ePAPER Ausgabe 05/2015

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Begeisterungsstürme für geballte Ladungen Tenor-Power: Jonas Kaufmann triumphierte bei den Salzburger Osterfestspielen im Verismo-Doppel als Turiddu und Canio, Roberto Alagna eroberte mit »Le Cid« einmal mehr Paris; Hamburg bejubelte Klaus Florian Vogt als Paul in »Die tote Stadt«. An der Wiener Staatsoper debütierte Nina Stemme als Elektra, die Oper Frankfurt bot eine glanzvolle Ehrenrettung für Webers »Euryanthe« mit Erika Sunnegårdh, Eric Cutler und James Rutherford. Dmitri Tcherniakov inszenierte an der Berliner Staatsoper im Schiller Theater zu den Festtagen einen neuen »Parsifal« mit Andreas Schager in der Titelpartie, Lyon zeigte im Rahmen seines Opernfestivals unter anderem Schrekers »Die Gezeichneten«. Spannende und selten gespielte Werke wie Karol Szymanowskis »Król Roger« in Nürnberg, Zdeněk Fibichs »Die Braut von Messina« in Magdeburg, Peter Eötvös' »Paradis reloaded« (Lilith) in Chemnitz oder Franz Schrekers »Irrelohe« in Kaiserslautern bereicherten die vielfältigen Spielpläne.

Die Interviews: Marlis Petersen, die auf Vielseitigkeit in ihrem Repertoire setzt und in einer Neuinszenierung an der Bayerischen Staatsoper in München ihre nunmehr neunte Lulu singen wird, Michael Fabiano, der über sein Faible für die italienische Oper und eine Mission in Sachen junges Publikum spricht, Simone Young, die in Hamburg ihre letzte Premiere vorbereitet und Bilanz zieht, sowie Beat Furrer mit Hintergründen und Entstehung zu seiner neuesten Oper.

Nachfolgend finden Sie einen ersten Überblick über die wichtigsten Themen dieser Ausgabe. Eine ausführliche Liste aller Inhalte bietet das Inhaltsverzeichnis.

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INHALTSVERZEICHNIS

INHALTSVERZEICHNIS

Ausgabe: 5/2015

Das komplette Inhaltsverzeichnis mit allen Themen
EDITORIAL
AUFFÜHRUNGEN
  • OSTERFESTSPIELE SALZBURG
    Cavalleria rusticana / Pagliacci (Großes Festspielhaus)
  • FRANKFURT Euryanthe
  • HAMBURG Die tote Stadt
  • BERLIN Parsifal (Staatsoper im Schiller Theater)
  • WIESBADEN La Traviata
  • KARLSRUHE Parsifal
  • WIEN Elektra (Staatsoper)
  • PARIS Le Cid (Palais Garnier)
    Faust (Opéra Bastille)
  • STRASBOURG Tristan und Isolde
  • OPERNFESTIVAL LYON Die Gezeichneten
    Orfeo ed Euridice
  • SOFIA Tristan und Isolde
DAS INTERVIEW
  • MARLIS PETERSEN
DAS PORTRÄT
  • MICHAEL FABIANO
IM GESPRÄCH
  • SIMONE YOUNG
HINTERGRUND
  • BEAT FURRER
NAMEN UND DATEN
NACHRUF
RUNDBLICK
  • ESSEN Die schweigsame Frau
  • KAISERSLAUTERN Irrelohe
  • COBURG Salome
  • WUPPERTAL Parsifal
  • SALZBURG La Sonnambula (Landestheater)
  • NÜRNBERG Król Roger
  • BONN Les Contes d'Hoffmann
  • INNSBRUCK Adriana Lecouvreur
  • DARMSTADT Samson et Dalila
  • HILDESHEIM Gespräche der Karmeliterinnen
  • MAGDEBURG Die Braut von Messina
  • CHEMNITZ Paradise reloaded (Lilith)
  • KURT WEILL FEST DESSAU Braver Soldat Johnny
REPORT
  • LIÈGE / WIEN / BERLIN
IM BLICKPUNKT
  • BAYREUTH
VORSCHAU
SPIELPLÄNE
TV-TIPPS
RARITÄTEN
WEGWEISER
IMPRESSUM
DVDs
  • Hector Berlioz LES TROYENS (London)
  • Hector Berlioz LES TROYENS (Valencia)
  • Richard Wagner DER RING DES NIBELUNGEN
NEUE CDs
  • Gioachino Rossini GUILLAUME TELL
  • Vincenzo Bellini LA STRANIERA
  • Edward Elgar THE DREAM OF GERONTIUS
  • Jean-Baptiste Lully AMADIS
CD-NEWS
  • Neuheiten von Vesselina Kasarova, Peter Mattei, Nuria Rial u.a.
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EDITORIAL

