Das Opernglas - Ausgabe 01/2016

Fantasievolle Bilder, prominente Namen: Wien erlebte gleich drei Premieren mit »Hänsel und Gretel« unter Christian Thielemann an der Staatsoper, Achim Freyers »Don Giovanni« an der Volksoper und einem neuen »Holländer« am Theater an der Wien. In Valencia wurden Plácido Domingo und Ekaterina Semenchuk in »Macbeth« bejubelt, Budapest feierte den 100. Geburtstag der »Csárdásfürstin«. Die Kölner Oper meldete sich zurück mit »Benvenuto Cellini« in der Inszenierung von La Fura dels Baus, die Bayerische Staatsoper München begeisterte mit Prokofjews »Der feurige Engel«. In London wurde die Wiederentdeckung von Leoncavallos »Zazà« in einer konzertanten Aufführung zum gefeierten Ereignis und für die Titelinterpretin Ermonela Jaho zu einem persönlichen Triumph. In Stockholm inszenierte Star-Tenor José Cura eine ganz und gar skandinavische »Bohème«, und im Konzerthaus Dortmund erklangen unter der musikalischen Leitung von Teodor Currentzis alle drei Mozart / da Ponte-Opern.

Die Interviews: Der junge, gleichwohl schon sehr gefragte Bass Alexander Vinogradov, Irina Lungu, derzeit eine der gefragtesten Interpretinnen der Violetta in Giuseppe Verdis »La Traviata«, Uwe Eric Laufenberg, Regisseur des »Parsifal« bei den Bayreuther Festspielen, und der tschechische Komponist Miroslav Srnka, dessen neueste Oper im Januar an der Bayerischen Staatsoper mit einer illustren Sängerbesetzung uraufgeführt wird.

Nachfolgend finden Sie einen ersten Überblick über die wichtigsten Themen dieser Ausgabe. Eine ausführliche Liste aller Inhalte bietet das Inhaltsverzeichnis.

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INHALTSVERZEICHNIS

Inhaltsverzeichnis

AUSGABE 1/2016

Das komplette Inhaltsverzeichnis mit allen Themen
EDITORIAL
AUFFÜHRUNGEN
  • STOCKHOLM La Bohème
  • WIEN Hänsel und Gretel (Staatsoper) Der fliegende Holländer (Theater an der Wien) Don Giovanni (Volksoper)
  • BERLIN Aida (Deutsche Oper)
  • MÜNCHEN Der feurige Engel (Nationaltheater) La Cenerentola (Cuvilliéstheater)
  • LONDON Zazà (Barbican Hall) Morgen und Abend (Royal Opera House)
  • VALENCIA Macbeth
  • KÖLN Benvenuto Cellini (Staatenhaus)
  • STUTTGART Salome
  • DORTMUND Così fan tutte / Le Nozze di Figaro / Don Giovanni (Konzerthaus)
DAS INTERVIEW
  • ALEXANDER VINOGRADOV
DAS PORTRÄT
  • IRINA LUNGU
IM GESPRÄCH
  • UWE ERIC LAUFENBERG
VORGESTELLT
  • MIROSLAV SRNKA
NAMEN UND DATEN
REPORT
  • WARSCHAU / LONDON / BONN
NACHRUF
RUNDBLICK
  • LÜBECK Les Contes d’Hoffmann
  • INNSBRUCK Turandot
  • CHEMNITZ Der Zwerg
  • BIELEFELD La scala di seta
  • KREFELD Il Barbiere di Siviglia
  • GERA Rigoletto
  • ZWICKAU Luisa Miller
FOKUS OPERETTE
  • BUDAPEST Gala für die Csárdásfürstin
  • MÜNCHEN Polnische Hochzeit (Prinzregententheater)
  • LINZ Die lustige Witwe
  • BADEN Das Land des Lächelns
VORSCHAU
SPIELPLÄNE
TV-TIPPS
RARITÄTEN
IMPRESSUM
DAS SPIELPLÄNCHEN
  • MUSIKTHEATERTIPPS FÜR KINDER UND JUGENDLICHE
CD SPECIAL
  • ÜPPIG, EDEL, KOMPAKT: SONDEREDITIONEN
NEUE CDs
  • Charles Gounod LA COLOMBE
  • Félicien David HERCULANUM
  • Peter Tschaikowsky SNEGUROTSCHKA
  • Wolfgang Amadeus Mozart IL RE PASTORE
  • Mieczyslaw Weinberg DER IDIOT
  • Christoph Willibald Gluck ORFEO ED EURIDICE
  • Phyllis Tate THE LODGER
CD-NEWS
  • SOLO-ALBEN
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EDITORIAL

