Das Opernglas – Ausgabe 06/2020

Die Berichte und Essays: Keiner kann große Galas wie die New Yorker Met – selbst aus dem „Home-Office“ der Weltstars. Dirigent Constantin Trinks erklärt hingegen, warum das auch eine gefährliche Lösung sein kann. Ein informativer Streifzug führt durch die Geschichte der Wagner-Tenöre von Lauritz Melchior bis zu Jonas Kaufmann und Andreas Schager mit Hörtipps auf CD und bei YouTube. Lesen Sie in „Belcanto und Passione“, welche Opfer Opernfanatiker für ihr Hobby bringen, und lassen Sie sich berühren von der ganz persönlichen Geschichte dreier mozartbegeisterter Generationen und einem gar nicht unnahbaren Sängerstar.

Die Interviews: Der italienische Bariton Franco Vassallo, der sich als unverbesserlicher Optimist zeigt, die junge Sopranistin Elvira Hasanagic, Jonas Kaufmann, der über sein bevorstehendes Rollendebüt als Tristan Auskunft gibt, und Aleksandra Kurzak, die polnische Sopranistin und Ehefrau von Roberto Alagna, berichtet über Karrierepläne und ihr Familienleben. In Verona lebt die Chinesin Hui He, die nicht nur das dramatische italienische Sopranfach beherrscht, sondern es auch als Malerin bereits zu eigenen Ausstellungen bringen könnte. Dazu: zwei junge Sängerinnen aus zwei deutschen Opernstudios.

Nachfolgend finden Sie einen ersten Überblick über die wichtigsten Themen dieser Ausgabe. Eine ausführliche Liste bietet das Inhaltsverzeichnis.

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INHALTSVERZEICHNIS

INHALTSVERZEICHNIS

Ausgabe: 6/2020

Das Inhaltsverzeichnis mit allen Themen und Beiträgen
EDITORIAL
AT HOME
  • Gala der Metropolitan Opera New York
DAS INTERVIEW
  • Franco Vassallo
VORGESTELLT
  • Elvira Hasanagic
IM GESPRÄCH
  • Jonas Kaufmann
STIMMEN
  • Wege und Wandlungen des Wagner-Heldentenors
NAMEN UND DATEN
BELCANTO UND PASSIONE
  • Mein Weg zur Oper
DREI GENERATIONEN MOZART
DIE KOLUMNE
  • Stimmen aus der Quarantäne
  • Hui He
  • Constantin Trinks
  • Aleksandra Kurzak
KEIN STILLSTAND IM OPERNSTUDIO
  • Sarah Gilford und Arnheidur Eiríksdóttir
VORSCHAU
NACHRUF
  • Sir Peter Jonas, Hertha Töpper, Spiro Malas, Luca Targetti, Luigi Roni, Jeannette Pilou, Volker David Kirchner, William Dooley, Silvano Carroli, Naděžda Kniplová
IMPRESSUM
TV-TIPPS
BÜCHER
  • OPER, OPERETTE, REVUE
  • Wolfgang Jansen WILLI KOLLO
  • Heide Stockinger & Kai-Uwe Garrels DEIN IST MEIN GANZES HERZ
  • Peter Gisi NABUCCO SCHLÄGT LOHENGRIN
AUDIO / GESAMT
  • Giuseppe Verdi ATTILA
  • Carl Maria von Weber DER FREISCHÜTZ
  • Richard Wagner DIE WALKÜRE
  • Peter Eötvös TRI SESTRY
  • Arnold Schönberg GURRE-LIEDER
  • Zane Zalis I BELIEVE
  • Pietro Mascagni / Ruggero Leoncavallo CAVALLERIA RUSTICANA / PAGLIACCI
  • Andreas N. Tarkmann /Gustav Holst TÖCHTER DER SONNE / SAVITRI
  • Stanislaw Moniuszko FLIS (THE RAFTSMAN)
AUDIO / SOLO
  • Marina Rebeka ELLE
  • Levy Sekgapane GIOVIN FIAMMA
  • Piotr Beczala VINCERÒ!
BOSTRIDGE & BEETHOVEN
  • Sommergedanken von Ian Bostridge
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EDITORIAL

