Das Opernglas - Ausgabe 10/2012

Festspiel-Finale und Saisonbeginn: In Pesaro wiederholte Juan Diego Flórez jene Partie, die ihm einst den Durchbruch beschert hatte, im antiken Theater von Orange gab Roberto Alagna sein Calaf-Debüt, die Bregenzer Festspiele gaben sich futuristisch. In Berlin startete die neue Intendanz der Deutschen Oper mit Zeitgenössischem in die Jubiläumssaison, während anderenorts bereits das Jubiläumsjahr 2013 seine Schatten voraus warf: Verdi satt, unter anderem in Wien und Köln. In London endeten die sommerlichen Promenadenkonzerte mit der berühmten „Last Night of the Proms“. Stargast in diesem Jahr: der maltesische Tenor Joseph Calleja. Im Interview spricht er über Karriereplanung, Crossover und seine Begeisterung für Mario Lanza. Der Bariton Markus Brück macht nicht nur eine große Karriere, sondern hält gleichzeitig an seinem Festengagement in Berlin fest, und die Sopranistin Elke Kottmair hat ihr komisches Talent nach Dresden und zur Operette geführt – vorerst.

Nachfolgend erhalten Sie einen ersten Überblick über die wichtigsten Themen dieser Ausgabe. Eine ausführliche Liste aller Inhalte finden Sie im Inhaltsverzeichnis.

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inkl. Mwst., zzgl. Porto

INHALTSVERZEICHNIS

Inhaltsverzeichnis

Ausgabe: 10/2012

Das komplette Inhaltsverzeichnis mit allen Themen

EDITORIAL
AUFFÜHRUNGEN
  • LONDON Last Night of the Proms (Royal Albert Hall)
  • WIEN La donna del lago (Theater an der Wien)
  • Don Carlo (Staatsoper)
  • I Vespri Siciliani (Staatsoper)
  • HAMBURG Fürst Igor (Staatsoper)
  • The Dream of Gerontius (Laeiszhalle)
  • MÜNSTER Il Barbiere di Siviglia
  • BERLIN Das Mädchen mit den Schwefelhölzern (Deutsche Oper)
  • KÖLN La forza del destino
FESTSPIELE
  • CHORÉGIES D’ORANGE Turandot
  • SALZBURGER FESTSPIELE Die Zauberflöte (Felsenreitschule)
  • Das Labyrinth (Residenzhof)
  • Die Soldaten (Felsenreitschule)
  • ROSSINI OPERA FESTIVAL PESARO Ciro in Babilonia (Teatro Rossini)
  • Matilde di Shabran (Adriatic Arena)
  • ARENA DI VERONA Don Giovanni
  • Tosca
  • BAYREUTHER FESTSPIELE Tristan und Isolde
  • Tannhäuser
  • BREGENZER FESTSPIELE Solaris (Festspielhaus)
  • Andrea Chénier (Seebühne)
DAS INTERVIEW
  • JOSEPH CALLEJA
DAS PORTRÄT
  • MARKUS BRÜCK
VORGESTELLT
  • ELKE KOTTMAIR
FOKUS
  • OPERETTEN-FESTSPIELE
NAMEN UND DATEN
FESTSPIEL-RUNDBLICK
  • SCHLOSSFESTSPIELE SCHWERIN Der Bajazzo
  • MUSIKFEST BREMEN Le nozze di Figaro (Die Glocke)
  • MANNHEIMER MOZARTSOMMER Temistocle
  • WERNIGERÖDER SCHLOSSFESTSPIELE Aschenputtel
  • MOZARTFEST WÜRZBURG Orfeo ed Euridice
  • FESTIVAL D’OPÉRA AVENCHES La Bohème
  • FESTIVAL CASTELL DE PERALADA Il Trovatore
  • ROM Attila / Norma (Terme di Caracalla)
  • CARINTHISCHER SOMMER Sara und ihre Männer
  • FELDKIRCH-FESTIVAL Fröken Julie (Montforthaus)
  • J:OPERA JENNERSDORF Der Wildschütz
  • RUHRTRIENNALE Prometheus (Kraftzentrale Duisburg)
  • PERGOLESI SPONITINI FESTIVAL JESI
  • La fuga in maschera (Teatro Pergolesi)
IM BLICKPUNKT
  • OCEAN SUN FESTIVAL
REPORT
  • AROSA / SELZACH / STADE
WEGWEISER
  • YOUNG SINGERS PROJECT
VORSCHAU
SPIELPLÄNE
TV-TIPPS
RARITÄTEN
IMPRESSUM
NACHRUF
DVDs
  • Richard Wagner DER RING DES NIBELUNGEN
  • Claudio Monteverdi L’INCORONAZIONE DI POPPEA
  • Georg Friedrich Händel GIULIO CESARE
  • Salvatore Sciarrino LUCI MIE TRADITRICI
  • Bruno Skulte DIE ERBIN VON VILKAČI
NEUE CDs
  • Georges Bizet CARMEN
  • Richard Wagner SIEGFRIED
  • Bedrich Smetana DIE VERKAUFTE BRAUT
  • Carl Reinthaler DAS KÄTHCHEN VON HEILBRONN
  • ELF KURZOPERN
  • Edouard Lalo LE ROI D’YS
  • Antonio Vivaldi L’ORACOLO IN MESSENIA
  • Glenn Gould & Elisabeth Schwarzkopf GLENN GOULD - DIE SCHWARZKOPF BÄNDER
  • Christiane Karg AMORETTI
  • Simone Kermes DRAMMA
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EDITORIAL

