Das Opernglas - Ausgabe 01/2015

Große Sänger in großen Premieren: In Hamburg begeisterte Nino Machaidze als Luisa Miller, Jonas Kaufmann sorgte in Münchens »Manon Lescaut« für Jubelstürme, Renée Fleming gab sich beim Strauss-Festival in Dresden die Ehre, das Theater an der Wien konnte Diana Damrau für Bizets »Perlenfischer« gewinnen, Nina Stemme und Stephen Gould sangen in London »Tristan und Isolde«. Die Oper Bonn startete einen Zyklus von frühen Verdi-Opern mit »Giovanna d‘Arco«, Oslo zeigte als Uraufführung eine neue »Peer Gynt«-Oper, Erfurt eine thematisch passende Uraufführung zum Gedenkjahr des Ausbruchs des 1. Weltkrieges.

Die Interviews: Tenor Pavol Breslik zwischen Dresdner »Csárdásfürstin« und Münchner »Lucia«-Premiere, die irische Mezzosopranistin Tara Erraught, die ihre künstlerische Heimat seit ein paar Jahren in München hat, und Hans-Joachim Frey, der mit seinem Dresdner „Semper Opernball“ zehnjähriges Jubiläum feiert.

Nachfolgend finden Sie einen ersten Überblick über die wichtigsten Themen dieser Ausgabe. Eine ausführliche Liste aller Inhalte bietet das Inhaltsverzeichnis.

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INHALTSVERZEICHNIS

INHALTSVERZEICHNIS

Ausgabe: 1/2015

Das komplette Inhaltsverzeichnis mit allen Themen
EDITORIAL
AUFFÜHRUNGEN
  • MÜNCHEN Manon Lescaut (Nationaltheater)
  • HAMBURG Luisa Miller
  • DRESDEN Daphne / Capriccio
  • WIEN Les Pêcheurs de Perles (Theater an der Wien) Chowanschtschina (Staatsoper)
  • LONDON Tristan und Isolde (Royal Opera House)
  • BUDAPEST Così fan tutte
  • PRAG Salome (Staatsoper)
  • OSLO Peer Gynt
  • BERGAMO MUSICA FESTIVAL Torquato Tasso (Teatro Donizetti) Betly (Teatro Sociale)
DAS INTERVIEW
  • PAVOL BRESLIK
DAS PORTRÄT
  • TARA ERRAUGHT
NAMEN UND DATEN
REPORT
  • DORTMUND / GENF / ETTERSBURG
RUNDBLICK
  • BONN Giovanna d’Arco
  • MÖNCHENGLADBACH Les Contes d’Hoffmann
  • HEIDELBERG Pelléas et Mélisande
  • INNSBRUCK Der Rosenkavalier
  • KÖLN Solaris (Oper am Dom)
  • BADEN Ein Walzertraum
  • ZWICKAU Lucia di Lammermoor
  • MÜNSTER Die verkaufte Braut
  • FLENSBURG Lucia di Lammermoor
  • DETMOLD Otello
  • ERFURT Das schwarze Blut
NACHGEFRAGT
  • HANS-JOACHIM FREY
VORSCHAU
SPIELPLÄNE
TV-TIPPS
RARITÄTEN
IMPRESSUM
DVDs
  • Georges Bizet CARMEN
  • Wolfgang Amadeus Mozart DON GIOVANNI
  • Alexander Borodin FÜRST IGOR
  • Francis Poulenc DIALOGUES DES CARMELITES
  • Antonin Dvorák RUSALKA
NEUE CDs
  • Walter Braunfels VERKÜNDIGUNG
  • Gioachino Rossini LA DONNA DEL LAGO
  • Richard Strauss ARIADNE AUF NAXOS
  • Alfred Zimmerlin MEHR ALS ELF
  • Johann Adolf Hasse SIROE, RE DI PERSIA
  • Wolfgang Amadeus Mozart MITRIDATE, RE DI PONTO
  • Georg Friedrich Händel FARAMONDO
CD-NEWS
  • SOLO-ALBEN
  • Neues von Plácido Domingo, Dmitri Hvorostovsky, Natalie Dessay u.v.a.
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EDITORIAL

