Das Opernglas – Ausgabe 09/2018

Blaues Wunder auf dem Grünen Hügel: Bayreuths neuer »Lohengrin« begeisterte mit prachtvollen Bühnenvisionen von Neo Rauch und mit Piotr Beczala in der Titelpartie. Im Amphitheater von Orange sorgte Boitos »Mefistofele« mit Erwin Schrott für Jubelstimmung. Die Münchner Opernfestspiele präsentierten eine »Parsifal«-Neuproduktion mit Jonas Kaufmann, Nina Stemme und Christian Gerhaher, die Salzburger Festspiele hatten großen Erfolg mit einer neuen »Salome« und deren Interpretin Asmik Grigorian, boten daneben eine »Zauberflöte« mit Christiane Karg, Mauro Peter und Matthias Goerne – als Sarastro. In der Arena von Verona imponierte Brian Jagde mit einem noblen Don José in »Carmen«, während Anna Pirozzi, Violeta Urmana und Yusif Eyvazov im großen Rund in Verdis »Aida« begeisterten. Bei den Festspielen in Aix-en-Provence gab Sabine Devieilhe eine Zerbinetta im Leuchtekleid neben Lise Davidsens Ariadne, die St. Galler Festspiele wagten sich open air an Puccinis »Edgar« mit Marcello Giordani in der Titelpartie…

Die Interviews: Die junge Sopranistin Nadine Sierra, DEBUT- Schirmherrin Barbara Bonney, der Dirigent Juri Gilbo, der junge Komponist Konstantin Heuer und das Ensemblemitglied der Komischen Oper Berlin Tansel Akzeybek.

Nachfolgend finden Sie einen ersten Überblick über die wichtigsten Themen dieser Ausgabe. Eine ausführliche Liste bietet das Inhaltsverzeichnis.

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INHALTSVERZEICHNIS

INHALTSVERZEICHNIS

Ausgabe: 09/2018

Das komplette Inhaltsverzeichnis mit allen Themen
EDITORIAL
FESTSPIELE
  • CHORÉGIES D’ORANGE Mefistofele (Théâtre Antique)
  • SALZBURGER FESTSPIELE Die Zauberflöte (Großes Festspielhaus) Salome (Felsenreitschule)
  • BAYREUTHER FESTSPIELE Lohengrin / Parsifal / Die Walküre
  • ST. GALLER FESTSPIELE Edgar
  • ARENA DI VERONA Carmen Aida
  • BREGENZER FESTSPIELE Beatrice Cenci (Festspielhaus)
  • MÜNCHNER OPERNFESTSPIELE Parsifal (Nationaltheater) Orlando Paladino (Prinzregententheater) Siegfried (Nationaltheater)
  • FESTIVAL D’AIX-EN-PROVENCE Der feurige Engel (Grand Théâtre de Provence) Ariadne auf Naxos (Théâtre de l’Archevêché)
DAS INTERVIEW
  • NADINE SIERRA
IM GESPRÄCH
  • BARBARA BONNEY
DAS LIED-PLÄDOYER
  • KONSTANTIN HEUER
NAMEN UND DATEN
IM BLICKPUNKT
  • URAUFFÜHRUNG UND KINDEROPER IN BAYREUTH
REPORT
  • WIEN / STUTTGART / LÜBECK / LONDON / BAD NEUENAHR / FREIBURG
DAS PORTRÄT
  • JURI GILBO
VORGESTELLT
  • TANSEL AKZEYBEK
FESTSPIEL-RUNDBLICK
  • OPERNFESTSPIELE HEIDENHEIM Nabucco / I Lombardi alla prima crociata
  • BARTÓK PLUS OPERA FESTIVAL MISKOLC Semmelweis (Nationaltheater) La Rivale (Sommertheater)
  • SCHLOSSFESTSPIELE SCHWERIN Tosca
  • EUTINER FESTSPIELE La Traviata
  • CARINTHISCHER SOMMER La Venexiana (Stiftskirche Ossiach)
  • IMMLING FESTIVAL Don Carlo
  • KAMMEROPER SCHLOSS RHEINSBERG A Bad Man’s Life
  • THÜRINGER SCHLOSSFESTSPIELE SONDERSHAUSEN La Traviata
  • ROSSINI IN WILDBAD L’equivoco stravagante / Moïse / Zelmira / La cambiale di matrimonio
  • STYRIARTE GRAZ Fidelio (Helmut-List-Halle)
  • FESTSPIELE ERL Ermione (Festspielhaus) Die Walküre (Passionsspielhaus)
  • NEW OPERA DAYS OSTRAVA Thy Kingdom Come (Jiři Myron Theater)
  • MUSIKFESTSPIELE POTSDAM-SANSSOUCI L’Europa / L’Europe Galante
VORSCHAU
SPIELPLÄNCHEN
  • Musiktheatertipps für Kinder und Jugendliche
SPIELPLÄNE
TV-TIPPS
RARITÄTEN
IMPRESSUM
NACHRUF
NEUE CDs
  • Alban Berg WOZZECK
  • Johann Sebastian Bach JOHANNES-PASSION
  • Wolfgang Amadeus Mozart LA CLEMENZA DI TITO
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EDITORIAL

