ePAPER Ausgabe 10/2021

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Große Sängerleistungen bei den sommerlichen Festspielen wie zum aktuellen Saisonstart: An der Staatsoper Hamburg gab Benjamin Bernheim sein Rollendebüt als Hoffmann, in der Arena di Verona sang Anna Netrebko die Turandot, Karine Deshayes gab beim Rossini Festival in Pesaro die englische Königin, und bei den diesjährigen Bayreuther Festspielen ragte ganz besonders eine konzertante Aufführung des »Parsifal« unter der Leitung von Christian Thielemann mit fantastischen Solisten heraus. Aber auch alle anderen Bühnen starteten mit interessanten Premieren, unter anderem Münster mit Leonard Bernsteins »Candide«, Flensburg mit der »Stummen Serenade« von Erich Wolfgang Korngold oder das Theater Hof mit der deutschen Erstaufführung von Philip Glass‘ »Der Prozess«.

Die Interviews: Die Mezzosopranistin Emily D’Angelo über Hildegard von Bingen statt Hosenrollen, der Regisseur Jay Scheib, der „Augmented Reality“ mit 3D-Brillen für die Bayreuther Festspiele plant, der österreichische Bass Stefan Cerny, der in Wien sowohl an der Staatsoper als auch an der Volksoper zuhause ist, und der neue Intendant der Oper Halle, der britische Regisseur Walter Sutcliffe.

Nachfolgend finden Sie einen ersten Überblick über die wichtigsten Themen dieser Ausgabe. Eine ausführliche Übersicht bietet das Inhaltsverzeichnis.

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INHALTSVERZEICHNIS

INHALTSVERZEICHNIS

Ausgabe: 10/2021

Das Inhaltsverzeichnis mit allen Themen und Beiträgen
EDITORIAL
SAISONSTART
  • HAMBURG Les contes d‘Hoffmann
  • GENF Krieg und Frieden
IM GESPRÄCH
  • JAY SCHEIB
FESTSPIELE
  • ROSSINI OPERA FESTIVAL PESARO
  • Moïse et Pharaon / Il Signor Bruschino /
  • Elisabetta Regina d’Inghilterra
  • ARENA DI VERONA
  • Turandot / Cavalleria rusticana / Pagliacci / Domingo Opera Night
  • BAYREUTHER FESTSPIELE
  • Parsifal / Die Walküre / Konzert
  • SALZBURGER FESTSPIELE
  • Tosca (Großes Festspielhaus)
  • La Damnation de Faust (Großes Festspielhaus)
  • Intolleranza 1960 (Felsenreitschule)
  • KUNSTFEST WEIMAR Electric Saint (Nationaltheater)
DAS INTERVIEW
  • EMILY D’ANGELO
NAMEN UND DATEN
REPORT
  • DÜSSELDORF / MÜNCHEN / WIEN / BARCELONA
VORGESTELLT
  • STEFAN CERNY
RUNDBLICK
  • MAINZ Adriana Lecouvreur
  • FLENSBURG Die Stumme Serenade
  • GIESSEN The Rape of Lucretia
  • MÜNSTER Candide
  • DÜSSELDORF Herzog Blaubarts Burg
  • REGENSBURG Das Rheingold (bayernhafen)
  • HOF Der Prozess
NEUER INTENDANT IN HALLE
  • WALTER SUTCLIFFE
FESTSPIEL-RUNDBLICK
  • WERNIGERÖDER SCHLOSSFESTSPIELE La Tragédie de Carmen
  • RIGA JURMALA FESTIVAL Konzerte Orchester der Bayreuther Festspiele
  • GLUCK FESTSPIELE NÜRNBERG Orfeo ed Euridice
  • BAYREUTH BAROQUE OPERA FESTIVAL Polifemo (Markgräfliches Opernhaus)
SPIELPLÄNE
TV-TIPPS
IMPRESSUM
NACHRUF
AUDIO / GESAMT
  • Ludwig van Beethoven FIDELIO
  • Richard Wagner SIEGFRIED
  • Douglas Knehans BACKWARDS FROM WINTER
  • Christoph Willibald Gluck DEMOFOONTE
AUDIO / SOLO
  • Jonas Kaufmann Liszt
  • Jeanine de Bique MIRRORS
  • Olga Peretyatko SONGS FOR MAYA
  • George Gagnidze ARIEN
  • Constance Heller FANTASIE VON ÜBERMORGEN
  • Lucy Crowe LONGING
  • Mark Milhofer BENJAMIN BRITTEN – FOLK SONGS
  • Emily D’Angelo ENARGEIA
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EDITORIAL