EDITORIAL

Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 5/2015

Der Schock saß und sitzt immer noch tief. Wenn das Leben eines uns nahestehenden Menschen viel zu früh genommen wird, sind Trauer, Entsetzen, Fassungslosigkeit so groß, dass der Schmerz über den Verlust und die entstandene Leere lange, sehr lange unser Leben begleiten und prägen wird.
Dass sich bei dem Flugzeugabsturz in den südfranzösischen Alpen das tragische Einzelschicksal 150fach multiplizierte, macht den Verlust nicht um einen Deut erträglicher. Aber es sorgte für eine so weitgreifende, tiefe Bestürzung, dass die betroffenen Angehörigen durch eine überwältigende, weltweite Anteilnahme vielleicht ein wenig aufgefangen wurden in ihrer Trauer.
Der Schock war auch deswegen besonders groß, weil uns die Katastrophe so nahe gekommen ist. Eine viel genutzte Flugstrecke, eine der meistbesuchten Großstädte Europas, ein hochfrequenter deutscher Zielflughafen. Dass Barcelona neben allen touristischen Attraktionen auch eine große Kulturstadt mit einem bedeutenden Opernhaus ist, dürfte der Weltöffentlichkeit kaum je schmerzhafter in Erinnerung gerufen worden sein als an diesem Vormittag des 24. März 2015, als mit Maria Radner und Oleg Bryjak gleich zwei Opernsänger von Rang ihr Leben lassen mussten. Sie waren auf dem Rückweg von ihren Gastauftritten am Gran Teatre del Liceu. Ein schwerer Verlust, nicht nur für die Familien, Freunde, Kollegen.
Wie nah liegen doch die alles entscheidenden Dinge beieinander. Aus Barcelona reiste an jenem Tag ein Großteil der beiden alternierenden »Siegfried«-Besetzungen nach der am Abend zuvor am Liceu ausgelaufenen Serie ab, die meisten mit dem Flugzeug, einige nach Deutschland, auch nach Düsseldorf. Öffentliche Erkenntnisse darüber, ob auch Opernbesucher unter den Opfern sind, gibt es nicht. Die Möglichkeit ist ebenso groß wie die, dass andere Kulturreisende schlichtweg Glück gehabt haben. Ein jeder von uns, der sich viel auf Reisen befindet, wird in diesen traurigen Tagen Ende März ein höchst beklemmendes Gefühl gehabt haben.
Zu jener Zeit waren, wie praktisch in jeder Woche, auch viele „Opernglas“-Mitarbeiter unterwegs, diesmal nicht von oder nach Barcelona, aber zu diversen anderen Opernhäusern weltweit; in den unmittelbar folgenden Tagen startete praktisch die halbe Hamburger Redaktion zu wichtigen Premieren, sei es nach Salzburg, Wien, Paris. Das Reisen gehört zur Oper. Michael Fabiano bezeichnet gar im aktuellen Gespräch das Gepäck als sein Zuhause. Ohne das Flugzeug, das trotz allem statistisch gesehen das sicherste Verkehrsmittel bleibt, wäre der internationale Opernbetrieb so nicht möglich. Weltkarrieren, wie wir sie heute kennen, mögen geprägt sein von Multimedia und Internet; real werden sie allein durch die zeitnahe Überbrückung großer Distanzen – und durch Künstlerpersönlichkeiten, die die Strapazen und Einschränkungen eines solchen Nomadenlebens in Kauf nehmen, sehr häufig verbunden mit dem Verzicht auf ein eigenständiges Privatleben. Daran sollten wir alle, die wir von diesen Künstlern oft so überreich beschenkt werden, uns hin und wieder erinnern.
Aufhorchen lassen in den vier Interviews dieser Ausgabe noch einige interessante Sätze mehr. Während beispielsweise Fabiano vehement eine stärkere Wertschätzung für die Sänger einfordert und sich dabei auch sehr deutlich für einen weniger hysterischen Regie-Zirkus einsetzt, betont mit Beat Furrer ausgerechnet ein Komponist, dass man die imaginäre Kraft eines Regisseurs eben nicht einschränken darf. Und ergänzt selbstbewusst: „Der Reichtum eines Stückes stellt sich letztendlich auch in verschiedenen Inszenierungsmöglichkeiten dar.“
Recht haben sie ganz gewiss beide, denn künstlerische Offenheit und Respekt vor dem Werk schließen sich in keiner Weise aus. Nimmt man es genau, bedingen sie sich sogar. Titelkünstlerin Marlis Petersen weitet den Begriff der Offenheit zudem auf das Akustische. Hörerwartungen prägen uns ja in der Tat noch deutlich mehr als Sehgewohnheiten. Es ist eine Herausforderung, die mit jeder Produktion neu angenommen wird, von Sängern und Musikern, von Dirigenten und Regisseuren – und vom Publikum. Zu welch grandiosen Ergebnissen das führen kann, lesen Sie auf den nachfolgenden Seiten.
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INTERVIEWS