Editorial

Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 10/2012

Die Diagnose ist eindeutig. Doppelt gültig zudem, da sie Resümee und Ausblick gleichermaßen treffend charakterisiert: An der Schnittstelle zwischen ausklingenden Festspielen und Saisonbeginn zeigt sich, wie grundlegend sich in den vergangenen Jahren unser Repertoireverhalten verändert hat. Schon lange nicht mehr sind es nur die immer gleichen Dauerbrenner der Herren Mozart, Verdi und Wagner, die uns auf den Opernbühnen begegnen – Dank des Spürsinns und der kalkulierten Risikobereitschaft auf Seiten der Kreativen, aber auch Dank der Aufgeschlossenheit und Neugierde eines Publikums, das die stete Erweiterung des Angebots sehr gern annimmt.

Immer wieder begeistern uns fantastische Funde aus dem nach wie vor offenbar unerschöpflichen Fundus der Musikgeschichte. Hier harren mit großer Wahrscheinlichkeit noch viele weitere aufregende Werke ihrer Entdeckung. Es beweist die Oper ihre Lebendigkeit derzeit aber auch und gerade in der Hinwendung zum Modernen, zu jenen Werken, die einen schon allein deswegen etwas angehen, weil sie in unserer Zeit entstanden sind oder – besonders faszinierend – gerade erst neu geschaffen werden, die aktuelle Themen behandeln oder alte, ewig gültige Stoffe aus heutiger Sicht befragen, und nicht selten in ihrer musikalischen Sprache Hörgewohnheiten herausfordern. Da eröffnet nicht umsonst die Deutsche Oper Berlin ihre Jubiläumssaison 2012/13 signalkräftig mit Helmut Lachenmanns faszinierendem Klangkosmos »Das Mädchen mit den Schwefelhölzern«, geraten Bernd Alois Zimmermanns beklemmende »Soldaten« zum Opernhit der Salzburger Festspiele, bieten die Bregenzer Festspiele mit einer eigens in Auftrag gegebenen Oper jedwedem Mainstream-Klischee Paroli. Im Reigen neuer und neuester Werke mischen inzwischen fast alle Veranstalter mit. Allein die in den kommenden Wochen und Monaten anstehenden Uraufführungen versprechen eine spannende Saison, von Bielefeld über Düsseldorf, -Erfurt, Kiel nach Mönchengladbach und München, wo sowohl das Nationaltheater als auch das Staatstheater am Gärtnerplatz Auftragswerke präsentieren werden. Und das sind nur einige der an unseren Bühnen angekündigten Neuheiten. Die Liste lässt sich international fortsetzen. Selbstredend soll im kommenden Frühjahr auch das neue Opernhaus in Linz gleich mit einer Uraufführung eröffnet werden. Das Image von einem Genre, das nur noch um ein immer gleiches, historisch abgestandenes Repertoire kreist, war ohnehin nur ein Klischee: ein kalkuliert lanciertes Gerücht als politische Argumentationshilfe für kulturelle Streichkonzerte. Brauchen wir das Theater noch, oder kann das