Das Opernglas - Ausgabe 09/2011

Festspiele der Kontraste: Während in Bayreuth der neue »Tannhäuser« vor bunten Dampfkesseln inklusive „Alkoholator“ spielt, gab es auf der Bühne des Salzburger Festspielhauses für die »Frau ohne Schatten« eine originale Rekonstruktion der Wiener Sofiensäle inklusive Weihnachtsbaum. Beide mit Spannung erwarteten Produktionen werden ebenso ausführlich besprochen wie die Festspiel-Premieren in München, Baden-Baden, Bregenz, Zürich und vielen Orten mehr. Außerdem blicken wir zurück auf die Highlights des Saison-Finales, u.a. in London, Wien, San Francisco… Dazu ausführliche Interviews mit Olga Peretyatko, Nello Santi, Pedro Halffter und Jean-Louis Grinda.

Nachfolgend erhalten Sie einen ersten Überblick über die wichtigsten Themen dieser Ausgabe. Eine ausführliche Liste aller Inhalte finden Sie im Inhaltsverzeichnis.

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INHALTSVERZEICHNIS

Inhaltsverzeichnis

Ausgabe: 09/2011

Das komplette Inhaltsverzeichnis mit allen Themen.

EDITORIAL
FESTSPIELE
  • BAYREUTHER FESTSPIELE Tannhäuser
  • SALZBURGER FESTSPIELE
  • Die Frau ohne Schatten (Großes Festspielhaus)
  • Le nozze di Figaro (Haus für Mozart)
  • MÜNCHNER OPERNFESTSPIELE
  • Saint François d’Assise (Nationaltheater)
  • Mitridate, rè di Ponto (Prinzregententheater)
  • SOMMERFESTSPIELE BADEN-BADEN Don Giovanni
  • Salome
  • SAVONLINNA OPERA FESTIVAL Don Giovanni
  • ZÜRCHER FESTSPIELE Il re pastore
  • SEEFESTSPIELE MÖRBISCH Der Zigeunerbaron
  • BREGENZER FESTSPIELE André Chénier (Seebühne)
  • Achterbahn (Festspielhaus)
  • FESTIVAL AIX-EN-PROVENCE La Traviata
  • La Clemenza di Tito
  • KLANGVOKAL MUSIKFESTIVAL DORTMUND Il Corsaro (Konzerthaus)
SAISON-FINALE
  • LONDON Cendrillon (Royal Opera House)
  • BUDAPEST Lohengrin (Palast der schönen Künste)
  • SAARBRÜCKEN Der Cid
  • HANNOVER Götterdämmerung
  • WIEN Katja Kabanova (Staatsoper)
  • SEVILLA Don Carlo
  • SAN FRANCISCO Der Ring des Nibelungen
  • KARLSRUHE Eine Straße, Lucile / Dantons Tod
DAS INTERVIEW
  • OLGA PERETYATKO
IM GESPRÄCH
  • NELLO SANTI
DAS PORTRÄT
  • PEDRO HALFFTER
IM BLICKPUNKT
  • JEAN-LOUIS GRINDA
NAMEN UND DATEN
FESTSPIEL-RUNDBLICK
  • OPERNFESTSPIELE SANKT MARGARETHEN Don Giovanni
  • KISSINGER SOMMER Operngala
  • HENZE!-FESTIVAL MÜNSTER Die englische Katze
  • MOZARTFEST WÜRZBURG Idomeneo
  • THÜRINGER SCHLOSSFESTSPIELE SONDERSHAUSEN
  • Der Barbier von Sevilla
  • DROTTNINGHOLM OPERA FESTIVAL Così fan tutte
  • FELDKIRCH-FESTIVAL Pedro Malazarte
  • RICHARD WAGNER-FESTIVAL WELS Tristan und Isolde
  • SCHLOSSFESTSPIELE SCHWERIN Der Freischütz
  • KLASSIK-SOMMER HAMM Parsifal
  • RIGA OPERA FESTIVAL Vilkaču mantiniece
  • BAYREUTH – LUST AUF LISZT Don Sanche (Stadthalle)
  • SANKT GALLER FESTSPIELE I Lombardi
  • BACHFEST LEIPZIG Zanaida (Goethe-Theater Bad Lauchstädt)
WEGWEISER
  • STELLA MARIS 2011 / RING. AWARD - DAS FINALE
REPORT
  • KÖLN / RIGA / SAVONLINNA / OSSIACH / EUTIN / HEIDELBERG
VORSCHAU
SPIELPLÄNE
RARITÄTEN
TV-TIPPS
IMPRESSUM
NEUE COMPACT DISCS
  • Ludwig van Beethoven FIDELIO
  • Johann Strauß DER CARNEVAL IN ROM
  • Francesco Cavalli ARTEMISIA
  • Georg Friedrich Händel GERMANICO
  • Bejun Mehta DOWN BY THE SALLY GARDENS
  • Hermann Prey LIEDERABEND 1963
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EDITORIAL

