Das Opernglas – Ausgabe 07-08 2021

Endlich wird wieder „richtig“ gespielt – vor Publikum. Die Staatsoper Hamburg brachte Händels »Agrippina« mit Franco Fagioli zur Premiere, die Deutsche Oper Berlin setzte ihren »Ring« mit dem Stefan Herheims »Rheingold«-Inszenierung fort, und die Bayerische Staatsoper in München wuchtete Aribert Reimanns »Lear«, die vielleicht erfolgreichste „moderne“ Oper aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, mit Christian Gerhaher in der Titelpartie auf die Bühne. Sogar die ersten Festspiele konnten gefeiert werden: zu Pfingsten in Salzburg etwa mit der omnipräsenten Cecilia Bartoli. Gute und unterhaltsame Produktionen auch in Düsseldorf mit einem neuen »Barbier« oder im polnischen Bytom mit einer gelungenen »Rondine« von Giacomo Puccini. Puccini gab es auch an der Staatsoper in Berlin: Dort gastierte Dirigent Antonio Pappano mit einer Neuproduktion von »Fanciulla del West«, während sich an der benachbarten Komischen Oper Regisseur Tobias Kratzer den »Zigeunerbaron« von Johann Strauß vornahm.

Die Interviews: Der schwedische Bariton John Lundgren, der den Holländer in Bayreuth singen wird, der Dirigent und Leiter des Beethoven Orchesters Bonn Dirk Kaftan, der die musikalischen Leitung von Arrigo Boitos Oper »Nerone« bei den Bregenzer Festspielen übernommen hat, der Aktionskünstler Hermann Nitsch, der bei den Bayreuther Festspielen die »Walküre« ausgestaltet, Aleksandra Kurzak und Maria José Siri, die beide jeweils an einem Abend in der Arena di Verona sowohl Santutzza als auch Nedda singen werden. Dazu die Mezzosopranistin Anita Rachvelishvili, die Sopranistinnen Fatma Said und Lisette Oropesa und der Tenor Michael Spyres.

Nachfolgend finden Sie einen ersten Überblick über die wichtigsten Themen dieser Ausgabe. Eine ausführliche Übersicht bietet das Inhaltsverzeichnis.

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INHALTSVERZEICHNIS

INHALTSVERZEICHNIS

Ausgabe: 7-8/2021

Das Inhaltsverzeichnis mit allen Themen und Beiträgen
EDITORIAL
AUFFÜHRUNGEN
  • HAMBURG Agrippina / Manon
  • BERLIN Das Rheingold (Deutsche Oper)
  • Der »Zigeuner«baron (Komische Oper)
  • La Fanciulla del West (Staatsoper)
  • DÜSSELDORF Il barbiere di Siviglia
  • MÜNCHEN Lear (Nationaltheater)
  • Der Vetter aus Dingsda (Staatstheater am Gärtnerplatz)
  • MÜNSTER Argenore
  • BYTOM La Rondine
  • BREMEN L‘italiana in Algeri
  • MANNHEIM Simplicius Simplicissimus
  • ST. GALLEN Florencia el Amazonas
  • INNSBRUCK Katja Kabanova
  • KLAGENFURT Il barbiere di Siviglia
  • BIEL Šárka
DAS INTERVIEW
  • JOHN LUNDGREN
DAS PORTRÄT
  • FATMA SAID
FESTSPIELE
  • BRIXEN CLASSICS FESTIVAL A Night at the Opera
  • PFINGSTFESTSPIELE SALZBURG Il Trionfo del Tempo e del Disinganno (Haus für Mozart)
  • GLYNDEBOURNE FESTIVAL Katja Kabanova
SOMMERGESPRÄCH
  • HERMANN NITSCH
FESTSPIELDIRIGENT
  • DIRK KAFTAN
ZWEI SHOWS AN EINEM ABEND
  • ALEKSANDRA KURZAK / MARIA JOSÉ SIRI
NAMEN UND DATEN
ZUM GEBURTSTAG
  • INGEBORG HALLSTEIN
IM GESPRÄCH
  • MICHAEL SPYRES
DAS LIED-DEBÜT
  • ANITA RACHVELISHVILI
STREAMING
  • SAARBRÜCKEN Die stumme Serenade
  • DRESDEN Capriccio
  • PASSAU Herkules am Thermodon
  • OSTRAWA Galakonzert Eva Urbanová
  • GENF Dido and Aeneas
  • BUDAPEST Le Bourgeois gentilhomme (Eiffel Art Studios)
REPORT
  • WIEN / LUZERN / MÜNCHEN / MANNHEIM
VORSCHAU
SPIELPLÄNE
TV-TIPPS / OPER IM LIVE-STREAM
IMPRESSUM
KARAJAN und SALZBURG
  • EINE SPIELSTÄTTE FÜR RICHARD WAGNER UND GROSS BESETZTE WERKE
IM BLICKPUNKT
  • MUSIKALISCHE NAHVERSORGER UMS ECK
DVD /BLURAY
  • Carl Maria von Weber DER FREISCHÜTZ
  • Wolfgang Amadeus Mozart LA FLÛTE ENCHANTÉE 1
  • Ruggero Leoncavallo / Pietro Mascagni PAGLIACCI / CAVALLERIA RUSTICANA
AUDIO / KANTATEN
  • Héloïse Mas ANACHRONISTIC HEARTS
  • Giuseppina Bridelli SCARLATTI | CALDERA
  • Kate Lindsey TIRANNO
AUDIO / SOLO
  • Béatrice Uria-Monzon ASSOLUTA
  • Maria Ladurner ARIAS FOR THE EMPEROR
  • Elisabeth Löw-Szöky AUFNAHMEN 1956-1974
  • Helmchen-Prohaska- Eschenbach WEBER
  • Dmytro Popov HYMNS OF LOVE
NEUES ALBUM
  • LISETTE OROPESA
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EDITORIAL