weg? Wäre es nicht in vielen Fällen real existierender Ernst, könnte man sich bestens amüsieren ob all der wüsten, sich oftmals widersprechenden oder schlichtweg sinnfreien Vorschläge, die im Zusammenhang mit Subventionsverteilungskämpfen an manchen Orten in den Raum geworfen werden. Doch auch wenn hier über den Sommer schon wieder die nächsten Runden eröffnet worden sind, bleibt das Engagement der betroffenen Theater ungebrochen. So erlebte Dessau neben engagierten Protestaktionen eine nicht minder motivierte »Aida«-Premiere, feierten die Duisburger unter großem Publikumszuspruch das 100-Jährige ihres Theaters, begeisterte die neue »Forza« in Köln, lachten die Münsteraner mit ihrem »Barbiere« ihre akuten Sorgen einfach weg. Dass anwesende Kommunalpolitiker sich dabei offenbar gut unterhalten gefühlt haben, spricht für sich – und lässt hoffen. Die Kunst selbst liefert eben doch die besten Argumente. Unsere Oktober-Ausgabe mit ihren Berichten von den ersten Premieren der neuen Saison wie auch der großen Festspiel-Nachlese bietet wieder etliche davon. Ein idealer Überblick über die wichtigsten Ereignisse auf den Opernbühnen weltweit, gewürzt mit spannenden Informationen und großen, exklusiven Interviews.

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INTERVIEWS

Das Interview: JOSEPH CALLEJA - Eine herrliche Abwechslung!

Autor: Ursula Ehrensberger · Ausgabe 10/2012

Auf den Opernbühnen präsenter denn je, widmet sich Joseph Calleja mit gleicher Hingabe auch der leichten Muse. Seine neue CD ist ein Tribut an Mario Lanza.

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Das Porträt: MARKUS BRÜCK – Groß in Fahrt

Autor: Söhnke Martens · Ausgabe 10/2012

Seine Karriere hat längst volle Fahrt aufgenommen. Und doch bleibt Markus Brück weiter im Festengagement der Deutschen Oper Berlin. Große Rollendebüts und Neuproduktionen bedeuten für ihn ein straffes Programm.

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Vorgestellt: ELKE KOTTMAIR – Herausforderung Operette

Autor: Yeri Han · Ausgabe 10/2012

Von der vermeintlich leichten Kunst, das Publikum auf hohem Niveau einfach „nur“ zu unterhalten. Ein Gespräch mit der fröhlich charmanten Sopranistin der Staatsoperette Dresden.

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AUFFÜHRUNGEN

LONDON Last Night of the Proms

8. September · Royal Albert Hall · Autor: M. Lehnert · Ausgabe 10/2012

Gleich eine ganze Reihe britischer Goldmedaillengewinner auf der Bühne der Royal Albert Hall und ein Startenor, der für Stimmung sorgte. Die „Last Night“ der von Henry Wood initiierten Promenadenkonzerte begeisterte wieder mit Klassik-Highlights und Nationalstolz gleichermaßen.

