Das Opernglas - Ausgabe 10/2013

Salzburg feierte Giuseppe Verdi mit starbesetzten Aufführungen: »Don Carlo« mit Anja Harteros und Jonas Kaufmann, »Giovanna d’Arco« mit Anna Netrebko und Plácido Domingo. Pesaro erlebte Rossinis »Wilhem Tell« in einer ungekürzten Fassung mit dem spannungsvoll erwarteten Auftritt von Juan Diego Flórez als Arnold. London zelebrierte das Proms-Finale mit Joyce DiDonato als Stargast der „Last Night“. Stimmungsvolle Openairs gab es unter anderem im französischen Orange mit Verdis »Maskenball« und im schwedischen Dalhalla, wo die Rheintöchter im wahrsten Wortsinn baden gingen. An der Deutschen Oper Berlin begann bereits die neue Saison, ebenfalls mit Verdi und dessen »Nabucco«, Hamburg eröffnete mit einer nachgeholten Premiere: York Höllers Oper »Der Meister und Margarita« war 1984 von der Staatsoper zwar in Auftrag gegeben, dort nach einem Intendantenwechsel aber nicht mehr uraufgeführt worden.
Die Interviewthemen: Diana Damrau, die am Theater an der Wien in einer Uraufführung ein „gefallenes Mädchen“ à la Manon verkörpert, Olga Peretyatko, die am liebsten Marschallin statt Sophie sänge und Eberhard Friedrich, langjähriger Leiter des alljährlich gefeierten Festspielchores in Bayreuth, der neuer Chorleiter an der Staatsoper in Hamburger wird.

Nachfolgend erhalten Sie einen ersten Überblick über die wichtigsten Themen dieser Ausgabe. Eine ausführliche Liste aller Inhalte finden Sie im Inhaltsverzeichnis.

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inkl. Mwst., zzgl. Porto

INHALTSVERZEICHNIS

Inhaltsverzeichnis

Ausgabe 10/2013

Das komplette Inhaltsverzeichnis mit allen Themen.

EDITORIAL
FESTSPIELE
  • ROSSINI OPERA FESTIVAL PESARO Guillaume Tell (Adriatic Arena)
  • L’Italiana in Algeri (Teatro Rossini)
  • SALZBURGER FESTSPIELE Don Carlo (Großes Festspielhaus)
  • Jeanne d’Arc (Felsenreitschule)
  • Giovanna d’Arco (Felsenreitschule)
  • CHORÉGIES D‘ORANGE Un ballo in maschera
  • DALHALLA OPERA Das Rheingold
  • BAYREUTHER FESTSPIELE Der fliegende Holländer / Tannhäuser
  • SAVONLINNA OPERA FESTIVAL La Traviata / Macbeth / Lohengrin
  • DROTTNINGHOLMS SLOTTSTEATER La Clemenza di Tito
  • LONDON BBC Proms (Royal Albert Hall)
DAS INTERVIEW
  • DIANA DAMRAU
IM GESPRÄCH
  • OLGA PERETYATKO
NACHGEFRAGT
  • EBERHARD FRIEDRICH
NAMEN UND DATEN
REPORT
  • GSTAAD / ROM / HALDENSTEIN
SAISONSTART
  • BERLIN Nabucco (Deutsche Oper)
  • HAMBURG Der Meister und Margarita
  • WIESBADEN Der fliegende Holländer
  • MAINZ Mefistofele
MELDUNGEN
FESTSPIEL-RUNDBLICK
  • LEHÁR FESTIVAL BAD ISCHL Gasparone
  • BRAUNSCHWEIG La Traviata (Burgplatz)
  • CARL ORFF FESTSPIELE ANDECHS Carmina burana (Florian-Stadl)
  • BÜHNE BADEN Die schöne Helena (Sommerarena)
  • FESTIVAL CASTELL DE PERALADA Norma
  • J’OPERA JENNERSDORF Hänsel und Gretel (Schloss Tabor)
  • WERNIGERÖDER SCHLOSSFESTSPIELE Don Giovanni
  • OPERNFESTSPIELE HEIDENHEIM Turandot
  • INNSBRUCKER FESTWOCHEN DER ALTEN MUSIK L’Euridice
  • OPER SCHENKENBERG Il Trovatore
  • SCHLESWIG-HOLSTEIN MUSIK FESTIVAL Aci, Galatea e Polifemo (Ernst Deutsch Theater Hamburg)
  • KISSINGER SOMMER Mailänder Opernsoirée
  • MUSIKFESTSPIELE POTSDAM SANSSOUCI Proserpin (Neues Palais)
  • GUT IMMLING OPERNFESTIVAL Lucia di Lammermoor
VORSCHAU
SPIELPLÄNE
RARITÄTEN
TV-TIPPS
IMPRESSUM
NACHRUF
DVDs
  • Giuseppe Scarlatti DOVE É AMORE É GELOSIA
  • Richard Wagner THE COLÓN RING
  • Vincenzo Bellini BEATRICE DI TENDA
  • Wolfgang Amadeus Mozart DON GIOVANNI
  • Diana Damrau RECITAL
CD-NEWS
  • DER GESANG DER KASTRATEN
CD-SPECIAL
  • VERDI 2013
NEUE CDs
  • Gaetano Donizetti CATERINA CORNARO
  • Franz Lehár DAS FÜRSTENKIND
  • Giuseppe Verdi SIMON BOCCANEGRA
  • Ferruccio Busoni DOKTOR FAUST
  • Benjamin Britten VOCAL WORKS
  • Richard Wagner DAS RHEINGOLD
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EDITORIAL

