ePAPER Ausgabe 04/2017

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Joyce DiDonato wagte sich in München erstmals an Rossinis Semiramide, José Cura sang an der Oper in Monte-Carlo seinen ersten Tannhäuser – auf Französisch. Weitere Wagner-Premieren gab es in London mit Bryn Terfel als Sachs in den neuen »Meistersingern« sowie im kleinen Oldenburg, wo vielversprechend ein neuer »Ring« begann. In Mailand sorgte Anna Netrebko als Violetta in »La Traviata« für Verdi-Wonnen, ebenso wie Nello Santi am Pult des Scala-Orchesters. Das Badische Staatstheater in Karlsruhe eröffnete die Händel-Festspiele mit einer aufregenden Produktion von »Semele«, in Frankfurt begeisterten Hector Berliozʼ »Les Troyens«, der Oper Zürich gelang eine Großtat mit Manfred Trojahns »Orest«, inszeniert von Hans Neuenfels.

Die Interviews: Die Sopranistin Christiane Karg, Tenor-Shooting-Star Brian Jagde und Verismo-Diva Ermonela Jaho. Dazu Regisseurin Vera Nemirova, die zum Jubiläum der Osterfestspiele Salzburg die Eröffnungsproduktion der »Walküre« von 1967 als „Re-Kreation“ neu wiederbelebt, und Eduard Roth, der in Mannheims legendärer, noch heute gespielter »Parsifal«-Produktion von 1957 von Beginn an dabei war.

Nachfolgend finden Sie einen ersten Überblick über die wichtigsten Themen dieser Ausgabe. Eine ausführliche Liste aller Inhalte bietet das Inhaltsverzeichnis.

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INHALTSVERZEICHNIS

INHALTSVERZEICHNIS

Das komplette Inhaltsverzeichnis mit allen Themen
EDITORIAL
AUFFÜHRUNGEN
  • MONTE-CARLO Tannhäuser (Salle Garnier)
  • MAILAND La Traviata (Teatro alla Scala)
  • MÜNCHEN Semiramide (Nationaltheater)
  • FRANKFURT Les Troyens
  • BERLIN Edward II. (Deutsche Oper)
  • WIEN Peer Gynt (Theater an der Wien)
  • ZÜRICH Orest
  • LONDON Die Meistersinger von Nürnberg
    (Royal Opera House)
  • HÄNDEL-FESTSPIELE KARLSRUHE Semele
  • KAPSTADT Rigoletto
  • PRAG Rusalka (Nationaltheater)
  • BARCELONA Quartett
  • ANTWERPEN Simon Boccanegra
  • NÜRNBERG Wozzeck
DAS INTERVIEW
  • CHRISTIANE KARG
IM GESPRÄCH
  • BRIAN JAGDE
DAS PORTRÄT
  • ERMONELA JAHO
NAMEN UND DATEN
NACHRUF
REPORT
  • HAMBURG / ESSEN / MÜNCHEN
IM BLICKPUNKT
  • JUBILÄUM IN KÖLN
RUNDBLICK
  • COBURG Die stumme Serenade
  • OLDENBURG Das Rheingold
  • DUISBURG Madama Butterfly
  • LAUSANNE Hamlet
  • KLAGENFURT Otello
  • BIEL Les pêcheurs de perles
  • AUGSBURG Otello
  • ULM Lulu
  • INNSBRUCK Un ballo in maschera
  • HANNOVER Der fliegende Holländer
  • WIESBADEN Peter Grimes
  • KAISERSLAUTERN Les pêcheurs de perles
  • LEIPZIG Der Freischütz
  • HILDESHEIM Der Freischütz
  • GIESSEN Der Barbier von Bagdad
NACHGEFRAGT
  • VERA NEMIROVA
HINTERGRUND
  • EDUARD ROTH
VORSCHAU
SPIELPLÄNE
TV-TIPPS
RARITÄTEN
IMPRESSUM
DAS SPIELPLÄNCHEN
  • MUSIKTHEATERTIPPS FÜR KINDER UND JUGENDLICHE
CD-NEWS
  • Neue Aufnahmen von Günther Groissböck, Philippe Jaroussky, Krassimira Stoyanova, Christiane Karg, Benjamin Appl u.a.
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EDITORIAL