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WIEN Don Carlo

4. September · Staatsoper · Autor: M. Lehnert · Ausgabe 10/2012

Roberto Alagna, als Hauptattraktion einer »Don Carlo«-Serie zur Saisoneröffnung angekündigt, sagte ab und ließ die Wiener Staatsoper unerwartet hilflos aussehen. Fels in der Brandung: Simon Keenlyside als erprobter Posa.

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HAMBURG Fürst Igor / The Dream of Gerontius

15. /16. September · Staatsoper / Laeiszhalle · Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 10/2012

Applaus, Jubel, glückliche Gesichter. Auch wenn es zum Saisonstart „nur“ die Übernahme einer Koproduktion mit Zürich zu sehen gab: In der Hansestadt war es die erste Neuinszenierung von Borodins »Fürst Igor« seit 1938. Am Tag nach der begeistert aufgenommenen Premiere legte in der benachbarten Laeiszhalle Jeffrey Tate nach und präsentierte Edward Elgars großartiges Oratorium »The Dream of Gerontius«.

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BERLIN Das Mädchen mit den Schwefelhölzern

15. September · Deutsche Oper · Autor: U. Ehrensberger · Ausgabe 10/2012

Das hatte zweifellos Symbolcharakter: Berlins neuer Intendant startete mit einem der wichtigsten Werke des zeitgenössischen Musiktheaters. Hochartifiziell die Musik des Komponisten Helmut Lachenmann im Grenzbereich von Klang und Geräusch.

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KÖLN La forza del destino

16. September · Oper am Dom · Autor: S. Martens · Ausgabe 10/2012

„The Show must go on.“ Nach Kündigungen und Querelen zwischen Stadt und Opernchef Uwe Eric Laufenberg startete die Kölner Oper in ihrem Ausweichzelt endlich in die neue Saison – und das Publikum begrüßte den scheidenden Intendanten mit demonstrativem Applaus.

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CHORÉGIES D’ORANGE Turandot

28. Juli · Théâtre Antique · Autor: W. Kutzschbach · Ausgabe 10/2012

In der Vielfalt des Operngeschehens wäre das Rollendebüt von Roberto Alagna als Calaf in »Turandot« beinahe etwas untergegangen. In Orange war der Auftritt des „Nationaltenors“ dagegen allgegenwärtig.

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SALZBURGER FESTSPIELE Die Soldaten

20. August · Felsenreitschule · Autor: T. Rauchenwald · Ausgabe 10/2012

Ein komplexes Werk, das im diesjährigen Programm der Salzburger Festspiele eigentlich nur eine Notlösung darstellte, weil der neuen Intendanz unter Alexander Pereira in der Kürze der Zeit kein Auftragswerk mehr möglich war. Orkanartiger Applaus vom Salzburger Premierenpublikum.

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ROSSINI OPERA FESTIVAL PESARO Matilde di Shabran

11. August · Adriatic Arena · Autor: A. Laska · Ausgabe 10/2012

Obwohl dieser Festivalabend mit Pause gut vier Stunden dauerte, hielt die Spannung. Und was für ein Sängerensemble! Zum zweiten Mal nach seinem Durchbruch 1996 hatte Juan Diego Flórez die Tenorpartie des Corrado übernommen.

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BREGENZER FESTSPIELE Solaris

25. Juli · Festspielhaus · Autor: B. Kempen · Ausgabe 10/2012

Groß, extrovertiert und explosiv präsentiert sich Umberto Giordanos »Andrea Chénier« auf der Seebühne, intim, nach innen gekehrt und abgekapselt hingegen Detlev Glanerts neue Oper »Solaris« im Festspielhaus. Die musikalisch so unterschiedlichen Werke als faszinierendes Erlebnis im Doppelpack.