EDITORIAL

Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 1/2015

Auf geht es mit Schwung ins neue Jahr! Ein Gute-Laune-Auftakt ist fast schon garantiert bei all den zum Jahreswechsel angesetzten Silvestergalas und Neujahrskonzerten. Auch die Operette gehört seit vielen Jahren traditionell dazu.
Und das nicht nur, wenn es um beschwingte Festtagsstimmung geht. Sie ist endlich wieder dort angekommen, wo sie hingehört: mitten drin in der bunten Vielfalt der Spielpläne. Kaum ein Theater mehr, das auf die Zugkraft dieser beste Unterhaltung versprechenden Titel verzichten mag. Dass sie auch in jenen Jahren, wo die „Operettenseligkeit“ in manchen Kreisen – insbesondere bei einigen Vertretern des deutschen Regietheaters – regelrecht verpönt war, dennoch auf den Bühnen präsent geblieben ist, hat sie den immerwährenden, unschlagbaren Erfolgsgaranten des Genres zu verdanken, allen voran der »Fledermaus« und der »Lustigen Witwe«. Inzwischen hat sich das Angebot längst zu einem üppigen, abwechslungsreichen Programmpaket geweitet, das zudem mit allerlei Entdeckungen aufwartet. Was themenbezogene Veranstalter wie das Lehár Festival in Bad Ischl vorgemacht haben, gehört inzwischen an vielen Opernhäusern zum Kanon kreativer Konzeptionierung: die Lust an der Repertoireerweiterung auch in Sachen Operette. Allein in diesen Wochen reiht sich eine Premiere an die nächste, von Oldenburg bis Würzburg, von Dortmund und Darmstadt bis Regensburg, von Salzburg bis Klagenfurt, Straßburg bis Genf.
Dass sich auch die hochkarätigste Künstlerprominenz praktisch durch die Bank für derartige Projekte hellauf begeistern kann, wissen wir seit Jahren – und manifestiert sich derzeit nachdrücklich auf den Bühnen: sei es bei der jüngsten Silvesterpremiere der Metropolitan Opera in New York mit Renée Fleming als Hanna Glawari (später übernimmt die kaum minder populäre Susan Graham), der stargespickten »Csárdásfürstin« unter Christian Thielemann in der Semperoper oder der Konzert-Tour von Jonas Kaufmann mit Operettenschlagern der 1920er- und 30er-Jahre. Die mauserten sich als CD-Einspielung sogar zum Kassenschlager, das Album stürmte auf die vorderen Ränge der Pop(!)-Charts.
„Ein einziger Ohrwurm“, so beschreibt unser Titelkünstler Pavol Breslik die unwiderstehliche Wirkung einer guten Operette mit ihrem endlosen Reigen an Melodien, die sofort ins Ohr gehen – und dort gut und gern eine ganze Weile bleiben. Gerade die üppige Anzahl eingängiger Hits ist dem Genre kurioserweise immer wieder zum Vorwurf gemacht worden, ungeachtet der Tatsache, dass das Musiktheater wie überhaupt alle Musik (nicht nur die klassische) gerade aus der treffsicheren Kombination von Melodie und Rhythmus ihren unmittelbar ansprechenden, breitenwirksamen Effekt zieht. Wie schön, dass derart unsinnige Vorurteile inzwischen weitestgehend der Vergangenheit angehören und längst auch die szenische Komponente wieder ernster genommen wird. Hochklassige Produktionen sind die Folge, hohe Auslastungszahlen damit in der Regel auch. Wir dürfen also wieder Schwelgen in den Wonnen à la Strauß, Lehár, Kálmán & Co., ganz besonders – aber eben nicht nur – zum Jahreswechsel!
Zu einem optimistischen Ausblick auf das kommende Jahr gehört auch ein kritischer Blick zurück. 2014 war sicher kein leichtes Jahr, belastet vor allem durch enorme globale Krisen, aber auch viele lokale Probleme der unterschiedlichsten Art, wirtschaftlich, politisch, gesellschaftlich. In solchen Zeiten war und ist es für die Kunst nicht immer einfach, sich zu positionieren und ausreichend Gehör zu finden. Es mag zwar folgerichtig erscheinen, dass gerade jetzt ein vermeintlich leichtes Genre wie die Operette vermehrt in den Fokus rückt. Aber das Musiktheater hat deutlich weiter reichende Möglich- und Notwendigkeiten als kurzweilige Ablenkung und vordergründige Zerstreuung. Nicht umsonst erleben wir seit Jahren einen regelrechten Schub an neuen Opernkompositionen, die sich in vielen Fällen ganz aktuell mit den Themen der heutigen Zeit beschäftigen. Auch davon berichten wir in dieser Ausgabe. Und natürlich von den vielen Premieren, die einmal mehr belegen, dass uns auch jahrhundertealte Werke weiterhin sehr viel zu sagen haben. Dies ist fraglos eine der faszinierendsten Besonderheiten der Gattung Musiktheater.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Start in ein schönes, glückliches Jahr 2015 mit vielen mitreißenden, bewegenden, anregenden Stunden in der Oper!
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INTERVIEWS