EDITORIAL

Autor: Y. Han · Ausgabe 6/2020

Welche Welt erwartet die Opern- und Klassikszene, sobald die Corona-Krise überstanden ist? Diese Frage stellen in der aktuellen Ausgabe sowohl Dirigent Constantin Trinks in einem zu denken gebenden persönlichen Artikel als auch Tenor Jonas Kaufmann im Interview. Wie viele Häuser und Bühnen wird es auch nach der Krise noch geben? Wie viele Musiker werden diese dann noch beschäftigen? Welche neuen Sparmaßnahmen werden die Kultur treffen, an der die Länder schon in der Vergangenheit häufig gespart haben und es auch vermutlich weiterhin tun werden?
Es wird dieser Tage häufig darüber gesprochen, wie viele Lebensbereiche einen massiven Strukturwandel erleben werden im Zuge von Digitalisierung und neuen Arbeitsstrukturen angesichts von Homeoffice et cetera. Inwiefern auch das Opern- und Konzertleben in der näheren Zukunft betroffen sein werden, ist sicherlich eine ebenfalls relevante Frage, solange nicht abzusehen ist, ab wann in welcher Form die Häuser wieder öffnen und vor wie vielen Zuschauern sie vor Ort werden spielen dürfen. Als erste Beispiele gehen dieser Tage die Internationalen Maifestspiele Wiesbaden mit einem modifizierten Ersatzprogramm voran ebenso wie das Rossini Opera Festival von Pesaro, das einigermaßen überraschend verkündet hat, in diesem Jahr allen Widrigkeiten zum Trotz ein Programm anbieten zu wollen – so wird die Neuproduktion von »La cambiale di matrimonio« mit dem Orchester im Parkett und einem in den Rängen platzierten Publikum zur Premiere kommen, die letzte Vorstellung soll es zudem als frei zugänglichen Online-Stream geben. 
Es wird sich zeigen, wie lange die Opernszene mit in solcher Form heruntergeschraubtem Publikum, möglicherweise auch parallel verringerten Musikerzahlen zum Schutz der Beteiligten, sowie mit Streamings leben kann – und daraus folgend mit weniger verkauften Tickets, sinkenden Subventionen und einer schwindenden Zahl an freien Künstlern und Arbeitnehmern des Kultursektors. Zumindest Streamings werden uns sicherlich noch länger begleiten und zu einem relativ festen Bestandteil des Kulturkonsums werden – auch wenn nicht nur die beteiligten Künstler, sondern zunehmend auch die anfangs von diesem Ersatzangebot euphorisierten Abnehmer immer sehnsüchtiger auf die Option hoffen, wieder die Wahl zu bekommen zwischen dem „richtigen“ und dem digitalen Konzertsaal. Wiesbaden und Pesaro sind hierbei Hoffnungsträger für dieses krisengebeutelte Jahr 2020, die gleichzeitig aber auch viele neue Fragen nach dem „Danach“ und einer nicht sentimental verklärten, sondern auf den Punkt gebrachten realistischen Perspektive für den Regelbetrieb nach dem allgemeinen Spielstopp aufwerfen. Auch die neue Saison wird mit Sicherheit noch von Auswirkungen und Schutzmaßnahmen betroffen sein, die ein gut austariertes Gleichgewicht zwischen Fortsetzung von Kunst und Wirtschaftlichkeit des Betriebs erfordern werden. 
Ihnen, liebe Leser, wünsche ich derweil trotz alledem wie immer eine inspirierende Lektüre der folgenden Seiten!

Ihre Yeri Han
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INTERVIEWS

Das Interview: FRANCO VASSALLO – Ich bin ein Optimist!

Autor: U. Ehrensberger · Ausgabe 6/2020

Für einen Mailänder ist es eine besonders schwere Zeit. Ein Gespräch mit dem sympathischen Bariton, der – wie alle seine Kollegen – derzeit auf Festspielauftritte verzichten muss und stattdessen in einer Mailänder Universitätsklinik Solidarität mit Ärzten und Pflegern zeigt.
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Vorgestellt: ELVIRA HASANAGIC – Gefühle mit dem Publikum teilen

Autor: M. Thomzik · Ausgabe 6/2020

Die junge deutsch-slowenische Sopranistin besticht durch ihre farbenreiche, warmtimbrierte schöne Stimme und technische Versiertheit. Die Gewinnerin vieler internationaler Gesangswettbewerbe sprach zwischen Auftritten in Giuseppe Verdis »Luisa Miller« in Ljubljana über Gesang, Träume und Gefühle.
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Im Gespräch: JONAS KAUFMANN – Mount Everest