EDITORIAL

Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 09/2011

Erfolg kann man nicht planen, zumindest nicht mit Garantie. Davon können in diesem so unbeständigen Sommer zahllose Openair-Veranstalter von Eutin bis Mörbisch ein Lied singen. Glücklich, wer halbwegs trocken den Großteil seiner Vorstellungen über die Bühne bringen konnte. In den darstellenden Künsten kommt es nach konzentrierter Planung und intensiver Probenarbeit aber nicht nur auf äußere Umstände wie Wetter oder Technik, son- dern vor allem auch auf die Tagesform der Ausführenden an. Ob Schauspieler, Sänger, Tänzer, Musiker: Dieser eine Moment im Rampenlicht ist der entscheidende. Wie oft trennt sich da die Spreu vom Weizen, wie weit gehen zuweilen Papier- form, Probenverfassung und Premierenleistung auseinander.

Die Nerven liegen schon einmal blank, vor allem wenn man die Aura eines prestigeträchtigen Ortes spürt, den Druck einer gespannt wartenden Öffentlichkeit. Insbesondere der Beruf des Opernsängers ist von dieser inneren Anspannung betroffen, ist die Stimme doch jenes Organ, das Nervosität am ehesten verrät. Pianissimo, Legato, Spitzenton? Schon die reine Bewältigung der zumeist hoch- komplexen, anspruchsvollen Partien ist fordernd genug. Wer in Bayreuth, München oder Salzburg zu Festspielehren kommt, hat in der Regel Könnerschaft bewiesen – und muss sich doch Abend für Abend immer wieder neu durch hochkarätige, vorzugsweise singuläre Leistungen beweisen. Sind Mikrofone und Kameras auf- gestellt, potenziert sich der Druck, zumal bei einer Liveübertragung. Man musste die Protagonisten des Bayreuther »Lohengrin« bei der ersten direkten TV-Aus- strahlung vom Grünen Hügel nicht einmal gut kennen, um deutlich zu sehen, welch enorme Anspannung mit dem Schlussjubel von ihnen abfiel. Die Opernszene hat sich beträchtlich gewandelt. Sänger sind heute von jeder- mann live zu erleben, in bester Bild- und Tonqualität und oft in unerbittlichem Close-up. Die Musentempel stehen daheim. Der Kenner weiß dies ebenso zu schätzen wie der aufgeschlossene Neuling. Und der Künstler selbst geht gern den schmalen Grat zwischen großer Chance und ebensolcher Fallhöhe. Die wunder- baren, weltweiten Kino-Übertragungen aus der Met sind längst eine feste Institution geworden, Fixpunkte im Kalender vieler alter wie zahlreicher neuer Opernfans; auch die großen Livesendungen von den Salzburger Festspielen sind inzwischen gute, gern gesehene Tradition. Bayreuth wird in diesem global orientierten Spiel von nun an souverän mitspielen, auch wenn bei der mit großer Spannung erwarteten TV-Premiere Wolkenbrüche für eine unschöne Unterbrechung sorgten. Besser kurz einmal ohne Signal als gar keine Sendung wird man sich da just am gleichen Wochenende beim Prestige-Festival an der Salzach gedacht haben, dort musste man kurzfristig auf die »Macbeth«-Übertragung aus der Felsenreitschule verzichten. Wie es hieß, war man in ergebnislosen Vertragsverhandlungen an zu hohen Forderungen seitens Riccardo Muti gescheitert. Der ORF als hauptverant- wortlicher Sender ist „verbittert“, unzählige Opernfans enttäuscht bis verärgert. Nur fatale Kulmination eines Einzelstreitfalles oder neue Salzburger Baustelle? So oder so, der Ausfall ist ebenso unerfreulich wie unnötig. Die sommerliche Übertragungsintensität bleibt ein wichtiger Eckpfeiler des kulturellen Engagements der TV-Sender. Zunehmend realisiert man auch in eher kommerziell ausgerichteten Chefetagen, dass Kultursendungen mehr sind als Feigenblattaktivitäten. Sie bieten neben hohem Imagepotenzial auch schon einmal durchaus ansehnliche Quoten. Als im Frühjahr die stargespickte »Anna Bolena« aus der Wiener Staatsoper gezeigt wurde, lockte das fast 1 Million Zuschauer vor die Bildschirme. Kein schlechtes Ergebnis für eine Oper, die nicht wie »La Bohème« oder »La Traviata« zu den breitenwirksamen Hits des Musiktheaters zählt. Zuweilen kann man Erfolg eben doch planen. Und der Opernfan freut sich, jetzt immer dabei sein zu können in Salzburg, Wien, München und Bayreuth – daheim oder live vor Ort.

