Das Opernglas - Ausgabe 06/2012

Hochkarätige Opernabende begeisterten das Publikum in New York und London: Anna Netrebko und Piotr Beczala gaben das Liebespaar in »Manon«, Patrizia Ciofi zeigte hinreißende Komik als Regimentstochter Marie. Neuproduktionen von »Lohengrin« gab es sowohl an der Deutschen Oper Berlin als auch bei den Wiesbadener Maifestspielen. Chemnitz widmete sich einem selten gespielten Strauss, echte Raritäten gab es unter anderem in Erfurt mit E.T.A. Hoffmanns »Der Trank der Unsterblichkeit« und in Augsburg mit von Rezniceks »Ritter Blaubart«.

In einem großen, exklusiven Interview gibt Rolando Villazón engagiert und bemerkenswert ehrlich Auskunft zu den Themen, die ihn derzeit bewegen – allen voran natürlich seine aktuelle Neuproduktion »L’elisir d’amore« in Baden-Baden. Ausführliche Gespräche außerdem mit Tenorkollege Daniel Behle und DEAG-Chef Peter Schwenkow.

Nachfolgend erhalten Sie einen ersten Überblick über die wichtigsten Themen dieser Ausgabe. Eine ausführliche Liste aller Inhalte finden Sie im Inhaltsverzeichnis. Sie möchten weiterlesen? Das komplette Magazin steht Ihnen sowohl als Print-Ausgabe als auch als PDF-Version zum Download zur Verfügung. Bei Interesse an einzelnen Artikeln finden Sie diese auch als reine Textdatei im Text-Archiv.

inkl. Mwst., zzgl. Porto

INHALTSVERZEICHNIS

Inhaltsverzeichnis

Ausgabe: 06/2012

Das komplette Inhaltsverzeichnis mit allen Themen

EDITORIAL
AUFFÜHRUNGEN
  • WIEN Hamlet (Theater an der Wien)
  • Das Wundertheater / Der Bajazzo (Volksoper)
  • BERLIN Lohengrin (Deutsche Oper)
  • NEW YORK Die Walküre (Metropolitan Opera)
  • Manon (Metropolitan Opera)
  • LONDON La Fille du Régiment (Royal Opera House)
  • ZÜRICH Fürst Igor
  • Poliuto
  • HELSINKI Puhdistus
  • MAIFESTSPIELE WIESBADEN Lohengrin
DAS INTERVIEW
  • ROLANDO VILLAZÓN
IM GESPRÄCH
  • PETER SCHWENKOW
DAS PORTRÄT
  • DANIEL BEHLE
NACHGEFRAGT
  • IRIS KOFMEL
NAMEN UND DATEN
REPORT
  • BREMEN / MÜNSTER / WIESBADEN
RUNDBLICK
  • NÜRNBERG Elektra
  • DARMSTADT Hoffmanns Erzählungen
  • KAISERSLAUTERN Verkündigung
  • CHEMNITZ Die schweigsame Frau
  • ERFURT Der Trank der Unsterblichkeit
  • MEININGEN Ein Maskenball
  • RENDSBURG Preußisches Märchen
  • ANNABERG-BUCHHOLZ Götz von Berlichingen
  • AUGSBURG Ritter Blaubart
  • TRIER Peter Grimes
  • KASSEL Parsifal
FOKUS
  • NEUE OPERN BEI DER MÜNCHENER BIENNALE
AKTUELL
VORSCHAU
SPIELPLÄNE
RARITÄTEN
TV-TIPPS
IMPRESSUM
DVDs
  • Claudio Monteverdi L’INCORONAZIONE DI POPPEA
  • Mark-Anthony Turnage ANNA NICOLE
  • Jules Massenet DON QUICHOTTE
NEUE CDs
  • Gaetano Donizetti LUCREZIA BORGIA
  • Don Davis RIO DE SANGRE
  • Claude Debussy LE MARTYRE DE SAINT SÉBASTIEN
  • Victoria de los Angeles THE VERY BEST OF
  • Jussi Björling THE VERY BEST OF
  • Jussi Björling THE COMPLETE RCA ALBUM COLLECTION
  • Sandrine Piau LE TRIOMPHE DE L’AMOUR
  • Giuseppe di Stefano NEAPOLITAN SONGS
  • Roberta Invernizzi VIVALDI OPERNARIEN
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EDITORIAL

Editorial

Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 06/2012

Das hat ganz offensichtlich Spaß gemacht. Rolando Villazón posiert einsatzfreudig und mit ansteckender Energie für die Fotos zu diesem Titelinterview. Dass er mitten in den Proben zum neuen Baden-Badener »Liebestrank« steckt, merkt man ihm nicht an – und das, obwohl es diesmal eine ganz besondere Premiere ist. Er inszeniert nicht nur selbst, er singt erstmals auch in seiner eigenen Regie. Doppelbelastung? Eher doppelter Spaß, so wirkt es jedenfalls.

