Das Opernglas – Ausgabe 06 2021

Gute Aussichten für den Sommer? Vereinzelt wurde bereits Ende April wieder vor Publikum gespielt, so in Basel bei Richard Strauss' »Intermezzo«. An anderen Bühnen blieb es vorerst beim Streaming: Die Wiener Staatsoper brachte Gounods »Faust« mit Juan Diego Flórez in der Titelpartie zur Premiere, in Antwerpen wurde Purcells »Dido and Aeneas« modernisiert, in Nürnberg inszenierte Vera Nemirova schwungvoll Eduard Künnekes »Vetter aus Dingsda«. Die New Yorker Metropolitan „gastierte“ mit einem Wagner-Abend im glanzvollen Foyer des Hessischen Staatstheaters in Wiesbaden, und die Staatsoper Hamburg produzierte zum 100. Geburtstag von Sophie Scholl gleich einen Film nach Udo Zimmermanns »Weiße Rose« – eine „Graphic Opera“. Am Münchner Gärtnerplatz feierte eine Uraufführung Premiere, die sich den Gefühlswelten von Franz Schubert widmete, Prag zeigte im Ständetheater einen neuen »Don Giovanni« in historischen Kostümen, und in Leipzig gab es Loriots »Ring an einem Abend«.

Die Interviews: Der ukrainische Tenor Dmytro Popov spricht über seine beeindruckende Laufbahn, seine Liebe zur Familie und sein aktuelles CD-Projekt, die Sopranistin Anna Gabler, die Esmeralda in »Notre Dame« bei den St. Galler Festspielen, über das Leben vor und in der Pandemie, der in Hamburg lebende türkische Bariton Kartal Karagedik über seine zweite große Leidenschaft, die Fotokunst, und der Dirigent Titus Engel wird bei den Festspielen in Erl den »Lohengrin« dirigieren und lässt uns teilhaben an seinen Einsichten in Wagners Werk.

Nachfolgend finden Sie einen ersten Überblick über die wichtigsten Themen dieser Ausgabe. Eine ausführliche Übersicht bietet das Inhaltsverzeichnis.

Sie möchten sofort weiterlesen? Das komplette Magazin steht neben der Print-Ausgabe auch als PDF-Version zum Download zur Verfügung.

inkl. Mwst., zzgl. Porto

INHALTSVERZEICHNIS

INHALTSVERZEICHNIS

Ausgabe: 6/2021

Das Inhaltsverzeichnis mit allen Themen und Beiträgen
EDITORIAL
STREAMING
  • WIEN Faust (Staatsoper)
  • MET /WIESBADEN Wagnerians in Concert
  • HANNOVER The Turn of the Screw
  • NÜRNBERG Der Vetter aus Dingsda
  • MÜNCHEN Schuberts Reise nach Atzenbrugg (Staatstheater am Gärtnerplatz)
  • LEIPZIG Ring an einem Abend
  • PRAG Don Giovanni (Ständetheater)
  • ANTWERPEN Dido and Aeneas
  • RADEBEUL Inselzauber
  • HAMBURG Weiße Rose
  • MOSKAU Galakonzert (Novaya Opera)
  • WIESBADEN Il Trittico
  • DORTMUND Herzog Blaubarts Burg (Westfalenhallen)
  • MANNHEIM Hippolyte et Aricie
DAS INTERVIEW
  • DMYTRO POPOV
DAS PORTRÄT
  • ANNA GABLER
IM GESPRÄCH
  • KARTAL KARAGEDIK
NAMEN UND DATEN
REPORT
  • WIEN / KARLSRUHE
AUFFÜHRUNGEN
  • Erste Vorstellungen mit Publikum
  • BASEL Intermezzo
  • SAARBRÜCKEN Macbeth Underworld
VORSCHAU
KÜNSTLERFREUNDSCHAFTEN
  • Das freie Leben in Charleston
IM BLICKPUNKT: TIROLER FESTSPIELE
  • TITUS ENGEL
SPIELPLÄNE
TV-TIPPS
LIVE-STREAM
IMPRESSUM
NACHRUF
  • Christa Ludwig, Renée Doria, Corneliu Murgu, Maria Kouba, Ursula Fiedler
DVD / BLURAY
  • Jake Heggie GREAT SCOTT
  • Gaetano Donizetti LUCREZIA BORGIA
  • Charles Gounod FAUST
  • Wolfgang Amadeus Mozart DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL
  • Hans Zender THINKING WITH YOUR SENSES
AUDIO / SOLO
  • Anita Rachvelishvili ÉLÉGIE
  • William Towers HANDELIAN PYROTECHNICS
  • Konstantin Krimmel SAGA
  • Lucille Richardot BERIO TO SING
  • Eva Resch EDEN
  • Channa Malkin THIS IS NOT A LULLABY
  • Patricia Kopatchinskaja PIERROT LUNAIRE
Weiter

