Das Opernglas - Ausgabe 10/2014

Plácido Domingo wagte sich in Salzburg an der Seite von Anna Netrebkos Leonora noch einmal an den Grafen Luna in Giuseppe Verdis »Il Trovatore«, José Carreras kehrte bei den Festspielen in Erl mit einer neuen Oper auf die Bühne zurück, Roberto Alagna gab erstmals szenisch den Otello in Orange, Angelika Kirchschlager war bei den Bregenzer Festspielen in einer Uraufführung zu Gast. In Hamburg begann die neue Saison mit einer Premiere von Offenbachs »Belle Hélène«, in Wuppertal mit einer imposanten »Tosca«-Inszenierung, das Lübecker Theater machte aus Wagners »Tannhäuser« eine Politsatire, und in Dortmund hatte Verdis »Maskenball« Premiere in einer Inszenierung, die im Dezember als Koproduktion an das Royal Opera House nach London wechselt.

Im Interview: Elina Garanča nach Babypause und Comeback in Salzburg, Brenda Rae, die Aminta in der Münchner Strauss-Premiere von »Die schweigsame Frau«, Jonas Kaufmann über Operette auf CD und Tournee, der Bühnenbildner Ben Baur über seine erste eigene Opernregie mit »Lucia di Lammermoor« und Sebastian Reinthaller, neuer künstlerischer Leiter der Bühne Baden bei Wien.

Nachfolgend finden Sie einen ersten Überblick über die wichtigsten Themen dieser Ausgabe. Eine ausführliche Liste aller Inhalte bietet das Inhaltsverzeichnis.

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INHALTSVERZEICHNIS

INHALTSVERZEICHNIS

Ausgabe: 10/2014

Das komplette Inhaltsverzeichnis mit allen Themen
EDITORIAL
FESTSPIELE
  • SALZBURGER FESTSPIELE Il Trovatore (Großes Festspielhaus)
  • MÜNCHNER OPERNFESTSPIELE L’Orfeo (Prinzregententheater)
  • CHORÉGIES D’ORANGE Otello
  • TIROLER FESTSPIELE ERL El Juez
  • BBC PROMS LONDON
    Der Rosenkavalier / Salome / Elektra (Royal Albert Hall)
  • ROSSINI OPERA FESTIVAL PESARO Armida (Adriatic Arena)
    Il Barbiere di Siviglia (Teatro Rossini)
    Aureliano in Palmira (Teatro Rossini)
  • FESTIVAL CASTELL DE PERALADA Andrea Chénier
  • SAVONLINNA OPERA FESTIVAL Kullervo
  • BREGENZER FESTSPIELE
    Geschichten aus dem Wiener Wald (Festspielhaus)
  • MUSIKFEST BREMEN
    Orfeo ed Euridice (Musical Theater) /
    Juan Diego Flórez (Die Glocke)
DAS INTERVIEW
  • ELINA GARANČA
DAS PORTRÄT
  • BRENDA RAE
VORGESTELLT
  • BEN BAUR
SAISON-AUFTAKT
  • HAMBURG La Belle Hélène
  • WUPPERTAL Tosca
  • LÜBECK Tannhäuser
  • DORTMUND Un ballo in maschera
  • OSLO Lady Macbeth von Mzensk
NAMEN UND DATEN
OPERETTE
  • JONAS KAUFMANN
IM BLICKPUNKT
  • OPERETTEN-FESTSPIELE
  • SOMMERARENA BADEN Giuditta / Die Zirkusprinzessin
  • LEHÁR FESTIVAL BAD ISCHL Der Graf von Luxemburg
HINTERGRUND
  • SEBASTIAN REINTHALLER
REPORT
  • BERLIN / SCHLOSS TABOR / AMSTERDAM / LONDON
FOKUS
  • BAYREUTHER FESTSPIELE
FESTSPIEL-RUNDBLICK
  • CARL ORFF FESTSPIELE ANDECHS
    Leonce und Lena / Catulli Carmina / Carmina Burana
  • ROSSINI IN WILDBAD
    Il viaggio a Reims / Adelaide di Borgogna / Hommage à Nourrit
  • SCHUBERTIADE SCHWARZENBERG Liederabend Pavol Breslik
  • OPERNFESTSPIELE HEIDENHEIM Pagliacci / Cavalleria rusticana
  • RUHRTRIENNALE Neither (Bochum)
    De Materie (Duisburg)
  • MUSIKFESTSPIELE POTSDAM SANSSOUCI Der goldene Apfel
  • INNSBRUCKER FESTWOCHEN DER ALTEN MUSIK Narciso
  • WERNIGERÖDER SCHLOSSFESTSPIELE Die verkaufte Braut
  • CARINTHISCHER SOMMER Elisabeth von Thüringen
  • HAYDN-FESTIVAL BRÜHL L’infedeltà delusa
  • OPERNFESTIVAL GUT IMMLING Bajazzo / Il Tabarro
  • KAMMEROPER SCHLOSS RHEINSBERG Mozart und Salieri / Mavra
VORSCHAU
SPIELPLÄNE
TV-TIPPS
RARITÄTEN
IMPRESSUM
NACHRUF
DVDs
  • Richard Strauss CAPRICCIO
  • Christoph Willibald Gluck ORFEO ED EURIDICE
  • Gaetano Donizetti L´ELISIR D´AMORE
NEUE CDs
  • Jacques Offenbach FANTASIO
  • Richard Wagner LOHENGRIN
  • Richard Strauss INTERMEZZO
  • Jerry Bock ANATEVKA
  • François-Joseph Gossec THÉSÉE
  • CD-NEWS
    CD SPECIAL
    • RAMEAU 2014
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    EDITORIAL