EDITORIAL

Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 10/2013

Was wollen wir? In welche Richtung soll es gehen? Diese Fragen stellt man sich derzeit nicht nur in Bayreuth und Salzburg, wo über Fortsetzung oder Nachfolge der Festspielleitungen entschieden wird.
Nicht selten ist dabei auch die Politik gefragt, denn wie stets geht es in nicht unwesentlichem Ausmaß auch ums Geld. Das Bayreuther Führungsduo hatte schon weit vor dem diesjährigen Sommer nachdrücklich Zusagen für ein finanzielles Mehr eingefordert – und inzwischen mit einer millionenschweren Finanzierungsvereinbarung zur Festspielhaussanierung ein entscheidendes Etappenziel erreicht. Gute Vorzeichen auch für die Vertragsverlängerung der beiden Wagner-Halbschwestern? In jedem Fall eine wichtige Zukunftssicherung für das bedeutendste deutsche Festspiel.
An der Salzach dagegen hatte es früh geknirscht im Gebälk. Die Pläne von Alexander Pereira waren manchem – ganz unabhängig von künstlerischen Resultaten – schlichtweg im Wortsinn zu viel: viel zu viel Geld, viel zu viel Programm. Doch der scheidende Salzburger Festspiel- und künftige Mailänder Scala-Chef dürfte beileibe nicht der Einzige im internationalen Zirkus sein, der gezielt einen Kurs mit hohem Risiko fährt, wohlwissend, dass am Ende auch einmal rote Zahlen stehen können: Auch andernorts wird gern mal über die Verhältnisse gelebt, zuweilen visionär, zuweilen weil man es ganz einfach muss – geschuldet (und geduldet von) einer Politik, die im subventionierten Theaterbetrieb mit gedeckelten Haushalten und teils elementaren Sparbeschlüssen hauptverantwortlich ist für finanzielle Schräglagen diverser Kulturinstitutionen. Da kann es nicht schaden, hochkarätige, innovative oder aus anderen Gründen prestigeträchtige „Leuchtturmprojekte“ geboten zu bekommen – und am Ende, wenn es kritisch wird, mit dem Finger doch auf einen anderen Schuldigen zeigen zu können.
Mit Zahlen umgehen zu können, ist von jeher eine Grundvoraussetzung für den Job eines Theaterleiters. Tolle Programme, hohes Niveau und ein ausgeglichener Haushalt – durchaus vereinbare, parallel erreichbare Ziele, wie es viele Intendanten und Operndirektoren immer wieder nachdrücklich (und mitunter langjährig) beweisen. Doch auch schwarze Zahlen sind per se weder Maßstab noch Gütesiegel für Kunst. Qualität hat nun einmal ihren Preis, und zuweilen wirkt das in Realität umgesetzte Motto „Was wäre, wenn?