EDITORIAL

Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 3/2017

Ist Retro bald das neue „neu“? Unübersehbar hatte sich in den vergangenen Jahren schon jener Trend zur festen Tradition manifestiert, der uns Opernbesuchern die Begegnung mit einer Inszenierung an ganz unterschiedlichen Orten ermöglicht. „Koproduktion“ hieß das Zauberwort. Kaum ein Theater, das dieser Entwicklung widerstehen konnte. Was den Veranstaltern Möglichkeiten für eine durchaus deutliche Kostenersparnis bietet, ist auch für das Publikum zumeist ein Gewinn, insbesondere dann, wenn das Gezeigte von besonderer Qualität ist – wie etwa die wunderbare »Adriana Lecouvreur«, die schon seit 2010 erfolgreich durch die Opernzentren dieser Welt reist und dereinst, nach der überall gefeierten Angela Gheorghiu, sicher auch an der Met für Anna Netrebko ein perfektes szenisches Umfeld sein wird, oder der ebenfalls tourende »Benvenuto Cellini« in der spektakulären Monty Python-Show, der gerade im TV zu erleben war und in der kommenden Spielzeit auch in Paris die Zuschauer begeistern dürfte. Und warum auch nicht?
Tolle Produktionen verdienen es durchaus, mehrfach gezeigt zu werden. Publikumsüberschneidungen gibt es in der Regel wenig, die Koordinaten liegen zumeist weiträumig auseinander: Berlin und Mailand, Hamburg und Basel, London und New York. Manche Bühnen agieren da recht pragmatisch, andere sind sehr progressiv – bis hin zur Programmierung ganzer Spielzeiten aus lauter Übernahmen und Koproduktionen. Hier zeigt sich insbesondere Barcelonas Gran Teatre del Liceu seit einiger Zeit sehr zielgerichtet. Das Traditionshaus als Vorreiter? Der derzeit angesagteste Theatertrend aber lautet überraschenderweise Rückbesinnung. Wir alle könnten vermutlich aus dem Stand heraus eine ganze Reihe von unbefriedigenden, entbehrlichen Opern-Inszenierungen aufzählen, die dann oftmals auch sehr schnell wieder in der Versenkung verschwunden sind. Eine durchweg schöngeredete Geldverschwendung! Auf der anderen Seite gibt es jene gelungenen und vom Publikum heiß geliebten Produktionen, von denen manche im Lauf der Zeit regelrecht Kultstatus erlangen – und doch werden auch sie irgendwann durch Neuproduktionen ersetzt. Nicht immer erreicht das Neue das Niveau des Alten. Wenn die Mailänder Scala für ihre jüngste, starbesetzte »Traviata«-Serie nicht die aktuelle Inszenierung aus dem Jahr 2013 präsentiert, sondern stattdessen den Vorgänger von 1991 ausbuddelt, spricht das schon eine deutliche Sprache. So viel Mut zur uneitlen Einsicht täte manch anderem Intendanten gut! Aber was heißt es nun, wenn am anderen Ende der Optionenskala das Nationaltheater Mannheim für seinen Uralt-»Parsifal« endlich nicht mehr belächelt, sondern inzwischen sogar gepriesen, ja fast beneidet wird? Hier war man über Jahre allen Widrigkeiten zum Trotz bereit, ein echtes Regie-Relikt aus längst vergangenen Zeiten liebevoll zu pflegen und (durchaus kostspielig) in Schuss zu halten für heutige und kommende Generationen. Gelebte Theatertradition seit nunmehr 60 Jahren. Kompliment! Den Blick zurück gar zum Konzept erhoben hat die Opéra de Lyon, indem sie gleich drei legendäre Regiearbeiten der Altmeister-Trias Ruth Berghaus, Heiner Müller, Klaus Michael Grüber in originalgetreuen Reproduktionen dem heutigen Publikum neu zur Diskussion stellte. Ähnlicher Gedanke, gänzlich anderes Konzept jetzt im April in Salzburg, wo zum 50-jährigen Jubiläum die berühmten »Walküre«-Bühnenbilder der ersten Osterfestspiele von 1967 rekonstruiert und mit neuer Regie bespielt werden. Wie das geht? Wir haben nachgefragt.
Viel Historisches also im bislang so atemlos dem Immer-Neuen nacheilenden Regietheaterzirkus. Das kann interessante, durchaus erfüllende Begegnungen ermöglichen, solange es als ergänzender, ästhetische Debatten stimulierender Kontrapunkt zum Heutigen, Aktuell-Zeitgemäßen gemeint und erlebt wird, und die Retro-Tendenzen nicht etwa verstanden werden als Spielvarianten eines Zeitgeistes, der derzeit auf (zu) vielen weltpolitischen Feldern übermäßig intensiv mit dem sehnsuchtsvollen Blick zurück auf eine vermeintlich bessere Vergangenheit beschäftigt ist. Die Oper wird sehr gefragt sein, auch andere künstlerische Antworten zu finden.
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INTERVIEWS