EDITORIAL

Autor: Y. Han · Ausgabe 7-8/2021

„Frohes neues Jahr!“ Ungewöhnliche Worte zu dieser Jahreszeit, erst recht nach den jüngsten Hitzewellen, die über Deutschland gerollt sind, finden Sie nicht auch? Mit diesen Worten wurden aber die Zuschauer von Düsseldorfs »Barbiere« vom Generalintendanten der Rheinoper begrüßt, und es sind in der Tat trotz zugegeben falscher Jahreszeit genau die treffenden Worte, denn wie schon im Sommer 2020 – und in diesem Jahr sogar noch viel energischer – kam es mit den steigenden Temperaturen zu einer wahren Öffnungslawine, die tröpfelnd anrollte und dann brachial an Fahrt aufnahm.
Alle Jahre wieder – um ein weiteres Winter-Zitat zu bemühen – kehrt im Sommer also wie aus dem Nichts die Normalität zurück, und wie Pilze aus dem Boden schossen allerorts die Live-Aufführungen, wie sich auch in unserer wiederauferstandenen Aufführungs- und der im Gegenzug geschrumpften Streaming-Rubrik manifestiert; teils geschah das mit wenig Vorlauf ob der Kurzfristigkeit, mit der die Häuser auf die Öffnungsstrategien ihrer Länder aufspringen konnten/mussten, und überall mit nach wie vor ausgedünnten Reihen und den obligatorischen Test- beziehungsweise Impfnachweisen am Einlass, aber: Es stellt sich trotz aller Begleiterscheinungen ein wohltuendes und befreiendes Gefühl von Normalität wieder ein. Dieses so erfreuliche, in seinen Ausmaßen unverhoffte Saisonfinale, das wie ein fantastischer Spätsommer in verregneten Jahren über uns hereingebrochen und noch immer nicht vorbei ist, mündet nun also in die mancherorts (siehe England und Verona) bereits angelaufene Festspielsaison, die ebenfalls verspricht mindestens Vorjahresfreuden zu wiederholen, wenn nicht sogar diese zu übertreffen – in gebotenem, pandemiegerechtem Maße, wie sich von selbst versteht. Bayreuth gibt sein herbeigesehntes Lebenszeichen, Salzburg lockt gewohnt mit stargespickten Vorstellungen, Bregenz ebenso bewährt mit großer Oper auf der spektakulären Seebühne sowie einer spannenden Rarität im Festspielhaus, während sich Italien, bereits 2020 einer der tat- und zugkräftigsten Sommerbespieler, auch in diesem Jahr wieder breit aufgestellt hat. Wir freuen uns, wenn unsere prall gefüllte Sommerausgabe Sie, liebe Leser, bestens für das sich darbietende Angebot rüstet – denn nicht nur unsere Aufführungsrubrik meldet sich so breit gefächert wie eh und je zurück, sondern auch die von Ihnen so vermissten Spielpläne, sowie die gewohnte Vielzahl an Interviews, die Sie thematisch auf Juli und August einstimmen sollen. So sprachen wir mit John Lundgren, einem der Wotane unserer Zeit, unmittelbar vor Probenbeginn zum neuen Bayreuther »Holländer«, Aktionskünstler Hermann Nitsch, der in diesem Jahr eine mit Spannung erwartete Kunstaktion während der »Walküre« vollführen soll, nahm einen unserer Autoren mit in „seine Welt“, Dirk Kaftan gibt Einblicke in den Bregenzer »Nerone«, und Aleksandra Kurzak und Maria José Siri sprachen über die in Verona auf sie wartende Herausforderung, Santuzza und Nedda an einem Abend zu singen, sowie ihre persönliche Sicht auf diese zwei großen und zwiespältigen Frauenpartien des Verismo. Ich würde mich freuen, wenn Sie beim Lesen der nachfolgenden Seiten das gleiche Vergnügen empfinden, das wir beim Erstellen hatten, und Sie enthusiastisch gestimmt nicht nur in einen opern- und musikreichen Sommer starten, sondern mit eben diesem Elan auch in die uns anschließend erwartende neue Spielzeit blicken. Es mag hier und da noch dezente Skepsis herrschen – die Zeichen stehen auf Musik, und es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn 2021/22 nicht unter einem besseren Stern stünde als die letzte Saison. In diesem Sinne: Vielen Dank für Ihre Treue – genießen Sie den Sommer und sein reichhaltiges musikalisches Angebot!
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INTERVIEWS