    EDITORIAL

    Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 10/2014

    Die neue Saison hat kaum begonnen, da geht es an einigen Opernhäusern schon so richtig zur Sache. Nicht immer stehen dabei allein die künstlerischen Belange im Vordergrund.
    Die Wiener Staatsoper musste überraschend ohne Generalmusikdirektor in die Spielzeit starten; der schon seit einiger Zeit schwelende Dissens zwischen Operndirektor Dominique Meyer und Franz Welser-Möst gipfelte abrupt in dessen sofortigem Rücktritt, gleichzeitig sagte er alle Dirigierverpflichtungen am Hause ab. Ausgerechnet zu Saisonbeginn ist die Intendanz also kurzfristig zu einigen anspruchsvollen Besetzungspirouetten gezwungen; ein Paukenschlag – dem inzwischen ein kleines Trommelecho nachgefolgt ist, denn auch Bertrand de Billy hat wenige Tage später seine Dirigate an der Wiener Staatsoper zurückgegeben. Dessen (vier) hinterlassene »Fledermaus«-Vorstellungen sind allerdings eine Marginalie angesichts der 34 vakanten Dirigier-Termine, die der flüchtende GMD Welser-Möst hinterlassen hat. Da dürften Bemühungen um eine kompetente Neubesetzung des Postens an sich nur eine nachgeordnete Rolle spielen, schließlich ist das Haus auch immer wieder ohne „General“ ausgekommen.
    Im Zorn geschieden sind an der Wiener Staatsoper schon ganz andere Kaliber, von Karl Böhm über Herbert von Karajan zu Lorin Maazel, allesamt begleitet von mittelschweren bis starken Beben, die nicht nur die österreichische Hauptstadt bis ins Mark erschüttert haben. Das scheint beim aktuellen Rücktritt weniger der Fall zu sein. Zu sehr halten sich in den Reaktionen am Haus und in der Musikszene Entsetzen und Erleichterung die Waage. Da hat der Finanz-Skandal am Wiener Burgtheater, dessen vorläufiger Höhepunkt mit der Entlassung von Direktor Matthias Hartmann gerade einmal ein halbes Jahr zurückliegt, ganz andere Schockwellen ausgesendet. In Summe sind das dennoch zwei hochsensible Personalfragen zu viel für die stolze Kulturnation Österreich, die sich in ihrem Selbstverständnis doch gerade auf diese beiden Institutionen so gern und nachdrücklich beruft.
    Bei den Salzburger Festspielen, drittes Schwergewicht in der Trias der ganz großen Kultur-Leuchttürme des Landes, ist dagegen mit dem jetzt ausgeklungenen letzten Festspielsommer des scheidenden Intendanten wieder etwas Ruhe eingekehrt. Der -optimistische Tenor lautet allenthalben: Der Skandal liegt hinter uns, die Zukunft ist – mit einer interimistischen Lösung bis 2016 und einem neuen Leiter ab 2017 – gesichert; auch wichtige Sponsoren-Verträge wurden verlängert. Alexander Pereira dagegen hat sich bei seinem Wechsel von Salzburg nach Mailand schon vor dem eigentlichen Amtsantritt in Italien beträchtliche Probleme eingehandelt, die just mit seiner bisherigen Tätigkeit (zu) sehr