Das Interview: MARLIS PETERSEN – Parcours der Vielseitigkeiten

Autor: Thomas Baltensweiler · Ausgabe 5/2015

Berg und Bellini, Mittelalter und Moderne: Vielseitigkeit ist Programm bei der deutschen Sopranistin. Im Interview spricht Marlis Petersen kurz vor der Münchner Neuinszenierung über das Faszinosum »Lulu«, den Belcanto und zukünftige Opern- und Operetten-Pläne.
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Das Porträt: MICHAEL FABIANO – Blitzkarriere

Autor: Andreas Laska · Ausgabe 5/2015

Er hat ein Faible für Verdi, Donizetti und den fast vergessenen Saverio Mercadante – und eine Mission in Sachen junges Publikum. Ein ausführliches Porträt über den jungen Tenor mit der Blitzkarriere.
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Im Gespräch: SIMONE YOUNG – Eine gute Idee!

Autor: Söhnke Martens · Ausgabe 5/2015

Die australische Dirigentin blickt auf ihre letzte Hamburger Premiere – und auf zehn erfolgreiche Jahre an Alster und Elbe.
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Hintergrund: BEAT FURRER – Faszination Gesang

Autor: Gabriele Helbig · Ausgabe 5/2015

Die neueste Oper des Komponisten steht kurz vor der Uraufführung. In der aktuellen Ausgabe verrät Beat Furrer Hintergründe und Entstehung.
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AUFFÜHRUNGEN

OSTERFESTSPIELE SALZBURG Cavalleria rusticana / Pagliacci

28. März · Großes Festspielhaus · Autor: S. Martens · Ausgabe 5/2015

Spektakulärer Erfolg bei den Salzburger Osterfestspielen. Auf dem Programm standen »Cavalleria rusticana« und »Pagliacci« mit dem Doppeldebüt von Jonas Kaufmann als Turiddu und Canio.
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FRANKFURT Euryanthe