EDITORIAL

EDITORIAL

Autor: Y. Han · Ausgabe 6/2021

Der Sommer naht in großen Schritten, und scheinbar zahlt sich auf der Geraden zum Saisonfinale endlich die stete Bereithaltung mancher deutscher Opernhäuser aus, denn quasi von einem Moment auf den anderen kann hier und da doch noch geöffnet werden: So wird etwa Hamburg tatsächlich seine »Agrippina«-Übernahme der Barrie-Kosky-Inszenierung zur Hamburgischen Premiere bringen und anschließend auch die gefeierte neue »Manon« live vor Publikum zeigen können, in München geht Aribert Reimanns »Lear« vor Zuschauern auf die Bühne, auch das Landestheater Detmold nimmt seinen Spielbetrieb Ende Mai wieder auf, und die Deutsche Oper Berlin knüpft mit dem »Rheingold« an ihr Pilotprojekt an.
Der Ansturm auf die eingeschränkten Kontingente wird – davon ist sehr sicher auszugehen – wieder groß sein, so wie Hamburgs überdachte Außengastronomie trotz deprimierender Wetterprognose direkt mit Reservierungen bestürmt wurde. Niemand mag mehr zu Hause sitzen, man möchte raus, zurück ins Leben, zurück in die Konzertsäle, und wer bereits durchgeimpft ist, kann das alles sogar beinahe sorglos tun. Mit den sich ausweitenden realen Öffnungsperspektiven steigt innerlich die pulsierende Vorfreude auf den ersten live erklingenden Ton an. Und der sich hebende Vorhang, die ersten Noten der Ouvertüre werden für viele von uns ein nach der monatelangen Entwöhnung sicherlich berührender Moment sein, ähnlich einer Erstbegegnung, die spektakuläre Reize im Menschen auslöst – schließlich musste unser Gehörsinn lange darben. So mancher hätte es sich in einem hypothetischen Gedankenspiel bestimmt nicht auszumalen gewagt, wie essenziell letzten Endes ein funktionierendes Kulturleben für das seelische wie körperliche Wohlbefinden ist und wie schnell das Leben ergraut, wenn der regelmäßige Einfluss von gelebter Kunst versiegt. Sicher kennen auch Sie den Moment, wenn ein Ton, eine ganz bestimmte Klangfarbe oder ein Messa di Voce den eigenen, doch bloß zuhörenden Körper bis ins tiefste Mark trifft; wie man direkt mit den ersten aus dem Orchestergrabenden aufsteigenden Tönen tief atmet und fühlt: Das ist es! Die Freude, das alles bald wieder regelmäßig erleben zu können, hat die oft beschworene Kraft unabhängig von vermeintlich trennenden Faktoren zu einen, instinktiv eine positiv konnotierte Verbindung zu Fremden herzustellen – wir haben es erlebt, als auf italienischen und spanischen Balkonen mitten im schwersten Lockdown gesungen wurde, als DJs in leeren Straßen für die Daheimsitzenden, Musiker auf ihren Balkonen kleine Konzerte für die Nachbarschaft spielten. Und wir werden es wieder fühlen, wenn wir gemeinsam im schummrigen Opernsaal sitzen und die wohltuende, von so vielen Künstlern in unseren Interviews während der Pandemie als „heilend“ beschriebene Kraft der Musik sich auf uns niedersenken spüren werden.
In dieser zuversichtlich gestimmten Haltung wünsche ich Ihnen wie immer eine ebenso erbauliche Lektüre – freuen wir uns auf den Sommer!
Weiter

INTERVIEWS

Das Interview: DMYTRO POPOV – Glaube an die Familie

Autor: U. Ehrensberger · Ausgabe 6/2021

Im Alter von nur 23 Jahren war Dmytro Popov der jüngste Künstler, der je mit dem Titel „Ehrenkünstler der Ukraine“ ausgezeichnet wurde. Im Jahr 2007 gewann er den prestigeträchtigen „Operalia“-Gesangswettbewerb und ist seitdem an allen großen Bühnen zu Gast. Heute lebt der junge Tenor mit seiner Familie in Berlin.
Im Textarchiv öffnen

