Das Opernglas – Ausgabe November 2017

Ganz große Oper: Giuseppe Verdis »Don Carlos« in Paris prunkte mit Stars wie Jonas Kaufmann in der Titelpartie, Sonya Yoncheva als Elisabeth und Elīna Garanča als Eboli, die Neuproduktion von Bellinis »Norma« zur Saisoneröffnung der Metropolitan Opera in New York war mit Sondra Radvanovsky und Joyce DiDonato ebenfalls prominent besetzt, für Hector Berlioz‘ monumentale Grand Opéra »Les Troyens« bot man in Dresden alle Kräfte auf, mit Rossinis »Guillaume Tell« gelang am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken ein fulminanter Saisonauftakt, und an Londons Royal Opera House wurde die Wiederaufnahme von Giuseppe Verdis »Les Vêpres siciliennes« zu einer vokalen Sternstunde mit dem Herrentrio Bryan Hymel, Michael Volle und Erwin Schrott. In Berlin feierte derweil die Staatsoper Unter den Linden nach 7-jähriger Renovierungsphase Wiedereröffnung mit den »Faust-Szenen« von Robert Schumann.
Die Interviews: Angela Gheorghiu, die bereits auf 25 Jahre Weltkarriere zurückblickt, Gregory Kunde vor der Premiere von Meyerbeers »Le Prophète« an der Deutschen Oper Berlin und Lars Tietje, Intendant am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin.

Nachfolgend finden Sie einen ersten Überblick über die wichtigsten Themen dieser Ausgabe. Eine ausführliche Liste aller Inhalte bietet das Inhaltsverzeichnis.

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INHALTSVERZEICHNIS

INHALTSVERZEICHNIS

Ausgabe: 11/2017

Das komplette Inhaltsverzeichnis mit allen Themen
EDITORIAL
AUFFÜHRUNGEN
  • PARIS Don Carlos (Opéra Bastille)
  • BERLIN Szenen aus Goethes Faust (Staatsoper)
  • DRESDEN Les Troyens
  • GENT Das Wunder der Heliane
  • WIEN Der Spieler (Staatsoper)
  • GRAZ Il Trovatore
  • LINZ Die Frau ohne Schatten
  • KÖLN Tannhäuser (Staatenhaus)
  • TALLINN The Colours of Clouds
  • NEW YORK Norma (Metropolitan Opera)
  • ZÜRICH Eugen Onegin
  • LONDON Les Vêpres siciliennes (Royal Opera House)
  • MAILAND Tamerlano (Teatro alla Scala)
DAS INTERVIEW
  • ANGELA GHEORGHIU
IM GESPRACH
  • GREGORY KUNDE
NACHGEFRAGT
  • LARS TIETJE
NAMEN UND DATEN
RUNDBLICK
  • SAARBRÜCKEN Guillaume Tell
  • MINDEN Siegfried
  • ST. GALLEN Die Gezeichneten
  • HOF Der fliegende Holländer
  • MAGDEBURG Rusalka
  • NORDHAUSEN Otello
  • KAISERSLAUTERN Lucia di Lammermoor
  • HANNOVER Der junge Lord
  • OLDENBURG Die Walküre
  • AUGSBURG Der Freischütz
  • KASSEL Andrea Chénier
  • LAUSANNE Lucia di Lammermoor
  • SALZBURG Hoffmanns Erzählungen (Landestheater)
  • MEININGEN Le Grand Macabre
REPORT
  • FRANKFURT / WUPPERTAL / WIEN / BOPPARD / MÖNCHENGLADBACH
WEGWEISER
  • COMPETIZIONE DELL’OPERA
SPIELPLÄNE
TV-TIPPS
RARITÄTEN
IMPRESSUM
DAS SPIELPLÄNCHEN
  • MUSIKTHEATERTIPPS FÜR KINDER UND JUGENDLICHE
NEUE CDs
  • Hector Berlioz LES TROYENS
  • Vincenzo Bellini I CAPULETI E I MONTECCHI
  • Wolfgang Amadeus Mozart DON GIOVANNI
  • Gaetano Donizetti GEMMA DI VERGY
  • Richard Strauss FEUERSNOT
DVDs
  • Jacques Offenbach LES CONTES D’HOFFMANN
  • Georges Bizet CARMEN
  • Giacomo Meyerbeer LES HUGUENOTS
  • Gaetano Donizetti LA FAVORITE
  • Leonardo Vinci DIDONE ABBANDONATA
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EDITORIAL