zusammenhingen. Die (kostenpflichtige) Übernahme von gleich mehreren Salzburger Produktionen an die Scala war dem Aufsichtsrat dann doch suspekt. Der etwas andere „coup de théâtre“ hat Pereira nun einen ordentlichen Dämpfer beschert und seinen Vertrag von ursprünglich sechs auf ein einziges Jahr verkürzt, mit Option auf Verlängerung – so die jetzt beginnende Saison gut läuft. Die gute alte Scala, die längst stärker von ihrem einstmals legendären Ruf als von aktuellem Ruhm zehrt, könnte das dringend gebrauchen, nicht nur im Hinblick auf die in wenigen Monaten beginnende EXPO 2015 in Mailand.
    Auch in Deutschland, man hätte es lieber verdrängt, hatte es zu Beginn dieses Jahres einen handfesten Opernskandal gegeben. Serge Dorny, dem noch vor Amtsantritt in Dresden fristlos gekündigt worden war, hätte jetzt im September seine erste Saison an der Semperoper beginnen sollen. Nun will man offiziell erst in diesem Herbst mit der Suche nach einem Nachfolger beginnen. 2014 scheint also das Jahr des spektakulären Stühlerückens zu sein. Da passt es betrüblicherweise ins Bild, dass über den Sommer die Intendanz am Anhaltischen Theater Dessau neu ausgeschrieben und André Bücker, der sich jahrelang vehement und erfolgreich für den Erhalt des Theaters (und dessen Qualität) eingesetzt hatte, kurzerhand ausgebootet worden ist. Er könne sich ja neu bewerben, hieß es mit beängstigender Arroganz aus dem Rathaus. Das wird Bücker, wie er jetzt entschied, nicht tun. Keine guten Nachrichten aus der Bauhaus-Stadt, zumal auch der GMD-Posten nach Ende der aktuellen Saison vakant sein wird. Und dabei hatte man doch gerade erst einen phänomenalen Start in diese Spielzeit hingelegt: Aufgrund eines Gewitters waren die zahlreichen Openair-Gäste des traditionellen Eröffnungskonzertes Anfang September kurzerhand ins Trockene, sprich ins Theater eingeladen worden. Resultat: ein übervolles Haus und überschwängliche Emotionen. Was, liebe Kulturpolitik, will man mehr?
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    INTERVIEWS

    Das Interview: ELINA GARANČA – Erfolgreich zurück

    Autor: Ursula Ehrensberger · Ausgabe 10/2014

    Nach einer Babypause ein umjubeltes Comeback bei den Salzburger Festspielen – die Mezzosopranistin im Gespräch über Zukunftspläne, Kinderglück und Bauchgefühl.
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    Das Porträt: BRENDA RAE – Rasante Karriere

    Autor: Yeri Han · Ausgabe 10/2014

    Als Kind war sie ausgesprochen schüchtern. Schriftstellerin wäre sie gern geworden, später Rocksängerin. Heute macht sie auf der Opernbühne Karriere mit Mozart und Strauss, singt aktuell die Aminta in »Die Schweigsame Frau« an der Bayerischen Staatsoper in München.
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    Vorgestellt: BEN BAUR – Regie-Debüt