Editorial

Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 1/2016

Bestens gelaunt und offensichtlich voller Zuversicht lacht er Ihnen und uns entgegen: der Titelkünstler Januar 2016. Und Alexander Vinogradov hat allen Grund, optimistisch zu sein angesichts toller Pläne und einer Karriere, die immer weitere, größere Kreise zieht. Früh schon war uns diese vielversprechende Stimme aufgefallen, ein erstes Interview mit dem jungen Sänger konnten Sie bereits vor über elf Jahren im „Opernglas“ lesen. Noch heute erinnere ich mich gut an seinen Auftritt im Finale des Wettbewerbs „Neue Stimmen“ 1999 in Gütersloh, bei dem der Russe „nur“ einen Förderpreis erhielt. Erneut ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig nach wie vor die Teilnahme an einem Wettbewerb ist – nicht aber unbedingt der Gewinn.
Mit unserer Titelstory wie auch mit den drei weiteren ausführlichen Interviews dieser Ausgabe werfen wir in einem breiten Spektrum den Blick voraus auf das neue Jahr, im Falle des Bayreuther »Parsifal«-Regisseurs Uwe Eric Laufenberg auch bereits auf den kommenden Festspielsommer. Das dürfte spannend werden. Einige Entwicklungen der vergangenen Monate werden uns zweifellos auch in 2016 weiter beschäftigen; das zurückliegende Jahr hatte ja im Kulturbereich, speziell auch in der Oper einige Volten geschlagen: Gleich mehrere Intendanten und Operndirektoren verloren mit sehr unterschiedlichen, durchweg aufsehenerregenden Begründungen ihre Posten – von Oslo über London nach Valencia; Rostock drehte eine ganz besondere Pirouette mit fristloser Entlassung und Wiedereinstellung. Im Kummer gewohnten Köln scheiterte spektakulär auf der Zielgeraden die Opernhauswiedereröffnung, eine ganze Saisonplanung landete im Schredder; doch mit unbeirrbarem Willen und bewunderungswürdiger Einsatzbereitschaft wurde nun mit wahrhaft großer Oper die schnell organisierte Ersatzspielstätte eingeweiht: Jetzt erst recht! – Nur: wie lange wohl?
Nachhaltig bleiben von 2015 die Tragödien in Erinnerung mit zum Teil auch dramatisch direktem Bezug zu unserer Opernwelt. Nicht nur die beim tragischen Flugzeugabsturz ums Leben gekommenen Künstler sind unvergessen. Wiederholt mussten wir erleben, wie verletzlich, wie angreifbar unsere Welt ist, wie kurz das Glück sein kann. Und wie irrelevant viele Dinge im Rückblick erscheinen können, über die eben noch engagiert diskutiert und gestritten wurde. In 2015 gab es allerlei Aufregung, sei es über die unterhaltsame „Hügel-Verbot“-Posse in Bayreuth, die von medialen Breitseiten begleitete Wahl des künftigen Philharmoniker-Chefs in Berlin, im Produzentenbereich ein weiteres Zurechtrütteln durch wichtige Strategieentscheidungen – Pias kauft Harmonia mundi, Warner Classics übernimmt den Vertrieb von EuroArts – oder die plebiszitär abgeschmetterte deutsche Olympia-Bewerbung.
Die wirft zweifellos Fragen auf, nicht allein durch die plötzlich frei werdenden bzw. jetzt eben nicht mehr zur Verfügung stehenden Gelder – auch im Kultursektor. Die Hamburger, Urheber des Negativ-Entscheids, haben derweil immerhin noch ihr langjährig heiß umstrittenes, heiß geliebtes Leuchtturm-Projekt. Im kommenden Herbst soll die Elbphilharmonie jetzt tatsächlich fertig, die Schlüssel zur Inbetriebnahme übergeben werden. Dann würde es bis zur eigentlichen Eröffnung von nun an noch genau ein Jahr dauern. Der Startschuss zum Vorverkauf für die erste Saison wird jedenfalls schon in wenigen Monaten fallen. Wir sind gespannt!
Spannung und Vorfreude, sei es auf der Bühne und im Graben, hinter den Kulissen oder vorn in Parkett und Rängen, liegen mancherorts in der Luft, erst recht zum Jahreswechsel. Für Sie, liebe Leser, haben wir stets die Details wie auch das große Ganze im Blick, um Sie auch in diesem Jahr mit ausführlichen Berichten über alle wichtigen Ereignisse des internationalen Operngeschehens auf dem Laufenden zu halten. Ganz so, wie Sie es von uns gewohnt sind. Oder es von nun an kennenlernen werden: All jenen, die wir über das Fest und den Jahreswechsel als neue Abonnenten begrüßen durften, ein herzliches Willkommen! Und gleichzeitig ein besonderer Dank an alle treuen, aufmerksamen Leser, die – in vielen Fällen über sehr viele Jahre – unsere Arbeit so engagiert und konstruktiv kritisch verfolgen. Das motiviert sehr.
In diesem Sinne freue ich mich sehr auf die kommenden Monate und wünsche Ihnen im Namen der gesamten Redaktion ein gutes, gesundes und friedvolles neues Jahr, in dem die lichten und glücklichen Momente überwiegen mögen.
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INTERVIEWS