EDITORIAL

Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 11/2017

Erst Mozarts Zerlina, dann Puccinis Mimì: 1992 begann die große, internationale Karriere der in vielerlei Hinsicht einzigartigen Angela Gheorghiu. Londons Royal Opera House war für sie nach den Anfängen im Heimatland Rumänien die erste Station von Rang in jenem Jahr, das auch gleich noch die Debüts an der New Yorker Met und der Wiener Staatsoper bereithielt. Nur zwei Jahre später katapultierte sich die Sopranistin dann bereits in den Olymp einer ganz eigenen Liga, den sie von da an nicht wieder verlassen sollte. Die heute längst legendäre, von Sir Georg Solti dirigierte »La Traviata« war ein TV-Ereignis, das der BBC erstaunliche Einschaltquoten einbrachte – und der Sopranistin auf einen Schlag Weltruhm. Das virtuose Spiel der Diva auf der ganz großen PR-Tastatur mit all ihren Dur- und Moll-Klängen wurde dabei fast ebenso sprichwörtlich wie der Glanz ihrer in aller Welt umjubelten Auftritte. Eine echte Diva eben. 25 Jahre Weltkarriere: Zeit für eine Bilanz im exklusiven Interview.
Wie es sich für wahre Künstler gehört, kann ein solches Jubiläum auch für Angela Gheorghiu nur eine Zwischenstation sein auf dem Weg zu den nächsten großen Zielen – bei erstaunlich dauerhafter Jungendfrische und Klangschönheit einer intakten Stimme, die ihr über Jahrzehnte Rollenporträts ermöglicht von Partien, denen sie zum Teil schiere Ewigkeiten treu bleibt. Nicht umsonst steht auch nach 25 Jahren die Mimì in »La Bohème« weiterhin in ihrem Kalender (aktuell im Dezember an der Staatsoper Unter den Linden). Tenorkollege Gregory Kunde blickt da auf eine gänzlich andere, gleichwohl noch längere Karriere zurück, bedient er doch inzwischen höchst souverän ein Fach, das man ihm zu Beginn seiner Laufbahn nicht ansatzweise zugetraut hätte. Er selbst übrigens, das gibt er unumwunden zu, ebenfalls nicht. So anfällig eine Stimme bei technisch falschem Einsatz oder zu starker Beanspruchung ist, so reich kann sie einen Sänger beschenken, wenn ihrer Entwicklung ausreichend Zeit und Raum gegeben wird. So absolviert der 63-Jährige heute gelassen ein geradezu ehrfurchtgebietendes Pensum anspruchsvollster Partien (aus sehr unterschiedlichem Repertoire) und steuert dabei auch noch zielstrebig auf einige nicht minder herausfordernde Rollendebüts zu, aktuell im November die Titelpartie in Giacomo Meyerbeers »Le Prophète« an der Deutschen Oper Berlin.  Was für eine beneidenswerte, unerschöpfliche Energie! Im Interview vermittelt der Tenor tatsächlich eine ansteckende Begeisterung – und findet treffende Worte zum Thema Jugendwahn in der Oper: ein in der Tat widersinniger Trend unserer Zeit, der gerade im Bereich des klassischen Gesangs fatale Folgen haben kann. Die Sorgen um all jene jungen Künstler, die zu früh an zu großen Häusern in zu schwerem Fach besetzt werden (und das oft auch selbst wollen!) sind sehr berechtigt. Gheorghiu und Kunde bieten den besten Beweis, dass die großen, langjährigen Karrieren bei entsprechend kluger Herangehensweise eben doch immer noch möglich sind – sowohl mit als auch ohne großen Plattenvertrag im Rücken.
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INTERVIEWS

Das Interview: ANGELA GHEORGHIU – 25 Jahre Weltkarriere

Autor: Thomas Baltensweiler · Ausgabe 11/2017

Die Sopranistin hält sich konstant an der Spitze. Im exklusiven Interview verrät sie, was dazu nötig ist und welche Pläne sie hat.
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Im Gespräch: GREGORY KUNDE – Der Unerschöpfliche

Autor: Andreas Laska · Ausgabe 11/2017

Eine Repertoirevielfalt, die ihresgleichen sucht: Vor der Premiere von »Le Prophète« an der Deutschen Oper Berlin sprach der umtriebige Tenor über seine so außergewöhnliche, langjährige Karriere und seine besondere Liebe zu Meyerbeer.
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Nachgefragt: LARS TIETJE – Die Chance des Reifens