Das Interview: JOHN LUNDGREN – Näher zusammengerückt

Autor: S. Mauß · Ausgabe 7-8/2021

Der schwedische Bass-Bariton gilt heute als der herausragende Wagner-Interpret seiner Generation. Bei den Bayreuther Festspielen, die ihn zuletzt als Wotan erlebten, übernimmt er in der Neuproduktion des »Fliegenden Holländers« in diesem Sommer die Titelpartie.
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Das Porträt: FATMA SAID – Meine Stimme kann das

Autor: Y. Han · Ausgabe 7-8/2021

Mit siebzehn Jahren ließ Fatma Said Kairo zurück, um an der Hanns-Eisler-Hochschule für Musik in Berlin Gesang zu studieren. Auf ihren Abschluss folgte ein Stipendium für das Opernstudio des Teatro alla Scala. Letztes Jahr brachte die aufstrebende Sopranistin dann ihr Debütalbum „El Nour“ bei Warner Classics heraus, auf dem sie eine künstlerische Brücke schlägt zwischen Orient und Okzident. Nun erscheint „El Nour“ im September erstmals auch auf Vinyl.
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Das Sommergespräch: HERMANN NITSCH – Schnitzel und Weihrauch

Autor: J.F. Laurson · Ausgabe 7-8/2021

Der 1938 in Wien geborene Maler und Aktionskünstler Hermann Nitsch gehört zu den berühmtesten, aber auch umstrittensten Künstlern Österreichs. Das Streben nach dem „Gesamtkunstwerk“ führte bereits in den 1960er-Jahren zur Entwicklung des „Orgien-Mysterien-Theaters“, dessen Bildsprache ihm gelegentlich auch den Vorwurf der Blasphemie einbrachte. Zu seinen berühmtesten Arbeiten für die Opernbühne zählen Massenets »Herodiade« an der Wiener Staatsoper (1995) und Messiaens »Saint François d‘Assise« bei den Münchner Opernfestspielen 2011. Bei den Bayreuther Festspielen soll er in diesem Sommer die konzertanten Aufführungen der »Walküre« mit einer Malaktion optisch ausgestalten.
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Das Lied-Debüt: ANITA RACHVELISHVILI – Geerdet bleiben

Die georgische Mezzosopranistin Anita Rachvelishvili, die sich auf der Bühne in den dramatischen Partien ihres Fachs präsentiert, legt nun eine CD mit Liedern vor und spricht über die Spannweite der Herausforderungen in ihrem Repertoire.
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Im Gespräch: MICHAEL SPYRES – Jetzt kommt Tristan

Autor: Y. Han · Ausgabe 7-8/2021

Vom Rossinitenor zu Richard Wagners Tristan und Lohengrin. Für Michael Spyres nichts Ungewöhnliches, hat er doch einen ganz eigenen Blick auf das Fach des Tenors im Speziellen und die Fähigkeiten der menschlichen Stimme generell.
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Festspieldirigent: DIRK KAFTAN – Zeitenwende