EDITORIAL

Autorin: Y. Han · Ausgabe 10 / 2021

Mit einem Fuß bereits im Herbst (oder auch mit beiden, je nachdem in den Genuss welcher Wetterlage man aktuell kommt…) beginnen sich nun die letzten Ausläufer des Festspielsommers mit den ersten Saisoneröffnungen der neuen Spielzeit zu mischen. Es ist stets eine besonders schöne und immer wieder kribbeln machende Zeit des Jahres, wenn man, vielleicht noch unter den Eindrücken der verschiedenen Festivalhochburgen und ihrer Produktionen stehend, den Blick aufs heimische Opernhaus richten und sich auf die lokalen Kreationen, das vertraute Ensemble und die hinzustoßenden Gäste freuen kann.
Eine ideale Zeit also, wieder einmal dankbar für die geerbte Theaterdichte dieses Landes zu sein, die fast allen Bürgern die Zuordnung zu einem „Stammhaus“ ermöglicht und das damit verbundene, unter Umständen jahrzehntelange Miterleben von künstlerischen Entwicklungen, der mit Intendanzen wechselnden Hoch- und Dürrezeiten und der Wege, die Ensemblemitglieder gehen können, von der Wiege eines Opernstudios hinein ins Hauptensemble, und von dort hinaus in die Welt. Immer wieder Sänger und Sängerinnen in eine Weltkarriere begleitet hat auch die Hamburgische Staatsoper, exemplarisch genannt seien Aleksandra Kurzak, Christiane Karg – und natürlich Olga Peretyatko, die nun auch Teil der schillernden Saisoneröffnung war, die die Hansestadt ihren Opernfreunden mit »Hoffmann« beschert hat, nur um direkt prominent nachzulegen mit Sonya Yonchevas (allerdings konzertantem) Rollendebüt als Manon Lescaut, Hui Hes anstehender 100. Tosca Anfang Oktober und Solo-Abenden von Roberto Alagna und Lise Davidsen im November. Es wartet also ein toller Herbst auf die Hamburger. Deutlich ungewöhnlicher und sperriger ging es derweil in der Schweiz zu, wo es mit »Krieg und Frieden« in Genf und »Breaking the Waves« in St. Gallen zu Schweizer bzw. europäischen Erstaufführungen mit tiefgehenden Sujets kam. Begeisterung löste sowohl die unbeschwerte Hamburger Augen- und Ohrenweide als auch das gewichtige Genfer Regietheater aus – es gibt also kein Geheimrezept für das ideale Entrée in eine neue Spielzeit; egal ob ernst oder heiter: Hauptsache gut gemacht. Es kann also alles so schön sein, das wird einem mit jeder besuchten Vorstellung immer klarer – und auch wenn Corona nach wie vor ein Thema ist, beginnt es, zumindest für den Moment, blasser zu werden: Die anderen Opernbesucher rücken einem endgültig näher (sofern sie nicht eh schon längst wieder direkt neben einem sitzen), sodass wir nicht länger wie versprengte Inselchen etwas linkisch in unseren Reihen umherschauen. Auch das ist eine Umgewöhnung, Abstand kann schließlich auch ganz komfortabel sein, aber wie viel schöner sind vollmundig losbrandender Applaus und Stehende Ovationen, wenn ein Saal gut gefüllt ist, man Schulter an Schulter Applaus spendet und seine Begeisterung teilt. Die ersten Häuser haben nun vorgelegt, zahlreiche Hochburgen folgen noch – München etwa wird zum Auftakt »Die Nase«, die Semperoper »Norma«, die Deutsche Oper Berlin die »Götterdämmerung« präsentieren, ehe in dieser Spielzeit dann drei zyklische Vorstellungsserien von Stefan Herheims »Ring«-Deutung gezeigt werden sollen. Wir freuen uns auf diese und viele weitere Highlights, denn wie unsere Titelkünstlerin Emily D’Angelo es ganz richtig auf den Punkt bringt: „Das Leben ist zwar kurz, aber andererseits irgendwie auch lang.“ Genießen wir also jeden Moment. Eine schöne Lektüre zwischen Spätsommer und Herbst wünsche ich Ihnen!
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INTERVIEWS