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SCHLOSSFESTSPIELE SCHWERIN Der Bajazzo

15. Juni · Alter Garten · Autor: G. Helbig · Ausgabe 10/2012

Das Mecklenburgische Staatstheater hatte sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen und präsentierte zur Eröffnung der Schlossfestspiele das kurze Werk eigenständig – in der zirzensischen Welt des Zirkus „Roncalli“.

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RUHRTRIENNALE Prometheus

16. September · Kraftzentrale Duisburg · Autor: G. Rademachers · Ausgabe 10/2012

Groß genug kann in den monumentalen Industriehallen, die ein Markenzeichen des Festivals sind, ohnehin nicht gedacht werden: Carl Orffs »Prometheus«, für den normalen Repertoirebetrieb praktisch nicht zu realisieren, schien gerade richtig für das Programm der Ruhrtriennale.

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MELDUNGEN / INFO

IM BLICKPUNKT

OCEAN SUN FESTIVAL

Hinter jeder Suitentüre ein Genie - Das 6. Ocean Sun Festival an Bord des Luxusliners MS Europa war ein im Wortsinn bewegendes Festspiel, das sich selbst auf Tour begab und dabei die ohnehin schon eindrucksvollen Routen mit zahlreichen hochklassigen Musikdarbietungen veredelte. Ganz weit oben in der Gunst die begeisternden Darbietungen von Sopranstar Marlis Petersen, aber auch des jungen Pianisten Igor Levit und der wunderbaren Violinistin Janine Jansen. Prominente Dirigenten waren Andrew Litton und Jukka-Pekka Saraste. Ein singuläres Klassik-Projekt, das im November 2013 in die 7. Runde starten wird, dann von Nizza aus in südliche Gefilde.

NAMEN UND DATEN

MIRIAM CLARK ist im Oktober als Norma in einer eigens für sie angesetzten Neuinszenierung an der Oper Bonn zu erleben. Die in Frankfurt am Main geborene Sopranistin hatte diese Partie zuvor bereits mit viel Erfolg am Theater Dortmund gesungen. Die sympathische Titelkünstlerin der „Opernglas“-Ausgabe 4/2012 wird zudem in Bern die Leonore in »Fidelio« und an ihrem Bonner Stammhaus die Violetta in »La Traviata« singen.

REPORT

HEIMSPIEL

Mucksmäuschenstill war es, als Nora Friedrichs ihre blitzsauberen Koloraturen aus Gildas Arie „Caro nome“ einem höchst aufmerksam lauschenden Publikum präsentierte. Der Auftritt der 26-jährigen Sopranistin war Höhepunkt eines gemeinsam mit dem jungen Bass-Bariton Sebastian Naglatzki dargebotenen Konzertes im Rahmen des Sommerfestivals „Holk-Fest“ Anfang September im historischen Stader Rathaus.

WEGWEISER

YOUNG SINGERS PROJECT

Dass ein erfolgreicher Sänger seine Erfahrungen auch pädagogisch wertvoll weitergeben kann, ist beileibe keine Selbstverständlichkeit. Thomas Hampson hat es in seiner ersten Salzburger Meisterklasse verstanden, die sechs sehr unterschiedlichen Sängerpersönlichkeiten individuell zu beraten und dabei stets auf die gleichen Grundlagen zurückzukommen. Mit erstaunlicher Wirkung, wie die Aussagen der Schüler belegen.