EDITORIAL

Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 9 /2018

Was haben wir gelitten! In all den Jahren, in denen uns im Sommer entgegen kalendarischer Behauptung mit unbeständigen April-Kapriolen, wilden Herbststürmen oder trübstem Novemberregen die Festspielzeit vermasselt wurde, war das Klagen groß. Der Openair-Besuch als logistische wie nervliche Herausforderung für das Publikum, ruinierte Abendgarderobe, Regencape-Geraschel und wüste Schirmdispute inklusive; auf Veranstalterseite der längst zur Routine gewordene Blick abwechselnd gen Himmel, zur Wetter-App und auf das Regenradar der nächstgelegenen Meteorologen, um das Kommende nur ja richtig einzuschätzen im Hinblick auf Spielbarkeit, Sicherheit, Zumutbarkeit für empfindliche Sängerkehlen und witterungssensible Musikinstrumente wie auch in Bezug auf die Gefahren eines finanziellen Verlusts durch abgebrochene oder gänzlich abgesagte Veranstaltungen. – Wie anders war das in diesem Jahr! Eine Festspielzeit mit konstanter Sommerlichkeit, mit Sonne satt und hohen Temperaturen. 
Zu heiß, zu trocken, zu schwül! Gelitten haben wir auch diesmal. Selbst in nördlicheren Gefilden wusste man sich zuweilen kaum Hitze wie Anlass gleichermaßen angemessen zu kleiden. Die Kombination von Hochkultur und Hochsommer kann schon sehr anstrengend sein, zugegeben. Aber mal ehrlich, liebe Leser: Was ist schon eine in Abendkleid oder Smoking schwitzend durchgestandene Vorstellung in einer so erwartungsfroh aufgeheizten Festspielsauna wie jener in Bayreuth gegen die Herausforderungen an die Künstler im Graben und auf der Bühne, im Scheinwerferlicht, in Kostüm und Maske? Nach solch einem Sommer müssen wir ihnen unseren größten Respekt zollen, trotz Höchsttemperaturen Höchstleistungen zu vollbringen – nicht nur rein körperlich, spieltechnisch oder gesanglich, sondern alles immer auch noch mit Gefühl, mit interpretatorischer Hingabe und nuancenfreudiger Ausdruckspalette. 
Was Sänger leisten müssen, ist schon unter normalen Bedingungen enorm. Die Ansprüche sind immer stärker gestiegen, zumal heute neben gesanglicher Bravour nicht selten ein szenischer Totaleinsatz eingefordert wird, der auch schon mal ersteres stark beeinträchtigen kann. Von unvorhergesehenen Extremsituationen wie dem Sportlichkeit und Reaktionsvermögen abverlangenden Gondel-Drama im antiken Theater von Orange ganz zu schweigen. Hier richtig zu reagieren kann man an keiner Hochschule lernen, bleibt reiner Instinkt. Eigene Grenzen zu erkennen und auch als solche zu benennen, ist dagegen sehr wohl erlern- und auch vermittelbar. Mehr denn je sind die wache Analyse der persönlichen Fähigkeiten und die daraus resultierenden Entscheidungen inklusive etwaiger bewusst in Kauf genommener Konsequenzen wesentliche Faktoren in einer Opernlandschaft, die heute auf schier unerschöpflich erscheinende Ressourcen zurückgreifen kann. 
Talente gibt es viele, die Konkurrenz ist entsprechend groß. Man schaue nur einmal auf die hohe Qualität der Gesangswettbewerbe! Wenn die Alternativbesetzung schnell parat steht, fällt Nein sagen schwer. Selbst ein Roberto Alagna muss das irgendwie gespürt haben – doch auch für ihn gab es trotz aller Kurzfristigkeit Ersatz, sogar sehr guten. Dabei war das (Text-) Problem des Startenors noch nicht einmal ein unlösbares. Viel schwerwiegender sind oft jene elementaren stimmlichen, technischen, konditionellen oder rein gesundheitlichen Fragen, deren richtige oder falsche Antworten eine ganze Karriere beeinflussen.
Das Timing spielt bei all dem eine entscheidende Rolle. Die richtige Partie zum rechten Zeitpunkt – das kann auch uns als Publikum unvergessliche Momente bescheren. Welche Festspielabende wirklich toll waren, wo es Enttäuschung gab, wer positiv überraschte: All das erfahren Sie auf den nachfolgenden Seiten; eine Lektüre, die Lust macht auf die jetzt beginnende neue Saison.
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INTERVIEWS

