ePAPER Ausgabe 04/2014

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Anna Netrebko wagte sich in Rom erstmals an Puccinis Manon Lescaut, Jonas Kaufmann begeisterte als Werther an der Met, Angela Gheorghiu als Adriana Lecouvreur an der Wiener Staatsoper, Frankfurt brachte konzertant Puccinis »Edgar« mit Bryan Hymel in der Titelpartie heraus. Aber nicht nur große Namen sorgten bei den Opernfans für gute Stimmung: Im Theater an der Wien war Rameaus »Platée« für Regisseur Robert Carsen Grundlage für klassische Satire, und mit dem gleichen Stilmittel wurden in Dessau die »Beggar’s Opera« und deren inhaltliche Fortsetzung »Polly« genutzt, um mit bissigem Humor gegen Etat- und Subventionskürzungen in den Kulturbudgets des Landes zu protestieren. Köln bot eine Wiederbegegnung mit der 1921 uraufgeführten Operette »Die Bajadere« von Emmerich Kálmán mit keinem geringeren als Richard Bonynge am Pult, und im Münchner Prinzregententheater konnte man szenisch die zeitgleich mit der »Salome« von Richard Strauss entstandene »Salomé« des französischen Komponisten Antoine Mariotte kennenlernen.

Die Interviewthemen: Wagnertenor Klaus Florian Vogt, der sich auf einer neuen CD mit Operetten- und Musicalmelodien vorstellt, Bariton Leo Nucci, der im April nicht nur seinen 72. Geburtstag, sondern auch das seltene Jubiläum feiert, in der Rolle des Rigoletto zum 500. Mal auf der Bühne zu stehen, und der polnische Regisseur Michal Znaniecki, der beim israelischen Masada-Festival Verdis »La Traviata« im Wüstensand in Szene setzen wird.

Nachfolgend finden Sie einen ersten Überblick über die wichtigsten Themen dieser Ausgabe. Eine ausführliche Liste aller Inhalte bietet das Inhaltsverzeichnis.

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INHALTSVERZEICHNIS

Inhaltsverzeichnis

Ausgabe 4/2014

Das komplette Inhaltsverzeichnis mit allen Themen.
EDITORIAL
AUFFÜHRUNGEN
  • WIEN Adriana Lecouvreur (Staatsoper)
    Platée (Theater an der Wien)
    Albert Herring (Volksoper)
  • NEW YORK Werther (Metropolitan Opera)
  • ROM Manon Lescaut
  • FRANKFURT Edgar
  • LYON Le Comte Ory
  • ANTWERPEN Otello
  • DRESDEN Guntram (Staatsoper)
    Moskau, Tscherjomuschki (Semper 2)
DAS INTERVIEW
  • KLAUS FLORIAN VOGT
JUBILÄUM
  • LEO NUCCI
VORGESTELLT
  • MICHAL ZNANIECKI
NAMEN UND DATEN
FOKUS
  • DER KINO-EFFEKT
NACHRUF
REPORT
  • WIEN / ENSCHEDE / BERLIN / MÜNCHEN / LONDON
RUNDBLICK
  • LÜBECK Armide
  • KÖLN Die Bajadere (Philharmonie)
  • BRAUNSCHWEIG Anna Karenina
  • DANZIG Ubu Rex
  • LUXEMBURG The House Taken Over
  • AACHEN Don Carlo
  • DESSAU The Beggar’s Opera / Polly
  • MÜNSTER Benvenuto Cellini
  • KAISERSLAUTERN Iphigénie en Aulide
  • MÜNCHEN Salomé (Prinzregententheater)
MELDUNGEN
VORSCHAU
SPIELPLÄNE
TV-TIPPS
RARITÄTEN
IMPRESSUM
DVDs
  • Leonardo Vinci ARTASERSE
  • Wolfgang Amadeus Mozart COSÌ FAN TUTTE
  • Giuseppe Verdi UN BALLO IN MASCHERA
  • Modest Mussorgsky BORIS GODUNOW
  • Bruno Monsaingeon Edition DIETRICH FISCHER-DIESKAU
NEUE CDs
  • Joseph Calleja AMORE
  • Krassimira Stoyanova VERDI
  • Dinara Alieva PACE MIO DIO
  • Kiri Te Kanawa WAIATA
  • Pumeza Matshikiza VOICE OF HOPE
  • Richard Wagner PIANO SONATAS – LIEDER
  • Alessandro Rinella CANTERÒ PER TE
  • Filippo Mineccia LEONARDO VINCI - ALTO ARIAS
  • Lisa Delan THE HOURS BEGIN TO SING
  • Christiane Karg HEIMLICHE AUFFORDERUNG
  • Anne Sofie von Otter DOUCE FRANCE
  • Ina Siedlaczek FORTUNA SCHERZOSA
  • Jan Kobow SCHUBERT- WINTERREISE
  • Florian Boesch DER WANDERER
  • Matthias Goerne SCHUBERT – WANDERERS NACHTLIED
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EDITORIAL