Das Porträt: ANNA GABLER – Sängerin im Ausnahmezustand

Autor: M. Schabel · Ausgabe 6/2021

Die jugendlich-dramatische Sopranistin hat sich international einen Namen gemacht und vor der Pandemie auf den großen Bühnen Deutschlands, in Wien und Salzburg, Paris, Brüssel, Helsinki und Tokio gastiert. Dann brachen auch für sie mit einem Schlag alle Engagements weg. Aber nicht nur in der Pandemie hat sie Höhen und Tiefen erleben müssen. Im Juni steht sie nun endlich wieder auf der Bühne, bei den Festspielen in St. Gallen in Franz Schmidts Oper »Notre Dame« als Esmeralda.
Im Textarchiv öffnen

Im Gespräch: KARTAL KARAGEDIK – Bariton und Fotokünstler

Autor: Y. Han · Ausgabe 6/2021

Der türkische Bariton lebt heute in Hamburg, wo er seit der Spielzeit 2015/16 Ensemblemitglied ist, und macht sich parallel zu seiner Bühnenkarriere auch einen Namen als Fotograf. In seinem zweiten Interview für „Das Opernglas“ ließ er uns per Video an seinem Leben im schönen Hamburger Stadtteil Winterhude und seiner Leidenschaft fürs Fotografieren teilhaben.
Im Textarchiv öffnen

Tiroler Festspiele Erl: TITUS ENGEL – Blick für die Feinheiten

Die Tiroler Festspiele Erl gehen mit einem vielseitigen Konzert- und Opernprogramm an den Start, bei dem neben Humperdincks »Hänsel und Gretel« nicht nur ein neues »Rheingold«, sondern auch der im letzten Jahr Corona-bedingt abgesagte »Lohengrin« zu erleben sein werden. Die musikalische Leitung übernimmt der Schweizer Dirigent und studierte Philosoph Titus Engel, der vor dem Festspielstart nicht nur seine persönlichen Eindrücke und Einsichten in dieses Werk mit uns teilte, sondern auch seinen besonderen Blick für Feinheiten.
Im Textarchiv öffnen

STREAMING

WIEN Faust

29. April ∙ Staatsoper · Autor: U. Ehrensberger · Ausgabe 6/2021

Attraktive Stimmen präsentierte die Wiener Staatsoper bei der »Faust«- Übernahme der in Stuttgart bereits erfolgreichen Produktion: Juan Diego Flórez als Faust und Nicole Car als Marguerite.
Im Textarchiv öffnen

WIESBADEN / NEW YORK Wagnerians in Concert

08. Mai ∙ Foyer des Hessischen Staatstheaters ∙ Autor: M. Schabel · Ausgabe 6/2021

Ein ideales Setting für die ausgewählten Szenen: Das wunderschöne Foyer des Hessischen Staatstheaters wurde für einen Met-Stream „gemietet“. Überzeugende Solisten waren Andreas Schager, Elza van den Heever, Christine Goerke und Michael Volle. Am Klavier: Craig Terry.
Im Textarchiv öffnen

MÜNCHEN Schuberts Reise nach Atzenbrugg

30. April · Staatstheater am Gärtnerplatz · Autor: M. Schabel · Ausgabe 6/2021

Es geht weder um biografische Details noch um das Werk Franz Schuberts, sondern um dessen Persönlichkeit als Beispiel für den Zusammenhang zwischen Kunst und Liebe, die die Komponistin Hanna Doderer und Librettist Peter Turrini vor Augen führen wollen. 2016 war die Idee seitens des Münchner Gärtnerplatztheaters zu dieser Auftragsoper entstanden, eine fröhliche Landpartie von Wien aus, wie sie zu Zeiten Schuberts sehr beliebt war.
Im Textarchiv öffnen

HAMBURG Weiße Rose

9. Mai ∙ Produktion der Staatsoper Hamburg · Autor: Y. Han · Ausgabe 6/2021

Ein Film, der einen bei aller Nachdenklichkeit nicht erschüttert zurücklässt, sondern die Rückbesinnung auf das Menschliche bestärkt. Die Staatsoper Hamburg hatte gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung sowie der „Weiße Rose Stiftung“ ein ganz besonderes Projekt auf den Weg gebracht, das während der pandemischen Bühnenpause umso bewusster neue Wege einschlägt und der Scholl-Geschwister mit einer eigens für die Leinwand produzierten „Graphic Opera“ gedenkt, die am Abend des 100. Geburtstages von Sophie Scholl auf ARTE ausgestrahlt wurde.
Im Textarchiv öffnen