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INTERVIEWS

Das Interview: OLGA PERETYATKO – Du musst selbst entscheiden

Autor: Ursula Ehrensberger · Ausgabe 09/2011

Die gebürtige Russin spricht fließend Deutsch, lebt zeitweise in Berlin und in Italien, liebt die Herausforderung - und lässt sich doch ausreichend Zeit bei ihrer noch jungen und doch schon internationalen Karriere.

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Im Gespräch: NELLO SANTI - Eine große Karriere in Demut.

Autor: Dr. Thomas Baltensweiler · Ausgabe 09/2011

Am 22. September wird Nello Santi seinen 80. Geburtstag feiern, im Dezember folgt das 60-jährige Bühnenjubiläum. Ein exklusives Interview aus doppeltem Anlass.

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Das Porträt: PEDRO HALFFTER - Spiel auf zwei Ebenen

Autor: Dr. Richard Erkens · Ausgabe 09/2011

Er leitet erfolgreich das Teatro de la Maestranza in Sevilla und setzt als Dirigent und Komponist eine große Familientradition fort.

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AUFFÜHRUNGEN

BAYREUTHER FESTSPIELE Tannhäuser

25. Juli · Festspielhaus · Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 09/2011

„Ich bin der Welt noch den Tannhäuser schuldig.“ Mit einem der bekanntesten Zitate Richard Wagners, in großen Lettern eingeblendet wie für einen Filmabspann, endete die diesjährige Neuinszenierung der Bayreuther Festspiele – und mit dem einhelligen Buhruf eines sichtlich konsternierten Premierenpublikums.

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SALZBURGER FESTSPIELE Die Frau ohne Schatten

29. Juli · Großes Festspielhaus · Autor: M. Wilks · Ausgabe 09/2011

Konzeptionell lässt sich vieles begründen, doch ohne „ehrliche“, bewegende Momente findet »Die Frau ohne Schatten« nicht statt. So dürften sich viele Zuschauer im Festspielhaus wie im falschen Film gefühlt haben: Christof Loy hat statt des Inhalts der Oper die Aufnahmesitzungen zu der Schallplatteneinspielung des Werkes durch Karl Böhm im Jahr 1955 nachgestellt.

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MÜNCHNER OPERNFESTSPIELE Saint François d’Assise

1. Juli · Nationaltheater · Autor: K.-F. Schulter · Ausgabe 09/2011

Man hat sich gewöhnt an den Mann mit dem Rauschebart, der allen Stürmen getrotzt hat, und zollt ihm zumindest Respekt – auch wenn mancher mit seiner Arbeit wenig anfangen kann.
Und Aktionskünstler Hermann Nitsch hat mit Olivier Messiaens Oper über Franz von Assisi tatsächlich alles andere als einen Skandal provoziert.

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SOMMERFESTSPIELE BADEN-BADEN Don Giovanni

18. Juli · Festspielhaus · Autor: J.-M. Wienecke · Ausgabe 09/2011

Yannick Nézet-Séguin gelang mit diesem konzertanten »Don Giovanni« eine geradezu perfekte, brandaktuell am historischen Klangbild orientierte Mozartinterpretation, die Maßstäbe setzt. Selbst die durchweg hochkarätigen Sänger, die in dieser außergewöhnlichen Konstellation nicht alle Tage zusammenkommen, applaudierten mit Nachdruck.

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BREGENZER FESTSPIELE André Chénier

20. Juli · Seebühne · Autor: K.-F. Schulter · Ausgabe 09/2011

Das Bühnenbild der Seebühnenproduktion ist in jedem Jahr das Aushängeschild und der Werbeträger der Bregenzer Festspiele. In diesem Jahr hat sich das Festival noch einmal selbst übertroffen und nach der Vorlage des berühmten Bildes „Der Tod des Marat“ eine kongeniale Spielfläche für Umberto Giordanos Revolutionsoper geschaffen.