Das Interview: ALEXANDER VINOGRADOV – Viele wunderbare Dinge

Autor: Dr. Thomas Baltensweiler · Ausgabe 1/2016

Eben noch in Valencia im »Macbeth« neben Plácido Domingo bejubelt, ist der russische Bass ab Ende Januar als Méphistophélès in Essen zu erleben.
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Das Porträt: IRINA LUNGU – Disziplin und Einsatzfreude

Autor: Ursula Ehrensberger · Ausgabe 1/2016

Irina Lungu ist trotz früher Erfolge auf dem Teppich geblieben. Die sympathische Sopranistin, die eigentlich Kinderchorleiterin werden wollte, spricht über die Grundlagen und Glücksmomente ihrer Karriere – und über ihre besondere Liebe zum Belcanto.
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Im Gespräch: UWE ERIC LAUFENBERG – Blick nach Bayreuth

Autor: Sebastian Barnstorf · Ausgabe 1/2016

Ausblick auf den Sommer 2016: Uwe Eric Laufenberg, Intendant am Staatstheater in Wiesbaden, wird in Bayreuth den neuen »Parsifal« inszenieren.
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Vorgestellt: MIROSLAV SRNKA – Operndrama im ewigen Eis

Autor: Gabriele Helbig · Ausgabe 1/2016

»South Pole« heißt die neue Oper des tschechischen Komponisten Miroslav Srnka, die Ende Januar an der Bayerischen Staatsoper ihre Uraufführung erleben wird – prominent besetzt mit Rolando Villazón und Thomas Hampson.
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AUFFÜHRUNGEN

STOCKHOLM La Bohème

21. November · Königliche Oper · Autor: S. Martens · Ausgabe 1/2016

Nicht irgendwelche Pariser Bohèmiens, sondern die kreative Elite Skandinaviens zauberte José Cura in seiner Neuinszenierung der Puccini Oper in Stockholm auf die Bühne.
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WIEN Hänsel und Gretel

19. November · Staatsoper · Autor: T. Rauchenwald · Ausgabe 1/2016

Die Großen auf ihre Kosten kommen lassen und den Kleinen gleichzeitig den Wagnerklang „unterjubeln“ – Christian Thielemann dirigierte die Weihnachtspremiere an der Wiener Staatsoper. Im Theater an der Wien realisierten Olivier Py und Marc Minkowski einen neuen »Fliegenden Holländer«, an der Volksoper inszenierte Achim Freyer »Don Giovanni«.
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BERLIN Aida

22. November ∙ Deutsche Oper · Autor: U. Ehrensberger · Ausgabe 1/2016

Der Chor im Parkett und das Orchester auf der Bühne. Die Neue »Aida« an der Deutschen Oper brachte nicht nur Sehgewohnheiten durcheinander.
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MÜNCHEN Der feurige Engel

29. November · Nationaltheater · Autor: J.-M. Wienecke · Ausgabe 1/2016

Zwei gefeierte Premieren an der Isar: Begeisterung für ein Panoptikum surrealen Ideen-Überschwangs am Nationaltheater bei der Münchner Erstaufführung von Prokofjews »Feurigem Engel« und die unterhaltsame Jubiläumsfeier des Gärtnerplatztheaters mit einer »Cenerentola« vor der Kulisse Neuschwansteins.
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LONDON Zazà