Das Interview: PAVOL BRESLIK – Volles Programm

Autor: Söhnke Martens · Ausgabe 1/2015

Die »Csárdásfürstin« im Dresdner Silvesterkonzert, ein 100.Tamino und die »Lucia«-Premiere in München: Der vielgefragte Tenor zwischen Oper, Lied und Operettenleidenschaft.
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Das Porträt: TARA ERRAUGHT – Lauter Glücksfälle

Autor: Andreas Laska · Ausgabe 1/2015

Ein Gespräch mit der jungen Mezzosopranistin über Chancen und Traumrollen, treues Publikum und den Umgang mit ungerechter Kritik.
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Nachgefragt: HANS-JOACHIM FREY – Rauschende Nächte

Autor: Dr. Thomas Baltensweiler · Ausgabe 1/2015

Im Januar findet zum 10. Mal seit seinem „Relaunch“ der Dresdner Opernball statt. Sein Leiter Hans-Joachim Frey hatte die Wiederaufnahme der großen Tradition seinerzeit als Operndirektor angestoßen.
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AUFFÜHRUNGEN

MÜNCHEN Manon Lescaut

15. November · Nationaltheater · Autor: J,-M. Wienecke · Ausgabe 1/2015

Eine Primadonnen-Absage hatte schon im Vorfeld die Gemüter gegen den Regisseur aufgebracht. Aber wie war die Inszenierung von Hans Neuenfels mit Jonas Kaufmann als Des Grieux tatsächlich?
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HAMBURG Luisa Miller

16. Oktober · Staatsoper · Autor: M. Lehnert · Ausgabe 1/2015

Mit ihrem Verdi hatte Hamburgs Generalmusikdirektorin Simone Young zuletzt durch den Zyklus dreier Jugendwerke gepunktet. Hohes Niveau versprach auch die Besetzung der selten gespielten »Luisa Miller«.
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DRESDEN Capriccio

16. November · Semperoper · Autor: U. Ehrensberger · Ausgabe 1/2015

„Richard-Strauss-Tage“ zum Jubiläumsjahr mit mehreren Opern, Konzerten, Liederabenden und dem »Josephslegende«-Ballett. Chef Christian Thielemann dirigierte u.a. »Capriccio« mit Renée Fleming als Gräfin.
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WIEN Les Pêcheurs de Perles

16. November · Theater an der Wien · Autor: T. Rauchenwald · Ausgabe 1/2015

„Perlenfischer-The Challenge“ - eine Fernsehshow wird zum Kunstgriff, um eine unrealistische Handlung glaubhaft werden zu lassen. Diana Damrau war als Leila in der Bizet-Oper zu hören.
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LONDON Tristan und Isolde

5. Dezember ∙ Royal Opera House · Autor: M. Lehnert · Ausgabe 1/2015

Eine Topbesetzung in allen Partien bot diese Wiederaufnahme von Christof Loys Inszenierung aus dem Jahr 2009. Nina Stemme sang erneut die Isolde.
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OSLO Peer Gynt

29. November ∙ Opernhaus · Autor: S. Martens · Ausgabe 1/2015

Oslos Intendant möchte an seinem Opernhaus vermehrt zeitgenössische Musik aufführen. Aus Anlass der Feierlichkeiten zum 200. Jahrestag der norwegischen Verfassung war an den lettischen Komponisten Jüri Reinvere der Auftrag zu einer Oper über Henrik Ibsens Antihelden Peer Gynt ergangen.
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BONN Giovanna d‘Arco

29. Oktober ∙ Opernhaus · Autor: A. Laska · Ausgabe 1/2015

Nur wenige deutsche Opernhäuser wagen sich an Bühnenproduktionen von Giuseppe Verdis Frühwerken. Die Bonner Oper plant gleich einen längeren Zyklus und hat mit dem Auftakt statt eines herkömmlichen Regieteams die Videokünstler von „fettFilm“ beauftragt.
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BADEN Ein Walzertraum

24. Oktober ∙ Stadttheater · Autor: W. Kutzschbach · Ausgabe 1/2015

Als Gegenstück zur »Lustigen Witwe« 1907 uraufgeführt, wetteiferte der »Walzertraum« mit seinen im Ohr haften bleibenden Melodien von Oscar Straus damals mit der Lehár-Operette um Publikumsgunst und Aufführungszahlen.
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MELDUNGEN / INFO

NAMEN UND DATEN

OLGA PERETYATKO wird im Februar 2015 an der Oper von Lausanne ihr Rollendebüt als Violetta in Giuseppe Verdis »La Traviata« geben, bevor sie die gleiche Partie im Mai im Festspielhaus Baden-Baden in einer Regie von Rolando Villazón vorstellen wird. Weitere Pläne der Sopranistin sowie Termine und Infos zu Nino Machaidze, Yonghoon Lee, Gaston Rivero, Michael Fabiano und anderen.