    Autor: Yeri Han· Ausgabe 10/2014

    Erfolgreich im Geschäft ist er schon – als Bühnenbildner und Ausstatter für Oper und Theater. Jetzt legt Ben Baur in Saarbrücken mit »Lucia di Lammermoor« seine erste eigene Regiearbeit vor.
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    Operette: JONAS KAUFMANN – Ein unglaublicher Spaß

    Autor: Dr. Andreas Laska · Ausgabe 10/2014

    Jonas Kaufmann hat auch ein Händchen für die Operette. Einer neuen CD mit leichter Muse folgt im kommenden Jahr eine Deutschlandtournee mit Operetten-Programm.
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    Hintergrund: SEBASTIAN REINTHALLER – Kerngeschäft Operette

    Autor: Gabriele Helbig· Ausgabe 10/2014

    Sommerarena und Stadttheater – seit Mai 2014 haben die beiden Spielstätten der Bühne Baden bei Wien einen neuen Künstlerischen Leiter.
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    AUFFÜHRUNGEN

    SALZBURGER FESTSPIELE Il Trovatore

    9. August · Großes Festspielhaus · Autor: U. Ehrensberger · Ausgabe 10/2014

    Oper im Museum lautete die Regieidee für das Sängerfest mit Anna Netrebko und Plácido Domingo, das sich das Publikum vom Salzburger »Trovatore« erwartete.
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    MÜNCHNER OPERNFESTSPIELE L' Orfeo

    20. Juli · Prinzregententheater· Autor: J.- M. Wienecke · Ausgabe 10/2014

    Eine Liebesgeschichte in den wilden Siebzigerjahren – der als Lied-Interpret bekannte Christian Gerhaher brillierte in ihr als Monteverdis Orfeo.
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    CHORÉGIES D' ORANGE Otello

    3. August · Théâtre Antique · Autor: W. Kutzschbach · Ausgabe 10/2014

    Ein besonders spannendes Rollendebüt in diesem Festspielsommer: Roberto Alagna sang seinen ersten Otello.
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    TIROLER FESTSPIELE ERL El Juez

    9. August ∙ Festspielhaus · Autor: W. Kutzschbach · Ausgabe 10/2014

    Eine neue Oper und eine neue Rolle für José Carreras. Nach ersten Aufführungen in Bilbao erlebte das Werk mit einigen Modifikationen eine zweite „Uraufführung“ bei den Festspielen in Erl.
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    BBC PROMS LONDON Der Rosenkavalier / Elektra / Salome

    22. Juli, 30./31. August ∙ Royal Albert Hall · Autor: J. Bartels · Ausgabe 10/2014

    Die drei Hauptwerke von Richard Strauss aus Anlass des Strauss-Jubiläumsjahres halbszenisch bis konzertant bei den Proms. Beim Gastspiel der Deutschen Oper Berlin: Nina Stemme als Salome.
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    BREGENZER FESTSPIELE Geschichten aus dem Wiener Wald

    23. Juli ∙ Festspielhaus · Autor: G. Helbig · Ausgabe 10/2014

    Eine Auftragsarbeit zur letzten Saison von Festspielchef David Pountney. HK Gruber vertonte Hórvaths Theaterstück und erntete nach der Uraufführung stehende Ovationen.
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    HAMBURG La Belle Hélène

    20. September · Staatsoper · Autor: M. Lehnert · Ausgabe 10/2014

    Kreuzfahrtatmosphäre in der Hafenstadt Hamburg. Aus Offenbachs populärer Operette machte das Regie-Duo Barbe/Doucet eine durchchoreografierte Revue.
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    WUPPERTAL Tosca

    5. September ∙ Opernhaus · Autor: Dr. H. Walter · Ausgabe 10/2014

    Der Clou kommt am Schluss: Der italienische Regisseur Stefano Poda realisierte eine beeindruckende Bühneninstallation für Puccinis »Tosca«. Und Wuppertal zeigte die erste Premiere nach Auflösung eines eigenen Ensembles.
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    RUHRTRIENNALE De Materie / Neither