“ eben nicht rein fatalistisch, sondern wie ein aufrüttelndes, im besten Falle sogar richtungsweisendes Signal. Beispiel Hamburg: Hier konnte man in wenigen Jahren einen geradezu atemberaubenden künstlerischen Aufstieg eines Orchesters erleben – und nun den möglicherweise freien Fall. Die Hamburger Symphoniker haben unter der Ägide von Intendant Daniel Kühnel ein bis ans Limit hochgefahrenes Programm geboten, mit hochkarätigen Gaststars, anspruchsvollem Repertoire und einer unter Chefdirigent Jeffrey Tate beständig steigenden Klangkultur. Nun muss der Hamburger Senat die Insolvenz abwenden. Noch schlimmer aber für die sich gern auch kulturell als Metropole von Rang gerierende Hansestadt wäre der Verlust des gerade erst gewonnenen Niveaus dieses Traditionsorchesters. Die Frage nach den Zielen steht auch hier mehr denn je im Raum: Was wollen wir wirklich, wer wollen wir sein? Wunsch und Wirklichkeit mögen zuweilen so weit auseinander liegen, dass sie einfach nicht zueinander passen wollen. Doch wer sich mit der Elbphilharmonie einen der teuersten, eindrucksvollsten und prestigeträchtigsten Musentempel baut und damit unverhohlen in die Oberliga strebt, kann eigentlich nur zukunftsorientiert mit einem weiter steigenden Kulturetat antworten und den Konjunktivcharakter des Möglichen in einen starken Imperativ des Notwendigen verwandeln.
Echte Wertschätzung offenbart sich zuweilen erst, wenn die Dinge, die uns lieb und im Wortsinn teuer sind, in der Existenz bedroht werden. Das zeigt sich in der amerikanischen Metropole New York, wo die traditionsreiche City Opera inzwischen endgültig vor dem Aus zu stehen scheint, ebenso, wie im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt, wo gleich mehrere Theater bedroht sind, die Bevölkerung aber weitere Einschnitte nicht hinnehmen will. Wo ein Wille ist, müssen sich Wege finden lassen. Die überwältigende Unterstützung, die den im letzten Hochwasser versunkenen Händelfestspielen Halle so beeindruckend schnell wieder auf die Beine geholfen hat, spricht eine eindeutige Sprache. Die Politik muss nur genau zu- und hinhören. Oder bei Bedarf einfach mal die Aufnahme der weltweiten TV-Übertragung der Londoner „Last Night“ zurückspulen, in der Marin Alsop vom Pult aus treffsicher den passenden Eintrag ins Stammbuch formuliert hat – und dafür von einem Millionenpublikum Zustimmung erhielt: Musik und Kunst gehören nicht an den Rand, sie gehören nach vorn, ins Zentrum!
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INTERVIEWS

Das Interview: DIANA DAMRAU - Keine Berührungsängste

Autor: Söhnke Martens · Ausgabe 10/2013

Gern auch abseits ausgetretener Pfade: Diana Damraus neue CD widmet sich Filmmusik und Operette, ihr nächstes Bühnenprojekt ist eine Uraufführung in Wien.
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Im Gespräch: OLGA PERETYATKO - Freiheit durch Erfahrung

Autor: Yeri Han · Ausgabe 10/2013

Sie ist gut im Geschäft: Im Sommer sang sie erstmals bei den Salzburger Festspielen, an der Berliner Staatsoper steht im Oktober die Premiere der »Zarenbraut« auf ihrem Programm.
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Nachgefragt: EBERHARD FRIEDRICH – Das große Miteinander