Das Interview: EMILY D‘ANGELO – Fokus und Loslösung

Autor: U. Ehrensberger · Ausgabe 10/2021

Die in Toronto geborene Mezzosopranistin Emily D’Angelo ist die erste und bisher einzige Sängerin, die mit dem Leonard Bernstein Award des Schleswig-Holstein Musik Festivals ausgezeichnet worden ist. Bei den diesjährigen Münchner Opernfestspielen konnte man sie als Idamante in der Neuproduktion von Mozarts »Idomeneo« bewundern. Ein Gespräch über ihre junge Karriere und ihr im Oktober erscheinendes – ungewöhnliches – Debüt-Album.
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Im Gespräch: JAY SCHEIB – Erweiterte Realität

Autor: S. Barnstorf · Ausgabe 10/2021

Das scheint spannend zu werden: Neue Inszenierungstechniken sollen bei den Bayreuther Festspielen Premiere feiern. Der US-Amerikanische Regisseur spricht bereits jetzt über seine Pläne für »Parsifal« 2023.
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Vorgestellt: STEFAN CERNY – Verwurzelt in Wien

Autor: Th. Baltensweiler · Ausgabe 10/2021

Stefan Cerny stammt aus der Donaustadt Wien und verkörpert dort an der Volksoper nun eine ur-wienerische Rolle zum ersten Mal: den Ochs im »Rosenkavalier«. Eine Standortbestimmung.
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Neuer Intendant: WALTER SUTCLIFFE – Relevant sein

Autor: C. Behn · Ausgabe 10/2021

Walter Sutcliffe ist seit dieser Spielzeit neuer Intendant der Bühnen Halle als Nachfolger von Florian Lutz. Welche Schwerpunkte möchte er setzen, worauf das größte Augenmerk richten?
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AUFFÜHRUNGEN

HAMBURG Les Contes d‘Hoffmann

7. September ∙ Staatsoper · Autor: Y. Han · Ausgabe 10/2021

Einen opulenteren Eintritt in eine neue Spielzeit als er nun in Hamburg vollführt wurde, hätte man sich kaum wünschen können, erst recht nicht nach den zurückliegenden über eineinhalb Jahren zwischen Abstinenz und zurechtgestutzten Kulturangeboten. Viel fürs Auge, viel fürs Ohr, eine Besetzung, die schon beim Lesen das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Und den hochgesteckten Erwartungen konnte die Produktion auch gerecht werden
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GENF Krieg und Frieden

13. September ∙ Grand Théâtre de Genève ∙ Autor: Y. Han · Ausgabe 10/2021

Als der Zweite Weltkrieg in Europa tobte, begann Sergei Prokofjew, erschüttert vom Angriff der Deutschen Wehrmacht auf Russland, die Arbeit an »Krieg und Frieden«, basierend auf Leo Tolstois berühmtem Epos. Prokofjew und Calixto Bieito geben einem viel zu denken mit auf den Weg – eine Zweitbegegnung würde sicherlich weitere Erkenntnisse zutagefördern.
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SALZBURGER FESTSPIELE Tosca