NACHRUF

KLAUS RAK

Der Operndirektor des Südthüringischen Staatstheaters Meiningen ist am 24. August 2012 einem Krebsleiden erlegen. Der am 10. August 1950 in Klagenfurt geborene Regisseur und Historiker war unter Intendant Ansgar Haag von 1993 bis 2006 Operndirektor am Theater Ulm gewesen, wo er mit der Gesprächsreihe „Sternstunden“ Sängergrößen wie Edda Moser, Anja Silja, Elisabeth Schwarzkopf, Wolfgang Brendel und Anneliese Rothenberger an das Haus geholt hatte, ehe er gemeinsam mit Haag zur Spielzeit 2006/07 nach Meiningen wechselte. Dort inszenierte er zahlreiche Werke, so auch eine viel beachtete deutsche Erstaufführung der Barockoper »Arminio« von Händel, setzte sich insbesondere für die Operette ein und war neben vereinzelten eigenen Auftritten als Moderator in Matineen und der Veranstaltungsreihe „Senioren & Theater“ aktiv. Während seiner Zeit in Ulm setzte Rak 2002 die Uraufführung von Mathias Husmanns Kammeroper »Vivaldi« auf den Spielplan und inszenierte am Theater Vorpommern in Stralsund 2009 die Uraufführung dessen Oper »Zugvögel«. Husmann in einem persönlichen Nachruf: „Ich möchte ihm danken, indem ich seine Arbeit zu beschreiben versuche. Vor einer Szenenprobe ließ er sich einen längeren Abschnitt vorführen, blickte dabei die Sänger an, um die darzustellende Figur in ihnen zu entdecken. Zu Beginn einer Szenenprobe stellte er sich dumm, um den Sängern die Befangenheit zu nehmen, war aber, wie sich schnell zeigte, weit voraus und zog alle nach auf hohes Niveau. Wenn ihm etwas zu kalt schien, fragte er: „was ist damit gemeint?“ – und schon erhitzte das einsetzende Palaver die Gemüter auf die nötige Temperatur. Er ging mit den Werken und den Künstlern respektvoll um, hatte die dispositionellen Zwänge des Theaters immer im Hinterkopf und vergaß dabei nie das Ziel: Theater muss das Publikum erreichen. Klaus Rak war ein leiser, heiterer, takt- und humorvoller Könner – sein größtes Können war, niemanden seine Melancholie fühlen zu lassen. Ich danke ihm – im Namen aller, die mit ihm arbeiten durften.“

DVDs

Richard Wagner DER RING DES NIBELUNGEN

DEUTSCHE GRAMMOPHON 00440 073 4770, 8 DVDs Autor: M. Lehnert · Ausgabe 10/2012

Man konnte ihn in diesem Sommer bereits als Zyklus in den Kinos erleben, den neuen »Ring« der Metropolitan Opera in New York. Nun ist er bei DG auf DVD erschienen. Geprägt hat diesen Zyklus auch, dass James Levine aus gesundheitlichen Gründen die musikalische Leitung ab dem »Siegfried« an Fabio Luisi übergeben musste. Einfach gebannt sein muss man von Bryn Terfels dominanter Wotanfigur, und bei Deborah Voigts Brünnhilde in der »Walküre« scheint man förmlich zu spüren, dass sie in dieser Vorstellung für Levine und die Welt gesungen hat.

CDs

Georges Bizet CARMEN

EMI 50999, 2 CDs ∙ Autor: M. Lehnert ∙ Ausgabe 10/2012

Endlich wird wieder Oper im Studio produziert. Und von der geballten Orchesterkultur der Berliner Philharmoniker unter ihrem Chef Simon Rattle möchte man sich wieder mehr Aufnahmen wünschen.

Glenn Gould & Elisabeth Schwarzkopf GLENN GOULD – DIE SCHWARZKOPF BÄNDER

SONY 88725462362 , 2 CDs ∙ Autor: Y. Han ∙ Ausgabe 10/2012

Ein Gipfeltreffen zweier außergewöhnlicher Künstler, die einfach nicht kompatibel waren. Mitschnitte aus zwei Aufnahmesitzungen mit Elisabeth Schwarzkopf und Glenn Gould für ein Strauss-Lieder-Album die zu keiner Veröffentlichung geführt hatten. Intime Einblicke in eine Tonstudio-Arbeit. Schwarzkopf: „Es gab keinen Streit, wir trennten uns in Frieden – wir gingen einfach… Ja, vielleicht blieb er dort im Studio und spielte weiter. Es war, glaube ich, einfach eine unglückliche Liebe.“