27. November · Barbican Hall · Autor: M. Lehnert · Ausgabe 1/2016

Musikalischer Triumph einer Wiederentdeckung, und in der Titelpartie von Leoncavallos »Zazà« sang sich die albanische Sopranistin Ermonela Jaho in die erste Reihe der heutigen lyrisch-dramatischen Soprane. Am Royal Opera House fand derweil erfolgreich die Uraufführung der Oper »Morgen und Abend« von Georg Friedrich Haas statt.
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VALENCIA Macbeth

5. Dezember · Palau de les Arts Reina Sofia · Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 1/2016

Im Januar feiert er seinen 75. Geburtstag - und er kann es immer noch: In Valencia durfte man noch einmal Plácido Domingo in der Titelpartie von Verdis »Macbeth« erleben.
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KÖLN Benvenuto Cellini

15. November ∙ Staatenhaus · Autor: A. Laska · Ausgabe 1/2016

Und jetzt erst recht! Die Oper Köln hat nach der so plötzlich abgesagten Wiedereröffnung ihres Stammhauses doch noch ein neues Ausweichquartier gefunden und endlich den Spielbetrieb wieder aufnehmen können.
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DORTMUND Così / Figaro / Don Giovanni

13., 15., 17. November ∙ Konzerthaus · Autor: M. Lode-Gerke · Ausgabe 1/2016

Im Dortmunder Konzerthaus konnte man alle drei Mozart / da Ponte-Opern unter der musikalischen Leitung von Teodor Currentzis erleben.
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BUDAPEST Gala für die Csárdásfürstin

17. November ∙ Operetten-Theater · Autor: S. Martens · Ausgabe 1/2016

Große Gala in Anwesenheit des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban: Das Operetten-Theater feierte den 100. Geburtstag der Uraufführung von Emmerich Kálmáns »Csárdásfürstin«
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MELDUNGEN / INFO

REPORT

SPANNENDE KOPRODUKTION

Angesichts des Deutsch-Israelischen Jahres 2015 und der Erinnerung an die November-Pogrome von 1938 hat die Bonner Bundeskunsthalle am 14. November zwei israelische Kammeropern in der Regie von Bruno Berger-Gorski herausgebracht: Ella Milch-Sheriffs szenisch erstmals gespieltes Werk »Gespräch mit einem Stein« für Sopran und Mezzosopran, basierend auf einem Werk der polnischen Literaturnobelpreisträgerin Wisława Szymborska, sowie die vorletzte Oper des 2008 verstorbenen Komponisten Josef Tal, »Der Garten«. Darin kehren Adam und Eva ins Paradies zurück, begegnen erneut der Schlange und werden so mit alten Konflikten und Ängsten konfrontiert. Die spannende Kooperation zwischen dem Theater Bonn, der Bundeskunst- und Ausstellungshalle in Bonn, dem Verein an der Synagoge Bonn und der Hochschule für Musik und Tanz Köln wird unter der musikalischen Leitung von Marino Formenti am 20. und 21. Januar 2016 auch am Theater Esch in Luxemburg zu sehen sein.

NAMEN UND DATEN

MAX EMANUEL CENCIC ist Stargast der Internationalen Händel-Festspiele 2016 in Karlsruhe. Dort wird er in »Arminio« nicht nur die Titelpartie singen, sondern auch für die Inszenierung verantwortlich zeichnen. Weitere Termine des Künstlers sowie Infos und Termine von Roberto Alagna, Magdalena Kožená, Jonas Kaufmann, Yonghoon Lee, Tara Erraught, Christiane Karg und vielen anderen.