Autor: U. Ehrensberger · Ausgabe 7-8/2021

Der 1971 in Marburg geborene Dirigent Dirk Kaftan ist seit der Spielzeit 2017/2018 Generalmusikdirektor der Stadt Bonn und des Beethoven Orchesters Bonn und war davor Generalmusikdirektor in Graz. Bei den Bregenzer Festspielen leitet er in diesem Sommer die Neuproduktion von Arrigo Boitos »Nerone« im Festspielhaus.
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Neues Album: LISETTE OROPESA – „Ombra Campagna“

Autor: B. Dieschburg · Ausgabe 7-8/2021

Mit Ihrem Album „Ombra Compagna“ leistet Lisette Oropesa eine Hommage an Wolfgang Amadeus Mozart, dessen sehr vielschichtige und technisch anspruchsvolle Konzertarien sie darauf präsentiert. Es ist gleichzeitig ihr Solo-Debüt mit dem Label Pentatone.
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Arena di Verona: ALKSANDRA KURZAK & MARIA JOSÉ SIRI – Zwei Shows an einem Abend

Autor: Y. Han · Ausgabe 7-8/2021

Es ist selten zu erleben, dass eine Sopranistin an einem Abend die beiden weiblichen Hauptpartien in den Opern »Cavalleria rusticana« von Pietro Mascagni und »Pagliacci« von Ruggero Leoncavallo verkörpert. In Verona werden in diesem Sommer gleich zwei Sängerinnen dies jeweils in einer einzigen Vorstellung tun. Wir befragten Alexandra Kurzak und Maria José Siri über diese Herausforderung.
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AUFFÜHRUNGEN

HAMBURG Agrippina

6. Juni ∙ Staatsoper · Autor: Y. Han · Ausgabe 7-8/2021

Barrie Koskys Inszenierung von Händels Agrippina hatte bereits 2019 in München Premiere und wurde nun auch beim Kooperationspartner Staatsoper Hamburg einstudiert. Auch hier hatte man eine attraktive Besetzung versammelt, von der aus München allerdings nur Franco Fagioli als Nerone übriggeblieben war.
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BERLIN Das Rheingold

12. Juni ∙ Deutsche Oper ∙ Autor: U. Ehrensberger · Ausgabe 7-8/2021

Wieder Koffer und viele platte Gags. Nach der »Walküre« kam ein weiterer Teil von Stefan Herheims »Ring«-Inszenierung endlich vor Publikum zur Premiere. Neben erneuten Hinweisen auf den »Ring« als das großen Flüchtlings-/Judenvertreibungs-Drama war ein Konzept aber immer noch nicht eindeutig zu erkennen.
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BERLIN Der »Zigeuner«baron

6. Juni · Komische Oper · Autor: U. Ehrensberger · Ausgabe 7-8/2021

Nicht den »Zigeunerbaron«, sondern den, das Unwort also in Apostrophe setzenden, »„Zigeuner“baron« hatte sich Tobias Kratzer, sicherlich einer der kreativsten Köpfe im heutigen Regiebetrieb, für seine Rückkehr an die Komische Oper Berlin ausgesucht. Sowohl die Heterogenität der Partitur als auch die zeitlose Thematik von Ausgrenzung und Heimatlosigkeit waren es, die den Regisseur gereizt hatten, sich unter dem Arbeitstitel „Diskursoperette“ an eines der besonders klischeehaften Werke dieses Genres heranzuwagen.
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MÜNCHEN Lear

30. Mai ∙ Nationaltheater · Autor: J.-M. Wienecke · Ausgabe 7-8/2021

Jeder, der ihm später darin nachfolgte, musste sich an den Maßstäben der Uraufführung, die im Jahr 1978 medial prominent dokumentiert wurde, messen lassen. Die legendäre Inszenierung von Aribert Reimanns »Lear« durch Jean-Pierre Ponnelle zählt bis heute zu den bleibenden Höhepunkten in der ruhmreichen Geschichte der Bayerischen Staatsoper. Jetzt war es Christian Gerhaher, der in die Fußstapfen Dietrich Fischer-Dieskaus treten und diese mit Leben füllen durfte.
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WIEN Macbeth

10. Juni ∙ Staatsoper ∙ Autor: Th. Rauchenwald · Ausgabe 7-8/2021

Die letzte Premiere der Saison an der Wiener Staatsoper galt Giuseppe Verdis »Macbeth« und konnte wieder vor 1100 Zuschauern gezeigt werden, das übliche, erwartungsgeschwängerte Premierenknistern aber wollte sich während der ganzen drei Stunden nicht einstellen. Die russische Operndiva der Extraklasse Anna Netrebko war die einzige Protagonistin, die an diesem Premierenabend durchweg überzeugen konnte.
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DRESDEN Capriccio