EDITORIAL

Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 4/2014

Es muss konstatiert werden, dass augenscheinlich sehr unterschiedliche Vorstellungen über die notwendige Kultur zur Führung eines großen europäischen Opernhauses existieren.“ – Ein schöner Satz, den sich das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst des Freistaates Sachsen da ausgedacht hat. Insbesondere „notwendige Kultur“ ist ein bewusst spitzfindiger Seitenhieb auf den noch vor Amtsantritt geschassten Intendanten der Sächsischen Staatsoper, dem das Ministerium in diesem Statement mit harschen Worten die komplette Verantwortung für eine singulär frühzeitige Vertragsauflösung zuweist.
Vollkommen anders sieht das Serge Dorny selbst – dem wiederum Staatskapellenchef Christian Thielemann eifrig widerspricht; und aus den Kollektiven des traditionsreichen Opernbetriebes an der Elbe vernimmt man dazu noch einmal ganz andere Meinungen und Stimmungen. Eine in den Brunnen gefallene Medaille mit mindestens zwei Seiten.
Das Argument von Kunstministerin Sabine von Schorlemer, Schaden von der Oper abwenden zu wollen, ist obsolet angesichts der in allen Belangen negativen Außenwirkung dieses so spektakulär in den Sand gesetzten Engagements. Nicht nur der Ruf der Semperoper ist beschädigt, auch die nun erneut beginnende Nachfolgersuche wird schwierig sein. Welcher Bewerber mit Kompetenz, Erfahrung und den so dringend benötigten Visionen für das touristisch so beliebte Architekturjuwel wird nach diesem Vorspiel die Kohlen aus dem Feuer holen wollen? Und ein (vermutlich kostspieliger) Rechtsstreit durch eine Anfang März eingereichte Klage Dornys nimmt bereits seinen Lauf. Da dürften wohl noch einige Details ans Licht kommen. Ungeachtet jedweder anzunehmenden kommunikativen und/oder menschlichen Disharmonie zwischen den Beteiligten lasen sich die Analysen und Strategien des vorzeitig entmachteten Dresdner Opernintendanten ja keineswegs unklug, im Gegenteil. Aber wie heißt es nun so schön: „Es existieren unterschiedliche Vorstellungen.“
Eine Formulierung, die man unschwer auch auf andere akute Fragen in der deutschen Theaterszene anwenden kann. Diese ist derzeit beträchtlich in Unruhe geraten insbesondere durch die Entscheidung der neuen Intendanz der Wuppertaler Bühnen, ab der kommenden Saison auf Stagionebetrieb umzustellen. Angesichts des so traditionsreichen wie -gewinnbringenden Ensembletheaters in Deutschland eine zu Recht kritisch aufgenommene und hochemotional diskutierte Nachricht, die manchem als Fanal für einen Anfang vom Ende erscheinen will.
Zweifellos ist unser historisch gewachsener Ensemblegedanke, der zudem inmitten einer in dieser Dichte weltweit einmaligen Theaterlandschaft gedeiht, eine Errungenschaft. Nicht umsonst wählen junge Sänger und Dirigenten aus aller Welt just hier ein Engagement, um in einem festen Ensemble Erfahrungen zu sammeln und künstlerisch zu reifen. Auf die Entwicklungen in Wuppertal, wo künftig ausschließlich Gäste ein höheres musikalisches Niveau der Produktionen sichern sollen, wird man daher umso genauer schauen. Doch auch wenn der eine oder andere Intendant sicher schon mit dem Gedanken spielt, vielleicht selbst in ähnliche Richtungen zu gehen: Ein größeres, gar flächendeckendes Aussterben des Ensembles befürchte ich nicht. Und sollte sich das Experiment durch die Qualität des auf der Bühne Gebotenen tatsächlich beweisen, wäre es ein Sieg der Kunst – ganz unabhängig vom dahinterstehenden System. Bei weitem Besorgnis erregender ist für meine Begriffe der zunehmende politische Gleichmut. Einsparpotenziale werden seit Jahren geradezu reflexhaft und ohne erkennbare Bedenken immer wieder bei den Künsten gesucht. Nur so entstehen ja erst die – keineswegs neuen! – Gedanken zu Stagionebetrieb, Fusionierungen, Orchesterreduzierungen, Spartenabwicklungen. Gleichwohl müssen neue Lösungen her angesichts einer vielerorts erschreckend hohen Anzahl frei bleibender Plätze in den Opernhäusern. Das Theater Dessau, das auch davon ein Lied singen kann, hat gerade bewiesen, wie kreativ und publikumswirksam man Flagge zeigen und kulturpolitischen Protest anbringen kann. Volles Haus und volle Zustimmung für diese „Bettleroper“, die doch auch eines ganz deutlich macht: Ohne Sie, liebe Leser, ohne ein interessiertes, engagiertes Publikum, das sich mitreißen, begeistern und auch gern mit Neuem, Ungewohntem überraschen lässt, nützt auch das größte künstlerische Bemühen nichts. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine anregende, zu (noch) mehr Opernbesuchen verführende Lektüre!
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INTERVIEWS