Rolando Villazón ist ganz der Alte, auch im Gespräch, sprüht geradezu vor Begeisterung und Engagement für die Dinge, die ihn gerade umtreiben. Und doch schimmert hinter den hervorsprudelnden Worten jene Ernsthaftigkeit durch, die ihn in seiner künstlerischen Arbeit ohnehin schon immer ausgezeichnet hat, nun aber eine umfassendere Gültigkeit bekommen zu haben scheint. Die Krisen der vergangenen Jahre sind nicht vergessen, sie haben ihn stärker gemacht. Nicht alle haben dem ebenso beliebten wie rasant vermarkteten Tenor auf diesem seinem persönlichen Weg folgen wollen; wer hoch fliegt, muss, wenn er Schwächen zeigt, mit Hohn und Häme rechnen. „Das Opernglas“ ist an derartiger (Vor-)Verurteilung noch nie interessiert gewesen. Auch das wird ein Grund sein, warum Rolando Villazón uns dieses erste große Interview seit langem gewährt hat. Es ist bereits die fünfte Titelstory mit dem Künstler, dessen Definition von „Hoch“ und „Tief“, wie er sie im aktuellen Gespräch formuliert, auf mich wie ein ganz besonderes Geschenk wirkt, Offenheit, die nicht nach Beschwichtigung klingt, sondern nach Erkenntnis. Da ist der gefeierte Star ganz bei sich und wird wohl auch der einen oder dem andern von Ihnen, liebe Leser, ein wenig aus der Seele sprechen.

Offene Worte tun gut. Auch die Opernszene am Rhein könnte davon aktuell einige vertragen, bewegt sie uns dieser Tage doch mit einer undurchsichtigen Gemengelage aus strategischem Kalkül, kommunaler Haarspalterei und finanzieller Drohgebärde. Was genau da gerade in Köln, Bonn, Düsseldorf und Duisburg im Einzelnen hinter den (politischen) Kulissen geschieht, ist selbst für Insider zuweilen schwer zu verstehen. Nach Außen dringt Unschönes, zuweilen Realitätsfernes: Da scheint Kölns Intendant mal im Amt, mal sein Vertrag (auf eigenen Wunsch) aufgelöst, ist Art und Umfang der Spielzeit 2012/13 ungewiss, steht gar die komplette Absage im Raum, gefolgt von einer ersten Entwarnung. Derweil posaunt die Stadt Bonn Interesse aus an einer Fusion mit eben diesem Haus, und es wird gleichzeitig der benachbarten, seit 1956 erfolgreich bestehenden Theaterehe Düsseldorf–Duisburg mit Aufkündigung gedroht.

Dabei ist die Arbeit, die vor Ort geleistet wird, das künstlerische Resultat auf den Bühnen also, derzeit nicht nur lokal einen Besuch wert. Gerade die Oper Köln hat trotz der Ausnahmesituation Bühnensanierung eine derart attraktive Saison hingelegt, dass man sich in den vergangenen Monaten kaum entscheiden konnte, welche Premieren man von auswärts besuchen wollte. Und auch die beiden Häuser der Deutschen Oper am Rhein wie ebenso die Oper Bonn bieten spannendes Musiktheater, das nach Außen strahlt und überregional wahrgenommen wird. Man denke nur an die junge Belcanto-Entdeckung Miriam Clark, die sich trotz internationaler Angebote bewusst für ein Festengagement in der ehemaligen Bundeshauptstadt entschieden hat und (auch aus diesem Grund) vor zwei Monaten im „Opernglas“ zu Titelehren gelangte. Übrigens eine auch im Kioskverkauf besonders erfolgreiche Ausgabe.

Die logische Folgerung aus den unwürdigen Debatten inmitten eines wirtschaftlich angeknacksten, dadurch aber umso dringender kulturell zu fördernden Ballungsraumes kann eigentlich nur sein, gegen die beschriebenen Unsinnigkeiten mit klaren Signalen zu demonstrieren. Unterstützen Sie Ihr Haus, schreiben Sie Briefe, melden Sie sich zu Wort. Und da seit Mitte Mai entgegen zum Teil anderslautender Berichte auch für die kommende Kölner Saison Vorstellungen (bis einschließlich März 2013) zu buchen sind, kann die Devise nur lauten: Kaufen Sie Karten, stürmen Sie die Oper. Es lohnt sich!