Autor: Söhnke Martens · Ausgabe 11/2017

Theaterleitung in schwierigen Zeiten als motivierende Herausforderung: ein Gespräch mit dem Generalintendanten des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin.
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AUFFÜHRUNGEN

PARIS Don Carlos

10. Oktober · Opéra Bastille ∙ Autor: R. Tiedemann · Ausgabe 11/2017

Großereignis in Paris: Erstmals überhaupt wagte sich die Nationaloper an die sogenannte „Pariser Probenfassung“ des von Giuseppe Verdi für die Uraufführung 1867 widerwillig verkürzten Meisterwerks.
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BERLIN Szenen aus Goethes Faust

3. Oktober · Staatsoper · Autor: T. Kliche · Ausgabe 11/2017

Wiedereröffnung mit festlichem Staatsakt: Die Staatsoper Unter den Linden präsentierte sich nach 7-jähriger Umbauzeit mit vergrößertem Raumvolumen für eine bessere Akustik und bot den geladenen Gästen Robert Schumanns „Faust-Szenen“ in den Bühnenbildern von Künstler Markus Lüpertz.
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DRESDEN Les Troyens

3. Oktober · Semperoper · Autor: B. Gruhl · Ausgabe 11/2017

Das Reiterstandbild eines der sächsischen Könige vor der Semperoper wird zum Trojanischen Pferd – mit einem Großaufgebot wagte sich Dresden an Berlioz‘ fünfaktiges Werk. Vor allem die musikalische Seite erntete viel Jubel.
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LINZ Die Frau ohne Schatten

30. September · Landestheater ∙ Autor: J. Gahre · Ausgabe 11/2017

Die Schlussszene des 2. Aktes als Spiegelung des 1. Weltkrieges, in dem Richard Strauss seine große Oper um Kinder als Hoffnung auf die Zukunft geschrieben hatte. In Linz wird »Die Frau ohne Schatten« gespielt unter dem Motto, das über allen Opern dieser Spielzeit steht: „Für immer jung“.
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NEW YORK Norma

25. September · Metropolitan Opera ∙ Autor: F. Plotkin · Ausgabe 11/2017

Ohne die ursprünglich angekündigte Anna Netrebko eröffnete eine Neuproduktion von Vincenzo Bellinis »Norma« die Saison an der New Yorker Met. In den Hauptpartien: Sondra Radvanovsky und Joyce DiDonato.
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LONDON Les Vêpres siciliennes

12. Oktober · Royal Opera House ∙ Autor: M. Lehnert · Ausgabe 11/2017

Erste Wiederaufnahme für Stefan Herheims gefeierte Produktion der »Vêpres siciliennes« in London. Ein brillantes Herren-Trio und ein überragendes Dirigat sorgten mit Giuseppe Verdis französischer Grand Opéra für eine Sternstunde.
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MAILAND Tamerlano

25. September · Autor: M. Fiedler · Ausgabe 11/2017

Schillerndes Musiktheater an der Scala: Davide Livermore versetzte Händels »Tamerlano« ins Russland der Oktoberrevolution mit Plácido Domingo (Bajazet) im angestammten Tenorfach und in der Rolle von Zar Nikolaus II.
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SAARBRÜCKEN Guillaume Tell

10. September · Saarländisches Staatstheater · Autor: C. Fischer · Ausgabe 11/2017

Fulminanter Saisonstart in Saarbrücken: Eine den heutigen Sehgewohnheiten entsprechende und dabei der Vorlage angemessene Realisierung von Rossinis »Tell« bot einen großen Musiktheaterabend, der ebenso berauschte wie nachdenklich stimmte.
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MINDEN Siegfried

8. September · Stadttheater ∙ Autor: S. Barnstorf · Ausgabe 11/2017

Der Kraftakt geht weiter: Der „Mindener Ring“ ist mittlerweile zu einem Begriff geworden. Im kleinen Stadttheater wurde die Realisierung des Projektes der Organisatorin Jutta Winckler mit dem »Siegfried« fortgesetzt.
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OLDENBURG Die Walküre