Das Interview: KLAUS FLORIAN VOGT – Von Tassilo, Tonio & Tarzan

Autor: Yeri Han · Ausgabe 4/2014

In Bayreuth hat er ein Abonnement. Nun kommt die leichte Muse an die Reihe. Ein Gespräch über aktuelle Projekte des deutschen Wagnertenors.
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Jubiläum: LEO NUCCI – 500 Mal Rigoletto

Autor: Wolfgang Kutzschbach · Ausgabe 4/2014

Wenige Tage vor seinem 72. Geburtstag am 16. April begeht der Bariton aus Castiglione dei Pepoli in der Nähe von Bologna ein wohl einmaliges Bühnenjubiläum.
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Vorgestellt: MICHAL ZNANIECKI – Der magische Mix

Autor: Gabriele Helbig · Ausgabe 4/2014

Der gefragte polnische Regisseur inszeniert beim israelischen Masada Festival Giuseppe Verdis »La Traviata«.
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AUFFÜHRUNGEN

WIEN Adriana Lecouvreur

16. Februar · Staatsoper · Autor: M. Lehnert · Ausgabe 4/2014

David McVicars Londoner Inszenierung machte im Rahmen ihrer „Welttournee“ jetzt an der Wiener Staatsoper Station. Angela Gheorghiu sang erneut die Titelpartie, ihr Partner diesmal: Massimo Giordano.
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NEW YORK Werther

25. Februar · Metropolitan Opera · Autor: F. Plotkin · Ausgabe 4/2014

Die letzte Neuproduktion von »Werther« hatte die Met 1971 für Franco Corelli herausgebracht. Jetzt gab es eine neue Inszenierung für Jonas Kaufmann.
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ROM Manon Lescaut