Autor: Y. Han · Ausgabe 6/2020

In der kommenden Saison soll er erstmals den Tristan in einer Neuproduktion an der Bayerischen Staatsoper in München singen. Ein Gespräch über dieses Rollendebüt und Kaufmanns gerade erschienene CD-Einspielung des »Otello«.
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Fragen an: ALEKSANDRA KURZAK – Erfüllung größter Träume

Autor: Y. Han · Ausgabe 6/2020

Sie ist zu einer gefragten Sängerin geworden – und das nicht nur an der Seite ihres Ehemannes Roberto Alagna. In der aktuellen Auftrittspause plauderte die polnische Sopranistin über Gemeinsamkeiten und Differenzen in einer Künstlerehe und darüber, warum ihr Ehemann im Keller singen muss.
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BERICHTE · ESSAYS

NEW YORK At Home Gala der Metropolitan Opera

24. April ∙ Live-Stream ∙ Autor: A. Laska · Ausgabe 6/2020

Es war ein Konzert stärkster Emotionen in einer Zeit, in der die Welt der Oper am Boden liegt. 40 Gesangsstars aus aller Welt setzten ein berührendes Zeichen der Hoffnung.
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STIMMEN Wege und Wandlungen des Wagner Heldentenors

Autor: T. Baltensweiler · Ausgabe 6/2020

Wenn die Gegenwart nicht existiert und die Zukunft (noch) etwas unsicher ist, muss man sich an die Vergangenheit halten. Auch Wagnerianer kommen – wie alle Opernfreunde – in diesen Tagen nicht umhin, Intendanten ihrer privaten Festspiele zu werden, mit DVDs, CDs, YouTube oder Internet-Links. Ein persönlicher Blick auf die Geschichte der dokumentierten Heldentenöre.
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BELCANTO UND PASSIONE Mein Weg zur Oper

Autor: J.-M. Wienecke · Ausgabe 6/2020

Klassik im TV Mitte der 1970er-Jahre hieß Gast zu sein bei Anneliese Rothenberger und ihrer TV-Show, die Künstler unterschiedlicher Metiers zusammenführte. Aber konnte das tatsächlich dafür begeistern, auch einmal selbst in die Oper zu gehen?
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DREI GENERATIONEN MOZART

Autor: E. Engler · Ausgabe 6/2020

Bis heute legendär: Schinkels Bühnenbild zum Auftritt der Königin der Nacht in Mozarts »Zauberflöte« und Wilhelm Furtwänglers »Don Giovanni« bei den Salzburger Festspielen mit Cesare Siepi in der Titelpartie – eine ganz persönliche Liebesgeschichte.
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DIE KOLUMNE Fragen an Hui He

Autor: Y. Han · Ausgabe 6/2020

Endlich wieder Zeit zum Malen? Die chinesische Star-Sopranistin erlebt die aktuellen Einschränkungen zu Hause in Verona und studiert Rollen, die sie noch gar nicht auf dem Plan hat.
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DIE KOLUMNE: Constantin Trinks - Die Musik darf keine „neue Normalität“ riskieren.

Autor: C. Trinks · Ausgabe 6/2020

Einsamer Rufer im Dunkel? Der Dirigent Constantin Trinks macht sich Gedanken über die negativen Auswirkungen einer Verlagerung des Erlebnisses von klassischer Musik in die digitalen Medien und über das möglicherweise schwindende Verständnis für die Notwendigkeit eines Orchesterapparates.
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KEIN STILLSTAND IM OPERNSTUDIO

Autor: A. Laska · Ausgabe 6/2020

Wie gehen die „Küken“ der Opernszene um mit dem Auftrittsstopp? Sarah Gilford aus dem Opernstudio in München und Arnheidur Eiríksdóttir aus Köln geben Auskunft.
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SPECIALS / INFO

ZUM BEETHOVEN-JAHR

SOMMERGEDANKEN VON IAN BOSTRIDGE

Seine ersten Berührungen mit Beethovens Liedern führten privat zur großen Liebe. Ian Bostridge über die Emotionalität bei Beethoven, in seinen Sonaten, Quartetten und Liedern.

NAMEN UND DATEN

Auf Sara Jakubiak wartet in der kommenden Saison eine spannenden Verismo-Premiere an der Deutschen Oper Berlin, und am selben Haus wird sie im Dezember 2020/ Januar 2021 als Venus und Elisabeth im »Tannhäuser« erwartet, in Los Angeles zuvor im November als Elisabeth. Weitere Termine der Künstlerin sowie Auftrittsdaten von Roberto Alagana, dessen Debüt als Lohengrin nun endlich Wirklichkeit werden soll, von Eric Cutler, Liudmyla Monastyrska, Brian Jagde und anderen.