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INTERVIEWS

Das Interview: ROLANDO VILLAZÓN - Meine ganz persönliche Entwicklung

Autor: Brigitte Kempen · Ausgabe 06/2012

Die Karriere des Startenors nimmt noch einmal so richtig Fahrt auf. In Baden-Baden singt er jetzt zum ersten Mal in einer eigenen Inszenierung.

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Das Porträt: DANIEL BEHLE - Ein Herzenswunsch

Autor: Gabriele Helbig · Ausgabe 06/2012

Als Sohn einer erfolgreichen Sängerin hat er sich längst einen eigenen Platz auf den Bühnen erobert. Ein Gespräch über Ausbildung, Karriere und ungewöhnliche Projekte.

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Im Gespräch: PETER SCHWENKOW - Vom Marktwert der Stars

Autor: Ursula Ehrensberger · Ausgabe 06/2012

Peter Schwenkow und seine DEAG sind die Macher hinter den beliebten Klassikevents mit Anna Netrebko, Jonas Kaufmann & Co.

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Nachgefragt: IRIS KOFMEL - Erfolgsrezept

Autor: Yeri Han · Ausgabe 06/2012

So geht es weiter mit den Solothurn Classics. Ein Gespräch mit der neuen Leiterin über Kontinuität und Erneuerung.

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AUFFÜHRUNGEN

WIEN Hamlet

5. Mai · Theater an der Wien · Autor: M. Lehnert · Ausgabe 06/2012

Bei aller Kritik im Detail: Im internationalen Vergleich ist die Produktion sicher eine der besten Arbeiten für die Opernbühne in dieser sich dem Ende zuneigenden Spielzeit.

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BERLIN Lohengrin

15. April · Deutsche Oper · Autor: U. Ehrensberger · Ausgabe 06/2012

Kein »Lohengrin« in Berlin ohne Klaus Florian Vogt: Bereits 2009 in der Neuproduktion an der Staatsoper Unter den Linden und 2010 im konzertanten Wagnerzyklus von Marek Janowski hatte er Kollegen ersetzt. Nun auch an der DOB.

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NEW YORK Manon

14. April · Metropolitan Opera · Autor: S. Martens · Ausgabe 06/2012

Wie in London sollte sich auch in New York Anna Netrebko als Zugpferd in Laurent Pellys »Manon«-Inszenierung erweisen - ein ständiges Wechselbad der Gefühle und somit ganz große Oper.

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LONDON La Fille du Régiment

19. April · Royal Opera House · Autor: M. Lehnert · Ausgabe 06/2012

Komische Effekte und Emotionalität ganz aus dem Gesang entwickelt: Patrizia Ciofi als Marie, Colin Lee als ihr Liebhaber Tonio und Alan Opie als Witzfigur Sulpice.

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WIESBADEN Lohengrin

28. April · Staatstheater · Autor: B. Kempen · Ausgabe 06/2012

Kirsten Harms’ Regiekonzept bewährt sich vor allem in den Gegenüberstellungen von Masse und Individuum durch markante Bildsequenzen in Ästhetik und Schönheit.

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NÜRNBERG Elektra

31. März · Staatstheater · Autor: B. Kempen · Ausgabe 06/2012

Es sind knallharte Bilder, die Georg Schmiedleitner für seine zweite Operninszenierung am Nürnberger Opernhaus konzipiert hat. Das Publikum benötigte nach dem Schlussakkord dringend eine kurze Luftholpause.

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CHEMNITZ Die schweigsame Frau

28. April · Theater · Autor: J. Gahre · Ausgabe 06/2012

„Wie schön ist doch die Musik. Aber wie schön ist sie erst, wenn sie vorbei ist!“ – Dazu ist Richard Strauss eine wohlig-schwelgerische Melodie eingefallen, die Franz Hawlata als Sir Morosus genüsslich auskostet.

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ANNABERG-BUCHHOLZ Götz von Berlichingen

29. April · Winterstein-Theater · Autor: J. Gahre · Ausgabe 06/2012

Kann man das Werk des einst sehr geschätzten Carl Goldmark einfach als epigonenhaft abtun, wie das in der Vergangenheit häufig der Fall war? Aus purer Neugierde hat Ingolf Huhn am Theater von Annaberg-Buchholz dessen »Götz« und damit „wunderbare Musik“ herausgebracht.

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KASSEL Parsifal

6. April · Staatstheater · Autor: S. Mauß · Ausgabe 06/2012

Dass ein im besten Sinne des Wortes provokantes Konzept das Publikum über den ganzen Abend zum Nachdenken zwang, wurde am Ende durch einhelligen Jubel mehr als deutlich.