5. April · Theater · Autor: J. Gahre · Ausgabe 5/2015

Carl Maria von Webers 1823 uraufgeführte Oper »Euryanthe« muss bis heute hinter dessen Erfolgshit »Freischütz« zurückstehen. Die Oper Frankfurt bot nun eine glanzvolle Ehrenrettung in bester Besetzung.
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HAMBURG Die tote Stadt

22. März · Staatsoper · Autor: S. Martens · Ausgabe 5/2015

Vor beinahe 100 Jahren in Hamburg uraufgeführt, erlebte Erich Wolfgang Korngolds »Die tote Stadt« an der Elbe nun eine längst überfällige Neuinszenierung. Als Paul hatte die Staatsoper Publikumsliebling Klaus Florian Vogt verpflichten können.
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BERLIN Parsifal

28. März · Staatsoper im Schiller Theater · Autor: U. Ehrensberger · Ausgabe 5/2015

Im Rahmen der diesjährigen Festtage feierte an der Berliner Staatsoper im Schiller Theater ein neuer »Parsifal« in der Regie Dmitri Tcherniakovs Premiere; Daniel Barenboim dirigierte natürlich selbst, Andreas Schager sang die Titelpartie.
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WIEN Elektra

29. März · Staatsoper · Autor: M. Lehnert · Ausgabe 5/2015

Ein großer persönlicher Triumph: Nina Stemme sang an der Wiener Staatsoper ihre erste Elektra und überzeugte in der mörderischen Partie auf Anhieb. Als kurzfristige Einspringerin und Bühnenschwester Chrysothemis wusste auch Ricarda Merbeth zu punkten.
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PARIS Le Cid / Faust

27. / 28. März · Palais Garnier / Opéra Bastille · Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 5/2015

Mit Roberto Alagna als Rodrigue in »Le Cid« und Michael Fabiano als Faust erlebte Paris ein Tenorwochenende der Extraklasse. Doch auch die Marguerite von Krassimira Stoyanova riss das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin.

BUDAPEST Das Rheingold

21.März · Staatsoper · Autor: S. Barnstorf · Ausgabe 5/2015

Budapest ist eine Wagner-Stadt. Seit je her standen und stehen die Werke regelmäßig auf dem Spielplan der Staatsoper. Mit »Das Rheingold« beginnt unter der musikalischen Leitung des jungen GMDs Péter Halász nun erneut ein »Ring des Nibelungen«.
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ESSEN Die schweigsame Frau

14. März · Theater · Autor: M. Lode-Gerke · Ausgabe 5/2015

Ein riesiger Spaß: Als einen solchen erlebte das Premierenpublikum Guy Joostens Neuproduktion von Richard Strauss' komischer Oper am Aalto-Musiktheater in Essen.
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KAISERSLAUTERN Irrelohe

7. März · Theater · Autor: C. Fischer · Ausgabe 5/2015

Das Pfalztheater ist eine gute Adresse für selten gespielte Werke des frühen 20. Jahrhunderts. Die Premiere von Franz Schrekers 1924 in Köln uraufgeführter Oper »Irrelohe« sollte dies wieder einmal unter Beweis stellen.
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MAGDEBURG Die Braut von Messina

14. März · Theater · Autor: T. Kliche · Ausgabe 5/2015

Zdeněk Fibichs nahezu unbekannte Oper »Die Braut von Messina« ist am Theater Magdeburg erstmals dem deutschen Publikum vorgestellt worden. Eine interessante Erstbegegnung mit der einfallsreichen Musik des in Tschechien geborenen Komponisten.
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CHEMNITZ Paradise reloaded (Lilith)

28. März · Theater · Autor: B. Gruhl · Ausgabe 5/2015

Peter Eötvös' vor zwei Jahren in Wien uraufgeführtes Werk ist eine großartige Komödie von nur 90 Minuten und überzeugte in Chemnitz vor allem auf der musikalischen Ebene.
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MELDUNGEN / INFO