NACHRUF

Sir Peter Jonas war von 1993-2006 Staatsintendant der Bayerischen Staatsoper in München und verzeichnete in seiner Amtszeit 85 Neuproduktionen sowie 14 Uraufführungen. Als Sohn eines Deutschen und einer Engländerin mit spanisch-libanesisch-schottischen Wurzeln wurde er am 14. Oktober 1946 in London geboren. Nach seinem ersten Studium der englischen Literatur wechselte er zur Opern- und Musikgeschichte, wurde 1974 beim Chicago Symphony Orchestra zunächst Assistent von Sir Georg Solti und später dort künstlerischer Betriebsdirektor. Mit dem Orchester produzierte er über 200 Schallplatteneinspielungen. Ab 1984 zog es ihn in sein Heimatland zurück, wo er als Generaldirektor der English National Opera beschäftigt war, ehe er am 1. September 1993 die Position des Staatsintendanten der Bayerischen Staatsoper antrat. Jonas, der in den 70er-Jahren mit der Sopranistin Lucia Popp liiert war, gelang es, das Repertoire um viele Barockopern zu erweitern. Auch setzte er sich für das Projekt „Oper für alle“ sowie für Werke zeitgenössischer Komponisten ein. Nach langer Krebserkrankung verstarb der Engländer am 22. April 2020 in München.
Hertha Töpper wurde am 19. April 1924 in Graz geboren. Als Tochter eines Geigenlehrers kam sie schon früh mit der Musik in Kontakt. 1951 erhielt sie ihr erstes Engagement bei den ersten Bayreuther Festspielen nach Kriegsende im »Ring«-Zyklus und wurde sogleich von der Bayerischen Staatsoper in München angeworben. Dort debütierte sie als Octavian in Richard Strauss’ »Der Rosenkavalier« und setzte mit dieser Rolle Maßstäbe: Allein in München sang sie die Partie 133 Mal. Seit 1952 zählte Hertha Töpper zum festen Ensemble der Bayerischen Staatsoper, wurde bereits 1955 mit dem Titel Bayerische Kammersängerin und 1962 mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet. Neben Ernst Haefliger und Dietrich Fischer-Dieskau war sie unter anderem eine feste Größe in Konzert- und Oratorienaufführungen von Karl Richter in München. Von 1971-1981 hatte sie zudem eine Professur für Gesang an der Münchner Musikhochschule inne. Hertha Töpper war mit dem österreichischen Komponisten, Dirigenten und Musikpädagogen Franz Mixa verheiratet und verstarb nach langer Krankheit am 28. März 2020 in München
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VORSCHAU

Die Wiener Staatsoper hat die erste Spielzeit des neuen Intendanten Bogdan Roscic bekanntgegeben. Asmik Grigorian wird zur Saisoneröffnung die Premiere von »Madama Butterfly« singen, unter den zahlreichen weiteren Gaststar wird Juan Diego Flórez als Faust und Hoffmann zu erleben sein. Pläne für die Spielzeit 2020/21 haben auch die Opernhäuser in Genf und Wiesbaden, in Essen und Krefeld/Mönchengladbach vorgestellt.

BÜCHER

OPER, OPERETTE, REVUE

Ein lesenswertes Stück aufregender Kultur- wie Theatergeschichte stellt die neue Biografie über Willi Kollo dar, Sohn des Operettenkomponisten Walter Kollo und Vater des Tenors René Kollo. Der 150. Geburtstag von Franz Lehár war Anlass für eine Anthologie mit Beiträgen unter anderem von Michael Lakner, von 2004 bis 2016 Intendant der Lehár Festspiele in Bad Ischl, und ein Buch mit viel Humor befasst sich mit dem „Ranking“ der beliebtesten Opern.

AUDIO

AUDIO / GESAMT

Opern-Gesamtaufnahmen auf CD - ein immer rareres Gut. Von Verdis »Attila« über Webers »Freischütz« zu Wagners »Walküre« und dem beliebten Verismo-Doppel »Cavalleria rusticana« und »Pagliacci« liegen zahlreiche Neueinspielungen vor.

AUDIO / SOLO

Eine Diva, ein Rossini-Tenor und einer, der sich auch auf die „Träne in der Stimme“ versteht: Aufnahmen von Marina Rebeka, Levy Sekgapane und Piotr Beczala.