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MELDUNGEN / INFO

AKTUELL

WEST SIDE STORY

In diesem Sommer ist Leonard Bernsteins »West Side Story« in der Originaleinstudierung des legendären Choreografen Jerome Robbins gleich in vier großen Opernhäusern im Rahmen der Sommerbespielung zu sehen. Die Besetzung der aufwändigen Produktion wurde nach Castings in New York, Chicago und Paris zusammengestellt. Den Auftakt macht die Deutsche Oper Berlin am 24. Juni, gefolgt von der Oper Leipzig (ab 10. Juli) sowie der Kölner Philharmonie (ab 18. Juli) und der Hamburgischen Staatsoper (1. bis 26. August). Weitere Informationen über www.westsidestory.de

FOKUS

NEUE OPERN

Seit 1988 bringt die Münchener Biennale in zweijährigem Turnus Uraufführungen zeitgenössischer Komponisten auf die Bühne – eine Art Laboratorium, in dem neue Ideen umgesetzt werden können. Der Biennale war von Anfang an auch die internationale Zusammensetzung des Programms ein Anliegen. In diesem Jahr präsentierte sie mit »Mama Dolorosa« das Werk zweier Koreanerinnen sowie die fünfaktige Oper »L’absence« der Komponistin Sarah Nemtsov.

NAMEN UND DATEN

ANNETTE DASCH gibt im Juni ihr Operettendebüt als Madame Pompadour an der Wiener Volksoper. Die Neuinszenierung der 1922 in Berlin uraufgeführten Operette von Leo Fall um die Mätresse des französischen Königs Ludwig XV. feiert am 6.6. Premiere. Im Sommer ist die Sopranistin dann wieder als Elsa im »Lohengrin« bei den Bayreuther Festspielen zu hören.

REPORT

AM PULS DER ZEIT

Es müssen nicht immer Medea, Elektra und all die anderen Figuren der Historie sein, aus denen Stoffe für gute Opern erwachsen. »All diese Tage« heißt die Zeitoper von Moritz Eggert, die Ende April als Auftragswerk des Theaters Bremen ihre erfolgreiche Uraufführung erlebte. Ihr Thema ist der Alltag von Jugendlichen zwischen Ganztagsschule, iPod und Facebook. Wie der Komponist die darin verborgene Dramatik von Einsamkeit und mangelnder Zuwendung differenziert in Musiktheatersprache umsetzt, ist sensationell gelungen.

DVDs

Claudio Monteverdi L’INCORONAZIONE DI POPPEA

VIRGIN 07095191, 2 DVDs · Autor: J. Gahre · Ausgabe 06/2012

Von Sex sind eigentlich alle besessen in Claudio Monteverdis Oper, und was in Pier Luigi Pizzis Inszenierung für das Teatro Real in Madrid an erotischem Funkenschlag versprüht wird, ist einfach atemberaubend. Die Aufführung mit Philippe Jaroussky als Nerone, Danielle de Niese als Poppea und Max Emanuel Cencic in der Rolle des Ottone kann jetzt auch auf DVD bewundert werden.

Jules Massenet DON QUICHOTTE

NAIVE 2630454, 1 DVD · Autor: Th. Baltensweiler · Ausgabe 06/2012

Für José van Dam war Don Quichotte in vielerlei Hinsicht eine besondere Rolle: Er hat sie nicht nur oft gesungen und für EMI auf CD eingespielt, sondern darin auch seinen offiziellen Abschied von der Opernbühne genommen. Seine Brüsseler „Farewell“-Produktion wurde 2010 für DVD mitgeschnitten.

CDs

Gaetano Donizetti LUCREZIA BORGIA

NIGHTINGALE NC 000100-2, 2 CDs ∙ Autor: T. Rauchenwald ∙ Ausgabe 06/2012

Edita Gruberova sucht immer noch nach neuen Herausforderungen: Die Aufnahme von Donizettis »Lucrezia Borgia«, ein Mitschnitt aus der Kölner Philharmonie, zeigt, welche immense Dichte des Ausdrucks, der Gestaltung und des Singens die Künstlerin in dieser Rolle inzwischen erreicht hat.

Giuseppe di Stefano NEAPOLITAN SONGS

EMI 9 55926 2 6, 2 CDs ∙ Autor: A. Laska ∙ Ausgabe 06/2012

Fast lehrbuchartig zeigt ein Plattencover von 1961 das Italienbild der Nachkriegszeit. Italien, das Land der Freiheit, der Unbekümmertheit, des Genusses. Und wer würde dieses Bild besser verkörpern als Giuseppe di Stefano, der Lebemann unter den großen Tenören dieser Zeit? Gleich zwei seiner Recitalplatten, eine mit neapolitanischen Canzonen und eine mit Liedern von Tosti, Leoncavallo und anderen hat die EMI wieder aufgelegt.