Autor: Yeri Han · Ausgabe 10/2013

Der langjährige Chorleiter der Bayreuther Festspiele wechselt von der Berliner an die Hamburgische Staatsoper.
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AUFFÜHRUNGEN

ROSSINI OPERA FESTIVAL PESARO Guillaume Tell

17. August · Adriatic Arena · Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 10/2013

Ungekürzte Aufführungen von Rossinis Monumentalwerk sind selten und stellen stets eine besondere Herausforderung dar. In Pesaro richtete sich das Interesse zusätzlich auf den Auftritt eines berühmten Tenors.
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SALZBURGER FESTSPIELE Don Carlo / Giovanna D‘Arco

13. / 10. August · Großes Festspielhaus / Felsenreitschule · Autor: U. Ehrensberger · Ausgabe 10/2013

Zu Ehren des Jubilars Giuseppe Verdi stellten die Salzburger Festspiele eine 5-aktige italienische Fassung des »Don Carlo« mit ergänzender Musik, die es teilweise nicht einmal in die Uraufführung geschafft hatte, in den Mittelpunkt, und Sopranstar Anna Netrebko setzte an der Seite von Plácido Domingo in Verdis »Giovanna d‘Arco« ihre viel diskutierte Facherweiterung fort.
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BAYREUTHER FESTSPIELE Der fliegende Holländer / Tannhäuser

25. Juli / 28. August ∙ Festspielhaus · Autor: M. Lehnert · Ausgabe 10/2013

Festspieleröffnung mit einer Reprise und Festspielabschluss mit der wenig geliebten »Tannhäuser«-Inszenierung von Sebastian Baumgarten mit neuem Dirigenten. Der Produktion soll im kommenden Jahr die Eröffnungsehre zufallen.
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SAVONLINNA OPERA FESTIVAL La Traviata / Macbeth / Lohengrin

22-24. August · Burg Olavinlinna · Autor: S. Mauß · Ausgabe 10/2013

In der 101-jährigen Geschichte des Festivals ist wohl keine Produktion langlebiger gewesen und keine hat besser in das Ambiente der Burg gepasst als Rolf Langbackas »Macbeth« von 1993.
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LONDON BBC Proms

25. Juli / 6., 7. September · Royal Albert Hall · Autor: M. Lehnert · Ausgabe 10/2013

Nicht nur der „Last Night“ mit den Stars Joyce DiDonato und Nigel Kennedy war in diesem Jahr bei den Promenadenkonzerten der BBC wieder ein voller Erfolg beschieden.
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BERLIN Nabucco

8. September · Deutsche Oper · Autor: U. Ehrensberger · Ausgabe 10/2013

Bei der letzten Neuinszenierung des »Nabucco« an der Deutschen Oper hatten alle Zeichen auf Skandal gestanden. Jetzt kam mit Keith Warner ein Mann der gemäßigten Moderne zum Zuge.
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LEHÁR FESTIVAL BAD ISCHL Gasparone

20. Juli · Theater · Autor: G. Schunk · Ausgabe 10/2013

Millöckers Räuberromantik um einen Titelhelden, der niemals auf der Szene erscheint, wurde in Bad Ischl in ihrer Urfassung ohne die beim Publikum beliebte Arie „Dunkelrote Rosen“ auf den Spielplan gesetzt.
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INNSBRUCKER FESTWOCHEN DER ALTEN MUSIK L’Euridice

23. August · Tiroler Landestheater · Autor: W. Kutzschbach · Ausgabe 10/2013

Mit Giulio Caccinis »L‘Euridice« befassten sich die Innsbrucker Festwochen in diesem Jahr mit der Geburtsstunde der Kunstgattung Oper im Jahr 1600.
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OPER SCHENKENBERG Il Trovatore

13. August · Schinznach · Autor: Th. Baltensweiler · Ausgabe 10/2013

Verdi im Garten-Center. Nachdem die erste Auflage des Festivals vor zwei Jahren für »Carmen« eine Stierkampf Arena als Spielstätte auf den Dorfplatz gestellt hatte folgte nun ein ebenso spektakulärer Aufbau für »Il Trovatore«.
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MELDUNGEN / INFO