Das Interview: NADINE SIERRA – Stimme und Botschaft

Autor: Ursula Ehrensberger · Ausgabe 9/2018

Elitäre Vorurteile abbauen und Hoffnung spenden in einer Zeit, die es nötig hat: Die amerikanische Sopranistin erweist sich im ausführlichen Interview als sehr reflektierte und äußerst offene Gesprächspartnerin.
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Im Gespräch: BARBARA BONNEY – Eine große Verantwortung

Autor: Andreas Laska · Ausgabe 9/2018

Mit großer Hingabe widmet sich die Starsopranistin seit vielen Jahren der Sänger-Ausbildung. In diesem Jahr ist sie erstmals beim Wettbewerb DEBUT tätig – sowohl als Jurymitglied als auch als Schirmherrin.
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Das Porträt: JURI GILBO – Wie eine Familie

Autor: Gabriele Helbig · Ausgabe 9/2018

Seit 20 Jahren ist er Chefdirigent und Künstlerischer Leiter der Russischen Kammerphilharmonie St. Petersburg und aus dem europäischen Kulturleben längst nicht mehr wegzudenken. 
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Das Lied-Plädoyer: KONSTANTIN HEUER – Über uns beide

Autor: Yeri Han · Ausgabe 9/2018

Der DEBUT-Wettbewerb schärft weiter sein Profil. Für den Lied-Preis wurde nun eigens ein neues Werk in Auftrag gegeben. Konstantin Heuer hat es komponiert.
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Vorgestellt: TANSEL AKZEYBEK – Immer ein Aha-Erlebnis!

Autor: Tony Kliche · Ausgabe 9/2018

Er singt Partien sowohl im Belcanto- als auch im Wagnerfach, ist derzeit im Ensemble der Komischen Oper Berlin und tritt daneben auch international als Gast auf: Eine Karriere, die sich der in der Türkei aufgewachsene Tenor vor Jahren nicht ansatzweise hätte vorstellen können.
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AUFFÜHRUNGEN

CHORÉGIES D’ORANGE Mefistofele

5. Juli ∙ Théâtre Antique ∙ Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 9/2018

Beinahe Bühnenunfall und große Stimmen in der römischen Arena von Orange: Boitos Meisterwerk »Mefistofele« wurde als Opernspektakel gefeiert.
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SALZBURGER FESTSPIELE Salome

28. Juli · Felsenreitschule · Autor: U. Ehrensberger · Ausgabe 9/2018

Eine Sopranistin wird mit der Salome von Richard Strauss zum Shootingstar der Festspiele, während man Wolfgang Amadeus Mozart, dem großen Sohn der Stadt, mit einer misslungenen »Zauberflöte« weder szenisch noch musikalisch ähnlichen Gefallen tat.
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BAYREUTHER FESTSPIELE Lohengrin

25. Juli · Festspielhaus · Autor: M. Lehnert· Ausgabe 9/2018

Ein Traum in Blau: Die Totalansichten der gemalten Bühnenbilder des Künstlers Neo Rauch sind es vor allem, die beim neuen Bayreuther »Lohengrin« beeindrucken. Musikalisch wie szenisch die Überraschung am grünen Hügel: der überarbeitete »Parsifal« unter neuer musikalischer Leitung. Aber auch Plácido Domingos Debüt am Dirigentenpult für die »Walküre« überraschte. Dazu das Jubiläum der Kinderoper und eine Uraufführung.
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ST. GALLER FESTSPIELE Edgar