    15. August / 6. September ∙ Kraftzentrale Duisburg / Jahrhunderthalle Bochum · Autor: M. Lode-Gerke · Ausgabe 10/2014

    Modernes Musiktheater – ungewöhnlich in Szene gesetzt und mit philosophischem Anspruch: »De Materie« ein Thema, dessen Ausgangspunkt der dialektische Materialismus von Karl Marx darstellt, bei Morton Feldmans »Neither« wird das Experiment „Schrödingers Katze“ um die Frage „tot“ oder „lebendig“ durchdekliniert.
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    MELDUNGEN / INFO

    NAMEN UND DATEN

    ALICE COOTE wird als Octavian im »Rosenkavalier« im November ihr Debüt an der Wiener Staatsoper geben. Aktuell gastiert sie als Xerxes an der English National Opera in London. Außerdem wird sie im Oktober an der Seite von Joyce DiDonato in Händels Alcina am Theater an der Wien, am Pariser Théâtre des Champs-Élysées und in der New Yorker Carnegie Hall gastieren. Genaue Termine und weitere Pläne sowie Infos und Termine von Bryn Terfel, Nina Stemme, Roberto Alagna, Dolora Zajick, Catherine Foster und anderen.

    REPORT

    AUSSERGEWÖHNLICH

    Eine »Winterreise« im Festspielsommer: Bariton Matthias Goerne und Pianist Markus Hinterhäuser haben zusammen mit dem südafrikanischen Künstler William Kentridge das Publikum gleich auf mehreren Festivals auf eine ganz besondere Reise mitgenommen. 24 Animationsfilme begleiteten die 24 Lieder von Schuberts Liedzyklus um den einsamen Wanderer, projiziert auf eine mit Zeitungspapier beklebte Wand. Mit dieser ungewöhnlich visualisierten »Winterreise«, die das Publikum nicht nur beim Holland Festival in Amsterdam, sondern auch bei den Wiener Festwochen, beim Festival in Aix-en-Provence und in Hannover beeindruckte, wird der Sänger im November auch noch in New York zu erleben sein.

    IM BLICKPUNKT

    OPERETTEN-FESTSPIELE

    Der neue Chef auf der Bühne: Sebastian Reinthaller trat in der Sommerarena Baden als Octavio in Lehárs »Giuditta« auf. Außerdem im Programm 2014: Kálmáns »Zirkusprinzessin«. Und beim Lehár Festival in Bad Ischl zeigte sich Reinhard Alexandri als flotter Charmeur in der Rolle des Grafen René in »Der Graf von Luxemburg«.

    VORSCHAU

    Kazem Abdullah, GMD am Theater Aachen, dirigiert dort im November mit »Luisa Miller« die erste Opernpremiere der Saison, gefolgt von Dirigaten der Neuproduktionen von »Brokeback Mountain« und »Jenufa«. Die Schubertiade in Hohenems/Schwarzenberg präsentiert zu ihrem Jubiläum 2015 die Aufführung sämtlicher Schubertlieder. Unter den Mitwirkenden: Violeta Urmana und Ian Bostridge. Magdalena Kozena und Klaus Florian Vogt sind nur zwei der Opernstars, die in der Philharmonie Essen im Rahmen der Reihe „Große Stimmen“ gastieren werden.

    NACHRUF

    Magda Olivero ist am 8. September 2014 im gesegneten Alter von 104 Jahren in Mailand verstorben. Geboren am 25. März 1910 im norditalienischen Saluzzo, hatte Olivero in Turin studiert und ebendort 1933 am Teatro Vittorio Emanuele als Lauretta in »Gianni Schicchi« ihr Operndebüt gegeben. Schnell folgten Auftritte an der Mailänder Scala und dem Teatro San Carlo in Neapel, bei denen sie noch persönlich mit Komponisten wie Umberto Giordano zusammenarbeitete. Nach ihrer Heirat 1941 entschloss sie sich jedoch, sich von der Bühne zurückzuziehen – ein Entschluss, den sie zehn Jahre später mit 41 Jahren wieder revidierte, um in postumer Erfüllung eines Wunsches von Francesco Cilea die Titelpartie in dessen Oper »Adriana Lecouvreur« zu singen. Dies führte zu ihrer „zweiten“ Karriere, die die Sopranistin in großen Verismo-Partien nun auch international bekannt machte und an führende Häuser auf der ganzen Welt führte. Erst im Alter von 65 Jahren debütierte Olivero an der New Yorker Metropolitan Opera als Tosca, ein Auftritt, auf den sie auch im „Opernglas“-Interview anlässlich ihres 100. Geburtstags vor vier Jahren (OG 4/2010) zurückgeblickt hatte.