21. August · Großes Festspielhaus · Autor: U. Ehrensberger · Ausgabe 10/2021

Erlesene französische Spitze, nicht weniger als 40.000 Swarovski-Kristalle und nicht zuletzt 100 Arbeitsstunden steckten in dem Kleid, das speziell für Anna Netrebko gefertigt worden war, um ihre Erscheinung auch optisch zum Funkeln zu bringen. Auf diese Weise hinreißend gestylt, sang die russische Diva ein routiniertes, nicht ganz intonationssicheres „Vissi d’arte“, das nicht nur bei Scarpia, sondern auch beim Premierenpublikum auf eher verhaltene Resonanz stieß.
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BAYREUTHER FESTSPIELE Parsifal

10. August ∙ Festspielhaus · Autor: M. Lehnert · Ausgabe 10/2021

Spitzengesangsleistungen zogen das Publikum in den Bann und evozierten wieder einen so donnernden Schlussapplaus der 911 Besucher, als sei die „Bude“ voll besetzt. Die Ovationen wollten kein Ende nehmen, nachdem bereits am Ende des ersten Aufzuges nahezu komplettes (traditionelles) Schweigen die Skala der Emotionen des Publikums – festspielreif – bis an die Grenze gedehnt hatte. Eine Sternstunde!
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ROSSINI OPERA FESTIVAL PESARO Elisabetta Regina d’Inghilterra

8. August ∙ Vitrifrigo Arena ∙ Autor: Y. Han · Ausgabe 10/2021

In der Inszenierung von Davide Livermore ist es nicht eine alternde Elisabeth I., die mit heimlichen Gefühlen für ihren siegreichen Feldherrn ringt, sondern eine junge Elisabeth II., wie man aus dem glamourösen 50er-Jahre-Look schließen muss. Das macht optisch sehr viel her, ist inhaltlich aber eher verwirrungsstiftend, da das Leben der jetzigen Queen reichlich wenig mit den Liebes-Problemen ihrer ewig-jungfräulichen Namensvetterin gemeinsam hat.
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ARENA DI VERONA Domingo Opera Night

30. Juli · Arena · Autor: J. Bartels · Ausgabe 10/2021

Ein Glücksfall für das künstlerisch überaus überzeugende Konzert war die Wahl von Plácido Domingos Partnerin: Maria José Siri war alles andere als der in den meisten Fällen übliche solide Pausenbeschaffer, sondern ließ mit jeder Arie, jeder Duettbeteiligung Interpretationen aller höchster Klangqualität und Ausdruckskraft hören, die in dieser Diversität Staunen machten. Als zu später Stunde im Zugabenteil die vielleicht schönste Version von „Munequita linda“ erklang, war das sogar der künstlerisch hochwertigste Beitrag an diesem mit Stars wie Netrebko und Algana so gespickten Wochenende in der Arena.
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MUSIKFEST WEIMAR Electric Saint

5. September · Nationaltheater · Autor: C. Behn · Ausgabe 10/2021

Eine seltene Synthese von Elektrotechnik und Musiktheater schuf der fünffache Grammy-Preisträger, Drummer der Band „The Police“ und Filmkomponist Stewart Copeland, die eigentlich schon 2020 im Rahmen des Kulturfestes hätte herauskommen sollen. Die angesprochenen Themen sind noch heute relevant: Es geht um Geld, Macht, Immigration, Spiritualität, soziale Integration. Somit wird diese neue Oper zum Sinnbild für das Funktionieren der kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Das Publikum war begeistert.
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BAYREUTH BAROQUE OPERA FESTIVAL Polifemo

12. September · Markgräfliches Opernhaus · Autor: M. Schabel · Ausgabe 10/2021

Verborgene Besonderheiten entdecken, das will Festivalleiter Max Emanuel Cencic, eine Woche lang Barockmusik vom Feinsten. In diesem Jahr bildete Nicola Antonio Porporas konzertant präsentierte Oper »Polifemo« den fulminanten Abschluss, instrumental wie gesanglich derart schön interpretiert, dass man eine inszenierte Version nicht vermisste. Barockglück pur!
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MAINZ Adriana Lecouvreur