29. Juni ∙ Klosterhof · Autor: Th. Baltensweiler · Ausgabe 9/2018

Mit der Idee eines Mysterienspiels eine problematische Oper gerettet: Regisseur Tobias Kratzer verhalf Puccinis »Edgar« vor der imposanten St. Galler Kathedralen-Kulisse zum Erfolg. Marcello Giordani sang die Titelpartie.
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ARENA DI VERONA Aida

23. Juni ∙ Arena · Autor: W. Kutzschbach · Ausgabe 9/2018

Wieder berühmte Sänger in die Arena von Verona zu locken; das ist der Plan der neuen Intendantin, der Sopranistin Cecilia Gasdia. Sie startete mit prominent besetzten »Aida«- und »Carmen«-Vorstellungen.
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BREGENZER FESTSPIELE Beatrice Cenci

22. Juli · Festspielhaus ∙ Autor: M. Wilks · Ausgabe 9/2018

Gewalt und Korruption, Schuld und Sühne: Die Bregenzer Festspiele gaben Berthold Goldschmidts Oper »Beatrice Cenci« aus dem Jahr 1950 eine neue Chance.
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MÜNCHNER OPERNFESTSPIELE Parsifal

28. Juni · Nationaltheater ∙ Autor: J. M. Wienecke · Ausgabe 9/2018

Der Star im Nationaltheater war der Chef: Kirill Petrenko war praktisch im Dauereinsatz. Er dirigierte nicht nur den »Ring«, und Puccinis »Trittico«, sondern auch eine Neuproduktion von Wagners »Parsifal« mit Jonas Kaufmann und Nina Stemme. Im Prinzregententheater wurde eine ungewöhnliche Realisation von Haydns »Orlando Paladino« bejubelt.
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FESTIVAL D’AIX-EN-PROVENCE Ariadne auf Naxos

9. Juli ·Théâtre de l’Archevêché ∙ Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 9/2018

Lise Davidsen, die Elisabeth der nächstjährigen »Tannhäuser«-Produktion bei den Bayreuther Festspielen, stellte sich als Ariadne dem französischen Festspielpublikum vor, das daneben mit Prokofjews »Feurigem Engel« in der Regie von Mariusz Trelinski einen wahren Psychoschocker erlebte.
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BARTÓK PLUS OPERA FESTIVAL MISKOLC Semmelweis

9. Juni · Nationaltheater · Autor: W. Kutzschbach · Ausgabe 9/2018

Das könnte man andernorts gut nachspielen: Anlässlich des 200. Geburtstages des in Budapest geborenen Arztes Ignaz Semmelweis, der die Ursachen hoher Sterblichkeit am Kindbettfieber ergründet hatte, zeigte das Festival in Miskolc die Kammeroper »Semmelweis« von Raymond J. Lustig. Auch eine interessante Rarität: »La Rivale«, die Tragikomödie um eine ehemals berühmte Operndiva, an die sich niemand mehr erinnert, bot tiefgründige Unterhaltung.
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ROSSINI IN WILDBAD La cambiale di matrimonio

27. Juli · Kurtheater ∙ Autor: J. M. Wienecke · Ausgabe 9/2018

Zum dreißigjährigen Jubiläum des Rossini-Festivals in Bad Wildbad gab es abermals ein Belcanto-Feuerwerk vom Feinsten, etwa bei »Moïse«, wo große Stimmen für Feststimmung im Saal sorgten. »La cambiale di matrimonio« wurde als Persiflage auf das Regietheater inszeniert.
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MELDUNGEN / INFO

REPORT

ABSCHIEDSGALA

Edita Gruberova hat am 23. Juni 2018 Abschied vom Wiener Staatsopernpublikum genommen – unter großem Jubel, Blumen- und Konfetti-Regen, unzähligen roten Papier-Herzen und Transparenten, auf denen Grußbotschaften in diversen Sprachen zu lesen waren. Vor achtundvierzig Jahren hatte die Primadonna als Königin der Nacht in Mozarts »Zauberflöte« am Haus debütiert. Nun hieß es nach nahezu 700 Vorstellungen Abschied zu nehmen. Dabei zog die „Königin des Belcanto“ noch einmal alle Register ihres Könnens und begeisterte die Fans in der ausverkauften Staatsoper mit Arien aus »Die Entführung aus dem Serail«, »Don Giovanni«, »Idomeneo«, »La Traviata«, »Roberto Devereux«, »Tannhäuser« und »Die Fledermaus«. Das Publikum dankte der Ausnahmekünstlerin mit mehr als 50 Minuten Applaus. „Ein Kreis hat sich geschlossen“ verkündete Gruberova am Ende und sagte ganz unsentimental: „Adieu. Jetzt ist es genug.“