27. Februar · Teatro dell‘Opera · Autor: W. Kutzschbach · Ausgabe 4/2014

Ein Rollendebüt als Aufbruch in eine dramatischere Zukunft: Anna Netrebko sang erstmals die Manon Lescaut in Giacomo Puccinis gleichnamiger Oper und erstmals unter dem Dirigat von Riccardo Muti.
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FRANKFURT Edgar

16. Februar ∙ Oper Frankfurt · Autor: H. Walter · Ausgabe 4/2014

Für seinen Titelhelden hatte sich Puccini einst die Stimme von Francesco Tamagno gewünscht – Verdis erstem Otello. In Frankfurt war man gespannt, wie der neue Tenorstar Bryan Hymel diese Aufgabe meistern würde.
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DRESDEN Guntram

2. März ∙ Staatsoper · Autor: S. Barnstorf · Ausgabe 4/2014

Eine mörderische Titelpartie hatte auch Richard Strauss in seinem Opernerstling »Guntram« kreiert. Die Sächsische Staatsoper stellte das seltene Werk in einer konzertanten Aufführung vor.
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KÖLN Die Bajadere

14. Februar ∙ Philharmonie · Autor: M. Lode-Gerke · Ausgabe 4/2014

Richard Bonynge als prominenter Dirigent am Pult und Emmerich Kálmáns Tochter Yvonne gar in der Rolle der Frau eines Theaterdirektors. Halbszenisch wagte man in Köln eine Operetten-Wiederentdeckung.
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DANZIG Ubu Rex

7. Februar · Opera Baltycka · Autor: G. Helbig · Ausgabe 4/2014

Zum 80.Geburtstag des Komponisten Krzysztof Penderecki im Jahr 2013 hatte die Opera Baltycka im vergangenen September dessen Opera buffa neu inszeniert. Bis Ende April steht das Werk in Danzig noch auf dem Spielplan.
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DESSAU The Beggar’s Opera / Polly

22. Februar ∙ Anhaltisches Theater · Autor: J. Gahre · Ausgabe 4/2014

Eine Oper von 1728 als Kultur-Protest im Jahr 2014: Die Dessauer Inszenierung ging besonders mit dem amtierenden Ministerpräsidenten des Landes und den Sparplänen seiner Regierung einfallsreich zu Gericht.
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MÜNSTER Benvenuto Cellini

28. Februar ∙ Theater · Autor: S. Mauß · Ausgabe 4/2014

Der Auftritt zweier Päpste war nur eine der augenzwinkernden Regie-Zutaten für Berlioz‘ Künstlerdrama in Münster.
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MELDUNGEN / INFO

NAMEN UND DATEN

ANGELA GHEORGHIU übernimmt die Marguerite in Gounods »Faust« bei den Pfingstfestspielen in Baden-Baden (6., 9., 12.6.) sowie in Hamburg (15.6.), nachdem Anna Nebrebko bekanntgegeben hatte, dass sie diese Partie nun doch nicht mehr in ihr Repertoire aufzunehmen gedenkt und gleichzeitig szenische Produktionen in London, Baden-Baden und Wien abgesagt hatte. Aktuell ist Gheorghiu in Paris als Mimì in »La Bohème« zu hören (4., 7., 11. April), wo sie im Juni und Juli kommenden Jahres auch die Adriana Lecouvreur singen wird. Weitere Künstlertermine und Infos in „Namen und Daten“ von Klaus Florian Vogt, Simon Keenlyside, Lana Kos, Anja Kampe und anderen mehr.