12. September · Staatstheater · Autor: E. Glatzle · Ausgabe 10/2021

Gianluca Falaschi, weltweit gefeierter Kostüm- und Bühnenbildner, führt erstmalig auch Regie: Er verlegt die Handlung in das goldene Zeitalter des Films in Hollywood um 1930. Adriana ist eine Art Norma Desmond, welche als großer Star ihren Stern mit dem aufkommenden Farbfilm langsam verglühen sieht.
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FLENSBURG Die stumme Serenade

11. September · Stadttheater · Autor: G. Helbig · Ausgabe 10/2021

»Die stumme Serenade« von Erich Wolfgang Korngold – zwischen 1946 und 1950 als abendfüllende Oper komponiert - ist eigentlich eine späte Operette mit Tänzen und Jazz-Einschüben. Das Theater Flensburg hat lange überlegt und sich entschieden, die neue Spielzeit mit diesem Stück – 90 Minuten ohne Pause – einzuleiten.
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SPECIALS / INFO

NAMEN UND DATEN

Zwei Rollendebüts: Diana Damrau singt ihre erste Anna Bolena in Zürich sowie ebenfalls erstmals die »Capriccio«-Gräfin in München. Christine Goerke startet als Turandot an der New Yorker Met in die neue Spielzeit.

NACHRUF

Sie war vor allem für ihre Interpretationen von Mozart-, Puccini- und Verdi-Rollen bekannt, letztes Jahr fand zu ihrem 90. Geburtstag ein großes Festkonzert in der polnischen Nationaloper statt – nun ist Teresa Geralda Zylis-Gara am 28. August im Alter von 91 Jahren im polnischen Lodz gestorben. In Lodz hatte die am 23. Januar 1930 im heute litauischen Lentvaris geborene Zylis-Gara auch ihre Gesangsausbildung absolviert, ehe sie Mitte der 1950er-Jahre an der Oper von Krakau ihr Buhnendebüt gab. Der 3. Platz beim ARD Gesangswettbewerb öffnete ihr seinerzeit den Weg zunächst nach Deutschland. 1968 gab sie ihr Hausdebüt an der Metropolitan Opera New York, wo sie bis 1984 Ensemblemitglied war.

REPORT

Religionskrieg als Riesenseifenblasen

Das Konzept besticht. Regisseur Andreas Wiedermanns Inszenierung für die Münchner „Opera incognita“ von Meyerbeers »Les Huguenots« in der Allerheiligen Hofkirche schafft durch die Schwarz-Weiß-Optik einen klaren Überblick über die ineinander verkeilten religiösen Verhältnisse in der Bartholomäusnacht in Paris von 1572, auf denen die Oper beruht, die Meyerbeer entlang einer fiktiven Liebesgeschichte erzählt.

AUDIO

AUDIO / GESAMT

Glück im Unglück, möchte man fast sagen. Seit 2017 hatte sich die Deutsche Oper am Rhein mit Richard Wagners »Der Ring des Nibelungen « szenisch und musikalisch auseinandergesetzt, doch ein Wasserschaden im Theater Duisburg verhinderte die abschießende komplette Aufführung. In der benachbarten Mercatorhalle wurde dann der »Ring« konzertant herausgebracht und aus einer Notlösung ein besonderes Hörereignis, das jetzt auf CD vorliegt. Der Mitschnitt des »Siegfried« aus dem Sommer 2019 dokumentiert das hohe Niveau des Ensembles, das sich gegen die Konkurrenz behaupten kann.

AUDIO / SOLO

Liebhaber von virtuosem barocken Koloraturgesang, die auf der Suche nach einer Alternative zum Gurren der Marke „Bartoli“ sind, sollten sich Ende Oktober vormerken, denn dann erscheint bei „Berlin Classics“ das Debütalbum von Jeanine De Bique. „Mirrors“ lautet sein Titel, und die junge Sopranistin aus Trinidad hat eine tolle Zusammenstellung mit