte er zunächst nachgegeben, um sich relativ rasch der Musik zuzuwenden, die er, Schüler Olivier Messiaens, als Komponist mitrevolutioniert, erneuert und als Dirigent ungemein bereichert hat. Aus seiner Liebe zur Mathematik fruchtete die „serielle Musik“ – eine bahnbrechende Errungenschaft der Komposition im 20. Jahrhundert. Als Dirigent war er, der zeitlebens auf den Taktstock verzichtete, bekannt für seine knappe Zeichengebung allein mit den Händen. Beeindruckt hat er durch klare, analytische, nie dem Sentiment verfallende, unprätentiöse Interpretationen, nicht nur avantgardistischer Werke von Berio, Carter und Messiaen, sondern vor allem der „Zweiten Wiener Schule“, Strawinskys, Bartóks, Ravels, Debussys, in späteren Jahren auch Mahlers. Interpretationsgeschichte hat er für viele überraschend in Bayreuth geschrieben – als Dirigent des gemeinsam mit Regisseur Patrice Chéreau erarbeiteten „Jahrhundertrings“ und noch einmal in seinem achtzigsten Lebensjahr als wunderbar luzider musikalischer Begleiter der spektakulären »Parsifal«-Inszenierung von Christoph Schlingensief, um sehr aktiv an der bis heute andauernden Erneuerung der Bayreuther Festspiele mitzuwirken. Bereits 38 Jahre zuvor, im Sommer 1966, war er kurzfristig für den verstorbenen Hans Knappertsbusch als Dirigent des »Parsifal« in Bayreuth eingesprungen, den er dann bis 1970 dirigierte. Auch hiervon existiert ein Live-Mitschnitt mit Gwyneth Jones und James King – seine Tempi waren beide Male exakt dieselben. Mit Patrice Chéreau brachte er in Paris 1977 Alban Bergs »Lulu« erstmals mit dem von Friedrich Cerha vervollständigten dritten Akt auf die Bühne.

Viel zu früh, mit gerade einmal 47 Jahren, ist Stella Doufexis nach langer Krankheit am 15. Dezember 2015 in Berlin verstorben. Die am 15. April 1968 in Frankfurt als Tochter eines griechischen Vaters und einer deutschen Mutter geborene Mezzosopranistin hatte schon als Schülerin begonnen, Gesangsunterricht zu nehmen und an der Berliner Hochschule der Künste Gesang studiert. Ein erstes Festengagement führte sie 1995 nach Heidelberg, es schlossen sich Gastspiele im In- und Ausland an wie München, Salzburg, Barcelona und Brüssel. 2005 bis 2012 gehörte Doufexis zum Ensemble der Komischen Oper Berlin, wo sie die großen Partien ihres Faches sang wie Cherubino (»Le nozze di Figaro«), Dorabella (»Così fan tutte«), Xerxes, Carmen, Octavian (»Rosenkavalier«) und Niklausse (»Les contes d’Hoffmann«). Gleichzeitig war sie auch eine gefragte Lied- und Konzertsängerin. Ihrer Krankheit zum Trotz stand sie bis zuletzt auf der Bühne. Doufexis hinterlässt ihren Ehemann, den Komponisten und Dirigenten Christian Jost.

VORSCHAU

Zwei Neuproduktionen bilden die Eckpfeiler der Münchner Opernfestspiele 2016: Halévys »La Juive« in der Inszenierung von Staatsintendant Nikolaus Bachler sowie Rameaus Ballettoper »Les Indes galantes« im Prinzregententheater. Außerdem wird in den starbesetzten Repertoireaufführungen u.a. Jonas Kaufmann als Cavaradossi in »Tosca« auftreten und gemeinsam mit Bariton Ludovic Tézier eine Festspiel-Gala bestreiten. Darüber hinaus Ausblicke auf das Programm des diesjährugen Kurt-Weill-Fests in Dessau und der Oper Schenkenberg in Schinznach-Dorf sowie die Spielzeit 2016/17 der San Francisco Opera.

CDs

NEUE CDs

Der Katalog von Gesamtaufnahmen beschert immer wieder neue Einspielungen bisher kaum bekannter Werke: So hat Oehms Classics jetzt Franz Schmidts Oratorium »Das Buch mit sieben Siegeln« mit Klaus Florian Vogt und unter dem Dirigat von Simone Young herausgebracht, während Naïve Vivaldis Dramma »L’incoronazione di Dario« vorlegt. Außerdem neu sind die Opernraritäten »Zaïs« von Rameau und Gasparinis »Il Bajazet«.

CD-NEWS

Adrianne Pieczonka und Konrad Jarnot ermöglichen durch ihre Gesamteinspielung der weitgehend unbekannt gebliebenen Lieder von Erich Wolfgang Korngold einen lohnenden Einblick in das Schaffen des Komponisten, das Ehepaar Uta und Klemens Sander widmen sich Schuberts »Die Schöne Müllerin«. Weitere Soloalben gibt es von Dmitry Hvorostovsky, Robert Holl, Stephan Genz u.a.

CD-SPECIAL BOXEN

Strawinsky dirigiert Strawinsky – so hätte die neue, sehr umfangreiche Box mit insgesamt 56 CDs auch heißen können, auf der SONY sämtliche vom Komponisten selbst dirigierte Einspielungen veröffentlicht hat. Ebenfalls auf üppigen Boxen erhältlich: historische Aufnahmen von Jean Sibelius aus den Jahren 1928 bis 1945 anlässlich seines 150. Geburtstags im vergangenen Dezember sowie sämtliche Wiener Neujahrskonzerte der vergangenen 75 Jahre auf 23 CDs.

DVDs

DVDs

Seit längerem schon hat man den Eindruck, dass Ambrogio Maestri mit der Rolle des Falstaffs geradezu verschmolzen ist – so jetzt auch wieder zu erleben auf einem Mitschnitt aus der New Yorker Metropolitan Oper aus dem Dezember 2013. Ebenfalls auf DVD u.a. der Mailänder »Don Giovanni« mit Peter Mattei, Bryn Terfel, Anna Netrebko und Barbara Frittoli, die gefeierte »Zarenbraut« (Regie: Dmitri Tcherniakov) der Berliner Staatsoper sowie »Der Rosenkavalier« aus Glyndebourne mit Tara Erraught als Octavian.