    NACHRUF

    Cristina Deutekom ist am 7. August 2014 verstorben. Am 28. August 1931 als Christine Engel in Amsterdam geboren, war sie bereits als kleines Kind in musikalischen Produktionen aufgetreten. Nach zunächst kleineren Partien eröffneten sich ihr im Jahr 1963 mit der Königin der Nacht in der » Zauberflöte« an der Nederlandse Opera in Amsterdam die Türen der großen internationalen Opernhäuser Europas. 1968 lud die Metropolitan Opera sie ebenfalls als Königin der Nacht ein und präsentierte sie 1974 zur Saisoneröffnung an der Seite von Plácido Domingo in Verdis »Sizilianischer Vesper«. Neben dem Mozart-Repertoire reüssierte sie in den Folgejahren vor allem als dramatischer Koloratur-Sopran, etwa als Lucia di Lammermoor, als Norma – ihre Lieblingsrolle – oder als Rossinis Armida. Mit der Zeit verlagerte sie sich jedoch zunehmend ins dramatischere Fach und konnte als Amelia in »Un ballo in maschera« oder Abigaille in »Nabucco« große Erfolge feiern.

    DVDs

    Richard Strauss CAPRICCIO

    C MAJOR 715908, 2 DVDs ∙ Autor: M. Wilks∙ Ausgabe 10/2014

    Renée Fleming glänzt in ihrer dritten »Capriccio«-DVD, diesmal einer Aufzeichnung aus der Wiener Staatsoper.

    Gaetano Donizetti L' ELISIR D' AMORE

    DG 00440 073 4933, 1 DVD ∙ Autor: Th. Baltensweiler ∙ Ausgabe 10/2014

    Rolando Villazón nicht nur als Nemorino, sondern auch in seiner eigenen Inszenierung. Er hatte Donizettis »Liebestrank« am Filmset eines Westerns spielen lassen. Nun liegt die Produktion aus dem Festspielhaus Baden-Baden auf DVD vor.

    CDs

    Jacques Offenbach FANTASIO

    OPERA RARA ORC 51, 2 CDs ∙ Autor: M. Lehnert ∙ Ausgabe: 10/2014

    Die Wiederentdeckung einer Rarität. Offenbachs zauberhafte Opera-comique wurde im Dezember vergangenen Jahres in London für CD eingespielt und kam konzertant zur Aufführung. Unter Mark Elder sang eine Top-Besetzung mit Sarah Connolly, Brenda Rae und Russell Braun.

    Jerry Bock ANATEVKA – FIDDLER ON THE ROOF

    OEHMS CLASSICS 437 1 CD ∙ Autor: Y. Han ∙ Ausgabe: 10/2014

    Die Mörbischer Seebühnen-Produktion dieses Festspielsommers schon auf CD. Mit dabei: Intendantin Dagmar Schellenberger in der Rolle der Golde.

    CD NEWS

    Belcanto-Glück mit Joyce DiDonato, Wagnerwonnen mit Heidi Melton oder das Liedwerk eines slowakischen Komponisten und Kirchenmusikers von dessen Landsmann Pavol Breslik interpretiert – dazu Aufnahmen und Recitals von Philippe Jaroussky und dem 2010 im Alter von 108 Jahren verstorbenen und bis ins höchste Alter aktiven Hugues Cuenod sowie zahlreichen weiteren Künstlern.

    CD SPECIAL

    RAMEAU 2014

    Als letzter der Komponisten-Jubilare des Jahres 2014 war im September anlässlich seines 250. Todestages Jean-Philippe Rameau zu würdigen. Noch Mitte des 20. Jahrhunderts außerhalb Frankreichs nahezu unbekannt, steht er heute in der vordersten Reihe der Großmeister des Barock.