NAMEN UND DATEN

Bryn Terfel wird in der kommenden Saison seinen ersten Boris Godunow singen. Das Debüt des Walisers ist im Rahmen einer Neuinszenierung von Richard Jones an der Königlichen Oper in London vorgesehen. Unter der musikalischen Leitung von Musikdirektor Antonio Pappano steht die Urfassung der Oper aus dem Jahr 1869 am Royal Opera House am 14., 18., 21., 24., 26., 30. März und 5. April 2016 auf dem Programm. Außerdem Termine und Infos von Angela Gheorghiu, Lawrence Brownlee, Linda Watson, Teodor Currentzis, Liudmyla Monastyrska u.a.

NACHRUF

Maria Radner wurde zusammen mit ihrem Mann und dem gemeinsamen kleinen Sohn Opfer des Flugzeugabsturzes am 24. März 2015 in den französischen Alpen. Sie stand ganz oben auf der Liste der potenziellen Interviewpartner, die wir unseren Lesern in den kommenden Monaten hätten vorstellen wollen, hatte doch diese ungewöhnlich timbrierte und abgerundete und in allen Lagen ausgeprägte Alt-Stimme bereits im September 2012 im Londoner »Ring des Nibelungen« als Erda aufhorchen lassen (OG 11/2012) und war unentwegt in Sachen Wagner an den ersten Adressen unterwegs, wie nun auch in Barcelona, wo sie nach Abschluss einer Aufführungsserie des »Siegfried« die Unglücksmaschine bestiegen hatte, um über Düsseldorf in ihren Wohnort Wuppertal-Cronenberg zurückzukehren. Radner hatte ihr Gesangsstudium mit Auszeichnung absolviert und noch als Studentin unter der Leitung von Zubin Mehta in Valencia debütiert. Sie arbeitete regelmäßig mit Kammersängerin Marga Schiml und war Stipendiatin des Richard-Wagner-Verbandes Bayreuth. Die diesjährigen „Richard Wagner Festspiele“ hätten ihr Debüt auf dem grünen Hügel bringen sollen als Rheintochter Floßhilde und 1. Norn. Die gebürtige Düsseldorferin (7. Mai 1981) hatte bereits 2012 in der »Götterdämmerung« an der Met in New York (DVD bei DG), in Marek Janowskis konzertanten Berliner und den aktuellen Genfer »Ring«-Vorstellungen gesungen und auch als Konzertsolistin große Erfolge gefeiert. In der englischen Tageszeitung „The Guardian“ ist ein bewegender persönlicher Nachruf ihrer Kollegin Karen Cargill erschienen.

NACHRUF

Oleg Bryjak hatte ebenfalls in dieser Maschine gesessen und wurde zu einem weiteren Mordopfer. Der am 27. Oktober 1960 in Kasachstan geborene Bariton war so stolz auf seine Karriere, die ihn als Sohn eines während der Stalinherrschaft zu 25 Jahren Arbeitslager Verurteilten über die auffallend ausgeprägte Singstimme als Kind ans kasachische Nationalkonservatorium gebracht hatte. Nachdem er am Opernhaus von Lemberg debütiert und am Opernhaus in Tscheljabinsk sowie dem Mariinsky Theater in St. Petersburg gastiert und bereits 1990 den 2. Preis beim Sylvia-Geszty Wettbewerb in Stuttgart gewonnen hatte, war er 1991 nach Deutschland gekommen und zunächst an das Badische Staatstheater Karlsruhe engagiert worden. Als sehr gläubiger Mensch wirkte er auch als Protodiakon in der ukrainisch orthodoxen Kirchengemeinde in Krefeld und füllte die Kirche mit seinem ergreifenden Gesang. Seit 1996 war Bryjak an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf engagiert, hatte aber auch immer wieder Gelegenheit zum Gastieren in Zürich oder an der Staatsoper und der Deutschen Oper Berlin (Waldner in »Arabella« 2006), an der Lyric Opera von Chicago oder mit seinem Debüt im vergangenen Sommer als Alberich bei den Bayreuther Festspielen, den er auch in diesem Festspielsommer wieder hätte singen sollen. Nicht nur hier muss nun umbesetzt werden nach diesem furchtbaren Ereignis, dass der Opernwelt, insbesondere ihren reisenden Sängerinnen und Sängern, aber auch Journalisten und Managern auf so unfassbare Weise deutlich macht, dass es jeden hätte treffen können.