Das Interview: CHRISTIANE KARG – Der richtige Zeitpunkt

Autor: Ursula Ehrensberger · Ausgabe 4/2017

Zwischen Opernbühne, Konzertpodium und Tonstudio: Die gefragte Sopranistin spricht im Interview über die Auswahl neuer Rollen, das aktuelle CD-Projekt, ihre Präsenz beim Würzburger Mozartfest – und das eigene Festival im mittelfränkischen Feuchtwangen.
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Im Gespräch: BRIAN JAGDE – Rasante Karriere

Autor: Andreas Laska · Ausgabe 4/2017

Im Februar war er in »Adriana Lecouvreur« an der Seite von Angela Gheorghiu bei deren 25-jährigem Londoner Bühnenjubiläum zu hören. Nun stellt sich der Tenor erstmals dem Publikum in Washington, Stuttgart und Madrid vor. Ein Gespräch über seinen Weg auf die internationalen Bühnen.
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Das Porträt: ERMONELA JAHO – Die Verismo-Diva

Autor: Ursula Ehrensberger · Ausgabe 4/2017

Aktuell begeistert sie einmal mehr in ihrer Paraderolle, der Cio-Cio-San in Puccinis »Madama Butterfly« – diesmal in einer Serie am Londoner Royal Opera House, die auch im Kino zu erleben ist. Im Interview erklärt die albanische Sopranistin ihre Affinität zum Verismo.
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Nachgefragt: VERA NEMIROVA – Neues Leben für eine Legende

Autor: Markus Wilks · Ausgabe 4/2017

Die Salzburger Osterfestspiele erinnern zu ihrem 50. Geburtstag mit der »Walküre« an ihre erste Karajan-Produktion – eine „Re-Kreation“ im heute längst legendären Bühnenbild von Günther Schneider-Siemssen. Vera Nemirova zeichnet als Regisseurin verantwortlich.
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Hintergrund: EDUARD ROTH – Zeitlose Ästhetik

Autor: Yeri Han· Ausgabe 4/2017

Das Nationaltheater Mannheim pflegt seine legendäre »Parsifal«-Produktion von Hans Schüler seit nunmehr 60 Jahren. Eduard Roth, ehemaliger Beleuchtungschef des Hauses, war von Beginn an dabei.
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AUFFÜHRUNGEN

MONTE-CARLO Tannhäuser

22. Februar · Salle Garnier ∙ Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 4/2017

Sensationserfolg mit »Tannhäuser« auf Französisch: Die mit Spannung erwartete Erstaufführung der originalen Pariser »Tannhäuser«-Fassung wurde ein umfassender Erfolg, an der José Cura mit seinem fulminanten Wagner-Debüt maßgeblichen Anteil hatte.
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MAILAND La Traviata