NACHRUF

Heinz Fricke lebt nicht mehr. Der langjährige Generalmusikdirektor der Deutschen Staatsoper Unter den Linden (1961 bis 1992) und musikalische Direktor der Washington Opera (1992 bis 2008) ist am 7. Dezember 2015 im Alter von 88 Jahren in Berlin verstorben. Am 11. Februar 1927 in Halberstadt geboren, hatte der Dirigent sein künstlerisches Rüstzeug bei Hermann Abendroth und Erich Kleiber erworben. 180 Opern hatte er in seinem Repertoire, das von der Spieloper über die italienische und französische bis zur russischen Oper reichte, aber auch immer wieder zahlreiche moderne Kompositionen beinhaltete. Fricke dirigierte Uraufführungen von Schostakowitsch, Prokofjew bis hin zu Siegfried Matthus und Alan Bush. Humperdincks »Hänsel und Gretel« war die einzige Oper im gängigen Repertoire, zu der es nie gekommen ist, hatte er mir mit leichter Wehmut einmal gestanden. Sie hätte dem anerkannten Wagner- und Richard-Strauss-Spezialisten sicher gut gelegen. Noch zu Zeiten der deutschen Teilung hatte Fricke mit dem internationalen Gastieren begonnen, zählte nicht nur in Städten wie Barcelona, Madrid, Zürich (René Kollos erster Tristan) zu gern gesehenen Gästen, sondern war vor allem in den Achtzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts der Hamburgischen Staatsoper sehr verbunden gewesen und von Orchester wie Publikum gleichermaßen geliebt. Seine im allerbesten Sinne kapellmeisterliche Unauffälligkeit war der Grundstein für die von tiefem agogischen Verständnis der jeweilige Partitur geprägte so natürlich intensive Musizierweise. Künstlerische Kompetenz, die sichere Schlagtechnik und das von seinem Pult aus stets verströmte energische Temperament, das tiefe Verständnis für die unterschiedlichen Möglichkeiten der Sänger kennzeichneten seine außerordentlichen Abende in Konzert und Oper. Jessye Norman hat mit ihm in Hamburg die Ariadne erarbeitet und unter seiner Leitung in dieser Rolle debütiert. Plácido Domingo bestand auf seiner Vertragsverlängerung, als er in Washington Martin Feinstein als künstlerischer Leiter der Oper folgte. Theo Adams Fernsehshow zu DDR-Zeiten verbindet man ebenso mit ihm wie manche CD-Einspielung (»Graf Mirabeau«, »Zar und Zimmermann«, »Feuersnot«) und seine Hilfsbereitschaft, die Jugend an Bühnenorchesterproben teilnehmen zu lassen. Heinz Fricke war sowohl Nationalpreisträger der DDR als auch seit dem Jahr 1999 mit dem Bundesverdienstkreuz des wiedervereinigten Deutschlands ausgezeichnet. M.L.

VORSCHAU

Matthew Wild, der als Regisseur gerade die Premiere der Neuinszenierung von »Katja Kabanowa« am Staatstheater Wiesbaden vorbereitet, hat als Künstlerischer Direktor der Oper von Kapstadt den Spielplan der Cape Town Opera für 2016 vorgestellt. Die ambitionierte Kompanie, die mit internationalen Tourneeproduktionen den heimischen Spielplan mitfinanziert, zeigt im März »Salome« mit Allison Oakes in der Titelpartie. Zu Programm und Plänen auch ein Interview mit Artistic Director Wild. Darüber hinaus unter anderem Ausblicke auf die kommenden Bregenzer Festspiele, die Händel-Festspiele in Halle, die Münchner Biennale und die Schwetzinger Festspiele.

CDs

ÜPPIG, EDEL, KOMPAKT: SONDEREDITIONEN

Mit umfangreichen Sondereditionen ehren die Plattenfirmen einige ihrer größten Stars: So sind allein bei Sony unter anderem alle RCA Recital Alben von Anna Moffo und bisher unveröffentlichte Live-Aufnahmen von Vladimir Horowitz in repräsentativen CD-Boxen erschienen.

NEUE CDs

Der Katalog von Opern-Gesamtaufnahmen beschert immer wieder neue Einspielungen bisher kaum bekannter Werke. So hat Opera Rara »La Colombe« von Charles Gounod herausgebracht und die ihre Aufnahmen als Beilage in aufwändig edierten Hardcoverbüchern ausliefernde Firma Palazzetto Bru Zane hat sich »Herculanum« von Félicien David vorgenommen, eine der vielen im 19. Jahrhundert so populären Opern über den Ausbruch des Vesuvs. Unter den weiteren Gesamtaufnahmen: Peter Tschaikowskys »Schneeflöckchen«, Weinbergs »Der Idiot« und Glucks »Orfeo ed Euridice« mit Franco Fagioli als Orfeo.

SOLO-CDs

Über einen silbrig strahlenden Sopran, wie für Händel geschaffen, verfügt die junge, in New York geborene Sopranistin Amanda Forsythe, die auf ihrer „The Power of Love“ betitelten CD zehn Arien aus neun Händel-Opern präsentiert. Ebenfalls Händel steht auf dem Programm einer neuen CD von Julia Lezhneva, und eine besonders kostbare Schumann-Einspielung kommt von Bariton Paul Armin Edelmann.