REPORT

Mehr als 500 Mal hat Leo Nucci Verdis Rigoletto schon verkörpert, doch die Partie inspiriert ihn noch immer. Auch in einer Neuinszenierung an der Opéra Royal de Wallonie in Liège stand Nuccis bewegender Hofnarr vom ersten Auftritt an im Mittelpunkt des Geschehens.

VORSCHAU

Staraufgebot an der Bayerischen Staatsoper in München: Jonas Kaufmann wird in einer »Aida«-Repertoireserie sein szenisches Rollendebüt als Radames geben, Zubin Mehta dirigiert einen neuen »Maskenball«, Hans Neuenfells inszeniert die Uraufführung von Miroslav Srnkas »South Pole«, Roberto Alagna ist als Éléazar in einer Neuproduktion von Halévys »La Juive« zu Gast. Auch die Wiener Staatsoper hat ihre neue Saison bekanntgegeben, in der u.a. Anna Netrebko sowohl als Tatjana als auch als Manon Lescaut auftreten wird; ebenfalls im Haus am Ring übernimmt Christian Thielemann die Premierenserie einer »Hänsel und Gretel«-Neuinszenierung, Peter Eötvös leitet die Staatsopern-Erstaufführung seiner Oper »Tri Sestri«. Weitere spannende Saisonvorschauen u.a. aus Linz und Lyon sowie vom Klangvokal Musikfestival und vom Mozartfest Würzburg.

CDs

Gioachino Rossini GUILLAUME TELL

NAXOS 8.660363.66, 4 CDs ∙ Autor: J.-M. Wienecke ∙ Ausgabe 5/2015

Auf eindrucksvolle Weise beschenkte sich die Leitung des Festivals „Rossini in Wildbad“ zum 25. Bestehen im Jahr 2013 mit ihrer bislang anspruchsvollsten Opernproduktion selbst.

DVDs

Hector Berlioz LES TROYENS

OPUS ARTE 1097 D, 2 DVDs ∙ Autor: M. Wilks ∙ Ausgabe 5/2015

Die Londoner Aufführungsserie von Hector Berlioz' »Trojanern« mit Bryan Hymel, Eva Maria Westbroek und Antonio Pappano aus dem Jahr 2013 ist nun auch für den heimischen Genuss verfügbar.

Richard Wagner DER RING DES NIBELUNGEN

ARTHAUS MUSIK 1075537, 7 DVDs · Autor: S. Barnstorf · Ausgabe 5/2015

Auf insgesamt sieben DVDs ist Achim Freyers ausdrucksstarke und bildmächtige Neuproduktion von Wagners »Ring des Nibelungen« am Mannheimer Nationaltheater für die Nachwelt eingefangen worden.

CD-NEWS

OF MADNESS AND LOVE

SOB 08, 1 CD · Autor: J. Gahre · Ausgabe 5/2015

Dirigent Ivor Bolton und das Sinfonieorchester Basel widmen sich auf ihrer mit „Of Madness and Love“ betitelten Aufnahme dem Komponisten Hector Berlioz. Mit dabei Vesselina Kasarova in der Scène lyrique »La mort de Cléopâtre«. Außerdem CD-Neuheiten von Ann Hallenberg, Nuria Rial, Peter Mattei u.a.