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SEEFESTSPIELE MÖRBISCH Der Zigeunerbaron

15. Juli · Seebühne · Autor: M. Lehnert · Ausgabe 09/2011

Die Premiere fiel buchstäblich ins Wasser, und der ORF musste die Aufzeichnung der Generalprobe statt einer TV-Liveübertragung senden. Der Stimmung der bis nach 22.00 Uhr auf die endgültige Absage wartenden Zuschauer wie der zahlreich angetretenen österreichischen Prominenz tat das bei gutem burgenländischen Wein kaum Abbruch. Erst am Folgetag konnte Brigitte Fassbaenders Neuinszenierung des »Zigeunerbaron« planmäßig über die Bühne gehen.

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ZÜRCHER FESTSPIELE Il re pastore

4. Juli · Opernhaus · Autor: Th. Baltensweiler · Ausgabe 09/2011

Nur acht Tage dauerte es, bis das Opernhaus der Übernahme von Claus Guths »Parsifal«-Inszenierung aus Barcelona im Rahmen der Zürcher Festspiele die Premiere von »Il re pastore« hinterherschickte. Zugpferd der Besetzung war Rolando Villazón.

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FESTIVAL AIX-EN-PROVENCE La Traviata

6. Juli · Théâtre de l’Archevêché · Autor: W. Kutzschbach · Ausgabe 09/2011

Mit sechs Produktionen, davon zwei Uraufführungen, zählt das 1948 gegründete Festival von Aix-en-Provence zu den bedeutendsten Opernfestspielen Europas. Die Neuinszenierung von »La Traviata« bot das Europa-Debüt von Natalie Dessay als Violetta, ist eine Koproduktion mit Dijon und der Wiener Staatsoper, und wird dort in fast identischer Besetzung gezeigt werden.

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MELDUNGEN / INFO

NAMEN UND DATEN

PAULO SZOT, der u.a. im Frühjahr kommenden Jahres als Lescaut in Massenets »Manon« an der Metropolitan Opera in New York zu hören sein wird, ist nach einer ersten Aufführungsserie im August auch noch vom 22. September bis 1. Oktober 2011 in der Londoner Barbican Hall in einem Gastspiel von Bartlett Shers preisgekrönter Produktion von »South Pacific« zu erleben. 2008 war Szot für seine Interpretation des Emile in New York mit dem begehrten Tony Award ausgezeichnet worden.

WEGWEISER

STELLA MARIS 2011

Welcher beachtliche Stellenwert dem von Hapag-Lloyd initiierte Sängerwettstreit im internationalen Wettbewerbsreigen inzwischen zukommt, zeigte sich nicht zuletzt daran, dass keine geringeren als Dominique Meyer, Direktor der Wiener Staatsoper und Hamburgs Intendantin Simone Young in diesem Jahr zur Jury an Bord der „Europa“ zählten.

CDs

Ludwig van Beethoven FIDELIO

DECCA 478 2552, 2 CDs · Autor: A. Laska · Ausgabe 09/2011

Was Claudio Abbado und die fabelhafte Kombination aus Mahler Chamber Orchestra und Lucerne Festival Orchestra zu Beginn dieses Mitschnitts versprechen, lösen sie in der Folge auch ein: Manche Stellen möchte man nicht mehr anders musiziert hören. Und in Jonas Kaufmann steht ihm der zurzeit wohl beste Florestan zur Seite.

Johann Strauß DER CARNEVAL IN ROM

CPO 777 405, 2 CDs · Autor: G. Schunk · Ausgabe 09/2011

Da Johann Strauß eine Premiere an der Hofoper in Aussicht gestellt worden war, präsentiert sich der »Carneval in Rom« nicht als walzerselige Operette, sondern rückt in die Nähe der deutschen Spieloper. Das Libretto stellt geschickt ländliche Alpenidylle deutscher Italiensehnsucht gegenüber und lässt das Ganze in turbulenter Karnevalsstimmung enden. Das aktuell an der Staatsoperette Dresden aufgeführte Stück wurde 2008 auch für CD eingespielt.

Bejun Mehta DOWN BY THE SALLY GARDENS

HARMONIA MUNDI 902093, 1 CD · Autor: J. Gahre · Ausgabe 09/2011

Vom neunten bis fünfzehnten Lebensjahr war Bejun Mehta ein gefeierter Knabensopran, dann wandte er sich dem Cello zu, wurde sogar Schallplattenproduzent, bevor er als Counter eine Karriere als Berufssänger machte. Für seine neue CD hat er sich auf ungewohntes Terrain gewagt: Englische Lieder aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts, die außerhalb Großbritanniens weitgehend unbekannt sind.