NAMEN UND DATEN

IVA MIHANOVIC und Maximilian Schell haben sich am 20. August auf dem Schell’schen Familienanwesen in Oberpreitenegg das Jawort gegeben. Trauzeugen der Opernsängerin und des Oscar-Preisträgers waren die Sopranistin Linda Plech, die hier mit dem Brautpaar die Hochzeitstorte anschneidet, und der Maler Ben Wilikens. Kurz vor und nach ihrem Hochzeitstag hatte Mihanovic Auftritte in »Hello Dolly!« beim Lehár-Festival in Bad Ischl zu absolvieren. Als nächstes stehen für sie Ziehrers Operette »Die Landstreicher« beim Festival Herbsttage in Niederösterrecih auf dem Programm, bevor sie mit »Salute to Vienna« eine Konzerttournee in den USA bestreitet. Weitere Termine der Künstlerin in „Namen und Daten“, ebenso wie Künstlernachrichten und ausführliche Terminkalender von Peter Seiffert, Pavol Breslik, Iain Paterson, Markus Brück und vielen anderen.

MELDUNGEN

HAPPY BIRTHDAY „OPERALIA“!

Wo vor einhundert Jahren bereits Giuseppe Verdis 100. Geburtstag gefeiert worden war, lud Plácido Domingo, Künstlerischer Ehrenleiter der diesjährigen Opernfestspiele in der Arena von Verona, im August zur 20. Finalrunde seines Gesangswettbewerbs „Operalia“, mit dem er seit nunmehr zwei Jahrzehnten Talentsuche und –förderung betreibt. Unter den zwölf Finalisten machten am Ende die russische Sopranistin Aida Garifullina und der chinesische Bass-Bariton Ao Li das Rennen.

REPORT

Sommer in Rom

Wer geglaubt hatte, dass die Römische Oper im Rahmen ihrer diesjährigen Sommerbespielung in den Caracalla-Thermen die Opern Giuseppe Verdis würde hochleben lassen, sah sich getäuscht: Für den großen Rahmen in den Thermen hatte die Oper unter anderem eine gelungene Neuinszenierung von Puccinis »Tosca« mit Renato Palumbo am Pult und Martina Serafin in der Titelpartie auf den Spielplan gesetzt.

NACHRUF

LOTFI MANSOURI, langjähriger Direktor der San Francisco Opera und der Canadian Opera Company, ist am 30. August 2013 im Alter von 84 Jahren verstorben. Der am 15. Juni 1929 in Teheran geborene Intendant und Regisseur studierte zunächst auf Wunsch seines Vaters Psychologie in Los Angeles, wo schon bald seine musikalische Begabung auffiel. Nach einem Stipendium für eine Ausbildung bei Lotte Lehmann an der Music Academy of the West in Santa Barbara wurde er 1959 Assistent des Regisseurs Herbert Graf, der den jungen Mansouri ein Jahr später als Regisseur ans Zürcher Opernhaus verpflichtete.1965 wechselte Mansouri an die Oper in Genf, wo er als Regisseur bis 1976 tätig blieb. Im Jahr 1971 nahm er zudem ein Angebot aus seinem Geburtsland Iran an, das Opernhaus von Teheran künstlerisch zu verstärken. 1976 begann seine zwölfjährige Amtszeit als Generaldirektor an der Canadian Opera Company, wo er bis 1988 insgesamt dreißig Opern inszenierte, darunter zwölf kanadische Erstaufführungen, unter anderem von »Lulu«, »Wozzeck«, »Die Meistersinger von Nürnberg« und »Death in Venice«. 1983 verwendete er in einer »Elektra«-Aufführung zudem erstmals das System der Übertitel, um fremdsprachige Opern für das lokale Publikum verständlicher zu machen, das rasch Verbreitung in den USA fand, nachdem auch Beverly Sills als Generalmanagerin der New York City Opera noch im selben Jahr die gleiche Technologie an ihrem Haus einführt hatte. Auch in San Francisco, wo Mansouri im Anschluss an seine Zeit in Toronto von 1988 bis 2001 tätig war, setzte er die Übertitelungen in den Vorstellungen durch und betätigte sich als Pionier und Förderer zeitgenössischer Werke; wegweisende Weltpremieren waren unter anderen John Adams’ »The Death of Klinghoffer«, Stewart Wallaces »Harvey Milk«, Jake Heggies »Dead Man Walking« und André Previns »A Streetcar Named Desire« mit Renée Fleming in der Partie der Blanche Dubois. 2005 ehrte ihn das Haus für seine Verdienste mit einem Galakonzert und mit der Überreichung der San Francisco Opera Medal.