REPORT

SPÄTES DEBÜT

Einwände, ob das Rollendebüt als Calaf in Puccinis »Turandot« für einen 66-jährigen Tenor nicht zu spät kommt oder ob der für gespaltene und gequälte neurotisierte Opern-Charaktere wie Peter Grimes, Captain Vere oder Hoffmann prädestinierte Neil Shicoff für die heikle, beinahe im Heldenfach angesiedelte lirico-spinto-Partie überhaupt der richtige Sänger sei, wischte der beeindruckend agierende Künstler beiseite. Mit tenoraler Emphase und lyrischem Schmelz auftrumpfend, stürzte er sich an der Wiener Volksoper in die Partie. Die opulent fantastische Inszenierung der Frankokanadier Renaud Doucet und André Barbe, die bereits im Oktober 2006 zur Premiere kam, zählt zu den beliebtesten Regiearbeiten am Haus und begeisterte auch noch acht Jahre später im Rahmen dieser spannend besetzten Wiederaufnahme.

VORSCHAU

Premieren in Starbesetzung: An der Bayerischen Staatsoper treten Anna Netrebko und Jonas Kaufmann als unglückliches Liebespaar in »Manon Lescaut« auf, Marlis Petersen singt die Lulu und Diana Damrau die Titelpartie in »Lucia di Lammermoor«. Aber nicht nur in München hat man die Pläne für die Saison 2014/15 vorgestellt: auch in Berlin an der Deutschen Oper, wo Tenorstar Rolando Villazón Puccinis »Rondine« inszeniert oder in Zürich bei den Festspielen, in Amsterdam, Bad Kissingen. Dazu Statements zu ihren Festspielplänen für Mörbisch und Stift Melk in Gesprächen mit den jeweiligen Künstlerischen Leitern der dortigen Festspiele Dagmar Schellenberger und Michael Schade.

NACHRUF

GERHARD MORTIER

GERARD MORTIER war im vergangenen Jahr bereits schwer an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt, dem er am 8. März 2014 in seinem Brüsseler Domizil erlegen ist. Der Opernintendant und Salzburger Festspieldirektor (1991 bis 2001) wurde 70 Jahre alt. Am 25. November 1943, mitten im 2. Weltkrieg in Gent geboren, war Mortier, der in einem Jesuitenkolleg seine Schulzeit verbrachte, nach einem Jurastudium an der Universität von Gent und dem der Kommunikationswissenschaften(1967/68) zunächst Assistent des Flandern Festivals und in den Jahren von 1973 bis 1980 dann Leiter der Betriebsbüros und einer der strategischen Programmmacher von Christoph von Dohnányi – zunächst an der Frankfurter Oper und dann an der Hamburgischen Staatsoper –, bevor er im Jahr 1981 für 10 Jahre die Leitung der Brüsseler Oper übernahm. Nach seiner anschließenden Salzburger Direktion, die er selbst den Höhepunkt und die beglückendste Zeit seiner künstlerischen Arbeit nannte, folgten mehr (Ruhrtriennale von 2002-2004, die Leitung der Pariser Oper 2004-2009) oder weniger erfolgreiche (Bewerbung um die Leitung der Bayreuther Festspiele im Jahr 2008, Nichtantritt einer Direktion der inzwischen insolventen New York City Opera 2007 ) Stationen in seiner Karriere als Theatermanager sowie in den letzten Jahren von 2010 bis 2013 die künstlerische Leitung des Teatro Real in Madrid.