DORTMUND Herzog Blaubarts Burg

10. Mai ∙ Goldsaal der Westfalenhallen ∙ Autor: M. Lode-Gerke · Ausgabe 6/2021

Am Ende war alles nur ein böser Traum und der Herzog doch nicht so schlecht. Dass man sich bei der konzertanten Aufführung nicht langweilte, dafür hatten die Regisseurin Andrea Hoever und ein Filmteam gesorgt. Recht geschickt wechselt die Kamera immer wieder zwischen den Filmsequenzen und der live stattfindenden Aufführung, ein weiterer Beweis dafür, wie kreativ man mit Abstands- und Hygieneregeln umgehen kann.
Im Textarchiv öffnen

WIEN Thaïs

18. April · Theater an der Wien /TV · Autor: Th. Rauchenwald · Ausgabe 6/2021

Zentrale Themen sind in Jules Massenets »Thaïs« die Wechselbeziehung zwischen Liebe und Tod, der Umstand, was eine verlogene Religion anrichten kann und die Frage, wofür die Wüste, die ein zentrales Element der Opernhandlung darstellt, in unserer heutigen Zeit steht. Und die Wüste, das sind für den Regisseur Peter Konwitschny wieder einmal die Geldscheine, mit denen eine lasterhafte Gesellschaft in der Oper um sich wirft.
Im Textarchiv öffnen

AUFFÜHRUNGEN

BASEL Intermezzo

27. April · Opernhaus · Autor: Th. Baltensweiler · Ausgabe 6/2021

Erste Vorstellungen wieder mit Publikum! Ein Abend, der primär dank des Orchesters überzeugt, dessen Raumklang in einem Stream nur unzureichend simuliert werden könnte; von daher stellt das Basler »Intermezzo« einen würdigen Wiedereinstieg in die faszinierende Welt des Musiktheaters dar.
Im Textarchiv öffnen

SAARBRÜCKEN Macbeth Underworld

18. April · Saarländisches Staatstheater · Autor: K. Scharffenberger · Ausgabe 6/2021

Albträume in Bilder gesetzt. Die Handlung von Shakespeares „Macbeth“ wird retrospektiv, also aus der Perspektive des Todes der Protagonisten reflektiert. Dieses surreale Moment wird durch Pascal Dusapins Musik grandios verstärkt. Sie ist, im besten Sinne, beklemmend, dabei vielfältig in ihren Ausdrucksmitteln und Klangfarben: Harmonisch zwielichtige, vom oszillierenden Glockenspiel durchflimmerte Nachtmusik wechselt mit brutalen Klangclustern, in denen Blechbläser und Schlagzeug die Unterwelt aus den Angeln heben. In der kurzen Zwischenphase des „Saarlandmodells“ erlebte die Oper nun ihre deutsche Erstaufführung.
Im Textarchiv öffnen

SPECIALS / INFO

NAMEN UND DATEN

Siegfried Jerusalem ist zum Ehrensenator der Hochschule für Musik in Nürnberg ernannt worden. Der renommierte Tenor lehrte dort einige Jahre und war von 2001 – 2009 als Hochschulpräsident tätig. Er erhielt nun die erstmals vergebene Auszeichnung für seinen langjährigen Einsatz an der Hochschule.

KÜNSTLERFREUNDSCHAFTEN

Benjamin Britten und das freie Leben in Charleston

Wer im Sommer Tickets für das Glyndebourne Festival gebucht hat, sollte sich genug Zeit nehmen für Ausflüge in der Nachbarschaft. Das Seebad Brighton mit seinem pompösen Royal Pavilion empfiehlt sich, Edward Elgars Cottage „Brinkwells“ bei Fittleworth, ebenso Rudyard Kiplings „Bateman’s“ oder „Monk’s House“ in Rodmell, wo Virginia Woolf bis zu ihrem tragischen Tod 1941 lebte – um nur einige Ziele zu nennen. Von besonderer Attraktion ist auch Charleston in West Firle, das nur fünfzehn Autominuten von Glyndebourne entfernt liegt. Es war das Refugium der „Bloomsbury Group“, das diese während des Ersten Weltkrieges bezog. Die nur wenige Meilen entfernt wohnende Virginia Woolf hatte das Bauernhaus für ihre Schwester, die Malerin Vanessa Bell und deren Söhne Julian und Quentin ausgesucht.