NAMEN UND DATEN

JAVIER CAMARENA wandelt auf seiner neuen CD auf den Spuren des berühmten spanischen Tenors, Komponisten und Gesangslehrers Manuel Garcia (1805 - 1906). Neben dessen Kompositionen, darunter drei Ersteinspielungen, enthalt das Album mit dem Titel „Contrabandista“ aber auch Stücke von Niccolo Antonio Zingarelli und Gioachino Rossini. Mit der Aufnahme beginnt eine Reihe von Einspielungen, die von der Cecilia Bartoli-Musikstiftung produziert und von Decca unter einem neuen Label „Decca – mentored by Bartoli“ veröffentlicht werden. Mit diesem Projekt will die Stiftung neue Aufnahmen von außergewöhnlichen Künstlern fördern und betreuen. Begleitet wird der mexikanische Tenor von dem 2016 von der Mezzosopranistin initiierten und auf historischen Instrumenten spielenden Orchester „Les Musiciens du Prince - Monaco“. Auf der Opernbühne steht der Tenor derzeit als Arturo in Bellinis »I Puritani« am Liceu in Barcelona (5., 8., 11., 14., 19.10.) und nach seiner Mitwirkung im Rahmen der jährlichen Richard Tucker-Gala in New York / Carnegie Hall (21.10.) als Nadir in »Les Pêcheurs de perles« (14., 17., 20., 24., 28.11. + 1., 8.12.) an der benachbarten Metropolitan Opera.
Weitere Infos und Termine von Sonya Yoncheva, Elena Pankratova, Simon O’Neill, Tamara Wilson, Piotr Beczala, Anna Pirozzi und anderen.

NACHRUF

HUGUETTE TOURANGEAU
Sie war eine vorzügliche Barock- und Belcanto-Altistin – und im Umkreis von Richard Bonynge und Joan Sutherland immer wieder auf der Opernbühne sowie auf Tonträger zu hören. Huguette Tourangeau, die am 21. April 2018 im Alter von 79 Jahren in ihrer kanadischen Heimat gestorben ist, war in den 1960er-Jahren auf den australischen Dirigenten getroffen, der ihr wichtigster Förderer werden sollte und sie fortan immer wieder für gemeinsame Aktivitäten mit seiner Gattin verpflichtet hatte. Am 12. August 1938 in Montreal geboren, hatte Tourangeau am Konservatorium in Québec studiert, 1964 ihr Bühnendebüt als Mercédès in »Carmen« unter Zubin Mehta in ihrer Geburtsstadt gegeben, im selben Jahr die „Metropolitan Opera National Council Auditions“ gewonnen und 1966 einen ersten großen Erfolg als Carmen an der New York City Centre Opera eingefahren. 1973 gab sie ihr Debüt an der Met in New York als Nicklausse in »Les Contes d’Hoffmann« an der Seite von Plácido Domingo als Hoffmann. Auch abseits der Arbeit mit dem berühmten Künstlerehepaar Bonynge / Sutherland war die Künstlerin an vielen großen internationalen Opernhäusern zu Gast gewesen. In den frühen 1980er-Jahren verabschiedete sie sich von Bühne, um künftig ihre Erfahrungen an junge Schülerinnen und Schüler weiterzugeben.

CDs

NEUE CDs

Wie schon seit einigen Jahren Tradition, erschien auch in diesem Sommer eine neue Folge jenes Mozart-Zyklus’, den die Deutsche Grammophon seit 2011gemeinsam mit Yannick Nézet-Séguin und Rolando Villazón einspielt. Aufgenommen wird rund um konzertante Aufführungen im Festspielhaus Baden-Baden, wobei stets unklar bleibt, wie viel Live-Material tatsächlich verwendet wird. Nun also ist Album Nummer 5 erschienen: »La Clemenza di Tito«, aufgenommen im Juli des Vorjahres. Außerdem auf der Aufnahme mit dabei: Joyce DiDonato, Marina Rebeka, Tara Erraught, Regula Mühlemann und Adam Plachetka.