22. Mai · Semperoper · Autor: M. O’Neill · Ausgabe 7-8/2021

Was der Inszenierung an Überzeugungskraft fehlte, machte die musikalische Kraft im Orchestergraben und auf der Bühne wieder wett. Chefdirigent und Strauss-Experte Christian Thielemann entlockte der Staatskapelle ein feines, nuanciertes Spiel. Das Orchester traf den schillernden, aber auch schwankenden Geist der Partitur mit konzentriertem und vitalem Klang.
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PFINGSTFESTSPIELE SALZBURG Il Trionfo del Tempo e del Disinganno

23. Mai · Haus für Mozart · Autor: J. Gahre · Ausgabe 7-8/2021

Unglaublich, was diese Frau leistet – als Künstlerische Leiterin der Salzburger Pfingstfestspiele war Cecilia Bartoli geradezu omnipräsent: Nicht nur, dass sie an zwei Abenden in Georg Friedrich Händels Oratorium »Il Trionfo del Tempo e del Disinganno« die anspruchsvolle Rolle der Piacere sang, nein, sie trat auch in Mozarts »La clemenza di Tito« in der Partie des Sesto auf und erlaubte sich außerdem eine liebenswürdige Reminiszenz: Sie erschien auch in Puccinis »Tosca« in der kleinen Rolle des Hirtenknaben, mit der einst ihre Opernkarriere als Zehnjährige begonnen hatte. Und als Sir Eliot Gardiner seinen Auftritt mit dem Monteverdi Choir kurzfristig wegen der strikten Ein- und Ausreisebestimmungen von Großbritannien absagte, wusste Cecilia Bartoli Rat und trat selbst auf: In einem unglaublich lebendig gestalteten Gala-Programm, in dem sie in den verschiedensten Rollen brillierte.
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BRIXEN CLASSICS FESTIVAL A Night at the Opera

18. April · Hofburg Brixen · Autor: W. Kutzschbach · Ausgabe 7-8/2021

Gerade in Zeiten wie diesen benötigt die Gründung eines neuen Festivals schon eine gehörige Portion Mut und Selbstvertrauen. Waren bis vor kurzem Aufführungen mit Zuschauern oder auch die Anreisemöglichkeit der Künstler gar nicht sicher, mussten danach mit schachbrettartiger Sitzordnung die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Zudem versprachen die Witterungsbedingungen in Tirol in diesem Frühjahr nicht viel Gutes für die hier überwiegend im Freien stattfindenden Konzerte. Doch der künstlerische Leiter Markus Latsch hatte offenbar das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite. Der Eröffnungsabend im Innenhof der Hofburg von Brixen erfreute sich des ersten warmen und wolkenlosen Sommertages, sämtliche 500 Plätze waren besetzt, das Orchester spielte in voller Stärke, und sogar das so lange vermisste Pausen-Buffet fand mit gratis angebotenem Südtiroler Wein statt.
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SPECIALS / INFO

NAMEN UND DATEN

Sonya Yoncheva singt die Stephana in einer Neuproduktion von Umberto Giordanos selten gespielter Oper »Siberia« im Juli beim Festival del Maggio Musicale Fiorentino. Diese Partie wird sie auch im Mai 2022 am Teatro Real in Madrid vorstellen. Ebenfalls neu in ihrem Repertoire: die Gioconda, die für eine Neuproduktion an der Mailänder Scala im Juni 2022 vorgesehen ist

ZUM GEBURTSTAG

„Mademoiselle Silberklang“, wie die fantastische Koloratursopranistin Ingeborg Hallstein zurecht genannt wird, feierte am 23. Mai ihren 85. Geburtstag. Seit den 1960er-Jahren war Ingeborg Hallstein in zahlreichen Fernsehsendungen und -shows zu erleben. Dazu kamen die legendären Operettenverfilmungen von »Die Tänzerin Fanny Elßler« (1966), »Der Bettelstudent« (1970), »Die Zirkusprinzessin« (1970), »Wiener Blut« (1971), »Frau Luna« (1975) und »Madame Pompadour« (1976).