VORSCHAU

Mit Beginn der Spielzeit 2021/22 übernimmt Gianandrea Noseda die Position des Generalmusikdirektors am Opernhaus Zürich. Kern und Ausgangspunkt der Zusammenarbeit mit Intendant Andreas Homoki soll Richard Wagners »Ring des Nibelungen« sein. Homoki wird die Tetralogie neu in Szene setzen. Den Anfang macht im Frühjahr 2022 »Das Rheingold«. Zum Abschluss kommt das Projekt in der Spielzeit 2023/24 mit der »Götterdämmerung«. Camilla Nylund ist als Brünnhilde angekündigt, Klaus Florian Vogt als Siegfried.

NACHRUF

„Es ist die Pflicht dem Leben gegenüber, das Talent auch auszunutzen“, sagte die deutsche Opern- und Konzertsängerin Christa Ludwig einst. Und Talent hatte sie reichlich: Im Alter von 17 Jahren trat sie ihr erstes Engagement in Gießen an, ein Jahr später debütierte sie als Prinz Orlofsky (»Die Fledermaus «) an der Oper Frankfurt, an der sie bis 1952 blieb. 1955 wurde sie von Karl Böhm an die Wiener Staatsoper verpflichtet, wo sie fast 40 Jahre lang Teil des Ensembles sein sollte und in 769 Aufführungen 42 verschiedene Partien sang. Ihr Repertoire umfasste die wichtigsten Alt- und Mezzosopranpartien, ebenso dramatische Sopranpartien. Darunter Leonore (»Fidelio«), Dido (»Les Troyens«), Ortrud (»Lohengrin«), Kundry (»Parsifal «) sowie Eboli (»Don Carlos«), Amneris (»Aida«), Lady Macbeth, Carmen, Brangäne (»Tristan und Isolde«), Venus (»Tannhäuser«), Octavian (»Der Rosenkavalier«), Klytämnestra (»Elektra«), Marie (»Wozzeck«) und die Judith (»Herzog Blaubarts Burg«), um nur einige zu nennen. Privat war sie bis 1970 mit dem Sänger Walter Berry verheiratet, aus dessen Ehe sie einen Sohn hinterlässt, 1972 heiratete sie den französischen Schauspieler und Regisseur Paul-Emile Deiber und schrieb die Autobiografie „Leicht muss man sein. Erinnerungen an die Zukunft“. Am 14. Dezember 1994 verabschiedete sie sich an der Wiener Staatsoper als Klytämnestra von der Bühne, blieb „ihrem“ Haus aber als regelmäßige Zuschauerin verbunden. Am 24. April 2021 ist Christa Ludwig im Alter von 93 Jahren in Klosterneuburg verstorben und geht als feste Größe in die Geschichte der Musik ein.

AUDIO

AUDIO / SOLO

Seit gut zehn Jahren ist Anita Rachvelishvili eine der gefragtesten Mezzosopranistinnen in den Opernhäusern der Welt zwischen Mailand und New York. Auf der Opernbühne ist sie, so scheint es, für die großen Leidenschaften zuständig. Mit dem neuen Album „Élégie“ (mit Titeln wie „Nacht“, „Ich liebe dich nicht mehr“, „Tristezza“ oder „Chanson triste“) will sie beweisen, dass sie gleichermaßen im Kunstlied zuhause ist und auch intimere Stimmungen zu gestalten versteht.

DVD / BLURAY

DVD / BLURAY

Eine Primadonna spielt eine Primadonna: Jake Heggies Oper um die fiktive Diva Arden Scott wurde geschrieben für Joyce DiDonato. Ihre Partner waren unter anderem Nathan Gunn und Frederica von Stade. Die DVD entstand 2015 im texanischen Dallas. In Bergamo beim Donizetti-Festival mitgeschnitten: »Lucrezia Borgia« mit Carmela Remigio, Xabier Anduaga und Marko Mimica. Ein Highlight im Repertoire des Royal Opera House in London: Gounods »Faust« in der Inszenierung von David McVicar. Die Produktion wurde bereits mehrfach verfilmt, stets mit herausragenden Interpreten. In der jüngsten Version begeistert vor allem Erwin Schrott als Méphistophélès.