9. September · Autor: M. Wilks · Ausgabe 11/2017

Richard Wagners »Ring« beflügelt in der Regel jedes Opernhaus. Das Oldenburgische Staatstheater macht da keine Ausnahme und lieferte nach dem erfolgreichen »Rheingold« erneut packendes Theater (fast) ohne Regiemätzchen.
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MEININGEN Le Grand Macabre

29. September · Staatstheater · Autor: K.G.v.Karais · Ausgabe 11/2017

Als attraktiv-groteske Musiktheater-Avantgarde sah György Ligeti seine „Anti-Anti-Oper“ aus dem Jahr 1976. Die spannende wie effektvolle Mischung aus realistischen und surrealistischen Elementen macht das Werk auch heute noch attraktiv für viele Bühnen.
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MELDUNGEN / INFO

NAMEN UND DATEN

CLÉMENTINE MARGAINE wirkt bei der AIDS-Gala der Deutschen Oper Berlin am 4. November mit, bevor sie am gleichen Haus die Fidès in der Neuproduktion von Giacomo Meyerbeers »Le Prophète« übernehmen wird. An der Bayerischen Staatsoper wird sie im Februar als Leonor in Donizettis »La Favorite« zu hören sein, in einer Partie, die sie im Juli auch am Liceo in Barcelona übernehmen wird. Weitere Infos und Termine von Joseph Calleja, Benjamin Bernheim, Franco Vassallo, Marianne Crebassa, Alex Esposito und anderen.

REPORT

EINE WUCHT

Dass man auch ohne ein ausgefeiltes Bühnensetting einen Opernabend kreieren kann, wie er packender kaum sein könnte, bekam das Frankfurter Publikum im Bockenheimer Depot zu spüren, als sich auf weitgehend leerer Bühne ein präzise durchchoreografierter »Rinaldo« von Georg Friedrich Händel entfaltete. Aus dem Vollen schöpfen konnte das Kreativteam um Regisseur Ted Huffman und Choreograf Adam Weinert beim Titelhelden. Der polnische Countertenor Jakub Jósef Orlinski brachte mit agil geführter Stimme nicht nur alle vokalen Voraussetzungen mit, sondern zeigte mit seiner Erfahrung als Breakdancer zudem mit präziser Körperbeherrschung spektakuläre Schwertkampfszenen.

WEGWEISER

COMPETIZIONE DELL‘OPERA

Im Rahmen des Brucknerfestes Linz fand am 1. Oktober das große Finalkonzert der Competizione dell’Opera statt. 13 Sänger hatten sich in den Vorrunden aus 400 Teilnehmern dafür qualifiziert. Strahlender Sieger: Tenor Mykhailo Malafi aus der Ukraine. Der zweite Preis ging an den Bariton Chuluunbaatar Badral aus der Mongolei. Dass mittlerweile die Mehrzahl der Wettbewerbsteilnehmer aus Asien stammt und was die europäischen Musikhochschulen besser machen könnten, war auch Thema beim Schlusswort von Organisator Hans-Joachim Frey, der der 32-köpfigen Jury vorstand.

CDs

NEUE CDs

Eine konzertante Produktion in Straßburg hatte im April 2017 Hector Berlioz‘ »Les Troyens« ungekürzt zur Aufführung gebracht. Nun liegt der CD-Mitschnitt mit Joyce DiDonato als Dido und Michael Spyres als Énee vor. Weitere Operngesamtaufnahmen auf CD: Bellinis »I Capuleti e i Montecchi« als Live-Aufnahme von 1966 mit Giacomo Aragall und Luciano Pavarotti unter Claudio Abbado, »Don Giovanni« zum Abschluss des Mozart-Zyklus unter Jérémie Rhorer, Donizettis »Gemma di Vergy« mit Montserrat Caballé.

DVDs

DVDs

Anlässlich ihrer allerletzten Aufführungsserie wurde die berühmte »Hoffmann«-Inszenierung von John Schlesinger ein weiteres Mal für eine DVD-Produktion festgehalten. Diesmal mit Vittorio Grigolo, Thomas Hampson, Sonya Yoncheva und Christine Rice in den Hauptpartien – ein Ohren- und Augenschmaus. Ebenfalls neu: die »Carmen« von der Bregenzer Seebühne. Fast schon historisch: die Wiederauflage von Meyerbeers »Les Huguenots«, ein Mitschnitt aus der Deutschen Oper Berlin von 1991 mit dem überragenden Richard Leech als Raoul, der in dieser Rolle seine Weltkarriere begründet hatte.