CDs

Gaetano Donizetti CATERINA CORNARO

OPERA RARA ORC 48, 2 CDs ∙ Autor: M. Lehnert ∙ Ausgabe 10/2013

Donizettis letzte Oper schlummerte nach ihrer Uraufführung lange im Verborgenen. Erst 1972 war sie mit Leyla Gencer, Renato Bruson und Giacomo Aragall wieder aufgeführt worden. Auch die Neuaufnahme bei Opera Rara punktet mit einer Auswahl von Interpreten, die sich zum Zeitpunkt der Produktion Ende 2011 in einem Frischestadium ihrer Karrieren zeigten.

Giuseppe Verdi SIMON BOCCANEGRA

DECCA 4785354, 2 CDs ∙ Autor: M. Lehnert ∙ Ausgabe 10/2013

Claudio Abbado hatte vor Jahrzehnten mit seiner Einspielung des »Simon Boccanegra« mit Chor und Orchester der Mailänder Scala die Messlatte sehr hoch gesetzt. Decca setzt bei dieser Neuaufnahme mit Thomas Hampson in der Titelpartie für Verdis düstere Orchestersprache, die eigenartig graue „tinta musicale“, auf die Wiener Symphoniker.

Richard Wagner DAS RHEINGOLD

MARIINSKY MARO 526, 2 SACDs ∙ Autor: M. Lehnert ∙ Ausgabe 10/2013

Flott schreitet schon der nächste CD-»Ring« voran: Nach der »Walküre« mit Jonas Kaufmann und Nina Stemme zu Beginn dieses Jahres setzt Valery Gergiev ungetrübten Hörgenuss mit dem »Rheingold« fort.

DVDs

Richard Wagner THE COLÓN RING

C MAJOR 713008, 5 DVDs ∙ Autor: S. Barnstorf ∙ Ausgabe 10/2013

Das weltweit beachtete Projekt, Richard Wagners Tetralogie in einer auf rund 7 Stunden gekürzten Fassung auf die Bühne zu bringen, ist als sogenannter „Colón-Ring“ in die Musikgeschichte eingegangen. C major hat in Zusammenarbeit mit der Deutschen Welle eine Gesamt-Aufnahme und eine umfangreiche Dokumentation auf DVD herausgebracht.

Vincenzo Bellini BEATRICE DI TENDA

DYNAMIC 33675, 1 DVD ∙ Autor: W. Kutzschbach ∙ Ausgabe 10/2013

Mit dieser Produktion vom Dezember 2010 aus Catania bietet sich dem Belcanto-Liebhaber eine veritable Alternative zur Zürcher Aufnahme aus dem Jahr 2001.

CD-NEWS

DER GESANG DER KASTRATEN

Zwei Countertenorstars von heute widmen sich dem Repertoire von zwei der berühmtesten Kastraten des 18. Jahrhunderts: Franco Faggioli hat Arien, die für Caffarelli komponiert worden waren, eingespielt, sein Kollege Philippe Jaroussky singt Arien, die Nicola Porpora einst für Farinelli geschrieben hatte.

CD SEPCIAL: Viva Verdi!

Pünktlich zum 200. Geburtstag im Oktober kulminiert das Jubiläumsprogramm mit üppigen CD-Boxen.