NACHRUF

WERNER RACKWITZ

WERNER RACKWITZ, der ehemalige Intendant der Komischen Oper Berlin, ist am 14. März 2014 nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 84 Jahren in Berlin verstorben. 1980 war er zum Intendanten berufen worden und hatte dieses Amt bis 1994 inne. Als Nachfolger von Walter Felsenstein und Joachim Herz bewahrte und beförderte er den Ruf der Komischen Oper und schuf in seiner umsichtigen und diplomatischen Arbeitsweise die Basis für eine auch international Aufsehen erregende Theaterarbeit. Zusammen mit Chefregisseur Harry Kupfer und Rolf Reuter als musikalischem Chef hatte er Spitzenkräfte des Musiktheaters als an das Haus gebunden und mit ihnen gemeinsam ein leistungsfähiges und innovatives Ensemble formiert. Am 3. Dezember 1929 als Sohn eines Pfarrers in Breslau geboren, hatte Rackwitz in den Nachkriegsjahren in Halle an der Saale Musikwissenschaft studiert. Er gehörte als junger Wissenschaftler zu den Initiatoren der Halleschen Händel-Pflege, insbesondere der Internationalen Georg-Friedrich-Händel-Gesellschaft und der Internationalen Händel-Festspiele, die 1952 ins Leben gerufen worden waren. 1963 wurde er in das Ministerium für Kultur der DDR berufen und wirkte dort zunächst als Referent, dann als Leiter der Abteilung Musik und von 1969 bis 1981 als Stellvertreter des Kulturministers. In seiner Amtszeit an der Komischen Oper entstand unter anderem ein Mozart-Zyklus mit »Die Entführung aus dem Serail«, »Die Hochzeit des Figaro«, »Così fan tutte«, »Die Zauberflöte« und »Don Giovanni«, der junge Jochen Kowalski wurde in Händels unbekannter Oper »Giustino« entdeckt. Es gelangten Preziosen der Moderne zur Aufführung, wie die neue Oper »Judith« von Siegfried Matthus und »Antigone« von Georg Katzer, entworfen 1988 als Kassandraruf und aufgeführt 1991 als ein Requiem des Untergangs, und immer wieder gelangen musikalische Profilierungsmöglichkeiten des Orchesters in Konzerten unter dem ambitionierten Reuter, der beispielsweise zum ersten Mal seit über 100 Jahren die Bühnenmusik Felix Mendelssohn Bartholdys zur »Antigone« des Sophokles aufführte.

DVDs

Leonardo Vinci ARTASERSE

ERATO 2564632323, 2 DVDs ∙ Autor: J. Müller ∙ Ausgabe 4/2014

Fünf Countertenöre und ein Tenor – mit dieser heute ungewohnten Besetzung hatte Vincis »Artaserse« schon in zahlreichen konzertanten Aufführungen für Begeisterung gesorgt. Die szenische Version wurde im Opernhaus von Nancy aufwändig verfilmt.

Wolfgang Amadeus Mozart COSÌ FAN TUTTE

Sechs Protagonisten typgerecht ausgesucht von Filmregisseur und Oscar-Preisträge Michael Haneke – Kommen sie am Bildschirm noch besser zur Geltung als im Theater?

CDs

Joseph Calleja AMORE

DECCA 4785340, 1 CD ∙ Autor: Y. Han ∙ Ausgabe 4/2014

Eine traumhafte Melodie nach der anderen – in sechs Sprachen präsentiert Joseph Calleja „Lieder für alle“.

Anne Sofie von Otter DOUCE FRANCE

NAIVE V 5343, 2 CDs ∙ Autor: G. Schunk ∙ Ausgabe 4/2014

Zweimal französisches Repertoire: Auf je einer CD Salon-Lieder und Chansons von Yves Montand und Edith Piaf. Anne Sofie von Otter meldet sich mit Hörgenuss mit dem Flair vom Montmartre zurück.

Alessandro Rinella CANTERÒ PER TE

MEMBRAN 233788, 1 CD ∙ Autor: Y. Han ∙ Ausgabe 4/2014

Mit einer Mischung aus Rock und Klassik stimmte der römische Tenor im Jahr 2012 auf einen Boxkampf mit Arthur Abraham ein. Auch seine neue CD bietet Italo-Pop-Balladen und Opernarien in ungewöhnlicher Verpackung.

Dinara Alieva PACE MIO DIO

DELOS DE 3462, 1 CD ∙ Autor: A. Laska ∙ Ausgabe 4/2014

Diana Alieva, Spinto-Sopran aus Azerbaijan, hat eine CD-Visitenkarte mit breit gefächertem Repertoire vorgestellt. Die Sopranistin wird in der kommenden Saison an der Deutschen Oper Berlin in Puccinis »Rondine«-Neuinszenierung durch Rolando Villazón als Magda zu hören sein.