9. März · Teatro alla Scala ∙ Autor: M. Lehnert · Ausgabe 4/2017

Eine Reminiszenz an Scala-Glanzzeiten erlebten die Zuschauer der wieder zurück auf die Bühne geholten »La Traviata«-Produktion von 1991, in der sich Anna Netrebko seit langem zum ersten Mal wieder als Violetta präsentierte - und gewohnt brillierte. Ebenso gefeiert wurde Nello Santi am Pult des Scala-Orchesters.
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MÜNCHEN Semiramide

16. Februar · Nationaltheater · Autor: J.-M. Wienecke · Ausgabe 4/2017

Eine opulente Materialschlacht mit Tiefgang und eine hochkarätige Solistenriege: David Alden inszenierte Rossinis selten gespielte Oper als pompösen Staatsakt mit starken Bildern, Joyce DiDonato gab ihr umjubeltes Debüt in der Titelpartie.
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FRANKFURT Les Troyens

19. Februar · Autor: A. Laska · Ausgabe 4/2017

Verpackt in ansehnliche Bilder in monumentaler Ausstattung bescherte Hector Berlioz' Antik-Epos den Besuchern im Frankfurter Opernhaus magische Momente. Getragen wurde der Premierenabend von durchweg starken musikalischen Leistungen.
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ZÜRICH Orest

26. Februar · Autor: Th. Baltensweiler · Ausgabe 4/2017

Wie könnte »Elektra« weitergehen? Spannende Antworten findet Manfred Trojahns 2011 uraufgeführte Fortschreibung, die genau da ansetzt, wo die Strauss-Oper endet. In Zürich begeisterte das Werk, packend inszeniert von Hans Neuenfels.
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LONDON Die Meistersinger von Nürnberg

11. März · Royal Opera House ∙ Autor: J. Bartels · Ausgabe 4/2017

Zum Abschied versuchte der scheidende Intendant Kasper Holten noch einmal der Stadt, dem Land und dem Publikum seiner bisherigen Wirkungsstätte den Spiegel vorzuhalten und ließ Wagners Oper, mit Bryn Terfel als Sachs, in plakativen Bildern über die Bühne gehen.
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HÄNDEL-FESTSPIELE KARLSRUHE Semele

17. Februar · Autor: J. Gahre · Ausgabe 4/201

Dass antike Mythen aufregend und aktuell sein können, bewiesen die Händel-Festspiele Karlsruhe, indem sie die Titelheldin zu einer aufstrebenden jungen Frau à la Monica Lewinsky machten und ihren Zeus und dessen eifersüchtige Gattin zum mächtigsten Mann der Welt und seiner First Lady.
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COBURG Die stumme Serenade

25. Februar · Autor: B. Gruhl · Ausgabe 4/2017

Des 50. Todestages Erich Wolfgang Korngolds gedachte man in Coburg mit einer sehr ansehnlichen Inszenierung, die die stilistisch weit gefächerte Partitur kongenial mit optischer Nostalgie krönte. Ein Abend zum Schwelgen und Mitfiebern.
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OLDENBURG Das Rheingold

4. Februar · Autor: M. Wilks · Ausgabe 4/2017

Zum Jubiläum „100 Jahre Oper in Oldenburg“ im Jahr 2021 will man sich den ersten vollständigen »Ring« schenken. Ein erster Schritt wurde nun höchst erfolgreich mit der »Rheingold«-Premiere gesetzt, die den göttlichen Sagenstoff in einer abgeschiedenen, rustikalen Bergwelt ansiedelt.
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MELDUNGEN / INFO

IM BLICKPUNKT

FEIERSTUNDE (N) AM RHEIN

Das war anders geplant. Mit einer etwas vorgezogenen Festveranstaltung gedachte man am 11. März in der Rheinmetropole des schönen, durchaus feierwürdigen Jubiläums „60 Jahre Oper Köln am Offenbachplatz“ – nur eben nicht vor Ort, im 1957 eröffneten ikonographischen Riphahn-Bau, sondern in der aktuellen Interimsspielstätte Staatenhaus. Eine Feierstunde also in Abwesenheit des Jubilars, denn wo seit Herbst 2015, nach eigentlich schon als abgeschlossen angesehener Sanierung, längst hätte wieder gespielt werden sollen, erklingen derzeit, wenn überhaupt, immer noch Baugeräusche.