REPORT

EHRUNG FÜR GRUBEROVA

46 Jahre steht sie auf der Bühne und möchte „gern noch ein bisschen weitermachen.“ Für ihr Lebenswerk ist Edita Gruberova am 5. Dezember 2014 im Anschluss an ein gefeiertes Konzert mit Arien und Ensembles aus Donizettis drei „Tudor-Opern“ im Konzerthaus Dortmund mit dem Kulturpreis der Kulturstiftung Dortmund geehrt worden.

VORSCHAU

Die neue Intendantin der Bregenzer Festspiele stellte ihr erstes Festspielprogramm vor, das 2015 Puccinis »Turandot« auf der Seebühne und Offenbachs »Les Contes d‘Hoffmann« im Festspielhaus anbieten wird, während der Leiter des Lehár Festivals in Bad Ischl, Michael Lakner, bereits sein Programm bis 2019 bekanntgab und auf einer Pressekonferenz in Wien am Ende (fast) alle Hüllen fallen ließ, um Aufmerksamkeit zu schaffen für die finanzielle Situation seines Festivals.

CDs

Walter Braunfels VERKÜNDIGUNG

BR-KLASSIK 900311, 2 CDs ∙ Autor: K.G.v. Karais ∙ Ausgabe 1/2015

Walter Braunfels‘ »Verkündigung« dürfte nur wenigen ein Begriff sein. Mit seiner eigenwilligen Tonsprache und Dramaturgie wird das Werk jedoch auch als Schlüsselbeitrag zum Musiktheater des 20. Jahrhunderts gesehen. Ulf Schirmer hatte es im Dezember 2011 in München konzertant aufgeführt, der Bayerische Rundfunk legt jetzt den Live-Mitschnitt auf CD vor.

Georg Friedrich Händel FARAMONDO

ACCENT ACC 26401, 2 CDs ∙ Autor: C. Fischer ∙ Ausgabe 1/2015

Der Festspielsommer 2014 ist kaum vorbei, da erscheint bereits ein Tondokument der Göttinger Händel-Festspiele. Und Händels viertletzte Oper »Faramondo« ist auch ohne „Wunschkonzertschlager“ hörenswert.

DVDs

Georges Bizet CARMEN

DECCA 0743881, 1 DVD ∙ Autor: M. Wilks ∙ Ausgabe 1/2015

Bisher nur im TV gezeigt: Die »Carmen« mit Vesselina Kasarova in der Titelpartie, Jonas Kaufmann als Don José und unter der musikalischen Leitung von Franz Welser-Möst in seiner letzten Zürcher Produktion liegt endlich auch auf DVD vor.

Alexander Borodin FÜRST IGOR

DG 044007351468, 2 DVDs ∙ Autor: A. Laska ∙ Ausgabe 1/2015

Fast ein Jahrhundert lang hatte Alexander Borodins »Fürst Igor« nicht auf dem Spielplan der New Yorker Met gestanden. Für eine Neuproduktion Anfang 2014 hatte Regisseur Dmitri Tcherniakov eine komplett neue Fassung der von Borodin als Torso hinterlassenen Oper erstellt. Die Titelpartie sang Ildar Abdrazakov.

CD-NEWS

SOLO-ALBEN

Plácido Domingo, der „Marathon-Mann der Oper“, legt ein Album mit 15 Liedern vor, in denen er das Mittelmeer besingt und die kulturelle Vielfalt der an das Meer grenzenden Länder verdeutlichen möchte, und auch der 1962 im sibirischen Krasnojarsk geborene Dmitri Hvorostovsky hat ein ungewöhnliches Programm ausgewählt: seelenschwer und erhaben kommt sakrale russische Musik auf seiner CD „The Bells of Dawn“ daher. Dazu weitere CD-Veröffentlichungen von Dorothea Röschmann, Natalie Dessay, Ian Bostridge, u.a.