KARAJAN UND SALZBURG

Das Konzept für Festspiele zu Ostern in Salzburg war Herbert von Karajan, wie er immer betonte, während eines Spaziergangs bei strömenden Regen in den Sinn gekommen. Das künstlerische Zentrum sollten die Berliner Philharmoniker unter der musikalischen Leitung ihres auf Lebenszeit gewählten Chefdirigenten werden und die Osterfestspiele Salzburg der einzige Ort, an dem die Berliner Philharmoniker als Opernorchester zu hören waren. Ein wesentlicher Grund, an Ostern Festspiele ins Leben zu rufen, war Karajans Wunsch, die Werke von Richard Wagner musikalisch und szenisch so herausbringen zu können, wie es ganz seinen alleinigen Vorstellungen entsprach. Mit dem zu Beginn der 1960er-Jahre neu eröffneten Großen Festspielhaus in Salzburg hatte er seine Wunsch- wie Hauptspielstatte, die szenisch wie akustisch von ihm mitkreiert wurde. Ab 1967 gab es dann fast sämtliche Werke, die auch in Bayreuth auf dem Spielplan standen, zu Ostern in Salzburg zu erleben.

VORSCHAU

Rosa Feola und Levy Sekgapane wollen in der Saison 2021/22 an der Staatsoper Hamburg in einer Neuproduktion den Don Pasquale um den Verstand bringen. Eröffnet wird mit einer Neuproduktion von »Les Contes d’Hoffmann«. GMD Kent Nagano dirigiert, und neben Benjamin Bernheim in der Titelpartie wird Olga Peretyatko alle vier Frauenpartien Olympia, Antonia, Giulietta und Stella übernehmen.

IM BLICKPUNKT

Musikalische Nahversorger ums Eck

Dem CD-Markt wird eine düstere Zukunft prognostiziert, vielen – vor allem jüngeren – gilt er in Zeiten von Spotify und Co. schon jetzt als mehr oder weniger tot und nicht mehr relevant. Gerade in der klassischen Musik aber, wo nach wie vor Tonqualität und haptisches Begleitmaterial wie Booklets mit informativen Texten oder abgedruckten Libretti eine Rolle spielen, kann der Tonträger sich noch gegen die digitale Konkurrenz behaupten. Wo auch „stationärer Einzelhandel“ als solcher schon schwer am wachsenden Online-Handel zu knabbern hat, hat zuletzt die Corona-Krise zusätzlich eingeschlagen. Darüber, wie es ihnen in dieser schweren Zeit ergangen ist und wo sie sich und die CD im Wandel der Zeit verorten, haben vier Händler mit uns gesprochen.

AUDIO

AUDIO / SOLO

Nun also „Soprano“, wie die neue CD mit dem Titel „Assoluta“ der 1963 geborenen renommierten französischen (Mezzo)-Sopranistin Béatrice Uria-Monzon selbstbewusst vermeldet. Und warum auch nicht? Der konsequente Rundumschlag durch das Repertoire des dramatischen italienischen Soprans gelingt auf diesem vom Orchester des Triester Theaters unter der versierten Leitung von Fabrizio Maria Carminati geleiteten Album überraschend ohrenschmeichlerisch.

DVD / BLURAY

DVD / BLURAY

Eine Oper feiert Geburtstag. Vor 200 Jahren, am 18. Juni 1821, wurde Carl Maria von Webers »Der Freischütz« uraufgeführt und alsbald als „Nationaloper“ eingestuft. Grund genug, sich noch einmal die Kinoversion anzusehen, die vor gut zehn Jahren aufwändig produziert wurde und auf DVD sowie Blu-ray erhältlich ist. „Echtes“ Kino statt abgefilmtes Theater war das Motto der Produktion, die sich durch atmosphärische Naturaufnahmen und zahlreiche Schlachtszenen auszeichnet. Und wie klingt Mozarts »Zauberflöte« auf Französisch? Die Frage beantwortet ein neuer Live-Mitschnitt in einer luxuriös ausgestatteten Box mit DVD, Blu-ray sowie 2 CDs. Die Inszenierung von Cécile Roussat und Julien Lubek wurde im Januar 2020 im Opernhaus von Versailles, der Opéra Royal du Chateau de Versailles, abgefilmt. Und hochkarätig besetzt kommt der DVD-Mitschnitt von »Pagliacci« und »Cavalleria rusticana« in einer Inszenierung von Robert Carsen aus Amsterdam daher mit Brandon Jovanovich und Ailyn Pérez sowie Anita Rachvelishvili und Brian Jagde.