REPORT

GELUNGENER COUP

Am Flughafen kreuzen sich die Wege von Leuten unterschiedlichster Couleur – mit diesem Panorama menschlicher Beziehungen und Charaktere ist der Bayerischen Theaterakademie August Everding ein echter Coup gelungen, als sie im Februar Jonathan Doves 1998 in Glyndebourne uraufgeführte Oper »Flight« in einer mitreißenden Inszenierung auf die Bühne des Prinzregententheaters gebracht hat – inklusive Homer und Marge Simpson und ein pointiert als Jesus dargestellter Flüchtling.

NAMEN UND DATEN

EVA-MARIA WESTBROEK wird als Artist in Residence in der Saison 2017/18 mehrfach mit dem Concertgebouw Orchestra im Amsterdamer Concertgebouw auftreten. Ihre dortige Residenz beinhaltet Konzerte mit Mariss Jansons (26., 27., 29.10.), einen „Close-Up“-Auftritt, im Rahmen dessen sie Alban Bergs »Sieben frühe Lieder« singen wird (13.5.2018), einen Abend mit Stücken von Tschaikowsky und Barber (30., 31.5.2018) sowie ein Wagner-Konzert unter der musikalischen Leitung von Daniele Gatti (20., 21., 22.6.2018). Weitere Infos und Termine von Anna Netrebko, Daniel Brenna, Lana Kos, Erwin Schrott, John Osborn u.a.

VORSCHAU

In der Saison 2017/18 singen am Gran Teatre del Liceu in Barcelona Pavol Breslik den Nemorino im »Liebestrank« und Aida Garifullina die Juliette in Gounods »Roméo et Juliette«. Christian Gerhaher ist am Opernhaus Zürich für die Hauptrolle in der Uraufführung von Heinz Holligers neuer Oper »Lunea« engagiert, Katharina Wagner setzt an der Oper Leipzig »Tannhäuser« mit Burkhard Fritz in der Titelrolle neu in Szene. Außerdem wird Christian Thielemann an der Semperoper zwei »Ring«-Zyklen mit Petra Lang als Brünnhilde dirigieren.

NACHRUF

KURT MOLL
Nach langer schwerer Krankheit ist am 5. März 2017 Kurt Moll verstorben. Unvergessen bleiben wird der Sänger mit der tiefdunklen Stimme vor allem als Interpret der großen Basspartien in den Werken Richard Wagners, Wolfgang Amadeus Mozarts und Richard Strauss’. Er war sich nie zu schade, auch aus mittleren Rollen maßgebliche Inkarnationen zu machen. Sein „basso profundo“ konnte noch die kleinste Phrase mit einer Leichtigkeit stilistisch ausfüllen. Der Vortag hatte stets Eleganz und zeugte vom Verständnis der Essenz einer jeden Partie.

ALBERTO ZEDDA
Sein Name ist untrennbar mit dem Gioachino Rossinis verknüpft, dessen Werk er nicht nur verehrte, sondern für das er sich sein Leben lang eingesetzt hat. Nun ist Alberto Zedda, der Dirigent und Musikwissenschaftler, der sich mehr als ein halbes Jahrhundert lang um die Rezeption der Werke des italienischen Komponisten verdient und diesen zu einem neuen Stellenwert verholfen hat, im Alter von 89 Jahren verstorben.

CDs

CD-NEWS

Günther Groissböck hat sich mit den beiden Schubert-Zyklen »Winterreise« und »Schwanengesang« befasst, Krassimira Stoyanova ein neues Verismo-Album eingespielt, Christiane Karg singt auf ihrer aktuellen Aufnahme mit dem Titel „Parfum“ Orchesterlieder, die auf impressionistische und symbolistische Gedichte der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts basieren. Außerdem hat die Deutsche Grammophon mit „The Art of Grace Bumbry“ der Jubilarin – sie feierte im Januar ihren 80. Geburtstag – eine umfangreiche CD-Box gewidmet.